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Glossar

Fachbegriffe für den Deutschunterricht

A B C D E F G H I J K L - N O P Q R S T U V W X Y Z

Mädchentragödie
Madrigal
Main idea
Manifeste Erzählerfigur
Manipulation (von Menschen)
Manipulieren
Männliche Kadenz
Männlicher Reim
Manuelles Schreiben
Märchen
Markieren 
Markiertheit des Erzählers
Märlein
Massenkommunikation
Massenmedien
Materialgestützte Erörterung
Materialgestütztes Schreiben
Mauerschau
media literacy
Mediatisierung
Medienbildung
Medienerziehung
Mediengestaltung
Medienkompetenz
Medienkritik
Medienkunde
Mediennutzung
Medienpädagogik
Medienpädagogische Kompetenz
Mehrdeutigkeit
Mehrgespräch
Mehrteilige Arbeitsanweisung
Mehrversionen-Schreiber
Meinungswand 
Meinungsumfrage

Melodrama
Melodramatisch
Memoiren 
Memoirenroman 
Mentales Modell

Merkmale, paraverbale
Merkmal, prosodisches
Metakognition
Metakognitive Kompetenz
 
Metakognitive Stützstrategien
Metakommunikation
Metalepsis
Metapher
Metaphorische Motivierung
Metaphorische Verknüpfung
Metasprache 
Methode, antihermeneutische
Methode, biographische
Methode, hermeneutische

Methode, ideologiekritische
Methode 635
Metonymie
 
Metonymische Motivierung
Metonymische Verknüpfung

Metrik
Metrum 
Mimesis
Mimetischer Modus

Mimetischer Text
Mind Mapping
Mischkurzwörter
Mischtyp Mitschrift 

Mitteilungen im engeren Sinne
Mitteilungsakt 
Mittel, erzähltechnische

Mittel, rhetorische 
Mittelbarkeit (Erzählung)

Mittelwort
Modalität

Modalpartikeln 
Modalsatz
Modalverb
 
Modell, mentales
Modellleser
Modus (Erzählung)
Modus, beschreibender
Modus, deskriptiver
Modus, dramatischer

Modus, mimetischer
Modus, narrativer
Modus (Grammatik)
Möglichkeitsform

Moment, erregendes 
Moment, retardierendes
Monographie

Monolog
Monolog (Drama)
Monologisches Beiseite-Sprechen
Monologue, autonomous
Monologerzählung
Monologue, narrated
 
Monologue, quoted
Monosemie
Monosemierung
Moralische Argumentation
Morphemkurzwörter
Motiv 
Motivation
Motivationale Steuerungslage
Motivation Crowding Effect
Motivation cues
Motivation, extrinsische
Motivation, intrinsische
Motivationale Steuerung
Motivationale Steuerungslage
Motivationale Stimulanz

Motivationsschreiben
Motivationssystem, appetitives
Motivationssystem, aversives
Motivierung (Erzählung)
Motivierung, ästhetische
Motivierung, finale
Motivierung, kausale
Motivierung, kompositorische
Motivierung, metaphorische
Motivierung, metonymische
Multimediale Interpretation

Multimediales Gestalten
Mündlichkeit

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Mädchentragödie
(Begriff von Burkert 1998); in der anthropologisch orientierten Erzähltheorie, die von einer gemeinsamen interkulturellen Basis für bestimmte Erzählungen ausgeht und in ihnen von Kultur und Geschichte unabhängige anthropologische Konstanten gestaltet sieht, ein überzeitliches und interkulturelles Handlungs-und Initiationsschema, das in Erzählungen gestaltet wird; Zusammensetzung des Schemas aus fünf verschiedenen Funktionen (Burkert 1998, S,91f., zit. n. Martínez/Scheffel 1999, 10. Aufl. 2016, S.175):

1) Das Mädchen ist gezwungen, sein Zuhause zu verlassen.
2) Danach lebt es an einem abgeschiedenen, abnormen Ort.
3) Dort dringt ein männliches Wesen (Mensch, Gott oder ein Dämon) ein und schwängert das Mädchen.
4) Das schwangere Mädchen muss diverse Leiden durchmachen (z. B. Strafen, Gefangenschaft, Vertreibung).
5) Schließlich wird das Mädchen gerettet und bringt einen Sohn zur Welt.

Soziobiologisches Fundament des Handlungsschemas der Mädchentragödie: Entwicklung des Mädchens zur Mutter über die Zwischenstufen der erstmals einsetzenden Menstruation als Beginn der sexuellen Reife, die die Auflösung seiner Familienstruktur bedeutet, sexueller Aktivität im Geschlechtsverkehr und der Geburt eigener Nachkommen (vgl. Burkert 1998, S.91f.) – vgl. Handlungsschema, abenteuerliche Suche, Initiationsgeschichte, Mädchentragödie

 
Madrigal
einfacher Gesang; Hirten- zw. Schäferlied; häufigstes Motiv: idyllische Schäferwelt; ursprünglich nicht festgelegte Form; nach Umwandlung zum Kunstlied wird die freie Taktzahl, aber feste Taktfüllung (= verschieden lange Verse, die innerhalb der Versfolge alternieren) wichtigstes Merkmal; im 17. Jh. wieder Tendenz zu festerer Form (13 Zeilen, die in 3 Terzette und 2 Reimpaare gegliedert sind)
Beispiele: Johann Wolfgang von Goethe, Madrigal (Aus dem Französischen), ders.: Madrigal;

Main idea
vgl. Hauptthema

 
Manifeste Erzählerfigur
engl. overt narrator

»Manipulation (von Menschen)
Bez. für eine Art der Einflussnahme auf eine andere Person oder Personengruppe, bezeichnet mit dem Ziel den anderen oder die anderen auch gegen ihre Überzeugungen und Interessen in bestimmte Richtungen des Denkens und des Handels zu lenken; manipulierte Personen handeln dementsprechend nicht aus eigenen Einsichten oder Überzeugungen, sondern sind darin fremdbestimmt; – vgl. manipulieren, populistische Manipulation, Stammtischparolen,

 
Manipulieren
1) allg. Menschen - ohne deren Wissen und häufig auch gegen deren Willen (z.B. Werbung) - bewusst und gezielt beeinflussen oder lenken 2) Sammelbegriff für verschiedene Methoden eristischer Argumentation aus dem sog. rhetorischen Giftschrank (Bonbons, ▪ Emotionalisieren, ▪ Andeuten, ▪ Scheinalternativen, ▪ Selbstbekehrung, ▪ rhetorische Fragen), die darauf abzielen, den anderen, ohne ihn zu überzeugen, zu bestimmten Handlungen zu bewegen oder ihm die Übernahme bestimmter Einstellungen zu suggerieren; – vgl. Manipulation, populistische Manipulation

Männliche Kadenz
Form der Kadenz in der Verslehre; auch: stumpfe Kadenz, stumpfer Reim männlicher Reim; einsilbiges Versende mit einer Hebung; Ggs. zweisilbige weibliche Kadenz (= klingende Kadenz) – vgl. stumpfe Kadenz, Kadenz, männlicher Reim

Männlicher Reim
Bez. für den Reim eines Verses, der einsilbig mit einer Hebung endet; Ggs. weiblicher Reim – vgl. stumpfe Kadenz, Reim, Kadenz, männliche Kadenz, stumpfe Kadenz

»Manuelles Schreiben
auch: Chirographie; Bez. für die Schriftproduktion mit der Hand und einem Schreibgerät (wie . z. B. Bleistift, Kugelschreiber); Ergebnis: ein handschriftliche Wort - bzw. Textproduktion mit Hilfe der Handschrift (Manuskript) manuell Geschriebenes gilt im Vergleich zum Tastaturschreiben oder Schreiben mit anderen Schreibgeräten gemeinhin als stärker im Gehirn verankert als das Schreiben mit Hilfe des Computers und entsprechenden Eingabegeräten, was dazu führt, dass man handschriftlich Fixiertes besser aus dem Gedächtnis wieder abrufen kann - vgl. Handschrift, Schreiben, Tastaturschreiben,

 
»Märchen
(derzeit nur Platzhalter!) - vgl. Erzählung
 
Markieren
Arbeitstechnik zur inhaltlichen Erfassung von Texten mittels Hervorhebungen, Unterstreichungen und Randbemerkungen - vgl. inhaltliche Erfassung von Texten

Markiertheit des Erzählers
in der neueren Erzähltheorie Kriterium für Erzählertypen, mit denen man die Erzählerposition in einem erzählenden Text analysieren  und beschreiben kann; dabei geht es um die Frage, ob und vor allem wie stark ein Erzähler hervortritt; dabei ist nach Schmid (2005, S.81) davon auszugehen, "dass in jedem Erzählwerk ein mehr oder weniger deutlich markierter Erzähler mit dargestellt wird."; diese Position ist jedoch nicht unumstritten bei Narratologen, die einen Unterschied zwischen einem "persönlichen" und einem "unpersönlichen" Erzählen machen, z. B. »Seymour Chatman (1928-2015), für den es unpersönliches Erzählen (nonnaration) mit einem nonnarator gibt, zwischen dem und dem sogenannten overt narrator der covert narrator steht; auch die Annahme einer ▪ neutralen Erzählsituation geht dabei von der Annahme aus, dass es ein Erzählen gibt, das im Grunde ohne Präsenz eines Erzählers auskommt; – vgl. Erzählertypen, overt narrator, covert narrator

 
Märlein
vgl. Predigtmärlein
 
Massenkommunikation
Begriff zur Bezeichnung einer eines rückkoppelungsarmen Kommunikationsprozesses, dem im Gegensatz zur Face-to-Face-Kommunikation keine unmittelbare Interaktion zwischen Sender und Empfänger einer Information zugrunde liegt; Botschaften, die im Zuge der Massenkommunikation öffentlich an ein disperses (= zerstreutes) Publikum (d. h. ein nicht begrenzter und personell definierter Adressatenkreis) gesendet werden, werden dabei mit technischen Mitteln verbreitet und erreichen ihr disperses  Publikum damit indirekt (räumliche, zeitliche oder raumzeitliche Distanz zwischen den Kommunikationspartnern; Massenmedien, wie Fernsehen, Rundfunk, und die Presse gelten dabei als die klassischen Medien der Massenkommunikation, zu denen heute aber auch die so genannten "neuen" Medien hinzukommen (Internet usw.)  (vgl. Maletzke 1963, S. 32) - vgl. Kommunikation, Massenmedien, Interaktion, parasoziale Interaktion, Lasswell-Formel
 
Massenmedien
Begriff zur Bezeichnung bestimmter Organisationen, Träger oder Transportmedien großer Reichweite, mit denen Informationen in einem überwiegend in eine Richtung (Sender zu Empfänger) verlaufenden Kommunikationsprozess vermittelt werden; Kontext: keine Face-to-Face-Beziehung und damit auch keine Interaktion; als klassische Massenmedien gelten Film, Fernsehen, Rundfunk und Presse - vgl. Massenkommunikation, Medien,
 
Materialgestützte Erörterung
Erörterungsaufgabe, die sich im Gegensatz zur Texterörterung auf eine bestimmte Anzahl kontinuierlicher und diskontinuierlicher Texte stützt, ohne diese selbst zum Gegenstand der Erörterung zu machen; Materialien müssen auf dem Weg des untersuchenden Erschließens analysiert werden und die Ergebnisse der Analyse sollen in die Erörterung einfließen - vgl. Erörterung, Texterörterung, erörterndes Schreiben, erörterndes Erschließen. untersuchendes Erschließen
 
Materialgestütztes Schreiben
Übergeordnete Aufgabenart in den Bildungsstandards im Fach Deutsch für die Allgemeine Hochschulreife (KMK 2012)(BISTA-AHR-D-2012); Aufgabenarten: 1. Materialgestütztes Verfassen informierender Texte 2. Materialgestütztes Verfassen argumentativer Texte - vgl. textbezogenes Schreiben, erörterndes Schreiben, erörterndes Erschließen, Bildungsstandards Deutsch Abitur - KMK 2012
 
Mauerschau
auch: Teichoskopie; dramentechnisches Mittel, mit dem aus technischen Gründen Ereignisse, die sich in einem (imaginierten) Raum jenseits des Produktionsraums der Darsteller (Bühne) abspielen, in einer Art synchroner Reportage wie von einem Punkt mit größerer Aussicht (Mauer, Turm, Fenster) von einer Figur berichtet werden;
Beispiele: 1) In der "»Ilias", dem »Heldenepos von »Homer beschreibt »Helena vom Turm des Skäischen Tores Trojas aus dem greisen trojanischen König Priamos und den Ältesten der Stadt die Heerführer der »Achaier (Griechen), h: die Beschreibung von »Odysseus:

"[...] Jetzo erblickt' Odysseus der Greis und fragte von neuem:
Nenne mir nun auch jenen, mein Töchterchen; siehe, wie heißt er?
Weniger ragt er an Haupt als »Atreus' Sohn »Agamemnon,
Aber breiteren Wuchses an Brust und mächtigen Schultern.
Seine Wehr ist gestreckt zur nahrungsprossenden Erde;
Doch er selbst, wie ein Widder, umgeht die Scharen der Männer.
Gleich dem Bock erscheinet er mir, dickwolliges Vlieses,
Welcher die große Trift weißschimmernder Schafe durchwandelt.
Ihm antwortete Helena drauf, Zeus' liebliche Tochter:
Der ist »Laertes' Sohn, der erfindungsreiche Odysseus,
Welcher in Ithakas Reich aufwuchs, des felsichten Eilands,
Wohlgeübt in mancherlei List und verschlagenem Rate. [...] (Homer: Ilias / Odyssee. München 1976, S. 50, online verfügbar: http://www.zeno.org/Literatur/M/Homer/Epen/Ilias/3.+Gesang

2) Friedrich Schiller, »Die Jungfrau von Orleans, V,11 (s. Abb.)

vgl. Botenbericht,

 
»media literacy
Bezeichnung für ein Repertoire von Kompetenzen, das Menschen befähigt, Texte und Medienprodukte aller Art zu analysieren und auszuwerten, sowie mit allen möglichen Formen, Genres und Techniken zu kommunizieren - vgl. Lesekompetenz, Schreibkompetenz,
 
Mediatisierung
in der Terminologie von Friedrich Krotz (2007, S.11f., 39f.) ein Metaprozess sozialem und kulturellen Wandels von heute; in diesem Sinne ist der Prozess der Mediatisierung "weder räumlich noch zeitlich noch in seinen sozialen und kulturellen Folgen begrenzt" und "beinhaltet eine Vielfalt von übergreifenden, zum Teil bereits Jahrhunderte dauernden Entwicklungen, die schon vor der Erfindung der Schrift begonnen haben und mit der Erfindung der heute vorhandenen Medien noch lange nicht beendet ist" und mit seinen Konsequenzen die Menschen als Individuen in ihrem Alltagsleben, bei der Ausbildung und Entwicklung ihrer Identität und ihrer Beziehungen, aber auch die Kultur und Gesellschaft als Ganzes betreffen; Ausdruck der Mediatisierung ist heute z. B. "dass die früher für sich genutzten und funktionierenden Medien zusammen wachsen - sowohl auf der Ebene des Angebots als auch auf der Ebene der Nutzung, wie es die diversen Konvergenztheorien postulieren." (ebd., S.44)
 
Medienbildung
- vgl. Medienkompetenz, medienpädagogische Kompetenz, Medienerziehung, Medienkritik, Mediennutzung, Medienkunde, Mediengestaltung,
 
Medienerziehung
vgl. Medienpädagogik, Medienkompetenz, medienpädagogische Kompetenz
 
Mediengestaltung
vgl. Medienpädagogik, Medienkompetenz, medienpädagogische Kompetenz, Medienerziehung, Medienkritik, Mediennutzung, Medienkunde
 
Medienkompetenz
- vgl. medienpädagogische Kompetenz, Medienerziehung, Medienkritik, Mediennutzung, Medienkunde, Mediengestaltung,
 
Medienkritik
vgl. Medienpädagogik, Medienkompetenz, medienpädagogische Kompetenz, Medienerziehung, Mediennutzung, Medienkunde, Mediengestaltung
 
Medienkunde
vgl. Medienpädagogik, Medienkompetenz, medienpädagogische Kompetenz, Medienerziehung, Medienkritik, Mediennutzung, Mediengestaltung
 
Mediennutzung
vgl. Medienpädagogik, Medienkompetenz, medienpädagogische Kompetenz, Medienerziehung, Medienkritik, Medienkunde,
 
Medienpädagogik
vgl. Medienkompetenz, medienpädagogische Kompetenz, Medienerziehung, Medienkritik, Mediennutzung, Medienkunde, Mediengestaltung
 
Medienpädagogische Kompetenz
vgl. Medienkompetenz, Medienerziehung
 
Mehrdeutigkeit
vgl. Polysemie, sprachliche Eindeutigkeit

Mehrgespräch
vgl. Polylog

 
Mehrteilige Arbeitsanweisung
Mehrteilige Form von Arbeitsanweisungen, die häufig im Zusammenhang mit der Analyse von Texten, Textstellen, Bildern oder Grafiken aller Art verwendet wird; in der Regel bestehend aus zwei verschiedenen Teilen. Die übergeordnete Aufgabe (I.) - häufig mit einem übergeordneten Arbeitsauftrag (Operatoren für das Fach Deutsch) versehen, steht dabei meist vor der numerisch oder mit Symbolen gegliederten Aufgliederung der Aufgabe in einzelne Anweisungen zur Bearbeitung (II.). Die einzelnen Arbeitsanweisungen können dabei sprachlich, wie auch inhaltlich, variieren, sind aber strukturell analog;
 
Mehrversionen-Schreiber
nach Ortner (2000, S.346ff.) Schreibtyp, der in der Verfolgung einer den Schreibprozess zerlegenden Schreibstrategie (=zerlegendes Schreiben) eine aktivitätszerlegendes Vorgehen bevorzugt; a) Merkmale: u einem bestimmten Schreibimpuls bzw. einer Idee werden verschiedene Textvarianten verfasst; b) Schreibdidaktische Bedeutung: Neufassung schreiben, statt einen Text in mühevoller Kleinarbeit zu überarbeiten (vgl. Neuversionen-Schreiber) - vgl. Schreibstrategie, zerlegendes Schreiben, aktivitätszerlegendes Schreiben, produktzerlegendes Schreiben, Neuversionen-Schreiber, Versionen-Schreiben,
 
Meinungswand
Form der Wandzeitung, bei der es hauptsächlich darum geht, unterschiedliche Meinungen zu einem bestimmten Thema zu präsentieren und zur weiteren Meinungsbildung zu verwenden - vgl. Wandzeitung
 
Meinungsumfrage
Methode zur Befragung Stichprobe (aber auch prinzipiell einer Gesamtheit) von Personen zu einem bestimmten Sachverhalt;
 
Melodrama
(gr. Lied + Handlung); Bezeichnung für eine Sonderform des lyrischen Dramas, bei dem das Zusammenwirken von deklamiertem Text (Gedicht, Monolog) mit einer untermalenden Musik charakteristisch ist - vgl. melodramatisch
 
melodramatisch
Bezeichnung für einen in einem negativen Sinn überzeichneten Effekt, der durch das übertriebene Zusammenwirken von Wort, Ton und Gestik zustande kommt
 
Memoiren
i. e. S. rückblickender Prosabericht in der ersten Person, der von einer historisch realen Person über ihr eigenes Leben gegeben wird; Gegenstände der M. häufig: berufliches oder öffentliches Wirken; dagegen Autobiographie eher: Privatleben, Bildungsgang bis zur Übernahme einer sozial verantwortlichen Rolle, Memoiren sind aber wie alle autobiographische Texte über die bloße Rekapitulation von Geschehen immer auch Interpretation der Vergangenheit - (vgl. Vogt 1990, S.69) - vgl. Memoirenroman, autobiographischer Roman, Tagebuchroman, Tagebuch 
 
Memoirenroman
auch: autobiographischer Roman; Typus des Ich-Romans/der Ich-Erzählung mit Retrospektive (Retrospektion) und Zentralstellung des Erzählers; zweipolige Ich-ich-Struktur (erzählendes/sich erinnerndes Ich und erlebendes/erinnertes Ich);  - vgl. Ich-Roman, autobiographischer Roman, Tagebuchroman, biographischer Roman, Detektivroman, Briefroman  
Beispiel: Goethe: Dichtung und Wahrheit, Thomas Mann: ▪ Die Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull

Mentales Modell
1) Bez. für die kognitionswissenschaftliche Annahme, dass wir uns verschiedenartige Zusammenhänge dadurch zu erklären versuchen, indem wir die wesentlichen Elemente und ihre Beziehungen zueinander in einer Vorstellung, einem geistigen Modell speichern (repräsentieren); mentale Modelle können kausaler, finaler, mechanischer oder ökonomischer Natur sein; sie gründen auf Erfahrungen, die wir in komplexen Situationen machen und die uns dazu veranlassen, Zusammenhänge zu bilden (konstruieren); diese stehen schließlich als mentale Modelle zur Verfügung, wenn eine Situation ein bestimmtes Handeln erfordert. (vgl. Jarz 1997, S.78); Menschen erzeugen in den gleichen komplexen Situationen offenbar jeweils andere Modelle. (vg. a.a.0., S.78, Baumgartner 1993); – vgl. Schema, 2) die neuere Erzähltheorie von Martínez/Scheffel (1999, 10. Aufl. 2016) sieht im Aufbau und in der Anwendung mentaler Modelle (z. B. die mentale Textrepräsentation als Modell des Textinhalts) in einem fortlaufenden Lektüreprozess einen wesentlichen Faktor der narrativen Kohärenzbildung als Top-Down-Verarbeitung durch den Leser (Interferenz, die mit Hilfe einer schemageleiteten Strategie zur Verarbeitung der Textinformationen gebildet werden; – vgl. Schema, Schematheorien, Kohärenz,

 
Merkmale, paraverbale
vgl. paraverbale Merkmale
 
Merkmal, prosodisches
vgl. prosodisches Merkmal
 
Metakognition
auf »John H. Flavell  (geb. 1928) (Flavell/Wellmann 1970) zurückgehender (»metacognition); Bezeichnung für Prozesse, bei denen sich eine Person mit seinem eigenen Denken befasst ("Denken über das Denken")
 
Metakognitive Kompetenz
Fähigkeit, sich mit dem eigenen Denken auf einer "höheren" Ebene zu befassen; Wahrnehmung (metacognitive awarness), Kontrolle und Steuerung des eigenen Denkens - vgl. Metakognition,
 
Metakognitive Stützstrategien
Lesestrategien, die mit Zielsetzung und Zeitplanung, Konzentration, Überwachung und Diagnose des Lernfortschritts zu tun haben
 
Metakommunikation
- vgl. Metasprache,
 
Metalepsis
Tropus der eine Zwischenstellung zwischen Metapher und Metonymie einnimmt; Ersetzung eines vieldeutigen Wortes durch ein synonymes Wort, wobei eine im gegebenen Kontext nicht gemeinte Teilbedeutung in den Vordergrund rückt; häufig in Wortspielen verwendet
Beispiel: "Er ist ein Gesandter, aber kein Geschickter." (h: Wortbedeutung von geschickt im Sinne von gewandt, tüchtig, fähig)
 
Metapher
bildlicher Vergleich durch Fügung von Wörtern, die eigentlich nicht zusammengehören (bildliche Übertragung); metaphorischer Prozess nach Weinrich 1963): Verknüpfung eines Bildspenders mit einem Bildempfänger; metaphorischer Wortgebrauch als punktuelle Abweichung vom »dominanten, prototypischen Gebrauch eines Wortes, der Standardbedeutung« (Kurz 1993, S.17); ein von außen in den syntaktisch-semantischen Textzusammenhang eintretendes, ungewöhnliches, unerwartetes Wortelement, das - sofern die Metapher noch nicht eingeführt oder ganz verblasst ist - aufmerken lässt  (vgl. Burdorf 1995 , S.151) vgl. Allegorie, Bild, Sinnbild, Symbol, absolute Metapher
Beispiel: Die Sonne lacht; Redefluss, Staatsschiff

Metaphorische Motivierung
auch: metaphorische Verknüpfung; – vgl. Metapher, Motivierung, kompositorische Motivierung, ästhetische Motivierung, metonymische Motivierung

Metaphorische Verknüpfung
vgl. Metaphorische Motivierung

 
Metasprache
Sprachebene, in der Aussagen über Sprache oder Sprachen gemacht werden; man spricht über die Objektsprache; im Alltag: über das Sprechen Sprechen (Metakommunikation) - vgl. Objektsprache, Metakommunikation
 
Methode, antihermeneutische
vgl. antihermeneutische Methode

Methode, biographische
vgl. Biographische Methode

 
Methode, hermeneutische
vgl. hermeneutische Methode
 
Methode, ideologiekritische
vgl. ideologiekritische Methode 
 
Methode 635
Methode zur Ideenfindung in der Gruppe; 6 Teilnehmer geben zur Problemlösung 3 Ideen vor, die im Rotationsprinzip an die übrigen fünf Teilnehmer zur Anregung und weiteren Ergänzung weitergereicht werden - vgl. Brainstorming, Brainwriting, Kreativität, Kreative Arbeitstechniken, Clustering, Mind Mapping
 
Metonymie
Umbenennung, Übertragung
Beispiel: den ganzen Goethe aufsagen; Mosel trinken; einen BMW fahren; ein Glas trinken

Metonymische Motivierung
auch: metonymische Verknüpfung; - vgl. Metonymie, Motivierung, kompositorische Motivierung, ästhetische Motivierung, metaphorische Verknüpfung,

Metonymische Verknüpfung
auch: metonymische Verklammerung; vgl. Metonymische Motivierung

 
Metrik
Lehre vom Vers, die sich mit der Gliederung von Versen und dem Versgefüge beschäftigt, vgl. Prosodie
 
Metrum
(gr. Maß) Versmaß, d.h. Bezeichnung für die regelmäßige Tonfolge ( Zahl und Abstand der betonten Silben; Versfuß als kleinste Einheit; in der antiken Literatur silbenmessend (Silbenumfang), in romanischer Dichtung silbenzählend  (Silbenzahl), im deutschen Vers ist die Silbenwucht maßgebend; daher wird  im deutschen Vers nicht von Länge oder Kürze einer Silbe gesprochen, sondern von Hebung (Starkton) und Senkung (Schwachton), ob eine Silbe eine Hebung oder eine Senkung erforderlich macht, ergibt sich aus den Betonungsregeln; diese sind unabhängig von der Bedeutung und ebenso unabhängig von Vers oder Prosa; einsilbige Wörter wiederum können sich als Hebung oder Senkung zeigen; im Zweifelsfall Faustegel: Als "schwer" gilt eine Silbe dann, wenn sie "schwerer" ist als ihre unmittelbare Nachbarsilbe, als "leicht", wenn sie "leichter" als die unmittelbare Nachbarsilbe ist; grundsätzlich aber gilt (vgl. Fricke/Zymner 1993, S.104): Metrum im Deutschen ist eine Bezeichnung für die Abfolge starker und schwacher Betonungen ; unterschiedliche Notationen für die deutsche Metrik: 1) - für Hebung, v - für Senkung; 2) x - für Silbe;  xx' - für Abfolge einer unbetonten und betonten Silbe (Jambus)  vgl. Versmaß, 3) / betonte Silbe; ˇ unbetonte Silbe / ˇ vgl. Hebung, Senkung, Vers, Versfuß, Versmaß

Mimesis
von dem antiken gr. Philosophen »Platon (428-347 v. Chr.) im Ggs. zur Diegesis(Diegese) verwendete Bezeichnung für eine Rede, in der ein Autor/Redner "die Illusion schaffen will, dass er nicht der Sprecher ist. " (Hawthorn 1994, S.56); die dramatische Rede (Monolog, Dialog) oder die szenische Darstellung (autonome direkte Figurenrede) in einem erzählenden Text gelten als Musterbeispiele für mimetische (= nachahmende) Darstellungen – vgl. Diegesis,

Mimetischer Modus (Erzählung)
auch: dramatischer Modus, Showing;  in der Erzähltheorie verwendete, auf die Unterscheidung des antiken gr. Philosophen »Platon (428-347 v. Chr.) von Mimesis (Nachahmung) und Diegesis (Erzählung) zurückgehende Bezeichnung für einen Darstellungsweise erzählender Texte, bei der sich der Erzähler hinter die Präsentation der Figurenrede nahezu gänzlich zurückzieht; im Ggs. zum narrativen Modus, bei dem der Erzähler oder die Erzählinstanz in seiner Funktion als Vermittler der erzählten Geschichte deutlich erkennbar ist (Telling);  – vgl. dramatischer Modus, Showing,

Mimetischer Text
in der neueren Erzähltheorie von Wolf Schmid (2005) Bez. für narrative Texte i. w. S. (z. B. Drama, Film Ballett, Pantomine etc., die ohne Vermittlung (Mittelbarkeit) auskommen; Bez. geht auf den von dem antiken gr. Philosophen »Platon (428-347 v. Chr.) im Ggs. zur Diegesis (Diegese) verwendete Bezeichnung Mimesis für eine Rede zurück, in der ein Autor/Redner "die Illusion schaffen will, dass er nicht der Sprecher ist. " (Hawthorn 1994, S.56); dramatische Rede (Monolog, Dialog) oder die szenische Darstellung (autonome direkte Figurenrede) in einem erzählenden Text gelten als Musterbeispiele für mimetische (= nachahmende) Texte; – vgl. Mimesis, Diegesis, erzählender Text,

 
Mind Mapping
kreative Arbeitstechnik; - vgl. Kreativität, Kreative Arbeitstechniken, Brainstorming, Clustering, kognitive Landkarte
 
Mischkurzwörter
Gruppe von Kurzwörtern, die häufig auf mehrere di Kurzform bildende Segmente zurückgehen (vgl. Steinhauer 2007, S. 141);
Beispiele: Azubi, H-Milch, Dispo-Kredit, E-Maul, Iso-Matte, Pauschbetrag, E-Book, E-Learning  - vgl. Kurzwörter
 
Mischtyp
1. Themenstellung und Bearbeitungsart einer Problemerörterung, die sowohl linear als auch dialektisch bearbeitet werden muss - vgl. Problemerörterung
Beispiel: Generation @ Was bedeutet das eigentlich? Wie stehen Sie dazu?
 
Mitschrift
schriftliche Notizen, die häufig als Grundlage für die Niederschrift eines Protokolls herangezogen werden - vgl. Protokoll 
 
Mitteilungen im engeren Sinne
initiative, ohne Voräußerungen vollzogene Mitteilungsakte, die hauptsächlich zur Information des Partners dienen - vgl. Sprechakte, Mitteilungsakt, initiativer Sprechakt 
 
Mitteilungsakt
Form des partnerbezogenen Sprechakts; Sprecher beschreibt einen Sachverhalt mit der Absicht, seinen Partner darüber zu informieren; Formen: Mitteilungen im engeren Sinne, Generalisierung, Einschränkung, Ablehnung, Kontaktsignal (Hörer), Intensivierung, Paraphrase, Kommentierung, Zustimmung - vgl. Sprechakte, partnerbezogene Sprechakte, initiativer Sprechakt, reaktiver Sprechakt 
 
Mittel, erzähltechnische
vgl. erzähltechnische Mittel

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Mittel, rhetorische
seit der Antike gebräuchliche sprachliche, aber auch parasprachliche (z.B. Lautstärke, Tonfall usw.) Mittel, die für eine kunst- und / oder wirkungsvolle Sprachverwendung eingesetzt werden (Tropen und Figuren)

Mittelbarkeit (Erzählung)
grundlegendes Gattungsmerkmal ▪ epischer Texte (vgl. u. a. Stanzel, Theorie des Erzählens, 4., durchgesehene Aufl. 1989, S.15-38); Bez. für die im Ggs. zu ▪ dramatischen Texten vorhandenen Vermittlungsinstanz (Erzähler) in der epischen Kommunikation - vgl. Erzählung, epische Kommunikation, Literaturgattung,

 
Mittelwort
vgl. Partizip
 
Modalität
Semantisch-pragmatische Kategorie, die in der traditionellen und neueren Grammatik zur Bezeichnung für bestimmte Einschätzungen und Urteile über Wirklichkeit und Nichtwirklichkeit, Wünschbarkeit, Möglichkeit und Unmöglichkeit verwendet wird; die jeweilige Art der Stellungnahme eines Sprechers zum Wahrheitsanspruch seiner Äußerung kann in der deutschen Sprache auf zwei verschiedene Art und Weise ausgedrückt werden kann, nämlich a) durch bestimmte finite Verbformen, die so genannten Modi (Singular: Modus = Aussageweise) wie den Indikativ, den Konjunktiv, den Konditional und den Imperativ b) durch Modalverben wie dürfen, können, müssen, sollen, wollen, mögen/möchten; vgl. Modus, Indikativ, Konjunktiv, Konditional, Indikativ
 
Modalpartikeln
Gruppe von Partikeln, die im Vorfeld eines Aussagesatzes (Konstativsatzes) stehen können; sie können auch auf Ja-/Nein-Fragen antworten; Beispiele: allerdings, anscheinend, fast, größtenteils, hoffentlich, leider, sicherlich, vielleicht, zweifellos - vgl. Engel 1996, S.762-763 - vgl. Partikeln
 
Modalsatz
Form des Adverbialsatzes; Gliedsatz bei dem der modale Adverbialsatz anstelle des Satzgliedes adverbiale Bestimmung der Art und Weise (modale adverbiale Bestimmung) steht - vgl. Adverbialsatz, Gliedsatz
Beispiel: Er packte seine Sachen, ohne dass jemand davon Notiz nahm. (Konjunktionalsatzform)
 
Modalverb
verbindet sich mit dem Infinitiv eines anderen Verbs zu einem Verbalkomplex - vgl. Auxiliarverb, Hilfsverb
Beispiele: müssen, sollen, können, dürfen, wollen, mögen

Modell, mentales
vgl. Mentales Modell

 

Modellleser
vgl. Implizierter Leser

Modus (Erzählung)
in der Erzähltheorie von »Gérard Genette (1930-2018) (1972, dt. 1994) Kategorie zur Analyse der ▪ Zeitgestaltung in einem epischen Text; zielt auf das "Wie" einer Erzählung; differenziert nach dem Grad der Mittelbarkeit einer Erzählung;  - vgl. Erzähltheorie, Zeitgestaltung im epischen (narrativen) Text, Distanz, dramatischer Modus, narrativer Modus, epische Kommunikation,

Modus, beschreibender
vgl. Beschreibender Modus

Modus, deskriptiver
vgl. Deskriptiver Modus

Modus, dramatischer
vgl. Dramatischer Modus (Erzählung)

Modus, mimetischer
vgl. Mimetischer Modus (Erzählung)

Modus, narrativer (Erzählung)
vgl. Narrativer Modus (Erzählung)

 

Modus (Grammatik)
auch Aussageweise; Bezeichnung für eine in der traditionellen und neueren Grammatik verwendeten Einteilung finiter Verbformen in Indikativ, Konjunktiv, Konditional und Imperativ; ursprünglich wurde bei Modus nur vom Konjunktiv gesprochen, mittlerweile werden nicht selten die vorstehenden vier verschiedenen Modi unterschieden; mit der Wahl eines bestimmten Modus kann ein Sprecher seine Stellung zum Wahrheits-/Wirklichkeitsgehalt eines von ihm geäußerten Sachverhalts als bedingt wirklich (Konjunktiv, Konditional), als zu verwirklichen (Imperativ) oder einfach als wirklich/wahr (restliche finiten Verbformen) ausdrücken. - Modalität, Indikativ, Konjunktiv, Imperativ, Konditional
 
Möglichkeitsform
vgl. Konjunktiv
 
Moment, erregendes
vgl. erregendes Moment 
 
Moment, retardierendes
vgl. retardierendes Moment
 
Monographie
Pragmatische Texte (Sachtexte), die von ihrem Gegenstands- und Verwendungsbereich ausgehend, wissenschaftlichen Zwecken dienen (wissenschaftliche Gebrauchstexte); in der Zielsetzung über die Abhandlung, den wissenschaftlichen Aufsatz und den (wissenschaftlichen) Essay hinausgehend auf eine geschlossene und erschöpfende Darstellung eines einzigen Gegenstandes ausgerichtet ist; im Aufbau der Abhandlung ähnlich; (vgl. Belke (1980, S.32)  - vgl. Gebrauchstexte, wissenschaftliche Gebrauchstexte, private Gebrauchstexte,

Monolog
im Ggs. zum Dialog (Rede und Gegenrede) eine längere Rede eines Gesprächspartners während eines Gesprächs – vgl. Dialog, Monolog (Drama)

 
Monolog (Drama)
Form der ▪ dramatischen Rede; ein tendenziell längeres Selbstgespräch; situativ: Einzelsituation; strukturell: monologhaft oder dialoghafter Monolog; verschiedene Funktionstypen: a)  technisch-dramaturgisch-strukturierend: Brückenmonolog, Anfangs-, End- oder Binnenmonolog; b) Brückenmonolog, Kernmonolog, Rahmenmonolog (Petsch 1945); c) technischer Monolog, epischer Monolog, lyrischer Monolog, Reflexions-Monolog, dramatischer Monolog (Wolfgang Kayser 1951); d) Übergangsmonolog, epischer Monolog, Innenleben-Monolog (Asmuth 62004); e) aktionaler Monolog, nicht-aktionaler (informierender, kommentierender) Monolog (Pfister 1977) - vgl, dramatische Rede, monologisches Beiseite-Sprechen, Dialog

Monologisches Beiseite-Sprechen
s. Beiseite-Sprechen

 
Monologue, autonomous
vgl. Monologerzählung
 
Monologue, narrated
vgl. narrated monologue
 
Monologue, quoted
vgl. quoted monologue
 
Monologerzählung
auch: autonomous monologue (Cohn 1978); eine in Ich-Form und mit Innerem Monolog erzählte Erzählung; (vgl. Zenke 1976
Beispiel
: Arthur Schnitzler, "Leutnant Gustl"
 
Monosemie
semantische Eigenschaften sprachlicher Zeichen nur eine einzige Bedeutung (= ein einziges Semen) zu besitzen; in Fachsprachen und wissenschaftlichen Ausführungen wird nach Monsosemie gestrebt; Gegensatz Polysemie, - vgl. Monosemierung, Polysemie
 
Monosemierung
vgl. Disambiguierung

Moralische Argumentation
als Grundtyp der Argumentation Bez. für Argumente, die  auf verbreitete Wertvorstellungen und Normen in der Gesellschaft zurückgreifen und dazu ethisch vorbildlich und untadelig erscheinende Personen oder Persönlichkeiten anführen; appelliert beim Gegenüber an Gefühl und Anstand;  "moralischer" Druck auf den Gesprächspartner, seine Meinung zu wechseln; - vgl. Grundtypen der Argumentation, Argumentation

 
Morphemkurzwörter
Gruppe von Kurzwörtern, die meistens auf ein die Kurzform bildendes Segment zurückgehen (vgl. Steinhauer 2007, S. 141)
Beispiele: der Ober, das Hoch, das Tief, der Bund  - vgl. Kurzwörter
 
Motiv (literarisches)
1) Inhaltselement, das in unterschiedlichen Dichtungen in der typischen Grundsituation und im zentralen Ablauf der Handlung gleich bleibt, aber räumlich, zeitlich und figural verschieden umgesetzt werden kann; Angrenzung zu den Begriffen Stoff und Thema nicht immer eindeutig, aber pointiert zusammengefasst lässt sich sagen, dass das Motiv die kleinste strukturbildende und bedeutungstragende (semantische) Einheit bildet, "der Stoff sich aus einer Kombination von Motiven zusammensetzt und das Thema die abstrahierte Grundidee eines Textes darstellt." (Christine Lubkoll, in: Metzler Lexikon Literatur- und Kulturtheorie, 5. Aufl. 2013, S.542f; vor allem strukturierende und rezeptionslenkende Funktionen: formale Gliederung, semantische Organisation, Verflechtung von Themen, Erzeugung von Spannung und Verstärkung von Anschaulichkeit; Bereitstellung eines Deutungspotentials für den literarischen Text; Typen: a) Kernmotive vs. Nebenmotive (auch: Füllmotive mit eher ornamental-illustrierender Funktion; b) auf Ebene des Inhalts: Situationsmotiv (z. B. Brautwerbung, Feuerprobe, ▪ Robinson(ade), Typenmotiv (z. B. »femme fatale, Kindsmörderin, Menschenfeind) c) Sonderform Leitmotiv als bedeutungstragende kleinere Einheit, dies zur Verstärkung der Anschaulichkeit und symbolischen Vertiefung in einem literarischen Text systematisch wiederholt wird - vgl. Thema, Stoff, Story, Plot, Leitmotiv - Beispiel: Das Kindsmord-Motiv wird in verschiedenen literarischen Texten unterschiedlich umgesetzt. 2) in der neueren Erzähltheorie von »Boris Viktorovič Tomaševskij (1890-1957) eingeführter Begriff, der die kleinste, nicht mehr unterteilbare thematische (Handlungs-)einheit eines erzählenden Textes bezeichnet; in der Erzähltheorie, z. B. Martínez/Scheffel (1999, 10. Aufl. 2016) auch synonym dafür Ereignis – vgl. Ereignis, Motivierung,

»Motivation
1. allg. Bezeichnung für "alle Prozesse, die der Initiierung, der Richtungsgebung und der Aufrechterhaltung physischer und psychischer Aktivitäten dienen" (Zimbardo/Gerrig 2004, S.503); Motivationsquellen: innere Triebe und externale Anreize oder Belohnungen,  2. Grundmotive nach McClelland (1987) für Motivation sind (1)  Motive, Wünsche, Hoffnungen auf der einen und (2) Ängste und Befürchtungen auf der anderen Seite; zu (1): Wünsche ...  nach a) Zugehörigkeit (Sicherheit, Zuwendung, Geborgenheit, Freundschaft) b) Wünsche .. nach Macht (Kontrolle, Dominanz, Bedeutung, Status, Einfluss, Kampf, Wettbewerb) c) Wünsche ... nach Leistung (Erfolg, Fortschritt, Kreativität, Abwechslung, Neugier, Fantasie; zu (2): Ängste ... a) die mit dem Gefühl der Wertlosigkeit in Zusammenhang stehen (z. B. unbeliebt zu sein, zurückgewiesen werden, isoliert und ausgeschlossen sein, allein gelassen werden b) die mit dem Gefühl der Ohmacht verbunden sind (z. B. Kontrollverlust, sich unwichtig, abhängig, unbedeutend oder missachtet zu fühlen c) die mit Versagensgefühlen einhergehen (sich unfähig, schwach, erniedrigt, nutzlos, wie ein "Verlierer" oder "Versager fühlen - vgl. extrinsische Motivation, intrinsische Motivation, Schreibmotivation, situationales Interesse, Motivation cues,

Motivationale Steuerung
- vgl. motivationale Steuerungslage, Motivation, volitionale Steuerungslage, Volition

Motivationale Steuerungslage
nach Sokolowski (1993) Zustand, indem sich jemand befindet, der Lust beim Angehen oder Ausführen einer Handlung hat; charakteristisch dafür ist, dass jemand, das, was ihn antreibt, was er tut und in welcher Lage er es tut, auf einen positiv bewerteten Zielzustand ausrichtet; dieser positive Zielzustand kann z. B. beim Üben, ein bestimmtes Textmuster zu schreiben, darin bestehen, dass er dieses Textmuster am liebsten gestaltet oder einfach Spaß beim Schreiben hat (= appetitives Motivationssystem); Handlungen, die motivational gesteuert sind, gehen dem Anschein nach wie selbst, auch wenn es objektiv schwierig ist, sie zu vollziehen; sie können ohne größeren Kontrollaufwand von Motivation, Aufmerksamkeit und Emotionen durchgeführt werden; die "Verhaltensenergetisierung und Aufmerksamkeitslenkung" geschehen "unwillkürlich" (vgl. Sokolowski 1993, S.120ff.); motivationale Steuerung von Handlungen erzeugt Spaß beim Tun, führt u. U. zum Verlust des Zeiterlebens (Flow) und kommt dem Handelnden in der Regel kaum anstrengend vor; auftretende Schwierigkeiten werden mehr oder weniger unwillkürlich dadurch angegangen, dass man sich mehr anstrengt und so die Probleme lösen kann (vgl. Roth-Sokolowski o. J., S.1f.) - vgl. Motivation, motivationale Steuerung, Volition, volitionale Steuerungslage, Flow

Motivation cues
engl.; dt. Anhaltspunkte / Hinweise zur Motivierung; Motivationen, i. e. S. Schreibmotivationen; im Prozessmodell des Schreibens von Hayes/Flower (1980) als "motivation cues" (motivierende Schreibanlässe) einer der Faktoren der Schreibaufgabe, die zum Aufgabenumfeld des Schreibprozesses gehört; - vgl. Prozessmodelle des Schreibens, Motivation

»Motivation Crowding Effect
auch: »Crowding-Out-Effect; Bez. für das Sichüberlagern von intrinsischer und extrinsischer Motivation; beim Schreiben kann ein Schreiber z. B. sowohl intrinsisch, als auch extrinsisch motviert sein, die Schreibaufgabe zu bewältigen, wenn er ein Schreibprodukt im Rahmen einer Klassenarbeit anfertigen muss (extrinsisch) und zugleich Spaß daran hat, ein bestimmtes Thema zu bearbeiten;  - vgl. Motivation, extrinsische Motivation, intrinsische Motivation

Motivation, extrinsische
vgl. Extrinsische Motivation

Motivation, intrinsische
vgl. Intrinsische Motivation

 
Motivationale Stimulanz
1. in der Kommunikationspsychologie: aus dem Hamburger Verständlichkeitsansatz (zusätzliche Stimulanz) entwickelte Verständlichkeitsstrategie, die Texte durch Verwendung motivationaler Elemente (Textfragen, kognitiver Konflikt ...) hinsichtlich ihrer Verständlichkeit optimieren will
 
Motivationsschreiben
1. allg. Bezeichnung für einen Text, in dem ein Schreiber seine persönlichen Motive für eine bestimmte Handlung beschreibt 2. In Bewerbungsverfahren in der freien Wirtschaft oft als Teil der Bewerbungsunterlagen angesehen, aber auch bei der Zulassung an Schulen und Hochschulen, sowohl für die allgemeine Zulassung als auch für die Zulassung zu einzelnen Seminaren oder Kursen gebräuchlich - vgl. Personal Essay, Admission Essay

Motivationssystem, appetitives
vgl. Appetitives Motivationssystem

Motivationssystem, aversives
vgl. Aversives Motivationssystem

Motivierung (Erzählung)
in der neueren Erzähltheorie von Martínez/Scheffel (1999, 10. Aufl. 2016) Bez. für "eine notwendige Eigenschaft wohlgestalteter narrativer Texte" (ebd., S.125), die als kausale, finale oder kompositorische Struktur das dargestellte Geschehen einer Erzählung (Darstellung) in den sinnhaften Zusammenhang einer Ursache-Folge-Beziehung bringt (Kohärenz); dabei bleibt die Motivierung des Geschehens in erzählenden Texten meistens unausgesprochen (implizit); daher ist der Leser darauf angewiesen die "die Totalität einer erzählten Welt" (ebd., S.135) nicht nur mit den vereinzelten expliziten Motivierungen herzustellen oder aus dem thematischen Horizont der erzählten Geschichte zu konstruieren, sondern auch auf den unthematischen Horizont zurückzugreifen; Typen der narrativen Motivierung: a) explizite oder implizite kausale Motivierung als Erklärung eines Ereignisses (z. B. die Handlung von Figuren oder nichtintendierte Geschehnisse bzw. Vorkommnisse oder auch Zufälle) b) explizite oder implizite finale Motivierung als Erklärung eines Ereignisses aus einem transzendenten, mythischen oder numinosen Sinnzusammenhang (z. B. Erklärung durch ein "Wunder" oder sonstige Eingriffe einer göttlichen oder gottähnlichen Macht); c) kompositorische oder ästhetische Motivierung als Funktion von Ereignissen und Details, die durch das Handlungsschema der Gesamtkomposition und/ oder ästhetischen Beziehungen dargestellt werden: dabei Unterscheidung nach metaphorischer und metonymischer Motivierung;  – vgl. Handlung, Ereignis, kausale Motivierung, finale Motivierung, kompositorische/ästhetische Motivierung, unthematischer Horizont,

Motivierung, ästhetische
vgl. Ästhetische Motivierung

Motivierung, finale
vgl. Finale Motivierung

Motivierung, kausale
vgl. Kausale Motivierung

Motivierung, kompositorische
vgl. Kompositorische Motivierung

Motivierung, metonymische
vgl. Metonymische Motivierung

Motivierung, metaphorische
vgl. Metaphorische Motivierung

 
Multimediale Interpretation
1. Interpretation eines literarischen Textes mit multimedialen Mitteln (Audio, Bild und Textgestaltung) 2. →Multimediale Interpretation von Lyrik als Kombination von typografischen, bildlichen und sprechgestaltenden Elementen zur Deutung eines Gedichts; (→Multimediale Interpretation von Liebeslyrik, - →von Großstadtlyrik) - vgl. sprechgestaltende Interpretation,
 
Multimediales Gestalten
1. Form des kreativen Schreibens, bei dem Text-, Bild- und Tonelemente in ein zur Gestaltung der Aussage funktionales Verhältnis gebracht werden 2. Multimediale Gestaltung von Gedichten; -
 
Mündlichkeit
vgl. Oralität

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