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Glossar

Fachbegriffe für den Deutschunterricht

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Daktylus
Darbietungsformen des Erzählens
Deduktiver Fehlschluss
Deduktives Argument
Definition
Definition, extensionale
Definition, intensionale
Definition, lexikalische 
Deklarativsatz 
Deklination
Denkvers
Denotat 
Desambiguierung
Deskriptive Aussage
Deskriptive Themenentfaltung 
 
Detektiverzählung
Detektivroman
Detraktion

Deutungsmuster, konzeptionelle
Diagonales Lesen
dialektisch 
Dialektische Erörterung
 
Dialoganalyse
Didaktisches Lesen
Dingwort 
Direktes Charakterisieren
Direkte Rede
Disambiguierung
Diskursanalyse
Diskussion
Diskussionsbeitrag
Distichon

Dominante Figur 
Doppelfaller
Doppelung
Doppelsteiger
Drama 

Drama, analytisches 
Drama, geschlossenes
Drama, offenes 
Drama, synthetisches 
Dramatik 
Dramatische Texte 
Dramatischer Auftakt
 
Dramaturg 
Dramaturgie 
Dramentheorie 

Drehbuch
Durative Raffung

 


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  Daktylus
(gr. daktylos = der Finger; jeder Finger mit Ausnahme des Daumens besteht aus 3 Gliedern);  auch: Doppelfaller; 1) antiker Versfuß: Bezeichnung für einen dreisilbigen Versfuß mit langer erster Silbe und nachfolgend zwei kurzen Silben (/ ˇ ˇ ) 2) in deutscher Metrik: einmal betont und zweimal unbetont bzw. schwächer betont (x'xx, bzw. -vv) - vgl.  Anapäst, JambusMetrum, Takt, Taktart, Trochäus, Vers, Versfuß, Versmaß,
Beispiele: Heilige, Königin, Buttermilch, Neulinge, Sturmwetter
Schiller: Nimmer, das glaubt mir, erscheinen die Götter
 
 
Darbietungsformen des Erzählens
Erzähltechnik oder Erzählweise, mit der ein Geschehen beim Erzählen dargeboten wird. Insbesondere unterscheidet man den Erzählerbericht i.w.S. (Telling und Showing) von der Figurenrede einschl. der Gedankenwiedergabe der Figur (direkte Rede, indirekte Rede, erlebte Rede, innerer Monolog, Bewusstseinsstrom) - vgl. erzähltechnische Mittel 
     
  Deduktiver Fehlschluss
in der formal-logischen Argumentationsanalyse Bezeichnung für einen unkorrekten Schluss bei einem deduktiven Argument; lässt sich ein Gegenbeispiel für ein deduktives Argument finden, handelt es sich beim ursprünglichen deduktiven Argument um einen deduktiven Fehlschluss; - vgl. Schluss, deduktiv, deduktives Argument,
Beispiel:
Wenn die Schule aus ist, läutet es.
Es läutet.
Also ist die Schule aus.
 
     
  Deduktives Argument
in der formal-logischen Argumentationsanalyse Bezeichnung für ein Argument, bei dem eine Konklusion aus Prämissen abgeleitet wird; Prämissen enthalten dabei schon in impliziter oder expliziter Form den Gehalt der Konklusion (vgl. Bayer 1999, S.231) - vgl. Argument, Konklusion, induktives Argument, deduktiver Fehlschluss
 
 
Definition
Begriffsbestimmung zur eindeutigen begrifflichen Fixierung einer Sache oder eines Sachverhaltes; legt Beziehung zwischen den Wörtern und ihrer Bedeutung fest; viele verschiedene Ansätze zur Unterscheidung von Definitionen, z.B. lexikalische Definition, Nominaldefinition, Realdefinition, häufig Mischformen verwendet; extensionale Definition, Arbeitsdefinition,
     
  Definition, extensionale
vgl. extensionale Definition
 
     
  Definition, intensionale
vgl. intensionale Definition
 
 
Definition, lexikalische
auch: Bedeutungsanalyse, deskriptive Definition, Festsetzungsdefinition; legt fest, was unter einem bestimmten Begriff im bestehenden Sprachgebrauch zu verstehen ist - vgl. Definition, Nominaldefinition, Realdefinition
Beispiel: Unter Linguistik versteht man die Wissenschaft, die wissenschaftlich mit den Strukturen und der Verwendung von Sprache befasst.
 
Deklarativsatz
vgl. Konstativsatz
 
Deklination
auch: Beugung; Flexion der nominalen Wortarten (Substantiv, Adjektiv, Artikel, Numerale, Pronomen) in Numerus (Zahl: Singular, Plural) und Kasus (Fall: Nominativ, Genitiv, Dativ, Akkusativ) - vgl. Flexion, Flexionsformen, Konjugation, Komparation
Beispiel: (der) Vater (Nominativ Singular), (des) Vaters (Genitiv Sg.), dem Vater (Dativ Sg.), (den) Vater (Akkusativ Sg.), (die) Väter (Nominativ Plural), (der) Väter (Genitiv Pl.), (den) Vätern (Dativ Pl.), (die) Väter (Akkusativ Pl.)
     
  Denkvers
Merkvers, der als unliterarische Gedächtnisstütze für grammatische Regeln o. ä. dienen soll
Beispiel: In die Semmel biss der Kater - Einprägung der lateinischen Zahlwörter semel, bis, ter, quater;
 
 
Denotat
(lat. denotare= bezeichnen) ; 1. Außersprachliches Phänomen, das von einem Sprecher mit einem bestimmten sprachlichen Zeichen gemeint wird, z.B. das Wort Tisch bezieht sich auf einen physikalisch klar bestimmbaren Gebrauchsgegenstand; 2. Begrifflicher Inhalt eines (sprachlichen) Zeichens im Unterschied zu den Nebenbedeutungen, die es besitzt (z.B. Emotionen, Wirkung) - denotativ: nur den begrifflichen Inhalt des sprachlichen Zeichens betreffend, ohne die z.B. von den Emotionen geprägten Nebenbedeutungen und inhaltlichen Nuancen, die ein Zeichen bei einem Sprecher oder Hörer hervorruft - vgl. sprachliche Zeichen, Konnotat, konnotativ
     
  Desambiguierung
vgl. Disamabiguierung
 
     
  Deskriptive Aussage
Aussage, die sich auf einen Sachverhalt bezieht; deskriptive Aussagen sind prinzipiell empirisch nachprüfbar und können daher wahr oder falsch sein; deskriptive Aussagen beziehen sich auf ein Sein; Thesen (Konklusionen) mit deskriptiver Aussage sind dann haltbar, wenn die Voraussetzungen (Prämissen), auf denen sie beruhen wahr sind.  (vgl. Bayer 1999, S.232)- vgl. normative Aussage, Argumentation, Argumentationstheorie
Beispiel: Konstanz liegt am Bodensee.
 
 
Deskriptive Themenentfaltung
Form der thematischen Entfaltung: Thema aufgegliedert in seine Einzelkomponenten (Teilthemen) und eingeordnet in einen raum-zeitlichen Zusammenhang; Ausprägungen: einmaliger Vorgang, historisches Ereignis; regelhaft dargestellter Vorgang; Lebewesen oder Gegenstand; Textorten; Ereignisbericht, Vorgangsbeschreibung, Gegenstandsbeschreibung, Personenbeschreibung; thematische Kategorien: Spezifizierung (Aufgliederung), Situierung (Einordnung) - vgl. thematische Entfaltung, explikative Themenentfaltung, argumentative Themenentfaltung
 
Detektiverzählung
vgl. Detektivroman
 
Detektivroman
Typus des Ich-Romans/der Ich-Erzählung ohne ausgeprägte Retrospektive und Randstellung des Erzählers; Erzähler häufig in der Funktion des Stellvertreters der Leser, Perspektivfigur und Informationsfilter  - vgl. Ich-Roman, autobiographischer Roman, Tagebuchroman, biographischer Roman, Memoirenroman, Briefroman  
Beispiel: Arthur Conan Doyle: Die Abenteuer des Sherlock Holmes (1892)
 
Detraktion
1. Ausheben größerer Gesteinspartien aus dem Untergrund eines Gletschers 2. im Zusammenhang mit rhetorischen Änderungsoperationen (detractio): Entfernen eines Elementes oder mehrerer Elemente; vgl. rhetorische ÄnderungsoperationAdjektion
Beispiele: blau / lau; 
 
Deutungsmuster, konzeptionelle
vergleichsweise eng gefasster Wissensbestand; Teil und zugleich Voraussetzung von Weltwissen (enzyklopädischem Wissen); Interpretationsmuster zur Steuerung und Strukturierung der alltäglichen Wahrnehmung von "Welt", die dadurch aufeinander bezogen werden; drei Grundmuster: koordinative Beziehung, temporale Beziehung, kausale Beziehung (vgl. Linke/Nussbaumer/Portmann 1994) - vgl. Textarbeit, Textverstehen, Weltwissen, enzyklopädisches Wissen
 
Diagonales Lesen
Lesetechnik, bei der man sich einen Gesamtüberblick über einen Text und dessen Inhalt verschaffen will;  vgl. Lesen, Lesetechnik, intensives Lesen, kursorisches Lesen, punktuelles Lesen, sequenzielles Lesen, - 
 
dialektisch
These (Behauptung) wird einer Antithese entgegengestellt; in der Synthese wird versucht, die ursprünglichen Gegensätze aufzuheben
     
  Dialoganalyse
weitgehend synonym verwendeter Begriff für die Gesprächsanalyse; heute weniger gebräuchlich  - vgl. Gesprächsanalyse
 
 
Dialektische Erörterung
Typ/Form der Problemerörterung; Erarbeitung und Darstellung kontroverser Ansichten (Sach- und Werturteil) zu einem bestimmten Problem, Ereignis oder Sachverhalt; Schreibrolle/Schreibhaltung: mit dem / über das Thema streiten; Antwort auf eine Entscheidungsfrage  - vgl. Problemerörterung, lineare Erörterung, Mischtyp der Erörterung 
Beispiel: Soll das Rauchen in allen öffentlichen Gebäuden und Einrichtungen per Gesetz verboten werden?
 
Didaktisches Lesen
Lesen von Texten als schulische Lektüre, Ziel: etwas lehren, Moral, Einsichten, Ideen vermitteln (vgl. Hussong 1973, S.46) - vgl. emotionales Lesen, triviales Lesen, Lesen, Lesehaltungen 
 
Dingwort
vgl. Nomen 

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Direktes Charakterisieren
im epischen Text: sowohl als Selbstthematisierung als auch als Fremdthematisierung; a) explizite Information zur Figurencharakterisierung durch den Erzähler in Form  von auf Außensicht basierenden Beschreibungen einer Figur oder b) explizite Information  durch  andere Figuren in Form der direkten Redewiedergabe einer Figur oder in Form von auf Innensicht beruhender Gedankenwiedergabe einer Figur oder c)  explizite Information  durch  die thematisierte Figur selbst in Form der direkten Redewiedergabe der Figur oder in Form von auf Innensicht beruhender Gedankenwiedergabe der Figur - vgl. indirektes Charakterisieren
 
Direkte Rede
1. (auch: wörtliche Rede) 2. als Darbietungsform des Erzählens: Redewiedergabe in der 1. bzw. 2. Pers. Indikativ Präsens; keine Innensicht; keine kommentierende Einmischung; mal mit, mal ohne redeeinleitende Zeichen oder sonstige Satzzeichen; vgl. indirekte Rede, szenische Darstellung
Beispiel: - Deine Entschuldigungen kannst du dir sparen, ging Antonia zum Angriff über.
- Aber... so hör doch, beschwichtigte Martin Bach.
- Das werde ich nicht, du bist...
- Ach, so geht es also weiter
     
  Disambiguierung
auch: Desambiguierung, Entambiguisierung, Monosemierung; Beseitigung lexikalischer oder struktureller Mehrdeutigkeit durch den jeweiligen außersprachlichen und sprachlichen Kontext, indem die sprachliche Information steht - vgl. Monosemierung, sprachliche Eindeutigkeit, Polysemie
 
     
  Diskursanalyse
weitgehend synonym verwendeter Begriff für die Gesprächsanalyse; Bezeichnung orientiert sich am englischen terminus discours analysis, der allerdings auch Textanalyse umfassen kann und mitunter auch nur auf argumentative Gespräche angewendet wird - vgl. Gesprächsanalyse
 
 
Diskussion
(vorläufig nur Platzhalter!) - vgl. Argumentation, Fünfsatz
 
Diskussionsbeitrag
Form der mündlichen oder schriftlichen Beteiligung an einer Diskussion - vgl. Diskussion, Fünfsatz, Redebeitrag
     
  Distichon
gr. "Zweiversler; nach antikem Vorbild und Muster ein Strophenmaß, das aus einem Hexameter und einem Pentameter besteht; in der deutschen Sprache bestehend aus zwei sechshebigen Versen - vgl. Hexameter, Pentameter
 
 
Dominante Figur
Begriff aus der Dramentheorie: eine Figur ist an jeder der Konfigurationen mit einer bestimmten anderen Figur beteiligt, erscheint aber darüber hinaus noch in anderen Konfigurationen - vgl. Konfiguration
     
  Doppelfaller
vgl. Daktylus
 
     
  Doppelung
vgl. Gemination
 
     
  Doppelsteiger
vgl. Anapäst
 
 
Drama
Gattung der Literatur (Gattungstrias: Epik, Dramatik, Lyrik) , Kennzeichen: Plurimedialität, Unmittelbarkeit ; (wird noch ergänzt!) - vgl. dramatische Texte, Dramentheorie, Literaturgattung, Dramaturgie, Haupt- und Nebentext 
 
Drama, analytisches
vgl. analytisches Drama
 
Drama, geschlossenes
vgl. geschlossenes Drama
 
Drama, offenes
vgl. offenes Drama 
 
Drama, synthetisches
vgl. Zieldrama 
 
Dramatik
vgl. Drama, dramatische Texte, Dramaturgie
 
Dramatischer Auftakt
Einsetzen der szenisch präsentierten Handlung in einem Drama (= point of attack); häufig Teil des Eröffnungsdreischrittes von dramatischem Auftakt, eigentlicher Exposition und erregendem Moment; Funktion: im Allgemeinen  nicht expositorische Informationsvergabe, sondern Aufmerksamkeitslenkung  der Zuschauer auf das dramatische Geschehen (phatische Funktion) (vgl. Pfister 1977, S.124, Asmuth 1980, S.106f.). - vgl. Drama, Exposition, erregendes Moment 
 
Dramatische Texte
(vorläufig nur Platzhalter!) - vgl. Drama, Dramentheorie, Dramaturgie
 
Dramentheorie
(vorläufig nur Platzhalter!) - vgl. Drama, dramatische TexteDramaturgie 
 
Dramaturg
literatur- und theaterwissenschaftlicher Berater einer Theaterleitung; Aufgaben: Spielplanaufstellung, Beschaffung von Texten, Sichten von Neuerscheinungen zu Originalwerken, Übersetzungen und Bearbeitungen, dazu weitere verschiedene Beratungsaufgaben u. die Erstellung des Programmheftes; - vgl. Dramaturgie 
 
Dramaturgie
1. Tätigkeiten des Dramaturgen, mit Schwerpunkt auf der praktisch-szenischen Umsetzung eines Dramas 2. Theorie (von Lessing als Begriff dafür eingeführt), die sich mit der für die Aufführung von Theaterstücken grundlegenden poetischen und ästhetischen Regeln und Normen befasst; Beispiele: (Dramen-)Poetik des Aristoteles, Lessings Hamburgische Dramaturgie 
 
Drehbuch
(derzeit nur Platzhalter!)
 
Durative Raffung
Erzähltechnisches Mittel zur Zeitgestaltung; Angabe allgemeiner, einen ganzen Zeitraum überdauernder Vorgänge oder Gegebenheiten; häufig eng verflochten mit der iterativen Raffung; Formen: grob zusammenfassend oder stagnierend-verweilend; Zeit stellt häufig nur einen Rahmen für die Erzählinhalte dar, die häufig keiner zeitlichen, sondern einer zeitunabhängigen räumlichen oder thematischen Ordnung folgen; Grundformel: "Die ganze Zeit hindurch ..." (vgl. Lämmert 1955, S.86) - vgl. iterative Raffung, Zeitgestaltung, Zeitraffung
Beispiel: "Unterdessen wurde die Stadt Lissabon in Portugal durch ein Erdbeben zerstört und der Siebenjährige Krieg ging vorüber [...] und der Kaiser Leopold der Zweite ging auch ins Grab. Napoleon eroberte Preußen und die Engländer bombardierten Kopenhagen und die Ackerleute säten und schnitten. Der Müller mahlte und die Schmiede hämmerten und die Bergleute gruben nach Metalladern ..." (aus: Johann Peter Hebel, Unverhofftes Wiedersehen, iterativ-durative Raffung)

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