Obersatz
satzartiges Konstrukt, das als Bestandteil mindestens einen Nebensatz
(Untersatz) oder einen
Infinitivsatz
enthält; Bezeichnung wird im Unterschied zur Bezeichnung komplexer Satz
verwendet, wenn nur die Struktur des übergeordneten Obersatzes
(Hauptsatz) strukturell aufgegliedert wird (vgl.
Engel
1996, S.180f.) - vgl.
satzartiges
Konstrukt,
Hauptsatz,
Nebensatz,
Untersatz
Beispiel: Ich schwitze, weil es über 40 Grad im
Schatten hat.
Objektsatz
Gliedsatz, bei dem der untergeordnete Nebensatz anstelle des Satzgliedes
Objekt steht: a) statt eines Akkusativobjektes b) statt eines
Dativobjektes c) statt eines Genitivobjektes d) statt eines
präpositionalen Objekts; Formen: aa) Konjunktionalsatz bb) Relativsatz cc)
indirekter Fragesatz dd)
Infinitivsatz
- vgl.
Gliedsatz Beispiele: a)Ich habe
gehört, dass der Film heute anläuft. b) Wir danken, wem wir
uns zu Dank verpflichtet fühlen. c) Ich erinnere mich, wessen ich
vermag. d) Sie pochte darauf, dass er die Wahrheit sagen sollte.
- aa) Sie klagte ihn an, dass er ihr die Geldbörse entwendet habe.
bb) Er ließ jeden, der des wollte, abschreiben. cc) Sie wollte
überhaupt nicht sagen, wann es passiert war. dd) Er forderte sie
inständig auf, ihm endlich die Wahrheit zu sagen.
Objektsprache
Sprachebene, auf der man über die "Objekte" selbst redet, nicht aber über das
Sprechen selbst - vgl.
Metasprache
Ode
in gr. Dichtung allgemeine Bezeichnung für Lied und Gesang, in Deutschland
Begriff erstmals im Humanismus verwendet; wie beim Lied häufig Strophenform,
die aber auch ohne Reimbindung auftritt; sprachlich im Vergleich zum Lied
anspruchsvoller in Stilhöhe und strenger in der Form, thematisch an
wertbesetzten Konzepten wie Liebe, Freundschaft, Vaterland, Natur, Welt oder
Gott orientiert, die eine Gehobenheit der verwendeten Sprache nach sich
zieht; Gestaltung einer pathetischen Aussage in einem festen metrischen
Rahmen; antike Formen:
a) Pindarische Ode mit triadischem Bau:
Strophe, Gegenstrophe, Nachstrophe;
b) Asklepiadische Ode (nach dem gr.
Dichter Asklepiades); vier reimlose Verse
(X = betont, x=unbetont)
Xx / Xxx / X // Xxx / X
Schön ist, Mutter Natur, deiner Erfindung Pracht,
Xx / Xxx / X // Xxx / X
auf die Fluren verstreut, schöner ein froh Gesicht,
Xx / Xxx / Xx
Das den großen Gedanken
Xx / Xxx / Xx / X
Deiner Schöpfung noch einmal denkt.
Klopstock, Der Zürchersee
c) Alkäische Ode
(nach dem gr. Dichter Alkaios)
(X = betont, x=unbetont)
xXx / Xx / Xxx / Xx / Xx
Nur einen Sommer gönnt ihr Gewaltigen!
xXx / Xx / Xxx / Xx / Xx
Und einen Herbst zu reifem Sange mir,
x / Xx / Xx / Xx / Xx
Dass williger mein Herz, vom süßen
Xxx / Xxx / Xx / Xx
Spiele gesättigt, dann mir sterbe
Hölderlin, An die Parzen
d) Sapphische Ode
(nach dem gr. Dichterin Sappho)
(X = betont, x=unbetont)
Xx / Xx / Xxx / Xx / Xx
Öder Denkstein, riesig und erst beschaust du
Xx / Xx / Xxx / Xx / Xx
Trümmer bloß, Grabhügel, den Scherbenberg dort,
Xx / Xx / Xxx / Xx / Xx
Hier die weltschuttführende, weg von Rom sich
Xxx / Xx
Wendende Tiber!
Platen, Pyramiden des Cestius
F. G. Klopstock versucht die antiken Odenmaße der deutschen Sprache
anzupassen, der heutige Begriff der Ode folgt der von Klopstock geförderten
Vorstellung von der Ode als einem pathetisch hohen Gedicht; nach Klopstock
Odendichtung in D. vor allem durch den Göttinger Hain und den jungen Johann
Wolfgang Goethe mit seinen freien Rhythmen, später neuer Höhepunkt der
Odendichtung bei Hölderlin
Offene Frage a) unter inhaltlichem Aspekt: Die Frage lässt dem Gefragten die Möglichkeit, eine eigene
Wahl zu treffen oder auch weitere Ausführungen zu machen; offene Fragen
können sowohl
Entscheidungs- als auch
Ergänzungsfragen sein, wobei damit wohl meistens Ergänzungsfragen
gemeint sind b) bei Fragebögen einer
Meinungsumfrage Fragen, die nicht mit bestimmten Antwortalternativen
versehen sind - vgl.
Fragearten,
geschlossene Frage Beispiele:
Wer geht auch zu dem Konzert? - Manuel, Franziska, Heiner ... - Waren Sie schon
einmal in den USA? - Ja, in Baltimore, San Francisco...
Offenes Drama
idealtypische Form des Dramas nach
Volker
Klotz (1969); (dramaturgisches) Kompositionsprinzip des
plots
eines Dramas (tektonisches Prinzip); Merkmale: Komplexität von Ort,
Zeit und Handlung durch Mehrsträngigkeit gleichgewichtiger Handlungen,
große Zeiträume umspannende Handlungen, Vielzahl von Handlungsorten;
Aufbrechen der linearen Handlungsführung durch verschiedene Formen der
Verknüpfung wie
Leitmotive,
wiederkehrende Sprachbilder u. ä.; häufig ohne klaren Anfang (ohne
Exposition)
und eindeutigen Schluss; hohe Selbständigkeit der Teile; zahlreiche
Figuren; unterschiedliche Sprachebenen: Alltagssprache oder an diese
angenähert, spontane Artikulation mit
Parataxen,
Satzbrüchen,
Ellipsen u. ä.;
häufig dabei auch Darstellung gestörter Kommunikationsvorgänge bis hin
zu Sprachlosigkeit in der verbalen und nonverbalen Kommunikation; zentrale
Kompositionsfigur: vom Einzelteil, von der einzelnen Szene zum Ganzen,
dadurch Eindruck des Fragmentarischen ; Gegensatz: geschlossenes
Drama, aber auch Mischtypen möglich - vgl.
Drama,
geschlossenes Drama,
Tektonik,
pyramidaler
Aufbau,
o. J.
Abk. für ohne Angabe des Jahres; beim
Quellennachweis
und in
Literaturverzeichnissen
übliche Abkürzung, die ausdrückt, dass dem Werk keine Angaben über das
Erscheinungsjahr zu entnehmen sind
Olfaktorische Kommunikation
Form der nonverbalen Kommunikation, bei der Informationen mittels des
Geruchs übermittelt und mit dem Geruchssinn empfangen werden - vgl.
nonverbale Kommunikation
o. O.
Abk. für ohne Ortsangabe; beim
Quellennachweis
und in
Literaturverzeichnissen
übliche Abkürzung, die ausdrückt, dass dem Werk keine Angaben über den Erscheinungsort
zu entnehmen sind
Ortsfülle
nach
Volker
Klotz (1969, S.121f.) Bezeichnung für die Vielzahl der Handlungsorte
im Drama der
offenen Form, das u. a. dazu dient, den Helden in seinen
mannigfachen Auseinandersetzung mit Welt darstellt; kein geschlossener
Sozialraum bzw. Standesraum, wie im
Drama der geschlossenen Form;
letzten Ende Herauslösung der Figuren aus einem ihnen gemeinsamen Ideen- und
Gesellschaftsgefüge, das in Vereinzelung und Vereinsamung führen kann.
o. V.
auch: o. Verf. ; Abk. für ohne Angaben zum Verfasser; beim
Quellennachweis und in
Literaturverzeichnissen übliche
Abkürzung, die ausdrückt, dass dem Werk keine Angaben über den Verfasser zu entnehmen
sind
o-Wörter
neue Wörter, die durch Wortkürzung und gleichzeiter Suffigierung entstanden
sind; angehängt wird an den reduzierten Stamm das Suffix -o; tendenziell -
im Ggs. zu
i-Wörtern
- eher negative Bedeutung (Konnotation);
keine echten
Kurzwörter, mit diesen aber nahe verwandt und mitunter auch so
bezeichnet Beispiele: Prolo, Anarcho, Fascho, Brutalo -
vgl.
i-Wörter
Oxymoron
rhetorisches Mittel; zwei Vorstellungen werden miteinander verbunden, die
sich nicht entsprechen oder sogar ausschließen Beispiele:
bittere Süße, scharfsinnige Dummheit, alter Knabe, die armen Reichen, weiser
Narr