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Glossar

Fachbegriffe für den Deutschunterricht

A B C D E F G H I J - L M N O P Q R S T U V W X Y Z

 
Kadenz
Kadenzschreibweise
Kalendergeschichte 
Kalkül
Kameratechnik 
Karikatur
Karikatur, politische
Katachrese 
Kataphorischer Verweis 
Katastrophe 
Kausale Beziehung 
Kausalität
Kausalsatz 
Kernbegriffe
Kernbegriffsmethode
Key-visual
Kindchen-Schema
Killerphrase 
Klangfigur
Klappentext
Klassenarbeit
Klausur
Klimax 
Knittelvers
Knowledge telling
Knowledge transforming
Kognitive Fertigkeiten
Kognitive Gliederung 
Kognitiver Konflikt
 
Kohärenz 
Kohäsion 
Kohäsionsmittel 
Kollaboratives Schreiben
Kolportage
Koportageliteratur
Kommentar
Kommentierender Leserbrief
Kommunikat
Kommunikation
Kommunikation, akustische 
Kommunikation, haptische
Kommunikation, nonverbale
Kommunikation, olfaktorische

Kommunikation, taktile
Kommunikation, visuelle
Kommunikationsmodus
Kommunikatives Schreiben
Komparation

Komparativisches Erzählen

Kompendium
Kompendiumaufgabe
Kompetenz, inhaltliche
Kompetenz, metakognitive
Kompetenz, sprachliche
Kompetenzen (Deutschunterricht)
Kompetenzen (Literaturunterricht) Kompetenzstufen
Kompetenzstufen (Leseverstehen)
Kompetenzstufen (Leseverstehen, PISA)
Kompetenzorientierter Deutschunterricht

Kompilation 
Kompiliertes Wissen
Komplexer Satz
 
Komplexer Text

Kompliziertheit
Kompositum
Konditional
Konditionale Beziehung
Konditionalität
Konditionalsatz

Konfiguration 

Konfiguration, leere 
Konfigurationsstruktur 
Konfigurationswechsel 
Konflikt, kognitiver 
Konjugation
Konjugationsform
Konjunktion 
Konjunktionalsatz 
Konjunktiv
Konjunktiv I
Konjunktiv II
Konkomitante Figuren

Konklusion
Konkrete Poesie

Konkretisation
 
Konnektive 
Können
Konnotat 
Konsekutivsatz 
Konsistenz

Konsistenzbildung 
Konspekt
Konspektkopf
Konspektieren
Konsument
Konsumentenforschung
Kontaktfrage

Kontaktsignal (Hörer)  Kontaktsignal (Sprecher)
Kontamination
Kontext
Kontextbezogene Bühnenanweisung
Kontextmethode
Kontinuierlicher Text
Kontraktion

Kontrast
Kontrastraum
Kontrollierter Dialog
Konvention
konventionalisiert
Konversationsanalyse
Konzept
Konzeptionelle Deutungsmuster

Konzeptionelles Schreiben
Konzeptionelles Wissen
Konzeptionelle Revision
Konzessivsatz 
Kooperatives Schreiben
Koordinative Beziehung

Kopfwörter
Kopulapartikeln
 
Koreferenz
Körpersprache
Korrekturen
Korrelat
Korrespondenz
Kreative Arbeitstechniken 
Kreatives Lesen
Kreatives Schreiben
Kreativität 
Kritisches Lesen 
Kuleschow-Effekt 
Kunsthomilie
Kunstwörter
Kursorisches Lesen 
Kurzer Webquest
Kurzformen, lexikalische
Kurzgeschichte 
Kurzinhalt 
Kurzreferat
Kurzvortrag
Kurzwort

 
     
  Kadenz
1) in der literaturwissenschaftlichen Verslehre Bezeichnung für den Verschluss in akzentuierenden Versen (akzentuierendes Versprinzip); man unterscheidet in der neuhdt. Metrik a) männliche (auch: stumpfe) Kadenzen (einsilbig, Versende Hebung, auch: "männlicher Reim") b) weibliche (auch: klingende) Kadenzen (zweisilbig, Versende eine Folge von Hebung und Senkung) 2) in der Linguistik Bezeichnung für eine rhythmische Einheit aus einer Akzentsilbe plus den nachfolgenden unakzentuierten Silben bis zum Beginn der nächsten rhythmisch isochronen Akzentsilbe, diese aber ausgeschlossen (vgl. Auer/Couper-Kuhlen 1994)
 
     
  Kadenzschreibweise
Bezeichnung für die Notation von rhythmischen Einheiten beim Sprechen, bei der rhythmische Kadenzen in Schrägstrichen untereinander platziert werden; rhythmische eigene Transkriptionszeile notiert; ist der Rhythmus isochron, d. h. werden die rhythmischen Einheiten perzeptiv in gleichen Zeitintervallen produziert, stehen die zur Notation benutzten Schrägstriche direkt untereinander; wenn der Rhythmus gebrochen wird und eine Folgekadenz früher oder später als erwartet begonnen wird, wird dies durch eine Versetzung der Schrägstriche symbolisiert (vgl. Auer/Couper-Kuhlen 1994); im Gesprächsanalytischen Transkriptionssystem (GAT) Teil der Transkriptionskonventionen des Feintranskripts - vgl. Kadenz, Gesprächsanalyse, Transkription, Notation, Feintranskript
Beispiel (aus GAT):
/weg nach ber/lin zu den/kindern in Kadenzschreibweise:
Ingrid:  /    WEG nach ber=         /
         /    =LIN zu den                /
         /    KINdern, (.)
 
 
Kalendergeschichte
Geschichte, die zum Abdruck in Kalendern bestimmt war/ist; volkstümlich-unterhaltsam; oft derb-schwankhaft; häufig belehrende, später didaktische Funktion; seit Erfindung des Buchdrucks (erster gedruckter Kalender 1455) werden in die Kalender zusehends belehrende Aufsätze, Rezepte, Legenden, Erzählungen, Satiren usw. übernommen, die daher zu den beliebtesten Lesestoffen niederer Volksschichten gehörten; Beispiele für Kalender, in denen derartige Geschichten erschienen sind: Grimmelshausen, Ewigwährender Kalender (1670); J. P. Hebel, Schatzkästlein des Rheinischen Hausfreundes (= bad. literarischer Kalender, 1811); Bertolt Brecht, Kalendergeschichten (1949); seit 1801 bis heute hat sich der Volks-Kalender, z.B. "Des Lahrer Hinkenden Boten neuer historischer Kalender für den Bürger und Landmann" erhalten.
     
  Kalkül
Methode der Ideenfindung, bei der es darauf ankommt, dass man durch einen fortlaufenden, in begrifflichen Gegensatzpaaren entwickelnden Denkprozess (Binäroppositionen) die vielfältigen Facetten eines Themas erschließen und damit "durchkalkulieren" kann.
 
 
Kameratechnik
h: Verfahren bei der Analyse von zumeist literarischen Texten; dabei werden produktionstechnische Verfahren des Filmens auf die Analyse von Texten angewendet; z.B. Einteilung in Kameraeinstellungen (Einstellungsgröße), Kameraperspektiven (z.B. Vogel-, Normal- oder Froschperspektive) - vgl. Filmanalyse
     
  Karikatur
Zerrbild eines Sachverhaltes oder einer Person, das dadurch entsteht, dass bestimmte Eigenschaften übertrieben, aber noch erkennbar, dargestellt werden, um bestimmte Eigenarten zu verspotten, zu entlarven oder auch zu kritisieren; häufig satirische Funktion, aber auch einfach nur komisch-humorvoll; das Erkennen der Verfremdungen kann aber auch einfach nur zur Unterhaltung dienen;  neben bildlich-graphischen Karikaturen auch literarische Karikaturen, z.B. als Typenkomödie bei Molière, Shakespeare oder Cervantes - vgl. karikaturistisches Verfahren, politische Karikatur, Pressekarikatur, Personenkarikatur (Typenkarikatur, Individualkarikatur, Porträtkarikatur), Einzelkarikatur, Abfolgekarikatur (chronologisch, vergleichend, chronologisch und vergleichend),
 
     
  Karikatur, politische
vgl. politische Karikatur
 
 
Katachrese
uneigentliche Verwendung eines Wortes; 1. eine sprachliche Lücke wird durch die metaphorische Verwendung eines anderen Wortes gefüllt, wenn dafür ein spezifischer Ausdruck fehlt oder dieser verdrängt worden ist, z.B. "Arm" bei einem Fluss, 2. Verwendung eines Ausdrucks, dessen eigentliche wörtliche Bedeutung nicht mehr allgemein bewusst ist 3. Stilblüten, die auf einem Bildbruch basieren: Wendungen, die von ihrer wörtlichen Bedeutung her gesehen eigentlich nicht zueinander passen; geschieht oft unfreiwillig und wirkt komisch; oft bestehend aus einer Kompilation von zwei Redewendungen, Redensarten oder Sprichwörter, die Bildbereiche miteinander verknüpfen, die nicht zusammenpassen. - vgl. Bildbruch, Stilblüte,
Beispiele: 1. Glüh-Birne, Flaschen-Hals, Fluss-Arm; 2. Handschuh; 3. Das ist der Funke, der das Fass zum Überlaufen bringt. - Glauben Sie ja nicht, wen Sie da vor sich haben. - Wir ziehen alle am selben Boot.
 
Kataphorischer Verweis
auch: Vorverweis; vorverweisende Verweisrichtung von Pro-Formen als Kohäsionsmittel auf der Textoberflächenstruktur vgl. anaphorischer Verweis 
Beispiel: Falls er überhaupt kommt, bringt Paul die Musikanlage vorbei. 
 
Katastrophe
Begriff aus der Dramaturgie: 1. in der Tragödie: schlimmer Ausgang eines Geschehens (Tragödie); häufig Tod mindestens einer der positiv angelegten tragischen Helden; bringt die Lösung des Konflikts; 2. in der Komödie: Wendung zum Guten durch eine humorvoll-komische Lösung der Verwicklungen) - vgl. Drama, pyramidaler Aufbau
 
Kausale Beziehung 
konzeptionelles Deutungsmuster, mit dessen Hilfe die Wahrnehmung von verschiedenen Dingen, Ereignissen oder Sachverhalten in einer Grund-Folge-Beziehung zusammenhängend möglich wird - vgl. Kausalität, Kausalsatz, konditionale Beziehung,
     
  Kausalität
vgl. Kausale Beziehung
 
 
Kausalsatz
Teilsatz (Nebensatz) eines Konkunktionalsatzes/Form des Adverbialsatzes; Gliedsatz bei dem der kausale Adverbialsatz anstelle des Satzgliedes der adverbialen Bestimmung des Grundes (kausale adverbiale Bestimmung) steht; wird häufig durch ein Korrelat im übergeordneten Hauptsatz signalisiert; - vgl. Adverbialsatz, Gliedsatz
Beispiele in Konjunktionalsatzform: a) Sie fuhr aus der Haut, weil er sie erneut betrogen hatte. b) Er hat deswegen gelogen, weil er keinen anderen Ausweg mehr gesehen hat.

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Kernbegriffe
einzelne Wörter, Begriffe oder Fügungen, die für das Textverständnis (Textkohäsion) unerlässlich sind, für den inhaltlichen Textzusammenhang sorgen und die Brückenfunktion für das Textganze besitzen. - vgl. Kernbegriffsmethode, Texterfassung, Cluster-Methode, Mind Map-Methode, Schlüsselbegriff,
 
Kernbegriffsmethode
Methode zur inhaltlichen Erfassung von Texten; Hervorheben und Herausschreiben, der den Textzusammenhang steuernden Kernbegriffe - vgl. Texterfassung, Cluster-Methode, Mind Map-Methode
     
  Key-visual
Funktion eines Bildes in einer Werbeanzeige; "Schlüsselbild", da es das eigentliche Produkt abbildet - vgl. Catch-visual, Focus-visual
 
     
  Kindchen-Schema
Darstellung eines Kopfes verwendet, der die typischen Merkmale eines Kinderkopfes (rundliche Gesichtsform mit großen Augen ...) aufweist (oft auch in Werbeanzeigen zu finden). Der Appell, der von dieser Darstellung ausgeht, führt dazu, dass ein Betrachter unbewusst und quasi-automatisch eine Rolle als Beschützerfigur einnimmt;  (vgl. Beckmaier 1992, S.84)
 

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Killerphrase
1. nach Clark (1973) ein Scheinargument, das dazu dienen soll, die Vorstellungen und Ideen eines anderen als zur Problemlösung nicht geeignet hinzustellen; 2. Form nicht-partnerschaftlichen Argumentierens, die den anderen mundtot machen soll
 
Klangfiguren
Wirkungsbereich rhetorischer Figuren: rhetorische Figuren, die sich auf die Lautgestalt von Wörtern oder die akustische Gestalt eines Satzes beziehen beziehen; wichtige Klangfiguren (es gibt keine allgemeinverbindliche Systematik): Alliteration, Anapher, Assonanz, Epipher, Reim, rhetorische Figuren
     
  Klappentext
Werbewirksame Teilinhaltsangabe eines Buches, die auf die vordere oder hintere Klappe des Schutzumschlags eines Buches gedruckt wird; bei Büchern ohne Schutzumschlag ist der Klappentext auf dem Vorsatz oder Nachsatz des Buches zu finden; Werbetext, der einen Lese-/Kaufappell beinhaltet; Werbefunktion mehr oder weniger deutlich - vgl. Inhaltsangabe, Summary, Précis
 

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Klassenarbeit
 - vgl. Klausur, Test
 
Klausur
 - vgl. Facharbeit, Klassenarbeit

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Klimax
Steigerung
Beispiel: Überall gibt es Eifrige, Übereifrige und Allzueifrige
 
  Knittelvers
mitunter auch: Knüttel-, Knüppel- oder Klippelvers genannt; vom 16- bis 18. Jahrhundert Bezeichnung des binnengereimten Hexameters oder eines Hexameterpaares im Endreim; im 18. Jh. abwertende Bezeichnung für schlecht gereimte Verse; heute eher neutrale Bezeichnung für den vom 15. Jahrhundert bis Martin Opitz (1597-1651) dominierenden 4 hebigen Reimvers; er unterscheidet sich von seinen mittelhochdeutschen Vorläufer durch eine andere Bildung der Kadenz: im Knittelvers kommen nur noch einsilbige männliche und zweisilbige weibliche Schlussbetonung am Versschluss bzw. im Reim vor;
 
     
  Knowledge telling
auf Bereiter/Scarmalia (1987) zurückgehende Bezeichnung für eine Schreibstrategie ungeübter Schreiber, die ihr an bestimmte Schlüsselwörter gebundenes (Vor-)Wissen beim Schreiben überwiegend assoziativ abrufen; dieses wird dann meisten erzählend oder berichtend ohne weiteren Planungsaufwand niedergeschrieben; versiertere Schreiber können, wenn sie über entsprechende Textmuster verfügen, auch beim Schreiben in einem Zug so verfahren; Gegensatz: knowledge transforming - vgl. Schreibstrategie, Schreibprozess, knowledge transforming
 
     
  Knowledge transforming
auf Bereiter/Scarmalia (1987) zurückgehende Bezeichnung für eine Schreibstrategie geübter Schreiber, die während des Schreibens über ihren Schreibprozess und seine Bedingungen reflektieren und daher in einem deutlich verzögerten Sprachgestaltungsprozess auch dem Denken Raum gibt und beim Schreiben neues Wissen konstruiert Gegensatz: knowledge telling - vgl. Schreibstrategie, Schreibprozess, knowledge telling
 
     
  Kognitive Fertigkeiten
Tätigkeiten im Bereich des Handlungswissens; Formen: "geistiges Wissen" im weitesten Sinne, intellektuelle Fähigkeiten, (vgl. Jarz 1997, S.77, Mandl/Spada (1988) - vgl. Fertigkeiten, Handlungswissen
 
     
Kognitive Gliederung
Im Verständlichkeitsansatz Norbert Groebens die Dimension, die für das Textverständnis am wichtigsten ist; inhaltlich-kognitive Strukturierung wirkt sich im Zusammenwirken mit der Verständlichkeitsdimension kognitiver Konflikt am positivsten auf die Behaltensleistung im Gedächtnis aus (vgl. Christmann/Groeben 1999, S.181) - kognitiver Konflikt, Verständlichkeitsdimension, Verständlichkeit 
 
Kognitiver Konflikt
1. Unvereinbare Verhaltensantworten eines Individuums auf gegebene Reizgegebenheiten (z.B. Zweifel, Perplexität oder Konfusion) ; Auslösefaktoren: a) kollative Variabeln (spezifische Merkmale eines Gegenstande) wie Neuheit, Überraschung, Unsicherheit, Widersprüchlichkeit (Inkongruenz) b) Beim Textlernen: konfliktevozierende Fragen, inkongruenter Rückbezug auf Bekanntes, widersprüchliche Alternativen, Neuheit und Überraschung 2. Im Verständlichkeitsansatz von Norbert Groeben eine der vier Verständlichkeitsdimensionen - vgl. Textverständlichkeit, Verständlichkeitsdimensionen, Verständlichkeitsstrategien, kognitive Gliederung 
 
Kohärenz
lat. cohaerentia = Zusammenhang; in der Textlinguistik: inhaltlicher und außersprachlicher Bezug (Texttiefenstruktur) von Sätzen, die als Text verstanden werden; Text als komplex strukturierte, sowohl thematisch als auch konzeptuell zusammenhängende Einheit; Textverstehen als Erschließen der jeweiligen Tiefenstruktur des Textes (Sinngebung) - (vgl. Linke u.a. 1994) - vgl. Kohäsion, Textlinguistik, Texttiefenstruktur 
 
Kohäsion
lat. cohaerere = verknüpfen; in der Textlinguistik: grammatische, aber auch semantische Verknüpfung von Wörter, Sätzen oder Satzfolgen, die sich auf der Textoberflächenstruktur befindet durch verschiedene Kohäsionsmittel (z.B. Rekurrenz, Pro-Formen usw.);  vgl. Kohäsionsmittel, Textoberflächenstruktur, Kohärenz, Textlinguistik, Konjunktionen, Verknüpfungswörter,
 
Kohäsionsmittel
Sprachliche Mittel, mit denen auf der Textoberflächenstruktur syntaktische und semantische Bezüge herstellen lassen; Formen: Rekurrenz, Substitution, Pro-Formen, bestimmter und unbestimmter Artikel (Textdeixis und Vorwissensdeixis), Situationsdeixis, Ellipse, explizite metakommunikative Textverknüpfung, Tempus, Konnektive - vgl. Kohäsion 
     
  Kollaboratives Schreiben
1. (engl. Collaborative Writing) Bezeichnung für einen Textproduktionsprozess, von mehreren Autoren gemeinsam gestaltet wird, und an dessen Ende ein in Mehrautorenschaft gemeinsam erstellter Text steht; in dieser Verwendung weitgehend synonyme Verwendung mit dem Begriff des kooperativen Schreibens2. häufig zur Unterscheidung von dem auf einer Face-to-Face-Kommunikation beruhenden kooperativen Schreiben verwendet, bezeichnet es ein Schreiben, das sich moderner elektronischer Mittel der Kommunikation im Zusammenhang mit Web 2.0-Anwendungen bedient - vgl. kooperatives Lernen, kooperatives Schreiben,
 
     
  Kolportage
1. als literarisch von minderer Qualität angesehener Bericht, der auf billige Wirkung aus ist 2. Verbreitung von Gerüchten (Kolporteur=Gerüchteverbreiter, kolportieren) 3. (veralt.) (Hausierer-) Handel mit Kolportageliteratur
 
     
  Kolportageliteratur
billige, literarisch wenig angesehene (Unterhaltungs-)Literatur, auch gleichbedeutend verwendet mit Schundliteratur - vgl. Kolportage
 
     
  Kommentar
- vgl. Gebrauchstexte, wissenschaftliche Gebrauchstexte, publizistische Gebrauchstexte, journalistische Darstellungsformen, Leitartikel,
 
     
  Kommentierender Leserbrief
1. Privater Gebrauchstext (Brief) mit überwiegend argumentativer Themenentfaltung; (Journalistische) Darstellungsform/Schreibform, mit der Leser einer Pressepublikation ihre Meinung zu einer Veröffentlichung oder einem Thema, das sie interessiert, kundtun können; Formen: Freier kommentierender Leserbrief, textbezogener kommentierender Leserbrief - vgl. Leserbrief, freier kommentierender Leserbrief, textbezogener kommentierender Leserbrief ,
 
     
  Kommunikat
fachwissenschaftlicher Terminus der Textlinguistik, der als Oberbegriff für "die Gesamtmenge der in einer kommunikativen Interaktion auftretenden Signale" (Kallmeyer u .a. 1974, S.45) verwendet werden kann, während der Begriff Text Sprachliches bezeichnet;  nach Adamzik (2002, S,174, 2004, S.43) lassen sich Kommunikate in monomedial sprachliche (= Texte) und multimediale Kommunikate einteilen, bei denen dann nur der sprachliche Teil als Text bezeichnet wird. Kommunikate unterschiedlicher Komplexität stellen z. B. Werbeanzeigen, die aus Bild- und Textelementen bestehen, Karikaturen aber auch Filme dar.
 
  
Kommunikation
(lat. communicatio »Mitteilung« con »gemeinsam«, munus »Aufgabe, Leistung« Begriff, der von verschiedenen wissenschaftlichen. Disziplinen verwendet wird; besonders wichtig in der Journalistik und Medienforschung. Zahlreiche verschiedene Kommunikationsmodelle.  a) Nachrichtentechnisches Modell der Kommunikation: Eine aus einer »Quelle« stammende »Information« oder Nachricht wird von einem »Sender« als Signal durch einen »Kanal« an einen »Empfänger« übermittelt, der das »Bestimmungsziel« der Nachricht ist; der Übertragungsprozess der Nachricht  kann im Kanal durch »Rauschen» gestört werden;  Modell wurde auf das menschliche Verständigungshandeln insgesamt übertragen und auch zum Teil als Grundmodell u. a. auch für die Literatur eingesetzt (Jakobson);. allerdings wird die menschliche Verständigung dadurch nachrichtentechnisch verkürzt; aber auch auch Einbeziehung verschiedener Formen von Verständigung, insbesondere paralinguistische und nonverbale Kommunikation. b) Konstruktivistisches Modell Watzlawick u. a. (1967) Unterscheidung zwischen zwei verschiedenen Modalitäten von Kommunikation beziehungs- und sachbezogene Kommunikation- vgl. Face-to-Face-Kommunikation, Adressat, nonverbale Kommunikation, Körpersprache, Interaktion, parasoziale Interaktion
     
  Kommunikation, akustische
vgl. akustische Kommunikation
 
     
  Kommunikation, haptische
vgl. haptische Kommunikation
 
     
  Kommunikation, nonverbale
vgl. nonverbale Kommunikation
 
     
  Kommunikation, olfaktorische
vgl. olfaktorische Kommunikation
 
     
  Kommunikation, taktile
vgl. taktile Kommunikation
 
     
  Kommunikation, visuelle
vgl. visuelle Kommunikation
 
      
  Kommunikationsmodus
1. in der Textlinguistik Bezeichnung für "die mit dem Text vom Emittenden dem Rezipienten gegenüber ausgedrückte Art des kommunikativen Kontakts" (vgl. Brinker 1997, S.96); Kommunikationsmodus eines Textes wird im Allgemeinen nur durch eine kommunikative Funktion (z. B. informativ, appellativ, persuasiv ...) bestimmt, die wiederum als Textfunktion bezeichnet werden kann (ebd.) vgl. Textlinguistik, Textfunktion
 
     
  Kommunikatives Schreiben
1. (communicative writing) in Carl Bereiters (1980)  →Stadien-Modell der Schreibentwicklung das dritte von insgesamt fünf Stadien, in dem ein Schreibender a)  über die grundlegenden Fähigkeiten, sich schriftsprachlich zu äußern und assoziativ zu schreiben, verfügt (assoziatives Schreiben) b) das Schreiben normgerecht beherrscht (performatives Schreiben) und c) sich in andere Personen hineinversetzen kann, um ein adressatenorientiertes Schreiben umzusetzen (=communicative writing) 2. nach Fix (2206/2008) Bereich der →Schreibfunktionen, die vom Schreiben für andere und Schreiben an andere gebildet wird - vgl. Schreibentwicklung, assoziatives Schreiben, performatives Schreiben, authentisch-gestaltendes/reflektiertes Schreiben, epistemisches Schreiben, Schreibfunktionen,
 
 
Komparation
auch: Steigerung; Flexion der (steigerbaren) Adjektive; Veränderung nach ihrer Intensität - vgl. Flexion, Flexionsformen, Konjugation, Deklination
Beispiel: schön, schöner, am schönsten
 
Komparativisches Erzählen
Erzählverfahren, das einen Bezugsraum schafft, in dem alles einander zugeordnet ist; Elemente der erzählten Welt werden vom Erzähler selbst in eine (vergleichende) Beziehung zueinander gesetzt und damit geht die Darstellung der erzählten Welt über die bloße Kontrastierung hinaus;  - Beispiel: Thomas Mann, Die Buddenbrooks
     
  Kompendium
1. Zusammenfassung, Überblick; 2. Pensum; 3.Abriss, kurzgefasstes Lehrbuch; 4. im Zusammenhang mit einer schulischen Schreibaufgabe (Kompendiumsaufgabe) eine Zusammenstellung von Texten zu einem bestimmten Thema, die von Schülerrinnen und Schülern, meistens als Teil eines ergebnisorientierten Schreibprozesses bearbeitet und in einer Mappe zusammengestellt werden (=→Kompendiumaufgabe) - vgl. Kompendiumaufgabe, Dossier,
 
     
  Kompendiumaufgabe
Aufgabentyp der schriftlichen Abschlussprüfung in der Realschule in Baden-Württemberg; - vgl. materialgestützte Erörterung,
 
     
  Kompetenz, inhaltliche
vgl. inhaltliche Kompetenz
 
   ,  
  Kompetenz, metakognitive
vgl. Metakognitive Kompetenz
 
     
  Kompetenz, sprachliche
vgl. sprachliche Kompetenz
 
 
Kompetenzen (Deutschunterricht)
(vorerst nur Platzhalter!) - vgl. Kompetenzorientierter Deutschunterricht, Bildungsstandards, Kompetenz, ⁞Kompetenz (Pädagogik), kompetenzorientierter Unterricht, Kompetenzstandards,
 
Kompetenzen (Literaturunterricht)
(vorerst nur Platzhalter!) - vgl. Kompetenzorientierter Deutschunterricht, Bildungsstandards, Kompetenz, ⁞Kompetenz (Pädagogik), kompetenzorientierter Unterricht, Kompetenzstandards, literarische Kompetenz, literarästhetische Produktionskompetenz, literarästhetische Rezeptionskompetenz, Theatralitätskompetenz, Dramaturgiekompetenz, theatralische Produktionskompetenz, theatralische Rezeptionskompetenz,
  
Kompetenzstufen
1 ) Fend (2008, S.71), spricht nach dem Vergleich von vier Lehrplänen, von denen zwei beanspruchen Bildungsstandards, die beiden anderen Lernzielorientierungen zu folgen, von einem enttäuschenden Ergebnis: Die formulierten Bildungsstandards "scheinen nichts anderes zu sein als geringfügige Modifikationen von alten Lernzielkatalogen". Er sieht in der Entwicklung von Theorien der Kompetenzstufen.die eigentliche Chance zur "produktive(n) Weiterentwicklung von Lernzielformulierungen". Auf diese Weise konzeptionell begründet könnten sie die "zu erreichenden Ziele in ein theoretisches Konzept der Kompetenz einbinden, das diesen Zielen zugrunde liegt. Dazu gehört eine genaue Analyse der Kernideen eines Faches und der Überführung dieser Ideen in ein verzweigtes aber konsistentes System von Teilkompetenzen." Damit das "Zauberwort" Bildungsstandards, die Hoffnungen erfüllen könne, die damit verbunden würden, müssten die jeweiligen fachlichen Strukturen "auf ihren inneren Aufbau hin untersucht und in sukzessive Schwierigkeitsgrade transformiert. 2) In Deutschland entwickelt das Institut zur »Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) empirisch validierte Kompetenzstufenmodelle für die verschiedenen Bildungsabschlüsse in unterschiedlichen Fächern zu den KMK-Bildungsstandards - vgl. Kompetenzstufen (Leseverstehen), Kompetenzen (Deutschunterricht), ⁞Bildungsstandards, ⁞Kompetenz, ⁞Kompetenz (Pädagogik), ⁞kompetenzorientierter Unterricht, ⁞Kompetenzstandards,
 
Kompetenzstufen (Leseverstehen)
(vorerst nur Platzhalter!) - vgl. Kompetenzstufen, Kompetenzen (Deutschunterricht), ⁞Bildungsstandards, ⁞Kompetenz, ⁞Kompetenz (Pädagogik), ⁞kompetenzorientierter Unterricht, ⁞Kompetenzstandards,
 
Kompetenzstufen (Leseverstehen, PISA)
In der »PISA-Studie von 2000 festgelegte 5 Kompetenzstufen für das Leseverstehen. Diese sind:
Stufe I: Oberflächliches Verständnis einfacher Texte;
Stufe II: Herstellen einfacher Verknüpfungen;
Stufe III: Integration von Textelementen und Schlussfolgerungen; Stufe IV: Detailliertes Verständnis komplexer Texte;
Stufe V: Flexible Nutzung unvertrauter komplexer Texte;
vgl. Kompetenzstufen, Kompetenzen (Deutschunterricht), ⁞Bildungsstandards, ⁞Kompetenz, ⁞Kompetenz (Pädagogik), ⁞kompetenzorientierter Unterricht, ⁞Kompetenzstandards,
 
Kompetenzorientierter Deutschunterricht
(vorerst nur Platzhalter!) - vgl. Kompetenzen (Deutschunterricht), ⁞Bildungsstandards, ⁞Kompetenz, ⁞Kompetenz (Pädagogik), ⁞kompetenzorientierter Unterricht, ⁞Kompetenzstandards,

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Kompilation
seit dem 16. Jh. Gebräuchliche Bezeichnung für eine meist der Wissensvermittlung dienende Zusammenstellung von Textausschnitten aus einschlägigen Schriften; ferner bezeichnet Kompilation literarischer Werke, in denen Stoffe und Episoden aus älteren Quellen nur oberflächlich aneinandergereiht sind.
     
  Kompiliertes Wissen
Begriff aus der Kognitionspsychologie; Wissen, das ehemals sprachlich vorhanden war, gerät z.B. durch Üben und Trainieren ins Unterbewusste (z.B. Routinehandlungen) - vgl. Wissen 
 
 
Komplexer Satz
Satz, der mindestens ein satzartiges Konstrukt enthält; Bezeichnung wird verwendet, wenn es um die Struktur des Obersatzes und die Struktur des Untersatzes geht (vgl. Engel 1996, S.180) - vgl. Satz, satzartiges Konstrukt, Obersatz, Untersatz, Hauptsatz, Nebensatz
     
  Komplexer Text
1) In der Semiotik (Allgemeine Zeichentheorie): Aussageeinheit, die durch unterschiedliche Zeichensysteme konstituiert wird (z. B. sprachliche - und nicht-sprachliche Zeichen); Beispiel: Karikatur mit ihren Bild- und Textteilen
 
 
Kompliziertheit
Auf den Hamburger Verständlichkeitsansatz in der Kommunikations- bzw. Lesepsychologie zurückgehendes Merkmal schwer verständlicher Texte; umfasst folgende  Textmerkmale: komplizierte Darstellung, lange verschachtelte Sätze, ungeläufige Wörter, Fachwörter nicht erklärt, abstrakt, unanschaulich; Gegensatz: sprachliche Einfachheit  - vgl. Christmann/Groeben 1999, S.182, Langer u.a. 1993, S.16) - vgl. Verständlichmacher, Textverständlichkeit 
     
  Kompositum
(Pl. Komposita) zusammengesetztes Wort gewöhnlich bestehend aus einem vorangestellten "Bestimmungswort" und einem nachgestellten "Grundwort"; am weitesten verbreit sind die so genannten Determintativkomposita, bei dem das Zweitglied (=Grundwort) dominiert, d. h. "es trägt im Vergleich zur Bedeutung des gesamten Kompositums die allgemeinere Bedeutung, so dass es meist allein das ganze Kompositum repräsentieren kann: Ein Wunderkind ist ein Kind." (DUDEN, Die Grammatik 2005, S.672); Komposita kommen vor allem bei Nomen und Adjektiven vor; bei Verben sehr selten (z. B. Eis + laufen = eislaufen, schwarz + malen = schwarzmalen, Kopf´+ rechnen = kopfrechnen), Verbkomposita können nicht alle Konjugationsformen bilden: So kann man zwar sagen "(während) er kopfrechnete" aber nicht: sie rechnete kopf (vgl. Engel1996, S.442)
 
     
  Konditional
- vgl. Modalität, Modus, Indikativ, Konjunktiv, Imperativ, indirekte Rede
 
     
  Konditionale Beziehung
konzeptionelles Deutungsmuster, mit dessen Hilfe die Wahrnehmung von verschiedenen Dingen, Ereignissen oder Sachverhalten in einer Form zusammenhängend möglich wird, die den einen Wahrnehmungsgegenstand als Bedingung für den anderen Wahrnehmungsgegenstand versteht;  - vgl. Konditionalität, Kausalität, Kausalsatz, kausale Beziehung, Konditionalsatz (Bedingungssatz)
 
     
  Konditionalität
vgl. Konditionale Beziehung, Kausalität,
 
 
Konditionalsatz
Form des Adverbialsatzes; Gliedsatz bei dem der konditionale Adverbialsatz anstelle des Satzgliedes adverbiale Bestimmung der Bedingung (konditionale adverbiale Bestimmung) steht - vgl. Adverbialsatz, Gliedsatz, konditionale Beziehung, Konditionalität,
Beispiele: Wenn du mir die Wahrheit sagst, werde ich dir vielleicht verzeihen. (Konjunktionalsatzform) - Hättest du nicht gelogen, wäre ich mitgekommen. (Nebensatz ohne Einleitung) 
 
Konfiguration
Begriff aus der Dramentheorie bzw. Dramaturgie: Zusammenstellung von Figuren in einer bestimmten Handlungsphase des Dramas - vgl. Konfigurationsstruktur, Konfigurationswechsel, Personenkonstellation, Figurenkonstellation, leere Konfiguration, Ensemble-Konfiguration
 
Konfiguration, leere
vgl. leere Konfiguration
 
Konfigurationsstruktur
Gesamtheit der in einem dramatischen Text vorkommenden Konfigurationen, die Aufschluss über die Beziehung der Figuren geben kann; - vgl. alternative Figuren, dominante Figuren, konkomitante Figuren
 
Konfigurationswechsel
Begriff aus der Dramentheorie bzw. Dramaturgie: Bezeichnung für den Wechsel der Konfiguration von Bühnenfiguren durch Auftritte oder Abtritte in einer bestimmten Handlungsphase des Dramas - vgl. Konfiguration, Auftritt
 
Konflikt, kognitiver
vgl. kognitiver Konflikt 
 
Konjugation
auch: Flexion, Beugung; Flexion des Verbs nach den grammatischen Kategorien Person, Tempus (Zeit), Numerus (Zahl), Modus (Aussageweise) und Genus verbi (=Aktiv oder Passiv); flektiertes Verb besitzt eine konjugierte Form (Konjugationsform), diese Form ist eine nach diesen Kriterien bestimmte, d.h. finite Verbform - vgl. Verb, finite Verbform, Konjugationsform, Deklination, Komparation
Beispiele: ich gehe = 1. Person Singular Indikativ Präsens Aktiv (1.Pers. Sg. Ind. Präs. Akt.) - Sie werden gereinigt werden = 3.Pers. Pl. Fut. I Pass.

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Konjugationsform
vgl. finite Verbform, Konjugation
 
Konjunktion
1.
grammatisch: auch: Bindewort;  unveränderliche Wortart;  verbindet Sätze, Satzglieder oder Satzgliedteile miteinander; man unterscheidet: nebenordnende Konjunktionen von unterordnenden →Konjunktionen (auch Subjunktionen genannt);  kein eigenständiges Satzglied 2. textlinguistisch: als Kohäsionsmittel aus der Gruppe der sog. →Konnektive innerhalb eines Satzgefüges oder zwischen selbständigen Sätzen (Textoberflächenstruktur); manche Konjunktionen (z.B. kausales weil und temporales seit) können auch gleichzeitig den konzeptuellen, auf die Texttiefenstruktur bezogenen Charakter der Verbindung angeben - vgl. Wortarten, Konjunktionalsatz, Verknüpfungswörter, Kohäsion, Kohäsionsmittel, Konnektive, Subjunktion,
 
Konjunktionalsatz
Nebensatz, der mit einer →Konjunktion eingeleitet wird - vgl. Nebensatz, Konjunktion 
     
  Konjunktiv
auch: Möglichkeitsform; Modus des Verbs und damit Flexionskategorie finiter Verbformen, die einen Sachverhalt als bedingt wirklich/wahr ausweist und damit Einschätzungen des Sprechers über die Möglichkeit, Wünschbarkeit oder Wirklichkeit bzw. Nichtwirklichkeit eines geäußerten Sachverhaltes ausdrücken kann; wegen ihrer Gemeinsamkeiten werden die Konjunktive des Präsens, des Perfekts, des Futur I und des Futur II als Konjunktiv I bezeichnet, die Konjunktive des Präteritums und des Plusquamperfekts als Konjunktiv II. - vgl. Modalität, Modus, Indikativ, Konditional, Imperativ, indirekte Rede, Konjunktiv I, Konjunktiv II
 
     
  Konjunktiv I
auch: Möglichkeitsform; Konjunktive des Präsens, des Perfekts, des Futur I und des Futur II als Konjunktiv I;  Modus des Verbs und damit Flexionskategorie finiter Verbformen, 1. die einen Sachverhalt als bedingt wirklich/wahr ausweist und damit Einschätzungen des Sprechers über die Möglichkeit, Wünschbarkeit oder Wirklichkeit  eines geäußerten Sachverhaltes ausdrücken kann; 2. signalisieren bei der Redewiedergabe die indirekte Rede - vgl. Verb, Modus, Konjunktiv, Konjunktiv II; indirekte Rede
Beispiele: Er frage, gebe, müsse (Konjunktiv I Präsens) - Er hätte gefragt, hätte gegeben, hätte (kaufen) müssen (Konjunktiv II) - Er sagte, er wolle später kommen. (indirekte Rede mit Konjunktiv I Präsens)
 
     
  Konjunktiv II
Möglichkeitsform; Modus des Verbs und damit Flexionskategorie finiter Verbformen, Konjunktive des Präteritums und des Plusquamperfekts; 1.  die einen Sachverhalt als der Nichtwirklichkeit zugehörig ausweist; 2. die als Ersatzformen bei der indirekten Rede verwendet werden, wenn die Indikativformen und die Konjunktiv-I-Formen sich sprachlich nicht unterscheiden - vgl. Verb, Modus, Konjunktiv, Konjunktiv I, indirekte Rede, Ersatzformen,
Beispiele: Ihr fragtet, gabt, müsstet (Konjunktiv II Präteritum) - Er hätte gefragt, hätte gegeben, hätte (kaufen) müssen (Konjunktiv II) - Er sagte, sie hätten gegeben (Ersatzform des Konjunktiv II Plusquamperfekt, weil der Indikativ Perfekt und der Konjunktiv I Perfekt gleich lauten (sie haben gegeben)
 
     
  Konklusion
These/Schlussfolgerung, die sich aus verschiedenen Prämissen/Daten/Argumenten ergibt - vgl. Argumentation, Argumentationstheorie
 
 
Konkomitante Figuren
Figuren eines Dramas, die immer gemeinsam auftreten - vgl. Konfiguration

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»Konkrete Poesie
Bezeichnung für (lyrische) Bild-Text-Formen (einschl. der Lautpoesie); selten Abbildung realer Figuren; besondere Anordnung und Typografie der Wörter; "Manche Gedichte bestehen überhaupt nur noch aus arrangierten Bildern und nicht mehr aus Wörtern." (vgl. Felsner/Helbig/Manz 2009, S.203) - vgl. visuelle DichtungPermutation,
Beispiele: Ernst Jandl
 
Konkretisation
1. in der Theorie der Werkerfassung Roman Ingardens Bezeichnung für von der Textstruktur und dem Bewusstsein des Lesers abhängige Hervorbringung (auch: Realisation) eines ästhetischen Werkes; literarisches Werk ist als ästhetischer Gegenstand weder mit dem Text oder der Vorstellungskraft des Leser allein zu realisieren (Partiturcharakter des literarischen Textes); Dualität von Textstruktur und bedeutungsproduzierender Verstehensleistung des Lesers realisiert den Textgegenstand in der Vorstellung; 2. in der in der Rezeptionsästhetik auch Realisation genannt - vgl. Unbestimmtheitsstellen, Rezeptionsästhetik, Realisation
 
Konnektive
Kohäsionsmittel zur Verknüpfung von Wörter, Sätzen oder Satzgruppen auf der Textoberflächenstruktur; zur Gruppe der Konnektive zählen: →Konjunktionen und →Pronominaladverbien; Funktion: Bindeglieder innerhalb eines Satzgefüges oder zwischen selbständigen Sätzen; aber: kein Verweischarakter im Sinne von anaphorischen oder kataphorischen Verweisen - vgl. Kohäsionsmittel, Konjunktion, Pronominaladverb,
 
Konnotat
(lat. connotare=mit bezeichnen); Wortinhalt über den rein begrifflichen Inhalt (Denotat) hinaus; Vorstellung oder Komplex von Vorstellungen, die z.B. emotional bedingt hervorgerufen werden;
Beispiel: Krebs ist sowohl ein Terminus mit einem klaren Begriffsinhalt (Krankheit mit objektiv feststellbaren Symptomen) als auch ein Wort, von dem ein großer Schrecken für die Menschen ausgeht; Krebs wird z.B. mit unheilbar krank, sehr schmerzhaft usw. konnotiert; konnotativ=Die sprachlichen Nebenbedeutungen und Bedeutungsnuancen betreffend - vgl. sprachliche Zeichen, Denotat, denotativ
     
  Können
vgl. Handlungswissen, praktisches Wissen
 
 
Konsekutivsatz
Form des Adverbialsatzes; Gliedsatz bei dem der konsekutive Adverbialsatz anstelle des Satzgliedes adverbiale Bestimmung der Folge (konsekutive adverbiale Bestimmung) steht - vgl. Adverbialsatz, Gliedsatz
Beispiele: Er fuhr so schnell, dass ihn auf dieser kurvenreichen Strecke niemand überholen konnte. (Konjunktionalsatzform) -
 
Konsistenz
1. allgemein: Zusammensetzung, fester, zäher Zusammenhalt 2. im rezeptionsästhetischen Modell: Ergebnis der Bildung von Zusammenhängen und der Auslöschung von Widersprüchen im Leseprozess (Konsistenzbildung) - vgl. Rezeptionsästhetik, Konsistenzbildung
 
Konsistenzbildung
im rezeptionsästhetischen Modell (»konsistente Interpretation«, Wolfgang Iser) Sinnbildung im Lesevorgang durch die Aktivität des Lesers; Sinnbildungsversuche durch permanente Strukturierung und Gruppierung der vorhandenen Ansammlung sprachlicher Zeichen im Text,  Zusammensetzung zu einer sinnhaften Vorstellung auch unter Beteiligung eigener Erfahrungen, Normen und Einstellungen des Lesers - vgl. Konsistenz, Rezeptionsästhetik
     
  Konspekt
(conspectus = lat.  Blick, Anblick, Betrachtung, schriftliche Übersicht) Form des entwurfsmäßigen Zusammenfassens, Beschreibens und Kommentierens von Texten; ähnlich wie →Exzerpt;  beim Konspektieren werden wichtige Aussagen (Textstellen) dem späteren Schreiben oder Sprechen über einen Text schnell verfügbar gemacht, um eine kritische Auseinandersetzung mit einem Text bzw. den Gedankengängen seines Autors zu ermöglichen; Merkmale: a) übersichtliche, gegliederte Form, die sich auch nicht-verbaler Mittel bedienen kann (z. B. Pfeile, Markierungen, Hervorhebungen); b) Gliederung nach der Vorlage (z. B. Kapitelüberschriften etc.), ansonsten Gliederung nach Sinnabschnitten selbst erstellen; c) möglichst knappe Wiedergabe des gesamten Inhalts bzw. Gedankenganges in eigenen Worten (auch in Stichworten möglich); e) Informationsschwerpunkt: das in einem Text enthaltene Neue, Besondere; f) kurze wörtliche Übernahmen (z. B. von Definitionen, Fachbegriffen, Kernstellen oder Wertungen); g) Verweise stellenweise oder kapitelweise (Quellenangaben, bei Zitaten unverzichtbar; Aufbau/Form: Konspektkopf, Parallelkonspekt - vgl. Exzerpt; Konspektkopf, Parallelkonspekt;
 
      
  Konspektkopf
dem eigentlichen Konspekt vorgelagerter Teil des Konspekts; bestehend aus Angaben über a) Autor, Titel, ggf. Textart des konspektierten Textes; b) Erscheinungsort und Erscheinungsjahr, ggf.  der Verlag, bzw. der Jahrgang (bei Zeitschriften) und das Heft (falls die Seitenzählung nicht durchgehend ist); c) Signatur des Textes (Standort in der Bibliothek); d) Verfasser des Konspekts; e) Zeitpunkt der Abfassung des Konspekts - vgl. Konspekt,
 
     
  Konspektieren
Zusammenfassen, beschreiben und kommentieren eines Textes in Form eines Konspekts; - vgl. Konspekt
 

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Konstativsatz
Satzart bzw. satzartiges Konstrukt (Engel); auch: Aussagesatz, BehauptungssatzErzählsatz, Deklarativsatz; Satzart, die zur Äußerung einer Feststellung verwendet wird; Kennzeichen: finites Verb steht an zweiter Stelle (Verb-zweit-Stellung), meistens steigend-fallender Tonverlauf bei der Intonation und mitunter mit bestimmten Partikeln - vgl. Satzart, satzartiges Konstrukt
 
Konstanzer Schule
literaturwissenschaftliche Richtung der Rezeptionsästhetik, die von Hans Robert Jauß mit seiner Antrittsvorlesung an der Universität Konstanz im Jahre 1967 ("Literaturgeschichte als Provokation der Literaturwissenschaft") rezeptionsästhetisch und Wolfgang Iser mit seiner Antrittsvorlesung ("Die Appellstruktur der Texte", 1970) wirkungsästhetisch begründet und geprägt wurde; - vgl. Rezeptionsästhetik
 
Konstrukt, satzartiges
vgl. satzartiges Konstrukt
     
  »Konsument
auch: Verbraucher;
 
     
  Konsumentenforschung
Derzeit nur Platzhalter! - vgl.
 
     
  Kontaktfrage
vgl. Kontaktsignal (Sprecher) - vgl. Fragen
 
 
Kontaktsignal (Hörer)
reaktiver Mitteilungsakt: ein Sprecher, der einem Gespräch zuhört, zeigt seine anhaltende Aufmerksamkeit durch Rückmeldungen (mhm, ja, echt? ...); Ziel: Kontaktpflege und Aufrechterhaltung der Kommunikation - vgl. Sprechakte, Mitteilungsakte, reaktiver Sprechakt
 
Kontaktsignal (Sprecher)
den Partner festlegender Sprechakt: Sprecher will die Zustimmung, das Verstehen oder die fortdauernde Aufmerksamkeit des Hörers zugesichert bekommen;   weitgehend formelhaft, am Ende immer steigende Intonation. (vgl. Engel 1996) - vgl. Fragearten, Sprechakte
     
  Kontamination
vgl. Wortkreuzung
 

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Kontext
Umgebung einer sprachlichen Einheit, die deren Bedeutung mehr oder weniger entscheidend mitbestimmt; Sprachhandlungen vollziehen sich in bestimmten Kontexten als Bedingungen der Versprachlichung; je nach Ansatz werden verschiedene Kontexte unterschieden; z.B. verbaler Kontext - situativer Kontext - historisch-sozialer Kontext
     
  Kontextbezogene Bühnenanweisung
auch: Inszenierungsanweisung, Regiebemerkung; Bezeichnung für auktorialen Nebentext im dramatischen Text, der als →Bühnenanweisung Hinweise auf die Gestaltung des Bühnenbildes enthält; im einzelnen gehören dazu Instruktionen zum Bühnenbild, den Requisiten, der Beleuchtung, zu Musik und Geräuschen, zu besonderen Theatereffekten (Nebeĺmaschinen etc.), Projektionen, der Einsatz der Bühnenmaschinerie (mit denen z. B. Akt- und Szenenwechsel vorgenommen werden), allgemein alles, was mit dem Schauplatzwechsel auf offener Bühne zu tun hat (vgl. (vgl. Pfister 1977, S.36f.); Ggs. schauspielerbezogene Bühnenanweisung
vgl. dramatischer Text, Haupttext, Nebentext, Bühnenanweisung, schauspielerbezogene Bühnenanweisung,
 
     
  Kontextmethode
Kreative Methode zur Ideenfindung; um Ideen zu einem Thema zu finden, nähert man sich diesem dadurch, dass man es in ganz bestimmte Kontexte stellt, in denen das Thema eine Rolle spielen könnte.
 

 

Kontinuierlicher Text
auch: linearer Text 1. im Anschluss an die »PISA-Studie von 2000 zur Lesekompetenz werden in der didaktischen Literatur kontinuierliche von ) von diskontinuierlichen Texten (nicht-lineare Texte, nicht kontinuierliche Texte)) unterschieden. 2. Bezeichnung für (fiktionale und nicht fiktionale) Texte, die einen Gedankengang beinhalten, dem der Leser bei der Textrezeption im Allgemeinen folgen muss, um Inhalt und inhaltlichen Zusammenhang zu erfassen; 3. Je nach (literarischer) Gattung bzw. Textsorte und Textfunktion unterschiedliche Darstellungsformen (z. B. fiktionale Texte wie Roman, Fabel, Gedicht oder nicht-fiktionale (Gebrauchs-)Texte wie Nachricht, Reportage, Kommentar, Vorgangsbeschreibung etc.
Beispiele: Romane, Novellen, Gedichte, Reportagen, Essays - vgl. diskontinuierlicher Text, Lesekompetenz, Lesekompetenzstufen,
     
  Kontraktion
vgl. Wortkreuzung
 

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Kontrast
im epischen Text: a) implizite Information zur Figurencharakterisierung durch  den Erzähler bzw. die Erzählinstanz dadurch, dass bestimmte Merkmale von verschiedenen Figuren in direktem Gegensatz zueinander stehen (Oppositionen) b) zur Raumgestaltung: Kontrastraum; vgl. Korrespondenz, Kontrastraum,
 
Kontrastraum
Raumtyp der Raumgestaltung im epischen Text: Räume werden einander so gegenübergestellt, dass sie zueinander in einem auffallenden Gegensatz stehen (Kontrast); kontrastiver Gegensatz von Figuren und deren Befindlichkeit und der vom Raum geschaffenen Atmosphäre Kontrastpaare: nah/fern; oben/unten; innen/außen; Stadt/Land; …

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Kontrollierter Dialog
wechselseitiges Gespräch zwischen zwei Partnern in Anwesenheit eines Beobachters, bei dem nach klar vereinbarten Regeln jeder der beiden Beteiligten sowohl Hörer als auch Sprecher sein kann; Zuhörerverhalten: umschreibendes Zuhören; eignet sich insbesondere, wenn bei sehr umstrittenen Themen die Gesprächsatmosphäre hitzig und unsachlich wird. - vgl. auch: Gegenfrage, umschreibendes Zuhören
     
  Konvention
1. Übereinkunft, Abkommen, völkerrechtlich anerkannter Vertrag, 2. Willkürlich gesetzte, explizit formulierte allgemeine oder soziale Verhaltensregeln bzw. -normen in einer Gesellschaft 3. durch Gewohnheit oder durch (langjährige) Eingelebtheit geregeltes soziales Verhalten - vgl. konventionalisiert
 
     
  konventionalisiert
1. die Konvention betreffend 2. auf Konvention beruhen, auf einer explizit formulierten oder einer sozial vereinbarten Übereinkunft beruhend
 
     
  Konversationsanalyse
im deutschprachigen Raum gelegentlich in Anlehnung an den englischen Terminus conversation analysis verwendeter Begriff für die Gesprächsanalyse; wegen Konnationen des Begriffs Konversation mit Belanglosigkeit und des Redens ums des Redens willen, aber in der Gesprächslinguistik eher ungebräuchlich geworden. - vgl. Gesprächsanalyse, Gesprächslinguistik
 
     
  Konzept
1. Entwurf, erste Fassung einer Rede oder einer schriftlichen Ausarbeitung 2. Plan, Programm 3. Bezeichnung für eine Konstellation von Wissen (Faktenwissen, Anwendungswissen, Handlungswissen, explizites Wissen und implizites Wissen), welches mit Einheitlichkeit und Konsistenz aktiviert werden kann; ermöglichen Dinge, Ereignisse oder Ideen im Gedächtnis zu Einheiten zusammengefasst und in Verbindung stehend zu anderen Konzepten einzuordnen, d.h. zu kategorisieren und zu klassifizieren. - vgl. konzeptionelle Deutungsmuster, mentale Modelle, Schemata, kognitive Schemata, konzeptionelles Wissen,
 
 
Konzeptionelle Deutungsmuster
vergleichsweise eng gefasster Wissensbestand; Teil und zugleich Voraussetzung von Weltwissen (enzyklopädischem Wissen); Interpretationsmuster zur Steuerung und Strukturierung der alltäglichen Wahrnehmung von "Welt", die dadurch aufeinander bezogen werden; drei Grundmuster: koordinative Beziehung, temporale Beziehung, kausale Beziehung (vgl. Linke/Nussbaumer/Portmann 1994) - vgl. Textarbeit, Textverstehen, Weltwissen, enzyklopädisches Wissen
     
  Konzeptionelles Schreiben
Bezeichnung für eine prozessorientierte Schreibstrategie, die von einem in verschiedene Teilhandlungen bzw. Phasen zerlegten Schreibprozess ausgeht, der Planen, Formulieren und Überarbeiten umfasst, und eine Schreibaufgabe in einem reflektierten und rekursiv angelegten Schreibprozess auf ein bestimmtes Schreibziel hin in einer Art Schreibplan organisiert;  - vgl. Schreibkompetenz, Schreibstrategie, Schreibplan, Schreibprozess,
 
     
  Konzeptionelles Wissen
Wissen, das an Konzepte gebunden ist, mit denen Dinge, Ereignisse oder Ideen im Gedächtnis zu Einheiten zusammengefasst werden; ermöglicht eine netzartige Verknüpfung mit anderen zur Situation passenden und geeigneten Konzepten, wenn dies in einer bestimmten Anforderungssituation nötig ist - vgl. Konzept, konzeptionelle Deutungsmuster, Fachwissen
 
     
  Konzeptionelle Revision
Textrevision, bei der ein als Ganzes als Text- oder Satzschema bei der Überarbeitung verändert wird; Ggs. sequenzielle Revision - vgl. Textüberarbeitung, Textrevision, Revisionskompetenz, Revisionshandlung
 
 
Konzessivsatz
Form des Adverbialsatzes; Gliedsatz bei dem der konzessive Adverbialsatz anstelle des Satzgliedes adverbiale Bestimmung des nichtzureichenden Gegengrundes (Einräumung) (konzessive adverbiale Bestimmung) steht - vgl. Adverbialsatz, Gliedsatz
Beispiel: Obwohl die Gruppe vor dem drohenden Unwetter gewarnt worden war, stieg sie in die Schlucht hinab. (Konjunktionalsatzform)
      
  Kooperatives Schreiben
1. im Ggs. zum individuellen Schreiben Bezeichnung für Schreibprozesse, bei denen die Texterstellung in konversationell angelegten Schreibinteraktionen im Rahmen einer Face-to-Face-Kommunikation erfolgt, die auf einem Aushandlungsprozess zwischen den verschiedenen Beteiligten beruht 2. häufig auch als Synonym für kollaboratives Schreiben verwendet, das jeden Textproduktionsprozess, der von mehreren Autoren gemeinsam gestaltet wird, und an dessen Ende ein in Mehrautorenschaft gemeinsam erstellter Text steht, so bezeichnet- vgl. gemeinsames kooperatives Schreiben, schrittweises kooperatives Schreiben, kollaboratives Schreiben;
 

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Koordinative Beziehung
konzeptionelles Deutungsmuster, mit dessen Hilfe die zusammengehörige Wahrnehmung von verschiedenen Dingen, Ereignissen oder Sachverhalten möglich wird; räumlich, situative oder sachlich-thematischen Einordnung(sinstanz)
Beispiele: Fußballstadion, Schulzimmer, Umweltproblematik
     
  Kopfwörter
vgl. Silbenkurzwörter
 
 
Kopulapartikeln
Gruppe von Partikeln, die als adjektivisches Prädikatsnomen (Adjektivalergänzung), nicht aber als Attribut für ein Nomen fungieren können; können nur mit so genannten Kopulaverben wie werden, sein, bleiben und ein paar anderen Verben vorkommen, z.B. bleiben, finden, scheinen, tun, gehen, machen; Beispiele für Kopulapartikeln: abhold (sein, scheinen, bleiben), egal (sein, finden, scheinen), los (sein, werden), pleite (sein, gehen, scheinen), fit (bleiben, machen, scheinen, sein, werden, halten) - vgl. Engel 1996, S.767-771 - vgl. Partikeln
Beispiele: Halten Sie sich fit! - Das ist mir egal. - Schade. - Jetzt sind wir quitt.
     
  Koreferenz
vgl. Referenzidentität
 
     
  Körpersprache
1) häufig synonym für nonverbale Kommunikation; Signale, die bei der verbalen Kommunikation zusätzlich oder anstellen von verbalen Äußerungen gesendet werden: Mimik, Gestik, Augenkommunikation, Körperhaltung, Körperkontakt, Distanzverhalten (Proxemik), Geruch; in einem weiteren Sinn umfasst der Begriff auch verschiedene andere Aspekte der äußeren Erscheinung wie z.B. Kleidung, Schmuck oder Frisur u. ä. (vgl. Metzler Lexikon Sprache 1993, S.311)  2) Unterscheidung zwischen nonverbaler Kommunikation und Körpersprache: Körpersprache i. e. S. umfasst Phänomene wie Gestik, Körperhaltung, Blickkontakt, Gesichtsausdruck usw.; nonverbale Kommunikation i. w. S. schließt die ganze Körpersprache ein, beinhaltet aber auch Körperbau und -form, Kleidung und Schmuck, Sprechweise und Stimmumfang, Körperpflege u. ä., verschiedene andere Ausdrucksformen unserer Persönlichkeit, wie das Auto, die Wohnung, Möbel, und auch unser Gefühl für Zeit und den Einfluss des Zeitgefühls auf unser Verhalten (vgl. Eunson 1990, S.124f.) - vgl. Kommunikation, nonverbale Kommunikation, visuelle Kommunikation
 
     
  Korrekturen
1. allg, Verbesserung, Berichtigung, Richtigstellung 2. in der Schreibdidaktik Bezeichnung für eine Revisionsklasse bei der sequenziellen Textrevision (Überarbeitung) von Texten, deren Revisionshandlungen sich überwiegend auf die Wortebene beziehen und überwiegend Verstöße oder vermeintliche Verstößen gegen die Sprachrichtigkeit (Orthografie, Zeichensetzung, Syntax, sprachlicher Ausdruck) beheben soll- vgl. Revision, Textrevision, sequenzielle Revision, Revisionsklasse, Revisionsebene, Revisionshandlungen, Schreibprozess
 
     
  Korrelat
1. allg. etwas, was etwas anderem als Ergänzung oder auch als eine Art ergänzende Entsprechung zugeordnet ist; 2. grammatisch: ein Wort (meistens ein →Pronomen oder →Pronominaladverb/→Adverbialpronomen) das mit einem bestimmten anderen Wort in grammatischer Beziehung steht (Verweisstruktur zwischen einem Haupt- und Nebensatz) oder auf eine bedeutungsmäßige Beziehung verweist (z. B. Hund - Hündin; Rechte - Pflichten; Das klappt deswegen nicht, weil ...; derjenige, welcher ...) - vgl. Kausalsatz,
 
 
Korrespondenz (im literarischen Text)
im epischen Text: implizite Information zur Figurencharakterisierung durch  den Erzähler bzw. die Erzählinstanz dadurch, dass bestimmte Merkmale von verschiedenen Figuren  gleichartig oder gleichwertig sind (Äquivalenzen)  vgl. Kontrast

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Kreative Arbeitstechniken
- vgl. Kreativität, BrainstormingClustering, Mind Mapping
 
Kreatives Lesen
Lesehaltung, die auf den selbsttätigen, produktiven, phantasievollen Umgang mit einem Text zielt; Text Ausgangspunkt weiterer Bearbeitungen im Rahmen der produktiven Textarbeit oder der szenischen Interpretation - vgl. Lesen, Lesehaltungen
     
  Kreatives Schreiben
- vgl. Produktive Textarbeit, texttransformierendes Schreiben, gestaltendes Erschließen, gestaltendes Erschließen literarischer Texte, gestaltende Interpretation, gestaltendes Erschließen pragmatischer Texte,
 
 
»Kreativität
- vgl. Kreative Arbeitstechniken, BrainstormingClustering, Mind Mapping
 
Kritisches Lesen
Lesehaltung, die zu einer kritischen Auseinandersetzung mit einem Text führt, die auf ein differenziertes Urteil hinauslaufen soll; Voraussetzung: distanzierte Haltung, sachlich nüchterne Haltung- vgl. Lesen, Lesehaltungen
 
Kuleschow-Effekt
Montagetechnik im Film; wird in der ersten Einstellung ein Männergesicht gezeigt mit einem starr auf ein Objekt ausgerichteten Blick und in der zweiten Einstellung eine Schale mit Obst, wird beim Zuschauer die Vorstellung von Hunger erzeugt; folgt aber auf die erste Einstellung eine zweite, bei der eine nackte Frau gezeigt wird, entsteht der Eindruck sexueller Begierde; d.h.: Obwohl der Bezug der Bilder nicht mehr als durch die Reihung der Einstellung hergestellt wird, wird der Sinn der Montage erst durch den Betrachter selbst hergestellt;
     
  Kunsthomilie
eine den pragmatischen Texten (Gebrauchstexten) zuzuordnende Textsorte; geistliche Form, die als didaktischer Gebrauchstext der Verkündigung der christlichen Lehre dient (Predigt) und sich durch ihre Kombination von Textauslegung und Themapredigt (Sermon) auszeichnet - vgl. Predigt, Homilie, Themapredigt, Sermon, Gebrauchstexte, didaktische Gebrauchstexte,
 
     
  Kunstwörter
neue Wörter, die auf Kürzung zurückgehen und oft wegen ihrer Klanges oder um einer Homonymie willen aus konstruierten Vorlagen gebildet werden, z. B. Produkt-, Marken- oder Unternehmensnamen; auch wenn oft nicht einfach davon zu unterscheiden, kein Kurzwort, da keine gleichbedeutende Langform als lexikalische Variation vorhanden
Beispiele: Odol, Persil
 
 
Kursorisches Lesen
Lesetechnik, bei der ein Text vollständig gelesen wird (sequenzielles Lesen);  verweilendes Lesen, das den Abbruch des Lektürevorgangs an einer bestimmten Stelle und Rückkehr zu einer zuvor gelesenen Textstelle ermöglicht; Texterfassung mit Markierungen usw. vgl. Lesen, Lesetechnik, diagonales Lesenintensives Lesen, punktuelles Lesen, sequenzielles Lesen
     
  Kurzer Webquest
auch: Short Term WebQuest; Bezeichnung für Webquests, die einen Zeitraum von einer oder ein paar wenigen Unterrichtsstunden umfassen; dienen vor allem zum Wissenserwerb und dessen kognitiver und emotionaler Verarbeitung; am Ende eines solchen WebQuests soll der Lerner eine beachtliche Anzahl neuer Informationen gewonnen und sie für die Beantwortung einer Frage oder der Lösung eines Problemstellung anwenden. - vgl. Webquest, langer Webquest,
 
     
  Kurzformen, lexikalische
vgl. Lexikalische Kurzformen
 
 
Kurzgeschichte
(derzeit nur Platzhalter!) - vgl. epische Kleinformen,

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Kurzinhalt
äußerst knappe Darstellung des Inhalts eines Textes, Filmes usw.; Teil des Aussagekerns von Inhaltsangaben - vgl. Aussagekern, Inhaltsangabe, Fabel
     
  Kurzreferat
nach DIN 1426 auch Abstract; Definition: "Das Kurzreferat gibt kurz und klar den Inhalt des Dokuments wieder. Das Kurzreferat soll informativ ohne Interpretation und Wertung [...] und auch ohne die Originalvorlage verständlich sein. [...] Es müssen nicht alle Inhaltskomponenten des Dokuments dargestellt, sondern es können auch diejenigen ausgewählt werden, die von besonderer Bedeutung sind." (DIN 1426, Abs. 3.5)  - vgl. Abstract
 
 
 
Kurzvortrag
auch: Referat, Kurzreferat, Präsentationstechnik in Form mündlicher Rede  - vgl. Referat, Facharbeit, Handout,

 

  Kurzwort
Bildung durch Auswahl einzelner Segmente einer zugrunde liegenden Vollform, die zu einem neuen Wort zusammengefügt werden (reduktive Wortbildung); in synonymer Verwendung existiert neben dem Kurzwort auch die Langform und ist in Gebrauch; Typen: Buchstabenkurzwörter  (uni- bzw. multisegmental), Silbenkurzwörter, Morphemkurzwörter, Mischkurzwörter (vgl. Steinhauer 2007, S. 138-142) - vgl. Abkürzung
Beispiele: A3, B31, BH, EU, WM, LKW (Buchstabenkurzwörter); Bus, Frust, Kat, Lok, Zoo, Disko (Silbenkurzwörter); der Ober, das Hoch, das Tief, der Bund (Bundeswehr) (Morphemkurzwörter); E-Mail, E-Book, Dispo-Kredit, Iso-Matte, U-Haft (Mischkurzwörter)
 
     

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

     
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