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Glossar

Fachbegriffe für den Deutschunterricht

A B C D - F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

 
ebd.
ebenda 
Écriture automatique
Eigenschaftswort 
Einbettung
Eindeutigkeit, sprachliche
Einen Text zu einer Idee schreiben
Einen-Text-zu-einer-Idee-Schreiber
Einfache Argumentation 
Einfache Aussagenliste
Einfache Charakteristik 
Einfache Word Cloud
Einfachheit 
Einfachheit, sprachliche 
Einzelcharakteristik 
Einzelkarikatur
Einzelwissen
Einzelwissen, fachliches
Eklektische Raffung 
Elaborationen
Elativ
Elegie
Eliciting-Verfahren
Ellipse 
Emblem
Emittent 
Emotionales Lesen
Emphase 
Endwörter
Enjambement 
Ensemble-Konfiguration 
Entambiguisierung Entdeckungszusammenhang
Entfaltung, thematische 
Entfaltungsdrama 
Enthüllungsdrama 
Enthymem
Entscheidungsfrage
Enzyklopädisches
Wissen

Epigramm
Epigraph
Epimythion
Epipher
Epische Kleinformen
Episches Präteritum
Epischer Text
Episode 
Episodisches Wissen
Epitext
Epistemisches Schreiben
Epistemisches "weil"
Epistemisch-heuristisches Schreiben
Epitheton
Ereignisbericht 
Er-Erzählung
Erfahrungswissen
Erfassung des Themas
Erfassung, inhaltliche
Ergänzungsfrage 
Ergebnisorientiertes Portfolio
Ergebnisprotokoll 
Erinnerndes Ich
Erinnertes Ich
Eristik 
Erkenntnisgrund
Erklären Sie ...
Erläutern 
Erläutern, textbezogenes 
Erlebendes Ich 
Erlebnisaufsatz
Erlebniserzählung
Erlebte Rede 
Erörtern Sie ...
Erörtern Sie den Text ...
Erörterndes Erschließen
Erörterndes Schreiben
Erörterung
Erörterung anhand eines Textes
 
Erörterung, dialektische

Erörterung, freie 
Erörterung, freie literarische
Erörterung, lineare
Erörterung, literarische 
Erörterung, materialgestützte
Erörterung, steigernde 

Erörterung, textgebundene
Erörterung, textgebundene literarische
Erörterung, textungebundene 
Erörterung, textungebundene literarische
Erörterungsaspekte

Erörterungsstrategie
Erregendes Moment
Erschließen
Erschließen, erörterndes
Erschließen, gestaltendes
Erschließen, untersuchendes
Erschließung des Themas 
Erstleseeindrücke 
Erwartungshorizont 
Erwartungsrahmen 
Erweiterte Argumentation
Erweiterte Erzähler-Reflexion
Erweiterte Inhaltsangabe
Erzählebene

Erzählform, dekonstruktive
Erzählendes Ich
 
Erzählen, essayistisches
Erzählen, komparativisches 
Erzähler
Erzählerbericht
Erzählerbericht i. e. S.
Erzählerbericht i. w. S.
Erzählerfigur, latente
Erzählerfigur, manifeste
Erzählerkommentar
Erzählperspektive
Erzählperspektive, auktoriale
Erzählperspektive, neutrale 
Erzählperspektive, personale
Erzählprofil
Erzähler-Reflexion, erweiterte
Erzählsatz

Erzählschablone
Erzählerstandort

Erzählsituation
 
Erzählsituation, auktoriale

Erzählsituation, neutrale 
Erzählsituation, personale 
Erzählstrang
Erzähltechnische Mittel
Erzähltempo

Erzähltempus
Erzähltext
Erzählte Zeit 
Erzähltheorie
Erzählung 
Erzählweise
Erzählzeit
Essay 
Essayismus
Essayistischer Stil
Essayistisches Erzählen
Essayistisches Schreiben
Essentialismus, hermeneutischer 
Etymologie
Euphemismus 
Evasorisches Lesen 
Exempel
Exemplarisches Portfolio
Exemplum
Exkurs
Experimentelle Texte
Expertensprache
Experten-Team
Explikative Themenentfaltung 
Explizit
Explizit-auktoriale Charakterisierungstechnik 
Explizite Figuren-
charakterisierung
 
Explizites Wissen
Explizit-figurale Charakterisierungs-
technik

Exposé
Exposition 
Expositorischer Text
Expressives "weil"
Extensionale Definition
Exzerpt, freies
Exzerpieren
Exzerpt, wörtliches

 
 
 
ebd.
Abkürzung für ebenda; Hinweis beim Zitieren in der Quellenangabe; wird verwendet, wenn ein Titel auf einer Seite mehrmals zitiert wird - vgl. a.a.O., ebenda, Zitieren, Quellenangabe
Beispiele: (ebd., S.234) - (vgl. ebd., S.2)

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ebenda
Hinweis beim Zitieren in der Quellenangabe; wird verwendet, wenn ein Titel auf einer Seite mehrmals zitiert wird - vgl. a. a. O., ebd., Zitieren, Quellenangabe
Beispiele: (ebenda,  S.234) - (vgl. ebenda, S.2)
     
  Écriture automatique
- vgl. Automatisches Schreiben, Schreiben in einem Zug
 

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Eigenschaftswort
1. vgl. Adjektiv 2. Art des Adjektivs; Adjektivart, die, nach ihrer Bedeutung eingeteilt, Eigenschaften und Merkmale bezeichnen (vgl. Heringer 1989, S.94)
     
  Einbettung
Kategorie der textthematischen Analyse; in der integrativen Textanalyse (Brinker 1997) bezeichnet der Begriff Aussagen, die Thesen und Argumente situieren und damit auf einen bestimmten Argumentationsbereich beschränken; Aussagen dieser Art stützen damit auch in gewisser Hinsicht die Argumentation - vgl. thematische Entfaltung, textthematische Analyse, Textanalyse
 
     
  Eindeutigkeit, sprachliche
1) hinsichtlich der Wortbedeutung (semantisch): vgl. Monosemie, Disambiguierung
 
     
  Einen Text zu einer Idee schreiben
vgl. Einen-Text-zu-einer-Idee-Schreiber
 
     
  Einen-Text-zu-einer-Idee-Schreiber
nach Ortner (2000, S.346ff.) Schreibtyp, der in der Verfolgung einer den Schreibprozess zerlegenden Schreibstrategie (=zerlegendes Schreiben) eine aktivitätszerlegendes Vorgehen bevorzugt; a) Merkmale: Textproduktion geht von einem Thema, Idee oder Vorstellung aus; in der Aufsatzdidaktik im Allgemeinen erste Schreibstrategie, die Schülern beigebracht wird; b) Schreibdidaktische Bedeutung: traditioneller Schulaufsatz zu einem Thema - vgl. Schreibstrategie, zerlegendes Schreiben, aktivitätszerlegendes Schreiben, produktzerlegendes Schreiben,
 
 
Einfache Argumentation
Argumentationsschema bestehend aus einer These und einem oder mehreren Argumenten, die nicht mit weiteren Stützungen versehen sind - vgl. Argumentation, erweiterte Argumentation
     
  Einfache Aussagenliste
Arbeitsmethode zur inhaltlichen Erfassung eines Textes; hält sich bei der inhaltlichen Erfassung eines Textes in Form von Thesen weitgehend an den in einem Text vorgegebenen Aufbau und die vorgegebene Reihenfolge der Gedanken hält. - vgl. Aussagenliste, strukturierende Aussagenliste, Thesenpapier
 
 
Einfache Charakteristik
schulische Schreibform; meistens text-, allerdings nicht unbedingt bildunabhängige Beschreibung des äußeren Erscheinungsbildes, psychischer Dispositionen wie Urteilsvermögen, Emotionalität, Kreativität, Spontaneität und u. U. der sozialen Stellung und des sozialen Status einer Person - vgl. Charakteristik, literarische Charakteristik, Personenbeschreibung, Beschreibung
     
  Einfache Word Cloud
Word Cloud (Textbild) das als einfacher Mengenvergleich die Häufigkeitsverteilung von Wörtern oder Wortgruppen (Strings) in einem Text visualisiert; wird mit unterschiedlichen Online-Generatoren erzeugt. - vgl. Word Cloud, vorstrukturierte Word Clod
 

 

Einfachheit
im Rahmen des Hamburger Verständlichkeitsansatz entwickeltes Merkmal von Texten (Verständlichmacher), dessen Gestaltung für das Verständnis eines Textes nach Ansicht dieses Forschungsansatzes am wichtigsten ist - vgl. Verständlichkeitsdimensionen, sprachliche Einfachheit
 
Einfachheit, sprachliche
vgl. sprachliche Einfachheit
   
Einzelcharakteristik
Form der literarischen Charakteristik; Betrachtung einer einzelnen Figur oder mehrerer Einzelfiguren - vgl. Charakteristik, literarische Charakteristik, Gruppencharakteristik, Typencharakteristik, vergleichende Charakteristik 
Beispiel: Tony Buddenbrook in Thomas Manns "Die Buddenbrooks"
     
  Einzelkarikatur
im Ggs. zur Abfolgekarikatur eine Karikatur, die nur aus einem einzigen Bild besteht - vgl. Karikatur, Abfolgekarikatur
 
     
  Einzelwissen
im Ggs. zum konzeptionellen Wissen Wissen, das in konkretem Erfahrungswissen und Wahrnehmungswissen ohne kategoriale Zuordnung im Gedächtnis repräsentiert wird - vgl. fachliches Einzelwissen, konzeptionelles Wissen, Erfahrungswissen
 
     
  Einzelwissen, fachliches
vgl. Fachliches Einzelwissen
 
 
Eklektische Raffung
Erzähltechnisches Mittel zur Zeitgestaltung; Kombination von sukzessiver und iterativ-durativer Raffung; Grundformeln: "So geschah es zum Beispiel ... In dieser Zeit geschah es einmal..."(vgl. Lämmert 1955, S.84) - vgl. iterative Raffung, durative RaffungZeitgestaltung, Zeitraffung

 

Elaborationen
Anreicherung von Texten hauptsächlich mit Erläuterungen, Spezifizierungen, Beispielen und Analogien: E. sollen die erleichtern, eine Verbindung zwischen neuem und schon im Gedächtnis gespeicherten Wissen herzustellen
       
  Elativ
auch: absoluter Superlativ; 1. Adjektiv, das in der Form eines Superlativs, aber ohne eine explizite Vergleichsgröße steht; in der deutschen Sprache auch ohne Artikel möglich 2. Adjektivkomposita, Aderbien oder Adverbialgruppen mit gleicher Funktion - vgl. Superlativ
Beispiele: zu 1) Das ist das Größte/Schlimmste/Hinterletzte; schönste Aussichten; größtmögliche Distanz
zu 2) riesengroß, oberaffengeil, außerordentlich laut; wunderbarer Ausblick
 
     
  Elegie
lyrische Gattung; in antiker Tradition unter formalem Aspekt ein Gedicht, das in Distichen (Verbindung von Hexametern und Pentametern) abgefasst ist; im Gegensatz zum Epigramm meist ein langes Gedicht mit strophischer Anordnung (muss aber keine Strophenform haben); unter inhaltlichem Aspekt ein Trauer- und Klagegedicht, das häufig wehmütige Resignation ausdrückt; dabei nicht nur Klage angesichts eines individuellen Schicksals, sondern auch Trauer über den Verlust eines für alle Menschen gültiges Ideal - vgl. Epigramm
Beispiele: Friedrich Schiller, Die Götter Griechenlands, Nänie; Hölderlin: Menons Klage um Diotima
 
     
  Eliciting-Verfahren
Verfahren, bei dem Informanten gezielt zur Produktion von Äußerungen angeregt werden; in der Gesprächsanalyse Veranlassung einer Gruppe von Personen unter kontrollierten Rahmenbedingungen ein Gespräch zu führen (z. B. Rollenspiel), um damit Erkenntnisse über Gesprächsverlauf und den Einfluss bestimmter Faktoren (z. B. der Situation) auf das Gesprächsverhalten zu gewinnen (vgl. Brinker/Sager 1989, S.13f.) - vgl. Gesprächsanalyse
 

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Ellipse
1. verkürzte Satzkonstruktion durch Auslassung eines Wortes oder Satzteiles; kann als Kurzsatz aus dem Sinnkontext verstanden werden; allerdings Gefahr des Missverständnisses 2. in der Textlinguistik: Kohäsionsmittel ähnlich den Pro-Formen zur Herstellung von Kohäsion; anaphorischer Verweis (Rückverweis) aber durch Leerstellen erzeugt; Leerstellen in der Funktion von Suchanweisungen für den vorausgehenden Satz, in dem syntaktisch passende sprachliche Einheiten gesucht werden, die den verkürzten (elliptischen) Ausdruck passend ergänzen (vgl. Linke u.a. 1994)
Beispiele: 1. Ohne Wenn und Aber! - Je schneller, desto besser! - Was nun? - Noch jemand ohne Fahrschein? - (Am Telefon:) "Hier bei Meier" 2. Hamburg hat mir nicht gefallen. Berlin schon.
      
  Emblem
Kunstform, die aus Bild und Text zusammengesetzt ist; bezieht sich meistens auf ein moralisches, religiöses oder erotisches Thema, kann aber auch eine allgemeine Lebensweisheit ausdrücken; Bestandteile: 1) ein meistens allegorisches Bild (Ikon, Pictura, Symbolon); Motive meist Sinnfälliges oder Merkwürdiges aus Mythologie, Kunst, Historie, biblischer Geschichte oder Natur; häufig auch nur Details daraus wie Figuren, die aus verschiedenen Elementen kombiniert sind oder einzelne Körperteile 2) Lemma (Titel, Überschrift, Inscriptio) über dem Bild, das oft eine knappes Diktum in Latein oder Griechisch (oft Klassikerzitat) enthält; 3) Subscriptio unter dem Bild; häufig Epigramm, das den im Bild verschlüsselten oder allegorischen Sinn erläutert; Verbreitung: im 16. bis 18. Jahrhundert, besonders im Barock, sehr populär; gilt manchen auch als Vorform der modernen Werbeanzeige
 
 
Emittent
von H. Glinz (1997, S.17) eingeführter Begriff zur Bezeichnung der Person, von der ein Text ausgeht (z.B. Autor, Herausgeber, Auftraggeber)

 

Emotionales Lesen
"Privates Lesen" im Gegensatz zum didaktischen Lesen in der Schule;  Maßstab der Beurteilung ist der Unterhaltungswert (Spannung, Angerührtsein) - Hussong 1973, S.50f. - vgl. didaktisches Lesen, triviales Lesen, Lesen 
 
Emphase
Hervorhebung eines Wortes durch Tonfall, Tonstärke usw. in Form einer nachdrücklichen Betonung, akustischen Steigerung- vgl. Understatement
Beispiele: "Er ist ein Mensch." - "Wir tragen unser Schicksal als Männer!" - 
 
Empirischer Leser
Bezeichnung für den tatsächlichen Leser eines Textes im Gegensatz zu anderen Formen des Lesers - vgl. Leser
     
  Endwörter
vgl. Silbenkurzwörter
 
 
Enjambement
ein Satz bzw. eine syntaktische Einheit wird über die metrische Grenze am Zeilen- oder Strophenende (Zeilensprung, Strophensprung) hinweg weiter fortgeführt; - vgl. Zeilenstil, Hakenstil 
 
Ensemble-Konfiguration
Konfiguration im Drama, bei dem das ganze Personal eines Dramas auf der Bühne präsent ist; häufig bei Zwei- oder Drei-Personenstücken; seltener bei umfangreicherem Personal; in der elisabethanischen Komödie und im klassischen französischen Drama feste Konvention für die Schlussszene - vgl. Konfiguration, leere Konfiguration,
     
  Entambiguisierung
vgl. Disambiguierung
 
     
  Entdeckungszusammenhang
in der formal-logischen Argumentationsanalyse Bezeichnung für die Frage, wie eine bestimmte Person oder Personengruppe zu einer bestimmten Aussage gelangt ist; umfasst den Kontext, in dem bestimmte Argumente vorgebracht werden (z. B.   psychische, soziale, historische, persönliche etc. Faktoren.); streng zu unterscheiden vom Begründungszusammenhang eines Arguments (vgl. Bayer 1999, S.232) - vgl. Begründungszusammenhang, genetischer Fehlschluss
 

 

Entfaltung, thematische
vgl. thematische Entfaltung  
 
Entfaltungsdrama
vgl. Zieldrama
 
Enthüllungsdrama
vgl. analytisches Drama 
     
  Enthymem
in der Argumentationstheorie: Wahrscheinlichkeitsschluss; unvollständiger Schluss, bei dem eine Prämisse fehlt, die aber in Gedanken ergänzt werden kann
 

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Entscheidungsfrage
auch: Ja-Nein-Frage oder Satzfrage; Fragesatz, der im Gegensatz zur Ergänzungsfrage ein Ja oder Nein als Antwort erfordert; Sachverhalt wird in Frage gestellt;  Standardform: Verbalsatz mit finitem Verb an erster Stelle (Verb-erst-Stellungstyp), meist mit steigender Intonation gesprochen. vgl. Fragesatz, Fragearten, Ergänzungsfrage, Satzfrage
Beispiel: Soll in Deutschland ein Tempolimit eingeführt werden?

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Enzyklopädisches Wissen
auch: Weltwissen, allgemeinster und umfassendster außersprachlicher Wissensbereich, der sehr unterschiedliche Wissensinhalte umfasst, z.B. Alltagswissen, individuelles Erfahrungswissen, Bildungs- und Fachwissen; steht in enger Verbindung zur Kulturgemeinschaft oder Gruppe, in der man lebt; - vgl. Alltagswissen, Bildungs- und Fachwissen, individuelles Erfahrungswissen, Textarbeit, Textverstehen, Weltwissen, Wissen,
     
  Epigramm
poetische Gattung, die in knapper Form eine häufig antithetisch angelegte, meist geistreiche, überraschende oder zugespitzte Sinndeutung über einen Gegenstand oder einen Sachverhalt ausdrückt; als kurze lyrische Gattung, die wie die Elegie durch den Doppelvers (Distichen: Verbindung von Hexameter und Pentameter) gekennzeichnet ist;  besonders geeignet zum Ausdruck pointierter Gedankensplitter - vgl. Epigraph
 
     
  Epigraph
(griech. ἐπιγραφειν, "daraufschreiben" oder "einritzen"); mittlerweile etwas ungebräuchliche Bezeichnung für eine antike Inschrift (Schrift- bzw. Sprachdenkmal), die gelegentlich auch mit einer bildlichen Darstellung verbunden sein kann. Anders als bei literarischen Texten im Allgemeinen nicht auf Papier oder papierähnlichen Materialien fixiert, sondern in Stein, Ton, Knochen, Holz o. ä. hineingemeißelt oder hineingeritzt; im übertragenen Sinne auch Bezeichnung für ein Zitat oder einen sonstigen Satz, der einem literarischen Werk oder bestimmten Abschnitten davon vorangestellt ist und z. B. zum Thema hinführen soll; vgl. Epigramm
 
     
  Epimythion
Lehre, die häufig im Anschluss vor allem didaktischer Formen der Literatur wie Fabel, Exempel, Gleichnis am Ende angefügt wird; sein Gegenteil stellt die an den Anfang gestellte Lehre dar (=Promythion) - vgl. Fabel, Promythion
 
 
Epipher
Wort- oder Wortgruppenwiederholung am Ende aufeinander folgender Satzteile, Sätze, Abschnitte oder Verse; - vgl. Anapher, Klangfiguren

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Epische Kleinformen
- vgl. Fabel, Kurzgeschichte, Parabel,

 

Episches Präteritum
sog. Erzähltempus, als Basistempus der epischen Fiktion, nicht aber zur Vergangenheitsdarstellung.
Beispiel: Antonia wartete im Restaurant auf ihren Freund.
     
  Epischer Text
 - vgl. Erzähltext, narrativer Text, Literaturgattung,
 

 

Episode
Erzählstrang, der nach einer einmaligen. punktuellen Einbettung nicht wieder aufgenommen wird.
     
  Episodisches Wissen
Wissen, das in der Kenntnis von kurzen, sich bereits ereigneten Abfolgen besteht (Episoden = strukturiertes deklaratives Wissen) (vgl. Jarz 1997, S.75) - vgl. Wissen
 
     
  Epistemisches Schreiben
(engl. epistemic writing) in Carl Bereiters (1980) Stufenmodell die fünfte und höchste Stufe der Schreibentwicklung, die von einem hohen Grad der Bewusstheit und Reflexionsfähigkeit beim Schreiben gekennzeichnet ist; Expertenschreiben als integraler Bestandteil des Denkens, der zu einem Zuwachs an deklarativem Wissen führt; Verarbeitungsprozesse (z. B. Strukturierung, Zusammenfassung) werden durch das Schreiben angestoßen; Entstehung neuer gedanklicher Konzepte im →Schreibprozess; wissenschaftliches Schreiben - vgl. Schreibentwicklung,  Schreibexperte, Schreibprozess, Schreibkompetenz,
 
     
  Epistemisches 'weil"
(semantisch) Verwendung der →kausalen Konjunktion/Subjunktion "weil', um in einem →Kausalsatz  anzugeben, woher ein Sprecher sein Wissen hat bzw. wie er zu der vorangestellten Aussage gelangt, bzw. auf sie geschlossen hat; funktionale Bedeutung: Rechtfertigung des Erkenntnisgrunds) (vgl. Feilke 1996c, S.41); auch als "diagnostisches 'weil' bezeichnet (vgl. Küper 1991, S.136); - vgl. expressives 'weil', diagnostisches 'weil', faktisches 'weil', propositionales 'weil', Erkenntnisgrund,
Beispiel: Es brennt, weil ich die Sirene der Feuerwehr höre.
 
     
  Epistemisch-heuristisches Schreiben
vgl. Epistemisches Schreiben
 
     
  Epitext
nach »»Gérard Genette äußerliches, peripheres Element von Texten, das nicht dem verlegerischen Peritext oder dem Paratext i. e. S. zugeordnet werden kann; gehört noch nicht zu dem Bereich des Diskursuniversums, jenen Bereichs, in dem eine bestimmte Anzahl von Menschen oder die gesamte Gesellschaft über verschiedene Themen kommuniziert; Genette zählt dazu Peritexte in bestimmten öffentlichen Bereichen (z.B. Beiträge auf Kolloquien, spätere Kommentare eines Autors usw.) und Peritexte im privaten Bereich (z.B. Briefwechsel, mündliche Äußerungen eines Autors usw.); - vgl. Paratext, Peritext
 
     
  Epitheton
Partizip oder Adjektiv, das einem Nomen als Attribut beigefügt bzw. in der Literatur manchmal auch nachgestellt wird; 1. das sachlich notwendige Beiwort (z.B. rote Rosen) 2. das schmückende oder typisierende Beiwort, das manchmal auch in geradezu feststehenden Verbindungen auftritt (z.B. kühles Grab, grüner Klee) 3. das individualisierende Beiwort (z.B. "heilig-nüchterne Wasser" (Hölderlin); 4. das unerwartete Beiwort (z.T. mit Tendenz zum Oxymeron) (z.B. " das schlagflüssige Kleid" (Arno Schmidt), "marmorglatte Freude" (Robert Musil)
 
 
Ereignisbericht
Form des Erzählerberichts i. w. S.; Wiedergabe von Ereignissen durch den  Erzähler; meistens verwendet in bei der Zeitraffung ; beschleunigt häufig das Erzähltempo; Redebericht löst sich vom Wortlaut der Figuren-/Personenrede - vgl. Erzählerbericht, Gedankenbericht

 

Er-Erzählung
Der Erzähler bzw. die Erzählinstanz ist keine Figur des erzählten Geschehens; das Geschehen wird in der 3. Person (Singular oder Plural) erzählt; allerdings kann der am Geschehen unbeteiligte Erzähler in einer Er-Erzählung von sich selbst durchaus als "ich" reden.
Beispiel: Der Leser soll hier von mir erfahren, wie es meiner  Freundin Antonia ergangen ist, als sie sich in den jungen Martin Bach verliebt hat, der auch in späten Jahren nicht bereute, was er ihr angetan hatte. Ich kann noch heute meine Tränen kaum zurückhalten, wenn ich an Antonias Schicksal denke.

 

Erfahrungswissen
Teil des Weltwissens bzw. enzyklopädischen Wissens, das jedem einzelnen auf Grund seiner vielfältigen Erfahrungen zur Verfügung steht; individuelle Ausprägung
 
Erfassung des Themas
vgl. Betrachtung und Erschließung des Themas 

 

Erfassen von Texten
vgl. Texterfassung
 
Erfassung, inhaltliche
vgl. inhaltliche Erfassung eines Textes
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Ergänzungsfrage
auch W-Frage oder Wortfrage; Fragesatz, der durch das Vorkommen eines Interrogativpronomens oder W-Fragepronomens (Wer, was, ...) oder W-Adverbs (wann, wo...) gekennzeichnet ist (Verb-zweit-Stellungstyp). Die Ergänzungsfrage kann nicht mit "Ja" oder "Nein" beantwortet werden (vgl. Entscheidungsfrage). Sie verlangt eine auf die W-Frage bezogene Antwort in Form eines Wortes oder einer Wortgruppe; wird meist mit fallender, unter besonderen Umständen auch mit steigender Intonation gesprochen - vgl. W-Frage, Wortfrage, Entscheidungsfrage
Beispiele: Wer hat John F. Kennedy getötet? - Warum ist der Individualverkehr keine Lösung für die Verkehrsprobleme der Zukunft? - Wann geht der nächste Flieger nach New York?
     
  Ergebnisorientiertes Portfolio
im Ggs. zum prozessorientierten Portfolio Sammlungen von Arbeiten dar, die einem Schüler bzw. einer Schülerin im Verlauf eines Lernprozesses besonders gut gelungen sind oder für diesen Lernprozess nach Ansicht des Lernenden besonders bedeutsam gewesen sind;  - vgl. Portfolio, prozessorientiertes Portfolio, exemplarisches Portfolio
 
 
Ergebnisprotokoll
Form des Protokolls; schriftlicher Bericht über die Ergebnisse und Beschlüsse eines Gesprächs (Diskussion, Sitzung, Besprechung, Unterrichtsstunde, Veranstaltung); kürzeste Fassung: Beschlussprotokoll - vgl. Protokoll, Verlaufsprotokoll 
 
Ergebniswand
Form der Wandzeitung, bei der es hauptsächlich um die Präsentation von Ergebnissen eines (Arbeits-)Prozesses oder einer Diskussion etc. geht - vgl. Wandzeitung 

 

Erinnerndes Ich
auch: erzählendes Ich in einer Ich-Erzählsituation, vgl. Ich-Erzählsituation
 
Erinnertes Ich
auch: erlebendes Ich in einer Ich-Erzählsituation, vgl. Ich-Erzählsituation

 

Eristik
Bereich der traditionellen Rhetorik, der die "unfaire" Argumentationstechniken untersucht (gr. eris = Streit, Zwietracht)
     
  Erkenntnisgrund
Kausalität von Aussagen, die darin besteht, dass die kausale Beziehung dadurch entsteht, dass angegeben wird, woher ein Sprecher sein Wissen hat bzw. wie er zu der vorangestellten Aussage gelangt, bzw. auf sie geschlossen hat. - vgl. Realgrund, Handlungsgrund, epistemisches 'weil'
Beispiel: Es kommt ein Gewitter, weil ich einen Donner gehört habe.
 
     
  Erklären Sie ...
Sachverhalte, Textaussagen auf der Grundlage differenzierter Kenntnisse und Einsichten sprachlich angemessen verständlich machen und darstellen; einen Sachverhalt in einen Begründungszusammenhang stellen, etwas kausal schlussfolgernd herleiten (BaWü Operatoren Abitur) - vgl. Operator,
 
 
Erläutern
Mitteilungsakt i.e.S.; im Sprachgebrauch ähnlich wie erklären, auslegen, deuten, interpretieren verwendet; mitunter auch verwendet, wenn die Sprechakte der Kommentierung oder Paraphrase gemeint sind; gemeinhin eine etwas ausführlichere Darstellung eines Sachverhaltes  - vgl. textbezogenes Erläutern
 
Erläutern, textbezogenes
vgl.  textbezogenes Erläutern

 

Erlebendes Ich
auch: erinnertes Ich in einer Ich-Erzählsituation -  vgl. Ich-Erzählsituation
     
  Erlebnisaufsatz
- vgl. freier Aufsatz, Erlebniserzählung, Einen-Text-zu-einer-Idee-Schreiben,
 
 
Erlebniserzählung
Darstellungsform des Aufsatzes; ein Erlebnis des Erzählers oder auch anderer Personen oder erfundener Figuren wird nach den Aufbauprinzipien von Spannung und Höhepunt / Lösung erzählt - vgl. Nacherzählung, Erzählung, Erlebnisaufsatz, Einen-Text-zu-einer-Idee-Schreiben
 
Erlebte Rede
Darbietungsform des Erzählens; auch: narrated monologue (Cohn 1978); 3. Pers. Singular Indikativ Präteritum; Innensicht; kommentierende Einmischung möglich; meist ohne redeeinleitende Verben; Erzähler schlüpft in eine Figur, um deren Gedanken und Gefühle eindrücklich wiederzugeben, ist aber noch als Erzähler spürbar. - vgl. Darbietungsform,
Beispiel: Antonia wartete im Restaurant auf ihren Freund. Sie bestellte einen Kaffee und blickte zur Tür. Ob er sie wieder warten lassen würde. Das konnte, das durfte nicht sein. Nicht dieses Mal. Fünf Minuten später erschien er.
     
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  Erörterndes Erschließen
in den Einheitlichen Prüfungsanforderungen in der Abiturprüfung Deutsch (Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 01.12.1989 i. d. F. vom 24.05.2002) verwendete Bezeichnung für eine fachspezifische Erschließungsform von Texten bzw. Themen bei der schriftlichen Abiturprüfung; kann sich auf  literarische und pragmatische Texte sowie auf Medienprodukte beziehen; ebenso als Teil der Texterörterung (bzw. textgebundenen Erörterung) und des gestaltenden Erschließens möglich;
Dabei sind die folgenden Operationen bzw. Leistungen der Analyse bzw. Interpretation verlangt:
  • erläuternde bzw. deutende Wiedergabe der pragmatischen bzw. literarischen Textvorlage

  • argumentative Auseinandersetzung mit zentralen Thesen, Argumenten, Darstellungsformen

  • der Textvorlage im Rahmen des historischen und aktuellen Verstehenshorizontes

  • - weiterführende Problematisierung: Aufbau und Entfaltung einer eigenständigen fachspezifischen Argumentation

  • begründete Urteilsbildung

vgl. analysieren, erörterndes Schreiben, argumentatives Schreiben, freie Erörterung, Problemerörterung, Sacherörterung, literarische Erörterung, Texterörterung, untersuchendes Erschließen, gestaltendes Erschließen, gestaltende Interpretation, gestaltendes Erschließen literarischer Texte gestaltendes Erschließen pragmatischer Texte, kreatives Schreiben, produktive Textarbeit,

 
     
  Erörterndes Schreiben
Begriff, der im Unterschied zu dem eher auf ein bestimmtes Muster Textprodukt ausgelegten Begriff der Erörterung den Schreibprozess unter Anwendung bestimmter Schreibstrategien in den Mittelpunkt des Interesses stellt; umfasst auch freiere Formen des argumentierenden Schreibens wie z. B. Leserbrief, Kommentar, Glosse, Essay, Rede - vgl.  erörterndes Schreiben, argumentatives Schreiben, freie Erörterung, Problemerörterung, Sacherörterung, literarische Erörterung, Texterörterung, untersuchendes Erschließen, gestaltendes Erschließen, gestaltende Interpretation, gestaltendes Erschließen literarischer Texte gestaltendes Erschließen pragmatischer Texte, kreatives Schreiben, produktive Textarbeit, Leserbrief, Kommentar, Glosse, Essay,
 

 

Erörterung
schulische Schreibform(en); meist synonym verwendet mit Problemerörterung; manchmal auch Oberbegriff für die beiden erörternden Schreibformen Problemerörterung und Texterörterung; - vgl.
 
Erörterung anhand eines Textes
vgl. Texterörterung

 

Erörterung, dialektische
vgl. dialektische Erörterung
 
Erörterung, freie
vgl. Erörterung, Problemerörterung, Texterörterung, textungebundene Erörterung, lineare Erörterung, schulische Schreibformen
     
  Erörterung, freie literarische
vgl. Freie literarische Erörterung
 

 

Erörterung, lineare
vgl. Lineare Erörterung
 
Erörterung, literarische
vgl. Literarische Erörterung
     
  Erörterung, materialgestützte
vgl. Materialgestützte Erörterung
 

 

Erörterung, steigernde
vgl. Steigernde Erörterung
 
Erörterung, textgebundene
vgl. Textgebundene Erörterung
     
  Erörterung, textgebundene literarische
vgl. Textgebundene literarische Erörterung
 

 

Erörterung, textungebundene
vgl. Textungebundene Erörterung
      
  Erörterung, textungebundene literarische
vgl, Textungebundene literarische Erörterung
 
     
 

Erörterungsaspekte
Bezeichnung, die verschiedene Ansätze zur Texterörterung unterscheidet: Prämissen, Gültigkeit, Tragweite, Vollständigkeit Darstellungsstil - vgl. Texterörterung

 
     
  Erörterungsstrategie
Bezeichnung im Rahmen der schulischen Schreibform Texterörterung;  man unterscheidet textimmanentes und texttranszendierendes Erörtern - vgl. Texterörterung, textimmanentes Erörtern, texttranszendierendes Erörtern
 
 
Erregendes Moment
Begriff aus der Dramaturgie Freytags (1863); erstmaliges Durchscheinen der bevorstehenden bzw. existierenden Verwicklungen der dramatischen Handlung, die auf ein mögliches Zwischen- oder Endziel hinsteuern kann; löst damit in gewisser Hinsicht den dramatischen Konflikt aus; häufig Teil des Eröffnungsdreischritts von dramatischem Auftakt (point of attack), eigentlicher Exposition und erregendem Moment - vgl. Drama, Exposition, dramatischer Auftakt
     
  Erschließen
in Bezug auf die Arbeit mit Texten das Erarbeiten eines vollständigen Textverständnisses mit verschiedenen Arbeitstechniken und Erschließungsmethoden
 
     
  Erschließen, erörterndes
vgl. Erörterndes Erschließen
 
     
  Erschließen, gestaltendes
vgl. Gestaltendes Erschließen
 
     
  Erschließen, untersuchendes
vgl. Untersuchendes Erschließen
 
 
Erschließung des Themas
vgl. Betrachtung und Erschließung des Themas 
 
Erstleseeindrücke
Spontane Eindrücke, Gedanken, Gefühle, Vorstellungen, die sich beim Leser eines Textes nach der ersten Lektüre eines Textes einstellen; spontane Rezeptionseindrücke - vgl. Lesen

 

Erwartungshorizont
Begriff aus der Literaturwissenschaft (Hans Robert Jauß); 1. Bezeichnung für bestimmte, in jedem Text enthaltene Erwartungen über die Art und Weise seiner Aneignung (Aktualisierung) 2. auf das ganze Lesepublikum übertragene Bezeichnung für die Gesamtheit der in historischer Rekonstruktion gewonnenen Erwartungen (historisch und soziale Erfahrungen der Leser), mit denen Leser an die Lektüre neuer Texte herangehen; im Prozess dieser Lektüre kommt es nach dieser Auffassung zu einer - an Gadamers historische Hermeneutik angelehnten - Horizontverschmelzung - vgl. Erwartungsrahmen
 
Erwartungsrahmen
in der (Psycho-)Linguistik verwendeter Begriff, der die Gesamtheit der situativen und individuellen Vorerwartungen umfasst, die im Prozess sprachlicher Kommunikation beim Rezipienten vorhanden und beim rezeptiven Sprachgebrauch (z.B. Lesen, Hören) ständig bestätigt, modifiziert, auf- und umgebaut werden - (vgl. Linke 1994, S.355) - vgl. Erwartungshorizont, Vorerwartungen

 

Erweiterte Argumentation
Argumentationsschema bestehend aus einer These und einem oder mehreren Argumenten, die mit  Stützungen (Beweis, Beispiel, Schlussfolgerung)  versehen sind - vgl. Argumentation, einfache Argumentation
 
  Erweiterte Erzähler-Reflexion
Erzählweise (Lämmert), die wie andere zeitlose Erzählweisen (Sentenz, Beschreibung, Betrachtungen, Reflexionen und Erörterungen) eine  Digression der Erzählzeit innerhalb der erzählten Zeit darstellen; von Bleckwenn (1974/1978, S.124) verstanden als ein Merkmal des essayistischen Erzählens, das im Extremfall, z. B. in »Brochs (1886-1952) »Schlafwandler" (1931-32), zu einer  abgeschlossenen Erzähler-Einlage werden kann, die "funktional einem Montage-Element vergleichbar" ist (Bleckwenn 1974/1978, S.124); dann erscheinen die erweiterte Erzähler-Reflexionen als "eine andersartige Erzählform", welche "die Auffassung des Autors unmittelbar und eben nicht mehr als Reflexion eines Erzählers wiedergeben."- vgl. Erzählweise, Essayismus, essayistisches Erzählen, Roman
 
     
  Erweiterte Inhaltsangabe
inhaltliche Wiedergabe bzw. Zusammenfassung eines Textes, bei der die Schreibaufgabe zur Textwiedergabe um eine Zusatzaufgabe ergängz wird; meistens handelt es sich dabei um eine begründete Stellungnahme zu bestimmten Aspekten/Problemen, die im Text angesprochen werden oder den Text als solchen auszeichnen - vgl. Inhaltsangabe, Textwiedergabe
 
     
  Erzählebene
in der Erzählforschung Bezeichnung für die ; Unterscheidung zwischen zwei Erzählebenen: 1) Ebene der narrativen Kommunikation, bzw. Ebene der Narration: Erzähler (bzw. die im Text gestaltete Erzählerfigur) kommuniziert mit einer Leserfigur; Ebene des Diskurses bzw. des Erzählerberichts i. w. S.; explizite oder implizite Gestaltung möglich; in der Terminologie von »»Gérard Genette "extradiegetisches" Erzählen 2) Ebene der Geschichte (Fabel, Plot), auf den sich der Erzählerbericht bezieht und den er darstellt (diegetische Ebene des Erzählens) - vgl.
 
Erzählendes Ich
auch: erinnerndes Ich in einer Ich-Erzählsituation - vgl. Ich-Erzählsituation
     
  Erzählen, essayistisches
vgl. Essayistisches Erzählen
 
 
Erzählen, komparativisches
vgl. komparativisches Erzählen
 
  Erzähler
1) beim mündlichen Erzählen diejenige Person, die eine Erzählung vorträgt; 2) beim schriftlichen Erzählen Bezeichnung für eine Person, die als Erzähler fungiert a) erzählt auf der Figurenebene der dargestellten Welt eine Geschichte (ähnlich der Kommunikationssituation beim mündlichen Erzählen) b) Person, die sich durch seine Äußerungen als Produzent des Erzähltextes ausweist, z.B. mit sprachlichen Signalen wie dem Verwenden der 1. Person des Personalpronomens ("ich"), durch unmittelbare Leseranreden, das Geschehen kommentierenden oder einzelne Figuren charakterisierende Äußerungen oder metanarrativen Formulierungen ("An dieser Stelle sollte man etwas über eine höchst umstrittene Frage von Beizmenne erfahren...") c) auch als implizite, d. h. verdeckte Person denkbar, die im Text kaum auszumachen ist, wenn man davon ausgeht, dass jede Erzählung einen Kommunikationsrahmen enthält - vgl.
 
     
  Erzählerbericht
1) allgemein: Das, was ein Erzähler, erzählt 2) In der Erzähltheorie a) (ältere Erzähltheorie) im Anschluss an Eberhard Lämmert (1955) entweder Erzählerbericht i. w. S. zur Bezeichnung aller Textelemente, die ganz unmittelbar dem Erzähler bzw. der Erzählinstanz zugerechnet werden können, oder, Erzählerbericht i. e. S. zur Bezeichnung von Äußerungen des Erzählers, die den Charakter eines Berichts (vgl. Erzählweisen) haben. Der Erzählerbericht i. w. S. dient dabei zur Abgrenzung von der Figuren-/Personenrede ab; b) in der Erzähltheorie »»Gérard Genettes Bezeichnung, die sowohl den Erzählakt (narration) als auch seine (textliche) Äußerungsgestalt (discours) umfasst; Äußerung der Erzählerfigur - vgl. Erzählerbericht i. w. S., Erzählerbericht i. e. S., Erzählakt, Ereignisbericht, Redebericht, Gedankenbericht, Showing, Telling
 
     
  Erzählerbericht i. e. S.
Mittel der Erzähltechnik; im Anschluss an Eberhard Lämmert (1955) Begriff zur Bezeichnung von Äußerungen des Erzählers, die den Charakter eines Berichts (vgl. Erzählweisen) haben. - vgl. Erzählerbericht, Erzählerbericht i. w. S.,
 
     
Erzählerbericht i. w. S.
Mittel der Erzähltechnik; Textelemente eines Erzähltextes, die unmittelbar dem Erzähler bzw. der Erzählinstanz zugeordnet werden können (vgl. Vogt 1990, S.145) (Ggs. Figuren-/Personenrede); auch: Redebericht;  (Darbietungsform) mit dem ein Erzähler das Geschehen einer Geschichte vermittelt. Der Erzählerbericht i. w. S. umfasst sowohl den Erzählerbericht i. e. S., das sogenannte Showing, wie auch die verschiedenen Formen des Erzählerkommentars, das sogenannte Telling. vgl. Darbietungsform, Ereignisbericht, Redebericht, Gedankenbericht, Showing, Telling
     
  Erzählerfigur, latente
vgl. latente Erzählerfigur, covert narrator
 
     
  Erzählerfigur, manifeste
vgl. manifeste Erzählerfigur, overt narrator
 

 

Erzählerkommentar
Darbietungsform des Erzählens; auch: telling; Form des Erzählerberichtes i. w. Sinne; Erzähler gibt Bewertungen, Urteile usw. über das Geschehen oder die Figuren; - vgl. Erzählerbericht, Telling, Darbietungsform
     
  Erzähler-Reflexion, erweiterte
vgl. Erweiterte Erzähler-Reflexion
 

 

Erzählerstandort
vgl. Standort des Erzählers
     
  Erzählform, dekonstruktive
vgl. Dekonstruktive Erzählform
 

 

Erzählperspektive
Begriff sehr uneinheitlich verwendet; 1) im Sinne der Perspektive des Blickwinkels auf eine Sache oder ein Geschehen als Außenperspektive, Innenperspektive 2) als grundlegende Haltung beim Erzählen selbst als Erzählperspektive oder Erzählsituation (auktorial, personal, neutral, Ich-Erzählperspektive)
 
Erzählperspektive, auktoriale
vgl. auktoriale Erzählperspektive 

 

Erzählperspektive, neutrale
vgl. neutrale Erzählperspektive
 
Erzählperspektive, personale
vg. personale Erzählperspektive 

 

Erzählprofil
Abfolge von verschiedenen punktuellen Erzählsituationen in einem Erzähltext
 
Erzählsatz
vgl. Konstativsatz

 

Erzählschablone
Typisches, in zahlreichen vergleichbaren Texten wiederkehrendes Erzählprofil
Beispiel: Es war einmal....

 

Erzählsituation
häufig auch Erzählperspektive oder Erzählhaltung; Standpunkt (ähnlich auch: point of view, nicht aber Innen- oder Außensicht), von dem aus ein Erzähler (auch: Erzählinstanz) das erzählte Geschehen vermittelt. In Anlehnung an  Franz Stanzel (1964) vier Erzählsituationen : die neutrale, die auktoriale, die personale und die Ich-Erzählsituation; Terminologie in der Erzählforschung  nicht einheitlich.
 
Erzählsituation, auktoriale
vg. auktoriale Erzählsituation

 

Erzählsituation, neutrale
vgl. neutrale Erzählsituation
 
Erzählsituation, personale
vgl. personale Erzählsituation
 
Erzählstrang
Eine Ereignisfolge ist auf der Ebene der 'story' personell und zeitlich zusammenhängend. Sie ist einsträngig, wenn sie sich auf die Figuren und das Geschehen eines Stranges beschränkt. Sie ist mehrsträngig, wenn mehrere personell oder zeitlich voneinander getrennte Ereignisfolgen ineinander montiert, verschränkt werden. Wird ein Erzählstrang nur einmal punktuell eingebettet, später aber nicht mehr aufgenommen, spricht man von einer Episode.

 

Erzähltechnische Mittel
auch: Erzählerische Mittel, Erzählmittel; Möglichkeiten zur Gestaltung der eines epischen Textes durch den Autor. Mittel zur Figurengestaltung, Zeitgestaltung, Raumgestaltung, zur Gestaltung der Erzählperspektive und die Darbietungsformen - vgl. Figurengestaltung, Zeitgestaltung, Raumgestaltung, Erzählperspektive, Darbietungsformen, Textstrategien

 

Erzähltempo
Verhältnis von Erzählzeit und erzählter Zeit; u. U. im Ablauf eines Erzähltextes veränderlich
 
Erzähltempus
episches Präteritum, historisches Präsens
     
  Erzähltext
vgl. epischer Text
 

 

Erzählte Zeit
Dauer des erzählten Geschehens einer Geschichte vgl. Erzählzeit
     
  Erzähltheorie
auch Narratologie bzw. im deutschen Sprachraum Narrativik (engl. narratology, frz. narratologie); Wissenschaft vom Erzählen; untersucht Erzählung als Gattung und beschreibt ihre typischen konstanten und variablen Merkmale und Merkmalskombinationen und erstellt Typologien, die Erzähltexte kategorisieren
 
 
Erzählung
1. mündliche oder schriftliche Darstellung von Ereignisfolgen, die sich in der Wirklichkeit oder der Vorstellung vollzogen haben; meistens in Prosa-, aber mitunter auch in Versform 2. im weiteren Sinne Sammelbegriff für alle epischen Gattungen 3. literarische Einzelgattung innerhalb der Gattung der epischen Texte; nicht immer eindeutig abgrenzbar; im Allgemeinen kürzer, weniger figurenreich und weniger komplex im Ideengehalt, im Handlungsverlauf und bei der Figurengestaltung als der Roman; weniger scharf profiliert und weniger streng um ein oder zwei Hauptereignisse herum zentriert als die Novelle, weniger pointiert und auf den Schluss hin ausgerichtet als die Kurzgeschichte, kein Bezug auf Unwirkliches und Wunderbares wie beim Märchen, der Legende oder Sage;  4. Darstellungsform beim Aufsatz; ein Geschehen - wirkliches oder erfundenes - soll unterhaltend auf der Basis der Aufbauprinzipien von Spannung und Höhepunkt / Lösung erzählt werden; Formen: Erlebniserzählung, Nacherzählung, Fortsetzungsgeschichte, Reizwortgeschichte, Bildergeschichte, Phantasieerzählung - vgl. Roman, Novelle, Kurzgeschichte, Märchen, Legende, Sage,

 

Erzählweise
Mittel der Erzähltechnik; von Lämmert (1955) verwendete Bezeichnung für verschiedene Arten des Erzählerberichtes wie: Bericht, Betrachtungen, szenische Darstellung, Beschreibung - vgl. Erzählerbericht

 

Erzählzeit
Dauer des (Vor-)Lesens einer Geschichte vgl. erzählte Zeit
 
Essay
1.) →Literarische Zweckform (literarisierter Gebrauchstext) 2.) →Journalistische Darstellungsform 3.) →Schulische Schreibform 4.) →Angloamerikanische Schreibdidaktik -  vgl. Aufsatz, Essayismus, essayistischer Stil, essayistisches Erzählen, essayistisches Schreiben,
     
  Essayismus
Tendenzen des Erzählens in Prosatexten, insbesondere modernen Romanen, bei denen essayistisch gestaltete Textpassagen in den Text eingefügt sind; im Rahmen der Dekonstruktion fiktionalen Erzählens werden damit, Ausführungen möglich, die weder dem "Mittelpunktshelden" (Waldmann 2003, S.162) des herkömmlichen bürgerlichen Entwicklungsromans noch einer bestimmten sinnstiftenden Erzählinstanz zugeordnet werden können; essayistische Passagen im modernen Roman sind damit in der Regel bewusste Digressionen, welche die in vielfältiger Hinsicht gebrochene, grundsätzlich inkonsistente Wirklichkeitserfahrung des postmodernen Menschen inhaltlich, aber, durch das Überwinden herkömmlicher Romanstrukturen, auch formal widerspiegeln; E. kann wie z. B. in »Thomas Manns (1875-1955)Zauberberg" (1924) ganz und gar und unauflöslich in das erzählte Geschehen integriert sein ( Essayfizierung i. e. S.) oder wie bei »Musil (1890-1942) im "»Mann ohne Eigenschaften" mit eigenen Kapiteln vom übrigen erzählten Geschehen abgetrennt sein oder wie bei »Brochs (1886-1952), »Schlafwandler" (1931-32) nicht nur typographisch ausgewiesen sein, sondern auch als abgeschlossene Erzählereinlage geradewegs so vom erzählten Geschehen distanziert und in dieses hineinmontiert wirken;  dadurch wird der Eindruck vermittelt, dass solche Passsagen "die Auffassung des Autors unmittelbar und eben nicht mehr als Reflexion eines Erzählers wiedergeben." (Bleckwenn (1974/1978, S.124)  - vgl.  Essay, essayistischer Stil, essayistisches Erzählen, essayistisches Schreiben
 
     
  Essayistischer Stil
nach Bleckwenn (1974/1978, S.124) gehören zu den prägenden Merkmalen: Konjunktive, relativierende Partikeln, einschränkende Nebensätze, Metaphern, Vergleiche und Anekdoten; -  Essay, Essayismus, essayistisches Erzählen, essayistisches Schreiben,
 
     
  Essayistisches Erzählen
- vgl. Darbietungsformen des Erzählens, erweiterte Erzähler-Reflexion, Essay, essayistisches Schreiben,
 
     
  Essayistisches Schreiben
 - vgl. Essay, Essayismus, essayistischer Stil, essayistisches Erzählen,
 
 
Essentialismus, hermeneutischer
vgl. Hermeneutischer Essentialismus 
     
  Etymologie
Wissenschaft, die die Herkunft, Geschichte und Grundbedeutung von Wörtern untersucht; etymologisch: die Herkunft, Geschichte und/oder Grundbedeutung eines Wortes oder bestimmter Wörter betreffend
 

 

Euphemismus
sprachliche Beschönigung
Beispiel: Entsorgungspark; ableben;
 
Evasorisches Lesen
Lesen, das primär zur Entspannung und Unterhaltung betrieben wird; in kritischer Perspektive dient evasorisches Lesen zur Flucht aus dem Alltag, ist eine eskapistische Form des Lesens; häufig sind Abenteuerbücher, Fantasy-Romane oder auch Kriminalromane Lesestoffe, die dem evasorischen Lesen zugeordnet werden - vgl. Lesen
     
  Exempel
(lat. exemplum = Beispiel, Probe, Muster) 1. Form der vergleichenden Verdeutlichung und/oder Veranschaulichung eines allgemeinen oder abstrakten Sachverhalts; Voraussetzung seiner rhetorischen Wirkung: gemeinsamer Erfahrungshorizont von Redner/Autor und Publikum; Funktionen: a) argumentativ (Beweis, Beleg), b) erläuternd (Erklärung mit Hilfe eines Beispiels, c) ästhetisch (Schmuck), d) lebenspraktische Orientierungshilfe (in Lobreden, Legenden- und Heiligenliteratur, Predigt)  2. Antike Rhetorik unterscheidet E. a) als positiver/negativer Beleg im Rahmen eines Berichts über Heldentaten und -Leistungen, um eine bestimmte Behauptung zu stützen b) als Berufung (Autoritätsbeweis) auf eine bestimmte historische Person, eine mythische Gestalt oder eine Sagenfigur, die bestimmte Eigenschaften oder Verhaltensformen zeigt; 3. Auf der Grundlage mittelalterlichen Analogie-Denkens und dem Bemühen um bildhafte Veranschaulichung besonders häufig in einer großen Zahl literarischer und religiöser Texte, die eine Vielzahl von Beispielen eines sittlichen Lebens beinhalten;
 
     
  Exemplum
vgl. Exempel
 
     
  Exemplarisches Portfolio
vgl. Portfolio, ergebnisorientiertes Portfolio, prozessorientiertes Portfolio
 
     
  Exkurs
(auch: Digression) Abschweifung; Erörterung eines Sachverhalts, der vom eigentlichen Thema wegführt, aber in einem Zusammenhang zum Thema steht; abgeschlossene Texteinheit (vor-, ein- oder nachgefügt) im Rahmen eines größeren Textganzen
 
     
  Experimentelle Texte
nach Portmann (1996, S.165) Bezeichnung für Texte, die bei ihrer Produktion nicht am normgerechten oder textsortenkonformen Schreiben orientiert sind; Beispiele dafür sind: écriture automatique (automatisches Schreiben), poetische Experimente, Schreibspiele, schnell hingeschriebene Kurztexte; experimentelle Texte ermöglichen vielfältige Erfahrungen über das Schreiben (z.B. dass sich beim Schreiben von Wörtern und Formulierungen weitere Wörter und Gedanken wie von selbst ergeben; besitzen zumindest zum Teile eine eigene ästhetische Qualität, die aus dem Zusammentreffen eigentlich unvereinbarer Perspektiven und/oder Aussagen ergeben; insofern nicht als bloßer Einstieg in das "richtige Schreiben" zu verstehen oder gar als Ersatz für mit geringerem Involvement vorgenommene Verfahren bei der Ideensammlung - vgl. Textsorte, automatisches Schreiben,
 
     
  Expertensprache
vgl. Fachsprache
 
     
  Experten-Team
schreibdidaktisches Verfahren zur Überarbeitung (Revision) von Texten in einem schrittweise kooperativen Schreiben;  in einer Gruppe von drei bis fünf Experten überarbeiten die Spezialisten einen, in der Regel fremden Text und prüfen dabei je nach Spezialgebiet des jeweiligen Experten, den Inhalt, den Aufbau, die Wortwahl, die Grammatik, den Satzbau, die Rechtschreibung, die Verständlichkeit und/oder die Wirkung der Ausführungen auf den Rezipienten
 
 
Explikative Themenentfaltung
Begriff aus der Textlinguistik; Bezeichnung für eine der drei Grundformen der thematischen Entfaltung;  - vgl. thematische Entfaltung, argumentative Themenentfaltung, deskriptive Themenentfaltung 
     
  Explizit
ausdrücklich, deutlich; im Ggs. dazu implizit; differenziert und ausführlich dargestellt - vgl. implizit
 
 
Explizit-auktoriale Charakterisierungstechnik
Bezeichnung für auktoriale Techniken zur Charakterisierung einer Figur im Drama, a) mit denen eine Figur im Nebentext im Hinblick auf ihr Äußeres, ihre Bekleidung, ihr Verhalten und mitunter ihre Persönlichkeitsstruktur beschrieben wird b) sprechende Namen (vgl. Pfister 1977, S.262f.) - vgl. auktoriale Charakterisierungstechnik
 
Explizite Figurencharakterisierung
Herausarbeitung der charakterlichen Merkmale einer literarischen Figur, indem diese Merkmale ausdrücklich benannt werden (explizit= ausdrücklich,   deutlich). vgl.  Figurencharakterisierung; implizite Figurencharakterisierung
im epischen Text: implizite Information zur Figurencharakterisierung durch  den Erzähler bzw. die Erzählinstanz oder durch die Figuren selbst;
     
  Explizites Wissen
Wissen, das in abstrakter Form (in einer natürlichen oder künstlichen Sprache) vorliegt; kann hinterfragt, diskutiert, transportiert, um- und neu gebildet werden; basiert auf einem System von grundlegenden zentralen Sätzen (auch: Propositionen,Aussagen) und daran lose gebundenen, peripheren Sätzen - (vgl. Polanyi 1985, Jarz 1997, S.83f.) - vgl. Wissen, implizites Wissen, Satz- vgl. Implizites Wissen
 
 
Explizit-figurale Charakterisierungstechnik
Bezeichnung für figurale Techniken zur Charakterisierung einer Figur im Drama, bei denen die Informationen über die Charaktereigenschaften ausdrücklich von einer Figur ausgehen; Formen: Fremdkommentar (Monolog/Dialog - in Anwesenheit/in Abwesenheit der charakterisierten Figur) - vgl. Pfister 1977, S.251ff. - vgl. figurale Charakterisierungstechniken, implizit-figurale Charakterisierungstechniken, auktoriale Charakterisierungstechniken 
     
  Exposé
1. Bei der Filmproduktion Schreibform, mit der Inhalt des geplanten Films vollständig, aber knapp dargestellt wird →Exposé
 
 
Exposition
1. in der Dramentheorie allgemeine Bezeichnung für den ersten Teil der dramatischen Handlung, indem die Voraussetzungen der Handlung, die Verhältnisse und Zustände dargelegt werden, aus denen der eigentliche dramatische Konflikt entsteht; Gegenstandsbereiche: Informationen über Vorgeschichte, Hauptpersonen, Ort und Zeit des Geschehens 2. als nicht auf die Eingangsphase des dramatischen Textes beschränkte "Vergabe von Informationen über die in der Vergangenheit liegenden und die Gegenwart bestimmenden Voraussetzungen und Gegebenheiten der unmittelbar dramatisch präsentierten Situationen" (Pfister 1977, S.124) 3. häufig Teil des Eröffnungsdreischrittes dramatischer Texte: dramatischer Auftakt, eigentliche Exposition, erregendes Moment 
     
  Expositorischer Text
vgl. Gebrauchstext, Sachtext, pragmatischer Text, nicht-fiktionaler Text
 
     
  Expressives "weil"
(semantisch) Verwendung der →kausalen Konjunktion/Subjunktion "weil', um in einem →Kausalsatz eine Einstellungsäußerung unabhängig von Wahrheitsbedingungen zu begründen werden - vgl. epistemisches 'weil', diagnostisches 'weil', faktisches 'weil', propositionales 'weil', Kausalsatz,
Beispiel: Ich finde das Gedicht schön, weil ich das, was da steht, so richtig nachempfinden kann.
 
     
  Extensionale Definition
Form der Definition, bei der im Allgemeinen eine größere Anzahl von Dingen aufgezählt wird, auf die sich das, was definiert werden soll, bezieht.; im Gegensatz dazu intensionale Definition - vgl. Definition, intensionale Definition
Beispiele:
a) Chemiker sind Menschen wie R. Boyle, R. Scheele, J. Priestley, J. von Liebig und viele andere. b) : Zivilcourage ist Mut sich in problematischen Situationen einzumischen, auch gegen offenkundige Missfallenskundgebungen anderer auf seinem Standpunkt zu beharren, andere bei offensichtlichem Fehlverhalten gegen die Regeln der Gemeinschaft zurechtzuweisen und ohne Rücksicht auf eigene Gefährdungen für eine gute Sache einzutreten.
 

 

Exzerpt, freies
frei und eigenständig formulierter Inhaltsauszug aus einem Text; Auswahlkriterium: Wichtigkeit und Bedeutung für ein Thema, eine Fragestellung; genaue Quellenangabe erforderlich - vgl. Exzerpieren, wörtliches Exzerpt
 
Exzerpieren
Form der inhaltlichen Erfassung von Texten; Inhaltsauszüge, die entweder als wörtliche Übernahmen oder als eigenständige Formulierung angefertigt werden - vgl. wörtliches Exzerpt, freies Exzerpt

 

Exzerpt, wörtliches
wörtlich zitierter Inhaltsauszug aus einem Text; Auswahlkriterium: Wichtigkeit und Bedeutung für ein Thema, eine Fragestellung; genaue Quellenangabe erforderlich; Grundlage für das Zitieren in einer eigenen Arbeit - vgl. Exzerpieren, freies Exzerpt, Zitieren

 

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