Madrigal
einfacher Gesang; Hirten- zw. Schäferlied; häufigstes Motiv: idyllische
Schäferwelt; ursprünglich nicht festgelegte Form; nach Umwandlung zum
Kunstlied wird die freie Taktzahl, aber feste Taktfüllung (= verschieden
lange Verse, die innerhalb der Versfolge alternieren) wichtigstes Merkmal;
im 17. Jh. wieder Tendenz zu festerer Form (13 Zeilen, die in 3 Terzette und
2 Reimpaare gegliedert sind) Beispiele:
Johann Wolfgang von Goethe,
Madrigal (Aus dem Französischen),
ders.:
Madrigal;
Märchen
(derzeit nur Platzhalter!) - vgl.
Erzählung
Manipulieren
Menschen - ohne deren Wissen und häufig auch gegen deren Willen (z.B. Werbung) - bewusst
und gezielt beeinflussen oder lenken
Markieren
Arbeitstechnik zur inhaltlichen Erfassung von Texten mittels Hervorhebungen,
Unterstreichungen und Randbemerkungen - vgl.
inhaltliche Erfassung von
Texten
Massenkommunikation
Begriff zur Bezeichnung einer eines rückkoppelungsarmen
Kommunikationsprozesses, dem im Gegensatz zur
Face-to-Face-Kommunikation
keine unmittelbare Interaktion zwischen Sender und Empfänger einer
Information zugrunde liegt; Botschaften, die im Zuge der Massenkommunikation
öffentlich an ein disperses (= zerstreutes) Publikum (d. h. ein nicht
begrenzter und personell definierter Adressatenkreis) gesendet werden,
werden dabei mit technischen Mitteln verbreitet und erreichen ihr disperses
Publikum damit indirekt (räumliche, zeitliche oder raumzeitliche Distanz
zwischen den Kommunikationspartnern; Massenmedien, wie Fernsehen, Rundfunk,
und die Presse gelten dabei als die klassischen Medien der
Massenkommunikation, zu denen heute aber auch die so genannten "neuen"
Medien hinzukommen (Internet usw.) (vgl.
Maletzke 1963, S. 32) - vgl.
Kommunikation,
Massenmedien,
Interaktion,
parasoziale Interaktion,
Lasswell-Formel
Massenmedien
Begriff zur Bezeichnung bestimmter Organisationen, Träger oder
Transportmedien großer Reichweite, mit denen Informationen in einem
überwiegend in eine Richtung (Sender zu Empfänger) verlaufenden
Kommunikationsprozess vermittelt werden; Kontext: keine
Face-to-Face-Beziehung und damit auch keine
Interaktion; als klassische Massenmedien gelten Film, Fernsehen,
Rundfunk und Presse - vgl.
Massenkommunikation, Medien,
Meinungswand
Form der Wandzeitung, bei der es hauptsächlich darum geht,
unterschiedliche Meinungen zu einem bestimmten Thema zu präsentieren und
zur weiteren Meinungsbildung zu verwenden - vgl.
Wandzeitung
Meinungsumfrage Methode zur Befragung Stichprobe (aber auch prinzipiell einer
Gesamtheit) von Personen zu einem bestimmten Sachverhalt;
Melodrama
(gr. Lied + Handlung); Bezeichnung für eine Sonderform des lyrischen Dramas,
bei dem das Zusammenwirken von deklamiertem Text (Gedicht, Monolog) mit
einer untermalenden Musik charakteristisch ist - vgl. melodramatisch
melodramatisch
Bezeichnung für einen in einem negativen Sinn überzeichneten Effekt, der
durch das übertriebene Zusammenwirken von Wort, Ton und Gestik zustande
kommt
Memoiren
i. e. S. rückblickender Prosabericht in der ersten Person, der von einer
historisch realen Person über ihr eigenes Leben gegeben wird;
Gegenstände der M. häufig: berufliches oder öffentliches Wirken;
dagegen Autobiographie eher: Privatleben, Bildungsgang bis zur Übernahme
einer sozial verantwortlichen Rolle, Memoiren sind aber wie alle
autobiographische Texte über die bloße Rekapitulation von Geschehen
immer auch Interpretation der Vergangenheit - (vgl.
Vogt
1990, S.69) - vgl.
Memoirenroman,
autobiographischer
Roman,
Tagebuchroman,
Tagebuch
Metalepsis
Tropus der eine Zwischenstellung zwischen
Metapher und
Metonymie einnimmt;
Ersetzung eines vieldeutigen Wortes durch ein synonymes Wort, wobei eine im
gegebenen Kontext nicht gemeinte Teilbedeutung in den Vordergrund rückt;
häufig in
Wortspielen verwendet Beispiel: "Er ist ein Gesandter, aber kein Geschickter." (h:
Wortbedeutung von geschickt im Sinne von gewandt, tüchtig, fähig)
Metapher
bildlicher Vergleich durch Fügung von Wörtern, die eigentlich nicht
zusammengehören (bildliche Übertragung); metaphorischer Prozess nach
Weinrich 1963):
Verknüpfung eines Bildspenders mit einem Bildempfänger; metaphorischer
Wortgebrauch als punktuelle Abweichung vom »dominanten, prototypischen Gebrauch
eines Wortes, der Standardbedeutung« (Kurz 1993, S.17);
ein von außen in den syntaktisch-semantischen Textzusammenhang eintretendes, ungewöhnliches, unerwartetes Wortelement, das - sofern die
Metapher noch nicht eingeführt oder ganz verblasst ist - aufmerken lässt
(vgl.
Burdorf
1995 , S.151) vgl.
Allegorie,
Bild,
Sinnbild,
Symbol, absolute Metapher Beispiel: Die Sonne lacht; Redefluss,
Staatsschiff
Metasprache
Sprachebene, in der Aussagen über Sprache oder Sprachen gemacht werden; man spricht über
die Objektsprache; im Alltag: über das Sprechen Sprechen (Metakommunikation) - vgl.
Objektsprache,
Metakommunikation
Metonymie
Umbenennung, Übertragung Beispiel: den ganzen Goethe aufsagen;
Mosel trinken; einen BMW fahren; ein Glas trinken
Metrik Lehre vom Vers, die sich mit der Gliederung von Versen und dem
Versgefüge beschäftigt, vgl. Prosodie
Metrum
(gr. Maß) Versmaß, d.h. Bezeichnung für die regelmäßige Tonfolge ( Zahl
und Abstand der betonten Silben; Versfuß als kleinste Einheit; in der
antiken Literatur silbenmessend (Silbenumfang), in romanischer Dichtung
silbenzählend (Silbenzahl), im deutschen Vers ist die Silbenwucht
maßgebend; daher wird im deutschen Vers nicht von Länge oder Kürze
einer Silbe gesprochen, sondern von
Hebung
(Starkton) und Senkung (Schwachton),
ob eine Silbe eine Hebung oder eine Senkung erforderlich macht, ergibt sich
aus den Betonungsregeln; diese sind unabhängig von der Bedeutung und ebenso
unabhängig von Vers oder Prosa; einsilbige Wörter wiederum können sich als
Hebung oder Senkung zeigen; im Zweifelsfall Faustegel: Als "schwer" gilt
eine Silbe dann, wenn sie "schwerer" ist als ihre unmittelbare Nachbarsilbe,
als "leicht", wenn sie "leichter" als die unmittelbare Nachbarsilbe ist;
grundsätzlich aber gilt (vgl.
Fricke/Zymner 1993, S.104): Metrum im Deutschen ist eine Bezeichnung für die Abfolge starker und
schwacher Betonungen ; unterschiedliche Notationen für die deutsche Metrik:
1) - für Hebung, v - für Senkung; 2) x - für Silbe;
xx' - für Abfolge einer unbetonten und betonten Silbe (Jambus) vgl.
Versmaß, 3)
/ betonte Silbe; ˇ
unbetonte Silbe / ˇ vgl.
Hebung,
Senkung,
Vers,
Versfuß,
Versmaß
Mischkurzwörter
Gruppe von
Kurzwörtern, die häufig auf mehrere di Kurzform bildende Segmente
zurückgehen (vgl.
Steinhauer 2007, S. 141); Beispiele: Azubi, H-Milch, Dispo-Kredit, E-Maul, Iso-Matte,
Pauschbetrtag, E-Book, E-Learning - vgl.
Kurzwörter
Mischtyp
1. Themenstellung und Bearbeitungsart einer Problemerörterung, die sowohl
linear als auch
dialektisch
bearbeitet werden muss - vgl.
Problemerörterung, Beispiel: Generation @ Was bedeutet das eigentlich?
Wie stehen Sie dazu?
Mitschrift
schriftliche Notizen, die häufig als Grundlage für die Niederschrift
eines Protokolls herangezogen werden - vgl.
Protokoll
Mittel, rhetorische
seit der Antike gebräuchliche sprachliche, aber auch parasprachliche (z.B. Lautstärke,
Tonfall usw.) Mittel, die für eine kunst- und / oder wirkungsvolle Sprachverwendung
eingesetzt werden (Tropen und Figuren)
Modalität
Semantisch-pragmatische Kategorie, die in der traditionellen und neueren
Grammatik zur Bezeichnung für bestimmte Einschätzungen und Urteile über
Wirklichkeit und Nichtwirklichkeit, Wünschbarkeit, Möglichkeit und
Unmöglichkeit verwendet wird; die jeweilige Art der Stellungnahme eines
Sprechers zum Wahrheitsanspruch seiner Äußerung kann in der deutschen
Sprache auf zwei verschiedene Art und Weise ausgedrückt werden kann, nämlich
a) durch bestimmte
finite
Verbformen, die so genannten Modi (Singular: Modus = Aussageweise) wie
den Indikativ, den Konjunktiv, den Konditional und den Imperativ b) durch
Modalverben wie dürfen, können, müssen, sollen,
wollen, mögen/möchten; vgl. Modus, Indikativ, Konjunktiv, Konditional,
Indikativ
Modalpartikeln
Gruppe von
Partikeln, die im
Vorfeld eines
Aussagesatzes (Konstativsatzes) stehen können; sie können
auch auf Ja-/Nein-Fragen antworten; Beispiele: allerdings, anscheinend,
fast, größtenteils, hoffentlich, leider, sicherlich, vielleicht,
zweifellos - vgl.
Engel 1996,
S.762-763 - vgl.
Partikeln
Modalsatz
Form des Adverbialsatzes; Gliedsatz bei dem der modale Adverbialsatz
anstelle des Satzgliedes adverbiale Bestimmung der Art und Weise (modale
adverbiale Bestimmung) steht - vgl.
Adverbialsatz,
Gliedsatz Beispiel: Er packte seine Sachen, ohne dass
jemand davon Notiz nahm. (Konjunktionalsatzform)
Modalverb
verbindet sich mit dem Infinitiv eines anderen Verbs zu einem
Verbalkomplex - vgl.
Auxiliarverb,
Hilfsverb, Beispiele: müssen, sollen, können, dürfen,
wollen, mögen
Modus
auch Aussageweise; Bezeichnung für eine in der traditionellen und neueren
Grammatik verwendeten Einteilung
finiter Verbformen in
Indikativ,
Konjunktiv, Konditional und
Imperativ; ursprünglich wurde bei Modus nur vom Konjunktiv gesprochen,
mittlerweile werden nicht selten die vorstehenden vier verschiedenen Modi
unterschieden; mit der Wahl eines bestimmten Modus kann ein Sprecher seine
Stellung zum Wahrheits-/Wirklichkeitsgehalt eines von ihm geäußerten
Sachverhalts als bedingt wirklich (Konjunktiv, Konditional), als zu
verwirklichen (Imperativ) oder einfach als wirklich/wahr (restliche finiten
Verbformen) ausdrücken. - Modalität, Indikativ,
Konjunktiv, Imperativ, Konditional
Monolog
Form der dramatischen Rede; eine Figur im Drama spricht für die Zuschauer
hörbare, aber weder an sie noch an eine andere Bühnenfigur gerichtet etwas
aus, was sie beschäftigt; vielfach als eine Art "Selbstgespräch" verstanden
- vgl, dramatische Rede, Dialog
Monosemie
semantische Eigenschaften sprachlicher Zeichen nur eine einzige Bedeutung (=
ein einziges Semen) zu besitzen; in Fachsprachen und wissenschaftlichen
Ausführungen wird nach Monsosemie gestrebt; Gegensatz Polysemie, - vgl.
Monosemierung,
Polysemie
Morphemkurzwörter
Gruppe von
Kurzwörtern, die meistens auf ein die Kurzform bildendes Segment
zurückgehen (vgl.
Steinhauer 2007, S. 141) Beispiele: der Ober, das Hoch, das Tief, der Bund - vgl.
Kurzwörter
Motiv
Inhaltselement, das in unterschiedlichen Dichtungen in der typischen Grundsituation
und im zentralen Ablauf der Handlung gleich bleibt, aber räumlich, zeitlich und figural
verschieden umgesetzt werden kann. vgl.
Thema,
Stoff,
Story,
Plot,
Leitmotiv Beispiel: Das Kindsmord-Motiv wird in verschiedenen
literarischen Texten unterschiedlich umgesetzt.
Motivationale Stimulanz
1. in der Kommunikationspsychologie: aus dem Hamburger
Verständlichkeitsansatz (zusätzliche Stimulanz) entwickelte
Verständlichkeitsstrategie, die Texte durch Verwendung motivationaler
Elemente (Textfragen, kognitiver Konflikt ...) hinsichtlich ihrer
Verständlichkeit optimieren will