Überblicksinformation
Teil der
strukturierten
Textwiedergabe; informiert den Leser über das Wesentliche des Textes;
Aspekte: Basissatz (kürzestmögliche Zusammenfassung des Themas, Inhalts
und der Kernaussage des Textes), Informationen über den Verfasser/die
Verfasserin, Beruf/gesellschaftlicher Status
geistige/politische/weltanschauliche Orientierungen und Haltungen,
konkreter Schreibanlass, situativer und/oder historisch-sozialer
Kontext
der Textentstehung, Textart/Textsorte,
Zielgruppe/Adressatenkreis/intendierter Leser - vgl.
strukturierte
Textwiedergabe,
Basissatz
Unbestimmtheitsstelle 1. Begriff aus der Theorie der Werkerfassung Roman Ingardens
(1893-1970); Bezeichnung für diejenigen Stellen bzw. Objekte in der
Schicht der dargestellten Gegenständlichkeiten eines literarischen
Kunstwerkes, denen als rein intentionalen Gegenständen von vornherein
eine Aspekthaftigkeit eigen ist, weil ihnen die allseitige Bestimmtheit
fehlt; Unbestimmtheitsstellen können - aber nicht jede muss! - vom Leser
imaginativ bei seiner Konkretisation des literarischen Werkes beseitigt
werden; Beispiel: Augenfarbe des Konsuls Buddenbrook ist im Text nicht
erwähnt; Unbestimmtheitsstellen können unter Beachtung der von der
Textstruktur ausgehenden suggestiven Orientierungen und dem individuellen
Erfahrungshorizont des Leser ausgefüllt werden; 2. Im
rezeptionsästhetischen Modell Wolfgang Isers Sammelbegriff für
unterschiedliche Erscheinungen, in denen eine semantische Unbestimmtheit
des Textes erkennbar ist; Voraussetzung für die aktive Beteiligung des
Lesers beim Mitvollzug und der Sinnkonstitution eines Textes; Grundlage
der
Konsistenzbildung
als Akt der Bildung von Zusammenhängen und der Beseitigung von
Widersprüchen; Unterscheidung Isers:
Unbestimmtheitsstellen im Sinne Ingardens - Leerstellen - Negationen -
vgl. Rezeption,
Rezeptionsästhetik,
Wirkungsästhetik,
Leerstelle,
Konkretisation,
Konsistenzbildung
Understatement
Form der
Emphase; ein aus dem
Kontext heraus erwarteter intensiv wirkender Begriff (u. U. sehr emotional
gefärbter Ausdruck) wird durch einen schwachen,
"untertreibenden" Begriff ersetzt - vgl.
Emphase Beispiel: Der FC Bayern hat
bei diesem Millionentransfer sicherlich auch die eine oder andere Mark
für sich verbuchen können."
Erfassen des Textes in seinen
wesentlichen Elementen und Strukturen
Formulierung der
Interpretations- bzw. Analysehypothesen
Skizzierung des Lösungsweges,
begründende Auswahl von Untersuchungsaspekten
aspektorientierte
Organisation der Textdeutung unter Berücksichtigung des Wechselbezuges
von Textstrukturen,
Funktionen und Intentionen (durch Erfassen zentraler strukturbildender,
genretypischer, syntaktischer, semantischer, stilistisch-rhetorischer
Elemente und ihrer Funktion für das Textganze)
Kontextualisierung: z.B.
Entwicklung von literaturgeschichtlichen,
gattungsgeschichtlichen,geistesgeschichtlichen, biografischen,
politisch-sozialen Bezügen
Erkennen und ggf. Beurteilen
des Zusammenhangs von Struktur, Intention und Wirkung im Rahmen des
historischen und aktuellen Verstehenshorizontes
Diskussion von
Wertvorstellungen, die in den Texten enthalten sind
Untertext
h: Bezeichnung für die von einer Figur unausgesprochenen, in der
literarischen Vorlage nicht gestalteten, Gedanken und Gefühle; wird
besonders für die Inszenierungsarbeit mit den Schauspielern einer
Theateraufführung angewendet Beispiel:
Friedrich Schiller, Maria Stuart, I,3