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Glossar

Fachbegriffe für den Deutschunterricht

 

A - C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

 
Backstage character
Ballade

Basisargument
 
Basisfunktion
Basiskonzepte
Basissatz 
Basistranskript
Basiswissen
Bedienungsanleitung 
Befehlsform
Befehlssatz 
Begriffsinhalt 
Begriffsumfang 
Begründete Stellungnahme
Begründungszusammenhang
Behauptungssatz 
Beiläufige Geste
Beiseite-Sprechen
Beispielerzählung
Beleg 
Belegstelle 
Benotung
Berater-Skills
Bericht 
Berichtigung
Berufliche Schreibformen 
Berufsjargon 
Beschimpfung  
Beschlussprotokoll 
Beschreibung

Beschreibungen (Epik) 
Besinnungsaufsatz

Betrachtung und Erschließung des Themas 
Betriebliche Schreibformen
Betriebsanleitung 
Betriebsanweisung
Beurteilen Sie ...
Beurteilung
Beurteilung, bewertend-prüfende
Beurteilung, fördernde
Bewerten Sie ...

Bewertung
Bewertend-prüfende Beurteilung
Bewusstseinsstrom
Beziehungen (Epik)
Beziehung, kausale
Beziehung, konditionale

Beziehung, koordinative

Beziehung, temporale
Beziehungsstil 
Bezugsausdruck

Bibliothek 
Bild 
Bild, inneres
Bild-Figuren-Gedicht
Bildbeschreibung
Bildbruch
Bildergeschichte 
Bildgedächtnis
Bildgedicht
Bildkommunikation
Bildstatistik
Bildungsstandards (Deutschunterricht)
Bildungsstandards (Literaturunterricht)
Binnenerzählung 

Biographie 
Biographischer Roman
 
Biographismus 
Blankvers
 
Blending
Blickaufzeichnung
Blickaufzeichnungsmethode
Blickführung
Bohème 
Bonmot 
Botenbericht
Bottom-up-Verarbeitung
Brainstorming
Brainwriting
Brainwriting-Pool 
Brief 
Briefroman 
Buchstabenkurzwörter
Bühnenanweisung
Bühnenanweisung, explizite
Bühnenanweisung, implizite
Bühnenanweisung, kontextbezogene

Bühnenanweisung, schauspielerbezogene
Bühnenbild
Bühnenform
Bürgerliches Trauerspiel

 
 
 
Backstage character
Figuren in einem dramatischen Text, die nie szenisch präsentiert werden und nur in der dramatischen Rede einer oder mehrerer Figuren des Personals (Ensemble der auftretenden Figuren) erwähnt werden
Beispiele: Melek, der Bruder Saladins, in Lessings, Nathan der Weise
 
Ballade
Erzählgedicht; vereint lyrische, epische und dramatische Elemente in sich; meistens strophisch-gereimte Form; verschiedene Typen u.a. Volksballade: in vielen Nationalliteraturen vertreten, Themen häufig ein geheimnisvolles Geschehen, aus Geschichte, Sage und Mythologie; Kunstballade des 18., 19., 20. Jahrhunderts: strenge literarische Form starke Bedeutung in der Literaturepoche des Sturm und Drang, klassische Kunstballade bei Schiller und Goethe (Ideenballade, "Balladenjahr" 1797/98), romantische Ballade: Tieck, Brentano, Eichendorff; spätere Autoren u.a. Uhland, Droste-Hülshoff, C. F. Meyer
Beispiele: G. A. Bürger, Lenore (1774); F. Schiller, Der Ring des Polykrates, Die Bürgschaft ; J. W. v. Goethe, Der Zauberlehrling, - Textauswahl
 
Basisargument
Begründung für eine Behauptung als Anführung von Ursachen, Motiven, Zielen und Zwecken, die sich unmittelbar, d.h. ohne dass gedankliche oder logische Zwischenschritte erforderlich sind, auf die Behauptung beziehen lassen - vgl. Argument, Argumentation, Argumentationsmodell
Beispiel: Das Auto flog aus der Kurve, weil es zu schnell gefahren ist.
     
  Basisfunktion
im gesprächsanalytischen Ansatz von Klaus Brinker und Sven Sager (1989) Bezeichnung für den illokutionären Akt (= elementare Sprechhandlung), der im Rahmen eines Gesprächsbeitrags vollzogen wird; unterschieden von der Gesprächsfunktion dieser Äußerung,  d. h. der  konkreten kontextuellen Bedeutung eines Gesprächsbeitrags (turn);  Basisfunktion und Gesprächsfunktion können, aber müssen keineswegs identisch sein, denn der Sprechakt des Fragens kann auch in einem konkreten Gespräch einen Vorwurf oder eine provokative Abwertung des Gesprächspartners darstellen- vgl. GesprächsfunktionGesprächsbeitragGesprächsanalyseturn, Gesprächsschritt
 
     
  Basiskonzepte
konzeptionelles Wissen eines bestimmten Fachgebietes (Fachwissen), das sich von dem in Fachkonzepten gebundenen konzeptionellen Wissen eines bestimmten Faches dadurch abhebt, dass es als ein u. U. auch fächerübergreifendes Basiswissen angesehen wird;  - vgl. Fachwissen, konzeptionelles Wissen, Fachkonzepte, Basiswissen,
 
 
Basissatz
kürzestmögliche Zusammenfassung des Themas, Inhalts und der Kernaussage des Textes - vgl. Überblicksinformation, strukturierte Textwiedergabe 
     
  Basistranskript
Form des Transkripts von Gesprächen nach den Transkriptionskonventionen des Gesprächsanalytischen Transkriptionssystems (GAT); die Erfassung von Merkmalen von Äußerungen umfasst dabei die gesprächsanalytischen Mindeststandards: wie Turns (Gesprächsbeitrag), Überlappungen und Simultansprechen, schneller, unmittelbarer Anschluss neuer Turns oder Einheiten, Pausen,  Dehnung, Verzögerungssignale, Glottalverschluss, Lachen, Rezeptionssignale, prosodische Merkmale wie Phrasierungseinheiten, Akzentstellen und Akzentstärken, Tonhöhenbewegung am Einheitenende, nonverbale Handlungen und Ereignisse und interpretierende Kommentare; das Basistranskript kann je nach Untersuchungszweck durch eine genauere Analyse prosodischer Merkmale oder auch nonverbaler Ereignis zum so genannten Feintranskript erweitert werden - vgl. Feintranskript, Gesprächsanalytischen Transkriptionssystems (GAT), Gesprächsanalyse, Transkription, Notation
 
     
  Basiswissen
1. allgemeiner Begriff für Wissensbestände, die als Grundlagenwissen bzw. Grundwissen angesehen werden 2. als Basiskonzepte Teil des Fachwissens - vgl. Basiskonzepte, Wissen, Fachwissen, Grundlagenwissen, Grundwissen
 
 
Bedienungsanleitung
vgl. Gebrauchsanweisung, Betriebsanweisung
     
  Befehlsform
vgl. Imperativ
 
 
Befehlssatz
vgl. Imperativsatz
 
Begriffsinhalt
wesentliche Merkmale, die einen Begriff ausmachen (vgl. Brendel, 1977, S.132)
 
Begriffsumfang
Gesamtheit aller Erscheinungen (des Gegenstandes, Sachverhaltes), zum Umfeld eines Begriffes gehören, neben wesentlichen auch unwesentliche Merkmale vgl. Brendel, 1977, S.132
     
  Begründete Stellungnahme
1. allg. Form der schriftlichen oder mündlichen kritischen Auseinandersetzung mit einem vorgegebenen Problem, Sachverhalt, Text u v .m., 2. schulische Schreibform/Schreibaufgabe, sich auf einfache Strukturen der Argumentation und noch eine noch stark persönlich geprägte Argumentation deutlich werden lässt; zugleich dient das Schreiben einer Stellungnahme aber auch zur Klärung der eigenen Position in einem kommunikativen Zusammenhang dient.  - vgl. Stellungnahme, Erörterung, erörterndes Schreiben, Leserbrief, Brief, Bitte, Beschwerde etc.
 
     
  Begründungszusammenhang
in der formal-logischen Argumentationsanalyse Bezeichnung für Argumente, mit denen eine bestimmte Behauptung gestützt wird und die dazu veranlassen eine Aussage zu akzeptieren; streng zu unterscheiden vom Entdeckungszusammenhanf. (vgl. Bayer 1999, S.232) - vgl. Entdeckungszusammenhang, genetischer Fehlschluss
 
 
Behauptungssatz
vgl. Aussagesatz, Konstativsatz 
     
 

Beiläufige Geste
Handlung, deren Aussage bzw. Aussagekraft unbeabsichtigt ist (z.B. sich kratzen, husten, gähnen, Glieder strecken, sitzen, hocken, stehen, liegen, essen usw.); beiläugige Gesten können dennoch einem Beobachter Informationen über Stimmung und Befinden geben; bewusstes Einsetzen beiläufiger Gesten nennt man stilisierte beiläufige Geste; starke kulturelle Unterschiede:  jeweilige Kultur regelt wo und wann angebracht (z.B. rülpsen, furzen oder gähnen) Desmond Morris (1977/2001) - vgl. Geste, primäre Geste

 
     
  Beiseite-Sprechen
vgl. ad spectatores
 
     
  Beispielerzählung
Geschichte, deren erzähltes Geschehen nicht über das hinausweist, was erzählt wird; das Erzählte verbleibt damit in seiner Tatsächlichkeit (vgl. Braak 1969, S.162)
Beispiele:  a) Goethe: Der Rezensent b) Schillers »Fiesko (II,8): Rede beginnt als Beispielerzählung in Form einer Fabel, der Schluss und der Kontext des dramatischen Geschehens sind aber als Parabel zu versehen - vgl. Spruchgedicht, Fabel, Gleichnis, Parabel
 
 
Beleg
h: Textbeleg, Stelle in einem Text, die zur Begründung oder zur Absicherung für das subjektive Verständnis (auch: Interpretation) herangezogen wird; Formen: Zitieren, indirekte Wiedergabe, Umschreibung, Anspielung; - vgl. Belegstelle, Zitat, Quellennachweis
 
Belegstelle
vgl. Beleg, Zitat, Quellennachweis
     
  Benotung
Zusammenfassende Bewertung einer Leistung in Form einer Ziffernnote (Zensur) (Leistungsmessung) -  vgl. Bewertung, Beurteilung, bewertend-prüfende Beurteilung, fördernde Beurteilung, Aufsatzbeurteilung,
 
     
  Berater-Skills
Fertigkeiten, die auch in schulischen Beratungsgesprächen von einer beratenden Lehrperson erwartet werden dürfen. Dazu zählen nach nach H. Will (1991, zit. n. Schwarzer/Buchwald 2001, S.589):
  • Sich in die Problemlage des Gesprächspartners hineinversetzen zu können

  • Analytisches Herausarbeiten des Beratungsproblems

  • Klären von Zielen und Erwartungen

  • Klare Strukturieren des Beratungsablaufs

  • Definieren der Interventionsebenen

  • Aktives Zuhören

  • Variabel verfügbare Gesprächstechniken

  • Erkennen und Vermeiden von 'Verstrickungen'

  • Didaktisches Aufbereiten von Lösungsstrategien

  • Teamorientiertes Arbeiten

 
 
Bericht
(derzeit nur Platzhalter!) - vgl. Protokoll, Schreibformen, schulische Schreibformen 
     
  Berichtigung
nach Fritzsche (1994, S.198) Form der "veranlassten Verbesserung" eines Textes a) aufgrund von Hinweisen der Lehrperson oder von Mitschülern, oder b) Verbesserung von Klassenarbeiten - vgl. Verbesserung, Textrevision,
 
 
Berufliche Schreibformen
 - vgl. Schreibformen, schulische Schreibformen, betriebliche Schreibformen
 
Berufsjargon
Bezeichnung für die "Sprache" (Varietät), die nur einer bestimmten Gruppe von Menschen, deren Zusammengehörigkeit sich aus der Gemeinsamkeit bestimmter sozialer und beruflicher Aspekte ergeben verständlich und geläufig ist (z.B. Jugendsprache, Sprache der Twens...) - vgl. Gruppenjargon, Jargon, Slang
 
Beschimpfung
Sprechakt, der den Partner festlegen soll; Sprecher will den Partner mit einer herabsetzenden Bemerkung oder Charakterisierung von einem bestimmten Verhalten abbringen - vgl. Engel, 1996, S.51) - vgl. Sprechakte
Beispiele: Idiot! - Du Penner! - Du bist ein ganz hinterlistiges Stück - 
 
Beschlussprotokoll
kürzeste Form eines Ergebnisprotokolls; kurz gehaltener, auf gefasste Beschlüsse beschränkter schriftlicher Bericht über ein Gespräch (Besprechung, Diskussion, Veranstaltung, u.ä.) - vgl. Protokoll, Ergebnisprotokoll 

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Beschreibung
in Prosa verfasster, informierender und sachlicher Text; gibt Auskunft über Personen, Sachen oder Sachverhalte, indem sichtbare Eigenschaften aufgezählt werden; als (schulische) Schreibform: anschauliche, detaillierte und zeitlich geordnete Darstellung sichtbarer Merkmale a) von einzelnen Gegenständen und Zuständen (Gegenstandsbeschreibung) oder b) von Vorgängen und Handlungen (Vorgangsbeschreibung) oder c) von Personen (Personenbeschreibung); weitgehende - soweit überhaupt möglich -  Ausschaltung subjektiver Eindrücke.
 
Beschreibungen (im epischen Text)
explizite Erzählerinformation zur Figurencharakterisierung in Form  von auf Außensicht basierenden Beschreibungen einer Figur; können mit oder ohne kommentierende Einmischungen gestaltet sein;
Beispiel: Antonia zog ihre breiten, mit ein wenig zuviel rotem Lippenstift nachgezogenen Lippen in die Höhe, als sie bemerkte wie der hochgewachsene Martin Bach, geradezu betont lässig, auf ihren Tisch zukam.
     
  Besinnungsaufsatz
- vgl. schulische Schreibformen, Problemerörterung, Sacherörterung, Freie Erörterung, Erörterndes Schreiben, Erörterndes Erschließen
 
 
Betrachtung und Erschließung des Themas
erster Arbeitsschritt bei der Problemerörterung; auch: (nur) Erschließung, Erfassung des Themas; Bestimmung der Themaart (Erörterungstyp, Bearbeitungsart), Klärung der Themabegriffe, Ermittlung der Themafrage aus der Themenstellung (Thema) - vgl. Problemerörterung, Sacherörterung, Freie Erörterung, Erörterndes Schreiben, Erörterndes Erschließen
 
Betriebliche Schreibformen
vgl. Schreibformen, schulische Schreibformen
 
Betriebsanleitung
auch: Betriebsanweisung
 
Betriebsanweisung
auch: Betriebsanleitung; Form der (in der Regel schriftlichen) Vorgangsbeschreibung;  nicht immer eindeutig abzugrenzen von den Begriffen Gebrauchsanweisung/Gebrauchsanleitung/Bedienungsanleitung; oft Erklärung des einen Begriffs durch den anderen; im Allgemeinen: Betriebsanweisung für größere Maschinen, Apparate, Autos u. ä.; Gebrauchsanweisung für "handlichere" Objekte wie Haushaltsgegenstände; vgl. Engel 1996, S.135; - vgl. Vorgangsbeschreibung, Gebrauchsanweisung 
     
  Beurteilen Sie ...
eine in der Sache objektive und begründete Ansicht in Form eines selbständigen Sachurteils formulieren, die auf der Anwendung vorgegebener Kriterien und auf der Basis von Fachwissen zustande kommt; Textinhalte und Textgestaltungen, Sachverhalte, Aussagen, Maßnahmen, Lösungen usw. reflektieren, prüfen und in ein ästhetisches und/oder ethisches Wertesystem begründend einordnen (BaWü, Operatoren Abitur) - Bewertung, Benotung, bewertend-prüfende Beurteilung, fördernde Beurteilung, Aufsatzbeurteilung, Bewerten Sie ...
 
     
  Beurteilung
1. im Allg. eine an einen Adressaten gerichtete und verbal vorgebrachte Bewertung, bei der die Lernberatung und die fördernde Beurteilung im Vordergrund steht, um die Lernentwicklung des Schülers bzw. der Schülerin mit möglichst konkreten Hinweisen zu fördern; im Ggs. zum Bewerten und Benoten; 2. schreibdidaktisch analog mit Hinweisen zur individuellen Schreibentwicklung bzw. zur Textrevision - vgl. Bewertung, Benotung, bewertend-prüfende Beurteilung, fördernde Beurteilung, Aufsatzbeurteilung, Beurteilen Sie ...
 
     
  Beurteilung, bewertend-prüfende
vgl. Bewertend-prüfende Beurteilung
 
     
  Beurteilung, fördernde
vgl. Fördernde Beurteilung
 
   
  Bewerten Sie ...
eine eigene, nach vorgegebenen oder selbst gewählten, aber begründeten Normen betont subjektiv formulierte Ansicht vertreten; Textinhalte und Textgestaltungen, Sachverhalte, Aussagen, Maßnahmen, Lösungen usw. reflektieren, prüfen und in ein ästhetisches und/oder ethisches Wertesystem begründend einordnen (BaWü, Operatoren Abitur) -  - vgl. Bewertung, Benotung, bewertend-prüfende Beurteilung, fördernde Beurteilung, Aufsatzbeurteilung, Beurteilen Sie ...
 
     
  Bewertung
kognitiver Akt bzw. mentaler Prozess des Einschätzens auf der Basis eines bewussten oder unbewussten Wertmaßstabes; bewertend-prüfende Beurteilung, die kriterienorientiert bzw. -geleitet mit einem expliziten oder impliziten Bezug auf bestimmte Normen (z. B. gesellschaftliche Normen, Sprach- und Textnormen etc.) durchgeführt wird - vgl. Beurteilung, Benotung, bewertend-prüfende Beurteilung, fördernde Beurteilung, Aufsatzbeurteilung, Bewerten Sie ...
 
     
  Bewertend-prüfende Beurteilung
auch: Leistungsmessung; 1. in der Schreibdidaktik Erteilung einer Note/Zensur am Ende eines Schreibprozesses, aus der der erreichten Lernstand ohne Ausweisen von Teilleistungen erkennbar sein soll; Bewertungsmaßstäbe entweder Kriterien(kataloge) oder verinnerlichte globale Maßstäbe; in einer Lerngruppe/Klasse Messung des jeweiligen Lernstandes im Vergleich zu den anderen Mitgliedern der Gruppe (im Extrem: »Gaußsche Normalverteilung); Gefahr, dass durch die Festsetzung der Mitte auf die von den meisten Lernern erbrachte Leistung, Leistungen, die diese Mitte nicht erreichen, aber dennoch, gemessen an Lernzielen, erbrachte Leistungen darstellen, nicht als solche gewürdigt werden; gesellschaftliche Funktionen: a) curriculare Kontrolle und Information von Lehrkräften, Schulleitungen, Schulverwaltungen und Eltern; b) Allokation: Notenvergleiche für Schulempfehlungen, Ausbildungsplatz- bzw. (zentraler) Studienplatzvergabe; c) Selektion von leistungsschwächeren Schülerinnen und Schülern; e) in Kompetenzniveau-Tests im Zusammenhang mit Bildungsstandards zur Bildung von mittleren Regelstandards verwendet, die den Förderumfang für das schwächere Drittel angeben sollte (vgl. Fix 2006/2008, S.189f.; vgl. Baurmann 2002, S.118f.) - Ggs. fördernde Beurteilung  vgl. fördernde Beurteilung, Feedback, Aufsatzbeurteilung, Beurteilung, Bewertung, Benotung
 

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Bewusstseinsstrom
Darbietungsform des Erzählens; stream of consciousness; 1. Pers. Indikativ Präsens; Innensicht ohne kommentierende Einmischung des Erzählers bzw. der Erzählinstanz; unvollständige grammatische Form und meist ohne Zeichensetzung
Beispiel: was glotzt der denn so Blödmann typisch als Frau bist du Freiwild schau endlich weg mann wo bleibt er denn wieder in dieser Dreckskneipe so was...
 
Beziehungen (im epischen Text)
explizite Erzählerinformation zur Figurencharakterisierung in Form der Darstellung von Beziehungen einer Figur zu anderen Figuren; Möglichkeit zu Korrespondenz oder Kontrast gegenüber anderen Figuren
Beispiel: Antonias Vater war schon seit zehn Jahren tot. Sie wuchs bei ihrer alleinerziehenden Mutter auf, mit deren wechselnden Lebenspartner sie nie so recht warm wurde.
 
Beziehung, kausale
konzeptionelles Deutungsmuster, mit dessen Hilfe die Wahrnehmung von verschiedenen Dingen, Ereignissen oder Sachverhalten in einer Grund-Folge-Beziehung zusammenhängend möglich wird
     
  Beziehung, konditionale
vgl. Konditionale Beziehung
 
 
Beziehung, koordinative
vgl. Koordinative Beziehung
 
Beziehung, temporale
vgl. Temporale Beziehung

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Beziehungsstil
1) im epischen Text: implizite Information zur Figurencharakterisierung durch  die Figuren selbst in Form charakterisierender Redeweise anderer Figuren über eine bestimmte Figur in direkter Redewiedergabe oder in auf Innensicht beruhender Gedankenwiedergabe. Zu unterscheiden ist, ob a) dies in Anwesenheit oder b) in Abwesenheit der zu charakterisierenden Figur geschieht. - 2) im dramatischen Text: charakteristische Redeweise von Figuren zu einer oder über andere Figuren, die etwas über die Beziehung des Sprechers zu dieser/n aussagt; unterschieden wird ob a) die andere Figur anwesend  oder b) abwesend ist - vgl. Figuralstil 
Epischer Text Beispiel: Martin Bach holte tief Luft: " Im   Endeffekt willst du das ja doch, nicht wahr. Du kannst nämlich im Endeffekt gar nicht anders." "Im Endeffekt, im Endeffekt ... Du kannst mich mal - im Endeffekt."
     
  Bezugsausdruck
in der Textlinguistik Bezeichnung für den bei der Wiederaufnahme wieder aufgenommenen Ausdruck, der im Dienst der Herstellung von Textkohärenz steht
 
 
Bibliothek
Räumlich konzentrierte Zusammenführung von vielen Werken - Druckschriften, Handschriften, digitalen "Texten" räumlich konzentriert und in eigens dazu bestimmten Räumen; Formen:  private und öffentliche Bibliotheken, Bibliotheken für wissenschaftliche Zwecke und Bibliotheken für ein allgemeines Lesepublikum (vgl. Grund /Heinen 1995, S.27f.)
 
Bild
1) unscharfe "Allerweltsbezeichnung" für unterschiedlichste Formen bildhaften Ausdrucks, v. a. im sprachlichen Bereich bei der Belebung von etwas Unbelebtem - vgl. Sinnbild 2) in der Gedächtnispsychologie als inneres Bild verstanden
     
  Bild, inneres
vgl. inneres Bild
 
     
  Bild-Figuren-Gedicht
vgl. Figur(en)gedicht
 
     
  Bildbeschreibung
(schulische) Schreibform - vgl. Beschreibung, Gegenstandsbeschreibung, Vorgangsbeschreibung, Personenbeschreibung;
 
     
  Bildbruch
- vgl. Katachrese, Stilblüte
 
     
  Bildgedicht
1. nicht zu verwechseln mit dem in der Antike und im →Barock beliebten Bild-Figuren-Gedicht (vgl. Braak 1981, S,89); 2. im Humanismus lyrischer Text, der sich auf ein Werk der Bildenden Kunst bezieht; Bezug durch Nennung des jeweiligen Werkes oder mit einer Anspielung darauf, die im Titel, Untertitel oder auch im Text vorkommen können; Bild und Text können aber auch gemeinsam in einer Inschrift, einer Handschrift oder einem Druck erscheinen; reales oder auch fiktives Werk der Bildenden Kunst kann dabei beschrieben oder interpretiert werden; möglich sind auch Erweiterungen des Bildinhaltes um eine Handlung, z. B. als Vor- oder Nachgeschichte zu einer dargestellten Szene; auch Bild als Ausgangspunkt ästhetischer, religiöser oder philosophischer Betrachtungen bzw. Artikulieren der Wirkung, die ein Bild auf den Betrachter hat (vgl. Felsner/Helbig/Manz 2009, S. 200) - vgl. Dinggedicht,
Beispiele: Wilhelm Busch, Max und Moritz (1865)
 
 
Bildergeschichte
auch: Bildgeschichte; in Form einer Folge von Einzelbildern werden wichtige Ausschnitte einer Handlung / eines Geschehens dargestellt; diese Bilderfolge wird verbalisiert und als Geschichte "erzählt" - vgl. Bild, Erzählung
     
  Bildgedächtnis
Teil des Gedächtnisses, in dem bildhafte Vorstellungen repräsentiert werden; Gedächtnisleistung steigt in dem Maße, in dem eine Information bildlich kodiert und repräsentiert wird; dabei wird die Information in einen Imagekode übersetzt - vgll. Imagery, Imagerysystem, Imagerykode
 
     
  Bildkommunikation
Kommunikation mit Bildern; vgl. visuelle Kommunikation
 
     
  Bildstatistik
Visualisierung, die Mengenverhältnisse in grafische Form und bringt und damit Quantitäten anschaulich macht, die in einem Mengenvergleich zueinander stehen; meistens wird der Begriff synonym mit dem Begriff Diagramm verwendet; mitunter werden auch "Textbilder" in Form von Tabellen oder Aufzählungen dazu gezählt. - vgl. Diagramm, Infografik, Schaubild, diskontinuierlicher Text, Strukturbild, Strukturskizze,
 
 
Bildungsstandards (Deutschunterricht)
derzeit nur Platzhalter! - vgl. Bildungsstandards (Literaturunterricht), ⁞Bildungsstandards,
 
Bildungsstandards (Literaturunterricht)
derzeit nur Platzhalter! - vgl. Bildungsstandards (Deutschunterricht) ⁞Bildungsstandards
 
Binnenerzählung
Geschichte, die von einer fiktiven Person in einer Erzählung erzählt wird. vgl. Rahmenerzählung
Beispiel: "Vater, erzähle uns eine Geschichte!", riefen die Kinder. Der Vater setzte sich in die Runde und fing an: "Vor langer Zeit lebte in unserem Dorf..."
 
Biographie
literarische Gebrauchsform; tritt meist mit dem Anspruch auf eine kritische und objektive, den historischen Fakten verpflichtete Wirklichkeitsdarstellung über das Leben einer historischen Person auf;
 
Biographischer Roman
Typus des Ich-Romans/der Ich-Erzählung mit Retrospektive und Randstellung des Erzählers; Form einer Zweischichtenerzählung - vgl. Ich-Roman, Memoirenroman, Detektivroman, Briefroman  
Beispiel: Thomas Mann: Doktor Faustus. Das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn erzählt von einem Freunde (1947)
 
Biographismus
literaturwissenschaftliches Verfahren; will einen Text ausschließlich oder ganz überwiegend aus den biographischen Lebensumständen eines Autors verstehen; meist abwertend verwendet
 
Blankvers
reimloser Vers (blank=ungereimt) bestehend aus einem in der Regel fünfhebigen alternierenden Jambus als Versmaß mit männlichem oder weiblichem Versschluss (Kadenz); im Allgemeinen zehnsilbig bei männlichem Versende (Hebung) und elfsilbig bei weiblichem Versende (Senkung); erster Jambus kann auch regelmäßig durch einen Trochäus (x'x bzw. -v oder  / ˇ) kommt neben Gedichten auch als Dramenvers vor; Lessings Nathan der Weise begründet die Stellung des Blankverses im dt. Versdrama; Leistungen des Blankverses: Geschmeidigkeit, Vereinheitlichung der Sprecher, Denaturalisierung des Sprechers, Differenzqualität zur Alltagssprache - vgl. Versmaß, Jambus
Beispiele: Lessing, Nathan der Weise
Vor grauen Jahren lebt' ein Mann im Osten
Der einen Ring von unschätzbarem Wert
Aus lieber Hand besaß. Der Stein war ein 
Opal, der hundert schöne Farben spielte, ...;
vgl. auch: Schiller, Maria Stuart
     
  Blending
vgl. Wortkreuzung
 
     
  Blickaufzeichnung
Bei der Blickaufzeichungsmethode müssen Versuchspersonen in einer Laborumgebung eine Zeitung oder eine Zeitschrift durchlesen bzw. durchblättern oder einzelne Werbeanzeigen betrachten. Eine Lesebrille mit eingebauter Spezialoptik registriert dabei genau, wie der Blick des Betrachters über das angeschaute Objekt wandert. Solche Fixationspunkte spielen im Verlauf des so genannten Scannings eine große Rolle, bei dem der Blick die Seite abtastet, das Wesentliche in Kürze zu erfassen versucht und von oben nach unten und entlang der Bilder über die Seite wandert. (vgl. Bonfadelli 2004, S. 70) Durch Blickaufzeichnungsanalysen können wichtige Erkenntnisse darüber gewonnen werden, wie Print- und Multimediaprodukten besonders leser- bzw. anwenderbezogen gestaltet werden können. So gilt z. B. für das Lesen von Zeitungs- und Anzeigentexten, dass der Blick des Betrachters " (...) die Zeitungsseite oder das Inserat von oben nach unten und den Bildern entlang ab(tastet), wobei Bilder zwar als Blickfang steuern, jedoch wenig Einfluss darauf haben, ob der Leser auch tatsächlich in den Artikel einsteigt oder nicht. Hier kommt den Titeln und Zwischentiteln als Auswahlkriterien offenbar die entscheidende Funktion zu.“ (Bonfadelli 2004, S. 214) - vgl. Leserführung, Blickführung,
 
     
  Blickführung
- vgl. Leserführung
 
 
Bohème
Bezeichnung für Kreise von Künstlern, die sich ganz bewusst außerhalb der bürgerlichen Gesellschaft etablieren, z.B. durch einen extravaganten Lebensstil, wobei die Ausprägungen dieses Lebensstiles ganz unterschiedlich sein können
 
Bonmot
treffende und geistreiche Bemerkung
 
Botenbericht
dramentechnisches Mittel, mit dem Handlungen, die sich außerhalb der Bühne abgespielt haben oder auf der Bühne kaum oder gar nicht realisierbar waren (Schlachten, Naturkatastrophen etc.) durch einen fiktionsinternen epischen Bericht einer dramatischen Figur in die dramatische Handlung eingebracht werden
     
  Bottom-up-Verarbeitung
auch datengesteuerte Verarbeitung; Form der Wahrnehmungsanalyse, bei der sensorische Daten mit bestimmten physikalischen Reizmerkmalen an das Gehirn weitergeleitet werden; Dabei werden diese Daten so transformiert, damit sie im Gehirn in abstrakter Form repräsentiert werden können.
vgl. Top-down-Verarbeitung
 
 
Brainstorming
1. Kreative Arbeitstechnik in Gruppen zur Ideenfindung durch wechselseitige Anregung der Teilnehmer; 2. im Deutschunterricht häufig auch verwendet für individuelles, freies Assoziieren z.B. bei der Stoffsammlung zur Problemerörterung - vgl. Schneeschaufelfrage, Spatenfrage, Kreativität, Kreative Arbeitstechniken, Clustering, Mind Mapping, Brainwriting, Brainwriting-Pool
 
Brainwriting
Kreative Arbeitstechnik in Gruppen zur Ideenfindung durch wechselseitige Anregung der Teilnehmer, Art schriftlichen Brainstormings: Brainwriting-Pool, Methode 635, Collective Notebook - vgl. Brainstorming, Kreativität, Kreative Arbeitstechniken
 
Brainwriting-Pool
Kreative Arbeitstechnik in Gruppen zur Ideenfindung durch wechselseitige Anregung der Teilnehmer, Art schriftlichen Brainstormings vgl. Brainstorming, Kreativität, Kreative Arbeitstechniken
 
Brief
schriftliche Mitteilung an einen bestimmten oder mehrere bestimmte Adressaten; in gewisser Hinsicht Ersatz für eine mündliche Aussprache; Formen: Privatbrief, Geschäftsbrief 
 
Briefroman
Typus des Ich-Romans/der Ich-Erzählung ohne besondere Bedeutung der Retrospektive, aber mit Zentralstellung des Erzählers; Ich als Hauptfigur oder Augenzeuge; monoperspektivische (ein Verfasser) oder multiperspektivische Struktur (zwei oder mehrere Verfasser); Herausgeberfiktion als minimaler Erzählrahmen zur expliziten Informationsvergabe; in der Regel ohne erzählende Texte zur Verbindung der Briefe; mitunter ergänzt durch ähnliche fiktive Dokumente (z.B. Tagebuchfragmente); Blütezeit in Europa von 1740 bis 1820; Form einer nuancierten Selbstaussage, die bei zeitlich geringer Distanz zwischen Erlebnis und Aufzeichnung auch die Anteilnahme des Lesers bewirkt - vgl. Ich-Roman, autobiographischer Roman, Tagebuchroman, biographischer Roman, Memoirenroman, Detektivroman  
Beispiel: Johann Wolfgang Goethe; Die Leiden des jungen Werther (1774)
     
  Buchstabenkurzwörter
Gruppe von Kurzwörtern, die entweder auf ein einzelnes die Kurzform bildendes Segment zurück gehen (unisegmental) oder auf mehrere in der Vollform vorhandene Segmente (multisegmental) (vgl. Steinhauer 2007, S. 138ff.)
Beispiele: a) unisegemental: A3 (Autobahn 3), B31 (Bundesstraße 31) b) multisegmental: BH (Büsten - Halter), WM (Welt - Meisterschaft), RAF (Rote - Armee - Fraktion), FAZ (Frankfurter Allgemeine Zeitung) - vgl. Kurzwörter
 

 

  Bühnenanweisung
auch: Inszenierungsanweisung, Regiebemerkung; Bezeichnung für →Nebentext im Drama, der Hinweise auf die Gestaltung des Bühnenbildes (kontextbezogene Bühnenanweisung) oder die Ausgestaltung der Rolle einer dramatischen Figur (schauspielerbezogene Bühnenanweisung) enthält; häufig auch gleichbedeutend mit Regiebemerkungen verwendet;
vgl. dramatischer Text, Haupttext, Nebentext, explizite Bühnenanweisung, implizite Bühnenanweisung, kontextbezogene Bühnenanweisung, schauspielerbezogene Bühnenanweisung,
 
     
  Bühnenanweisung, explizite
vgl. Explizite Bühnenanweisung
 
     
  Bühnenanweisung, implizite
vgl. Implizite Bühnenanweisung
 
     
  Bühnenanweisung, kontextbezogene
vgl. Kontextbezogene Bühnenanweisung
 
     
  Bühnenanweisung, schauspielerbezogene
vgl. Schauspielerbezogene Bühnenanweisung
 
     
  Bühnenbild
(derzeit nur Platzhalter!) - vgl. Bühnenanweisung, Ort, Schauplatz,
 
     
  Bühnenform
vgl. Theaterformen
 
     
  Bürgerliches Trauerspiel
- vgl. Tragödie, Trauerspiel,
 
     

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

 


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Creative Commons Lizenzvertrag Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International License (CC-BY-SA) Dies gilt für alle Inhalte, sofern sie nicht von externen Quellen eingebunden werden oder anderweitig gekennzeichnet sind. Autor: Gert Egle/www.teachsam.de