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Glossar

Fachbegriffe für den Deutschunterricht

A B C D E F G H I J K L M N O - Q R S T U V W X Y Z

 
Paper
Parabel
Parabolische Literatur
Paradox
Parallelismus, grammatischer
Paraphrase
Paraphrasieren
Parasoziale Interaktion
Parasprache
Parataktischer Stil
Parataxe 
Paratext
Paraverbale Merkmale
Parenthese 
Parodie 
Paronomasie
Partikeln 
Partitur
Partiturnotation
Partizip 
Partizipialphrase
Partnerbezogene Sprechakte 
Partnerselektion
Pentameter
Performanz 
Performative Äußerung 
Periode
Peripetie 
Periphrase
 
Peritext
Personal
Permutation

Personale Erzählperspektive
Personales Erzählen
 
Personale Erzählsituation
 
Personale Ich-Erzählperspektive 
Personale Ich-Erzählsituation
Personenbeschreibung
Personenkarikatur
Personenkonstellation
Personenrede
Personifikation
Perspektivraum 
 
Perzeption
Phraseologismus

Plagiat
Pleonasmus
Plot

Poesie, konkrete
Poetik
Phantasieerzählung
Plot 
Podcast
Poetische Charakteristik 
Point of attack 
Point of view 
Politische Karikatur
Polysemie
Polyptoton
Polysyndeton
Porträtkarikatur
Poststrukturalismus
Prädikation
Prädikativsatz
Pragmatik
Pragmatischer Text

Prämisse 
Präposition
 
Präsentationstechnik
 
Précis
Pressekarikatur
Primärliteratur 
Primäre Geste
Printwerbung
Privatbrief
Produktive Textarbeit 
Pro-Formen 
Prolog 
Pronomen 
Pronominaladverb 
Proposition 
Propositionaler Akt 
Propositionaler Gehalt
Prosa
Prosagedicht
Prosodie
prosodisch
Prosodisches Merkmal
Prosyllogismus
Proxemik
Prüfungsfrage 
Psycho-narration 
Punktuelles Lesen 
Pyramidaler Aufbau

 

 
     
  Paper
(engl. "Papier); 1) allgemein: schriftliche Unterlage, Schriftstück; 2) Bezeichnung für eine Zusammenstellung von Texten und Bildern, die an keine klaren Kriterien zur inhaltlichen und/oder formalen Gestaltung gebunden ist; häufig im Zusammenhang gesehen mit Materialien, die bei einer Präsentation oder einem Vortrag an die anwesenden Personen ausgeteilt werden; mitunter auch synonym verwendet mit Handout oder Thesenpapier - vgl. Handout, Thesenpapier
 
 
Parabel
ein zu einer selbständigen Erzählung erweiterter Vergleich; kann nur von einem Vergleichspunkt (Bildebene) aus durch Analogie auf einen gemeinten Sachverhalt (Sachebene) übertragen werden; ohne direkten Verweis wie beim Gleichnis - vgl. Gleichnis, Literatur, parabolische 
     
  Parabolische Literatur
vgl. Literatur, parabolische
 

 

Paradox
Scheinwiderspruch
Beispiel: Merkwürdig, wie wenig im ganzen die Erziehung verdirbt.
 
Parallelismus, grammatischer:
eindeutige Gleichordnung von Satzkonstruktionen
Beispiel: Heiß ist die Liebe, kalt ist der Schnee...
 
Paraphrase
1) verdeutlichende Umschreibung oder Wiedergabe eines Textes in derselben Sprache, um z.B. bei einer Interpretation den Sinn einer Äußerung herauszustellen; 2) freie, oder auch nur sinngemäße Übertragung eines Textes in eine andere Sprache 3) in der Musik: freie, meist virtuose Konzertphantasie über beliebte Melodien - vgl. paraphrasieren, sinngemäßes Zitieren,
 
Paraphrasieren
Form der sinngemäßen, inhaltlichen Wiedergabe eines Textes, der erläutert und ggf. erweitert wird; in schulischen Schreibformen wie Textanalyse, Texterörterung oder Textinterpretation häufig problematisch, wenn die eigenen geistigen Leistungen des Schülers nicht über die Paraphrase hinausgehen - vgl. Paraphrase, sinngemäßes Zitieren,
     
  Parasoziale Interaktion
In den 1950er Jahren geprägter soziologischer Begriff zur Bezeichnung intrapersonaler Vorgänge, bei denen Kommunikationsphänomene unter Zwischenschaltung von Technik bzw. Medien so niederschlagen, als seien sie eine "echte" Begegnung von Angesicht zu Angesicht; zwar bleibt der für die Massenkommunikation typische "Einbahnstraßencharakter" erhalten, aber trotz des Fehlens einer "wirklichen" sozialen Beziehung bilden sich beim Sender und beim Empfänger besondere Formen der gegenseitigen Bezugnahme heraus (z.B. Formulierungen, mit denen Anonymität überbückt werden soll; Beispiel Sprecher/-in einer Nachrichtensendung: "Guten Abend, meine Damen und Herren!" oder "Abschiedsfloskeln wie "Eine schöne und geruhsame Nacht!" - vgl. Interaktion
 
     
  Parasprache
1) meist metaphorisch verwendete Bezeichnung für sämtliche nichtsprachlichen Mittel, die für die Kommunikation von Bedeutung sind, z. B. Mimik, Gestik, Lautstärke, Sprachtempo 2) Merkmale der Sprache im Bereich der suprasegmentalen Merkmale die nicht zu den prosodischen Merkmalen gehören wie z. B. Flüstern, das signalisieren soll, dass eine bestimmte Mitteilung vertraulich ist- vgl. paraverbale Merkmale suprasegmentalen Merkmale
 
 
Parataktischer Stil
sprachliche Darstellungsform, bei der die Abfolge von Hauptsätzen (Parataxe) dominiert; vgl. Parataxe, hypotaktischer Stil, Satzverbindungen, Satzfiguren
Beispiel: Es ist heller Mittag, und es ist schön. Das Haus ist weiß. An der Seite steht ein Stall. Auch der Stall ist weiß. Und hier ist der Garten. Ein Stückchen den Berg hinunter steht schon das nächste Gehöft, und dann kommt das Dorf, am Fluss entlang, und die Chaussee biegt heran und geht vorbei und noch einmal auf den Fluss zu und wieder zurück in den Wald. Es ist schön. Und es ist heller Mittag. Unter dem Apfelbäumchen dreht sich die alte Frau. Sie schwenkt die bloßen Arme. Liebe Sonne, brenn mich, brenn mich. (Johannes Bobrowski, Brief aus Amerika)
 
Parataxe
auch: Satzreihe; Form der Satzverbindung, bei der selbständige Sätze aneinandergereiht und miteinander verbunden sind - vgl. parataktischer Stil, Hypotaxe, Satzfiguren
     
  Paratext
nach »»Gérard Genette äußerliches, peripheres Strukturelement von Texten wie z. B. Titelseiten, Kommentare zu einem Buch auf der Rückseite, im Vorspann abgedruckte Ausschnitte aus Rezensionen, Informationen zu einem Autor und seinem Werk, Hinweise auf Werke eines Autors, die im selben Verlag erschienen sind, Inhaltsverzeichnis, Vorwort, Einführungen, erklärende Anmerkungen des Herausgebers, Bibliographien; im dramatischen Text auch Nebentext; Funktion: Erleichterung der Orientierung in gedruckten Texten und Ermöglichung einer schnelleren Aufnahme der präsentierten Informationen - vgl. Epitext, Peritext,
 
     
  Paraverbale Merkmale
(auch: parasprachliche Merkmale); Merkmale der Sprache, die den suprasegmentalen Merkmale der Sprache zugeordnet werden können, aber nicht zur Prosodie gehören; z. B. Flüstern, das signalisieren soll, dass eine bestimmte Mitteilung vertraulich ist (vgl. Linke u. a. 1995, S.423) - vgl. suprasegmentale Merkmale, Parasprache
 
 
Parenthese
rhetorische Figur: grammatisch eigenständiges Einschiebsel in einen Satz; dabei wird zwar der grammatische Zusammenhang unterbrochen, aber die syntaktische Ordnung des Satzes nicht; unterschiedlicher Umfang; Inhalt meist eine Mitteilung, die zwar erwünscht, aber nicht unbedingt nötig ist; Zeichensetzung: zwischen Gedankenstrichen stehend - vgl. Sinnfiguren, rhetorische Figuren

Zur Rechtschreibung:
a) mit Komma (§ 77)
: Eines Tages, es war mitten im Sommer, hagelte es. Dieses Bild, es ist das letzte und bekannteste des Künstlers, wurde nach Amerika verkauft. Ihre Forderung, um das noch einmal zu sagen, halten wir für wenig angemessen.
b) Gedankenstrich (§ 84): Eines Tages – es war mitten im Sommer – hagelte es. Eines Tages – es war mitten im Sommer! – hagelte es. Eines Tages – war es mitten im Sommer? – hagelte es. Dieses Bild – es ist das letzte und bekannteste des Künstlers – wurde nach Amerika verkauft. Ihre Forderung – um das noch einmal zu sagen – halten wir für wenig angemessen.
c) mit Klammern (§ 86): Eines Tages (es war mitten im Sommer) hagelte es. Eines Tages (es war mitten im Sommer!) hagelte es. Eines Tages (war es mitten im Sommer?) hagelte es. Dieses Bild (es ist das letzte und bekannteste des Künstlers) wurde nach Amerika verkauft. Ihre Forderung (um das noch einmal zu sagen) halten wir für wenig angemessen.

 
Parodie
In der Literatur Bezeichnung für Werke, die ein schon vorhandenes "ernst gemeintes", den Adressaten der Parodie im Allgemeinen als bekannt vorausgesetztes Werk eines anderen unter Beibehaltung äußerer Formelemente, aber mit nicht dazu passendem Inhalt verspotten, verzerren und damit auch kritisieren will (Ggs. Travestie) - vgl. Travestie
     
  Paronomasie
rhetorische Figur; Wortumbildung; Spiel mit klangähnlichen Wörtern; 1. Wörter desselben Stammes mit bestimmten Bedeutungsunterschieden werden zusammengestellt, z. B. "wer sich auf den verlässt, der ist verlassen." 2. Wörter verschiedener Herkunft und Bedeutung, aber mit gleicher oder ähnlicher Lautung werden zusammengestellt; auch Parechese genannt; z. B. "kümmert sich um den Krug mehr als um den Krieg" (Schiller, Wallensteins Lager)
Beispiel: "ein messer mehr als eine messe" (Hoffmannswaldau in der Grabschrift auf Heinrich IV. = Anspielung auf einen angeblichen Ausspruch Heinrich IV,, wonach Paris eine Messe wert sei und auf seine Ermordung durch Ravaillac im Jahr 1610)
 
 
Partikeln
Wortartgruppe; Bezeichnung in verschiedenen Grammatiken nicht einheitlich: 1) Heringer 1989 zählt zu den unveränderlichen Wortarten: Partikeln, Adverbien, Präpositionen, Konjunktionen und Interjektionen 2) DUDEN - Grammatik der deutschen Gegenwartssprache 1973: Partikeln sind Adverbien, Konjunktionen, Präpositionen 3) Engel 1996, Hinze 1968 Partikeln bezeichnet die gesamte Gruppe der unveränderlichen Wortarten als Partikeln; Formen von Partikeln i. e. S.: Modalpartikeln (sicherlich, zweifellos), Rangierpartikeln (eigentlich, erstens, erstaunlicherweise), Gradpartikeln (sogar), Kopulapartikeln (angst (sein), quitt (sein)),  (doch, eben, wohl) - vgl.
     
  Partitur
in der Musik: übersichtliche und Takt für Takt geordnete Zusammenstellung aller zu einer vielstimmigen Komposition gehörenden Stimmen, die in Notenschrift auf einzelnen übereinander liegenden Liniensystemen angeordnet sind
 
     
  Partiturnotation
von K. Ehlich und J. Rehbein (1976) entwickeltes Transkriptionssystem für lautsprachliche Äußerungen im Gespräch (Halbinterpretative Arbeitstranskription (HIAT)), das später um intonatorische Phänomene und die Notation nonverbaler Aspekte erweitert wurde (Ehlich 1979, Ehlich/Rehbein 1979, Ehlich 1993); das Transkriptionssystem knüpft an konversationsanalytische Transkriptionsverfahren an; Verschriftlichung auf der Grundlage der sog. Partiturschreibung, d. h. verschiedene Sprecher werden parallel notiert, ohne dass auf die Zeilennotation oder Seitenformate geachtet werden muss; Standardorthographie mit der darin üblichen Verwendung der Interpunktionszeichen; eignet sich besonders für Gespräche mit vielen Gesprächsteilnehmern, die kürzere Beiträge äußern, bei denen der Sprecher häufig wechselt und in denen häufig paralleles Sprechen vorkommt (vgl. Brinker/Sager 1989, S.41) - vgl. Gesprächsanalyse, Transkription, Notation, Textnotation
 
 
Partizip
auch: Mittelwort; infinite Verbform; Formen: Partizip I (Partizip Präsens), Partizip II (Partizip Perfekt); auch Mittelwort, weil P. Mittelstellung zwischen Verb und Nomen oder Verb und Adjektiv einnimmt; (a) Partizip I: wird gebildet mit Infinitiv und Endung -d; charakterisiert Verlauf, Vorgang, Zustand ohne zeitliche Begrenzung; als Nomen und Adjektiv gebraucht; wird dekliniert; kann eigenständiges Satzglied oder Attribut sein; als satzwertiges Partizip anstelle eines Nebensatzes (b) Partizip II: wird verwendet in der 3. Stammform des Verbs zur Bildung der zusammengesetzten Tempusformen (Perfekt, Plusquamperfekt); charakterisiert ein vollendetes Geschehen oder einen Zustand;
Beispiele: Partizip I: stolpernd, kochend, glänzend - der Ankommende, der ankommende Besucher - das Glitzernde, ... dem Glitzernden - Sie empfand es als störend. - Die störenden Blicke gingen ihr zu weit. - Partizip II: Sie ist gegangen. - Er ist geschlagen worden. - Sie hat studiert. 
 
Partizipialphrase
(derzeit nur Platzhalter!) - vgl. satzartiges Konstrukt, Partizip
 
Partnerbezogene Sprechakte
Gruppe von Sprechakten, die darauf abzielen, das vorhandene Wissen, das Verhalten oder die Beziehung der Gesprächspartner zueinander zu beeinflussen; Typen: Mitteilungsakte, Ausgleichsakte, Personen festlegende Sprechakte - vgl. Engel 1996, S.35f.) - vgl. Sprechakte,
     
  Partnerselektion
vgl. Fremdwahl - Gegenteil: Selbstselektion
 
     
  Pentameter
gr. "Fünffüßler"; Versmaß. das in der deutschen Sprache aus sechs Daktylen besteht; dabei können die ersten zwei durch Spondeen oder Trochäen ersetzt werden; der dritte und der letzte Versfuß ist senkungslos (katalektisch); velangt wist außerdem eine Zäsur nach dem dritten Fuß
Beispiele: Aber der große Moment findet ein kleines Geschlecht (Goethe/Schiller in ihren Xenien) - vgl. Hexameter
 

 

Performanz
aktuelle Sprachverwendung, konkrete Realisierung von Ausdrücken in bestimmten Situationen bei gleichzeitigem Vorhandensein aller möglichen situativen Unzulänglichkeiten (z.B. Stottern, Versprechen, Unterbrechung, Gedächtnisschwäche, Redundanz etc.) beim jeweiligen Sprecher - vgl. Pragmatik
 
Performative Äußerung
Verwendungsweise von Verben, die sprachliche Handlungen beschreiben; daher auch Sprechaktverben genannt; wenn ein Sprecher eine performative Äußerung macht, vollzieht er damit eine bestimmte Handlung, die das Verb beschreibt. - vgl. Sprechakte
 
Periode
rhetorisches Mittel auf Satzebene; eine gegliederte Satzeinheit oder eine Folge von mehreren in inhaltlicher Hinsicht eng aufeinander bezogenen Sätzen; Funktion: Kombination oder Kontrastierung mehrerer gleichgerichteter oder gegensinniger Gedanken 
 
Peripetie
Handlungselement im Drama, das einen Umschwung in der Entwicklung auf ein gutes oder böses Ende bringt; dabei wird eine sich vorher angebahnte Entwicklung zunichte macht; in der Tragödie meist der Wendepunkt, an dem der tragische Held die Möglichkeit einer autonomen Entscheidung im Handeln verliert;  in der fünfaktigen Tragödienform (geschlossenes Drama) befindet sich die P. am Ende des 3. Aktes bzw. Beginn des 4. Aktes; im dreiaktigen Drama am Ende des 2. Aktes bzw. am Beginn des 3. Aktes- vgl. Drama, geschlossenes Drama, pyramidaler Aufbau
 
Periphrase
rhetorisches Stilmittel: Umschreibung einer Person, einer Sache oder eines Begriffes durch Tätigkeiten, Eigenschaften oder Wirkungen, die es kennzeichnen vgl. 
     
  Peritext
nach »»Gérard Genette äußerliches, peripheres Strukturelement von Texten, das dem Verleger zugeordnet werden kann; z.B. Format; Reihe, in der das Werk erscheint; Aufmachung des Umschlags und der Titelseite - vgl. Paratext, Epitext
 
 
Permutation
1. Vertauschung, Umstellung;  im Zusammenhang mit rhetorischen Änderungsoperationen: Umstellung zweier oder mehrerer Elemente 2. Umstellen einer Reihenfolge einer Zusammenstellung mathematischer Größen 3. Umstellung aufeinander folgender sprachlicher Elemente durch strenges oder unsystematisches Durchspielen möglicher Kombinationen = Platzwechsel einzelner Worte, Satzglieder, Verse; häufige Form im Umfeld der konkreten Poesie - vgl. rhetorische Änderungsoperationen 
 
Personal
1. im dramatischen Text Ensemble der auftretenden Figuren, die in vielfältigen Korrespondenz- und Kontrastrelationen zueinander stehen, Haupt- und Nebenfiguren, aber keine Hintergrundfiguren (backstage characters) (vgl. Pfister 1977, S. 225)- vgl. Drama, Dramentheorie, Figur, backstage character, Nebenfigur
 
Personale Erzählperspektive
vgl. personales Erzählen
 
Personales Erzählen
auch: personale Erzählperspektive, personale Erzählsituation; epische Darstellungstechnik der Er-Erzählung; konstante Erzählperspektive; Innensicht in Form des "showing", d.h. der Erzähler bzw. die Erzählinstanz mischt sich kommentierend nicht ein - vgl. Perspektivfigur, auktoriales Erzählen, neutrales Erzählen 
Beispiel: Antonia wartete im Restaurant auf ihren Freund. Wenn er mich wieder versetzt, dann..., schoss ihr durch den Kopf. Sie bestellte sich einen Kaffee und blickte zur Tür. Das wird er nicht wagen! Dabei überlegte sie, was sie ihm sagen würde, wenn er jetzt im Lokal erschiene.
 
Personale Erzählsituation
vgl. personales Erzählen; Begriff geht auch Franz Stanzel (1964) zurück; auch: personale Erzählperspektive, personale Erzählhaltung
 
Personale Ich-Erzählperspektive
Variationsrichtung der Ich-Erzählperspektive (Ich-Erzählsituation); Ich-Form, Innenperspektive, in der zweipoligen Ich-ich-Struktur (erzählendes/sich erinnerndes Ich und erlebendes/erinnertes Ich) steht das erlebende Ich im Mittelpunkt- vgl. Ich-Erzählperspektive - auktoriale Ich-Erzählperspektive 
 
Personale Ich-Erzählsituation
vgl. personale Ich-Erzählperspektive

 

Personenbeschreibung
(schulische) Schreibform: Beschreibung der äußeren Erscheinung (Körperbau, Haltung, Gesicht,  Aussehen, Kleidung, besondere Kennzeichen) einer Person; gängige Formen: Steckbrief, Suchmeldung, Anzeige über eine vermisste Person - vgl. literarische Charakteristik
     
  Personenkarikatur
Karikaturen, deren hauptsächlicher Bildinhalt die karikierende Darstellung von Personen darstellt; Formen: a) Typenkarikatur (Herausstellung und Übertreibung bestimmter Stereotypen für einen bestimmten Personenkreis) b) Individualkarikatur (karikierende Darstellung bestimmter Personen, bekannter Persönlichkeiten oder persönlicher Attribute etc.) c) Porträtkarikatur  (vgl. Schneider 1988)- vgl. Karikatur, politische Karikatur,
 
 
Personenkonstellation
vgl. Figurenkonstellation

 

Personenrede
vgl. Figurenrede
 
Personifikation
Vermenschlichung eines abstrakten Begriffes (Welt, Liebe, Tod), von Kollektiva (Städte, Länder), Naturphänomenen (Regen, Abendrot, Flüsse), Tieren (vgl. Fabel) Gegenstandes; besondere Form der Anthropomorphisierung bzw. Allegorie;  - vgl. Allegorie, Bild, Symbol
Beispiel: Die Revolution frisst ihre Kinder. - "Vater Rhein" (Hölderlin) - "Gevatter Tod" (Claudius) - "Schwager Chronos" (Goethe)
 
Perspektivfigur
in der Erzähltheorie Bezeichnung für die Wahl eines subjektiven, begrenzten Blickpunktes einer oder mehrerer Figuren beim personalen Erzählen, deren äußere Wahrnehmung von der jeweiligen subjektiv-psychologischen Sichtweise eingegrenzt ist, (Außensicht auf andere Personen); gleichzeitig meist starke Betonung der Gedanken, Gefühle und Erinnerungen der Perspektivfigur, d.h. Dominanz der inneren Handlung (Innensicht) - vgl. Vogt 1990, S.54 - vgl. personales Erzählen, Reflektorfigur 

 

Perspektivraum
Raumtyp der Raumgestaltung im epischen Text: Raum und Raumelemente werden in ihrer von einer Figur wahrgenommenen, erlebten Art (Perspektivierung) dargestellt; im Bewusstsein oder Unterbewusstsein der Figuren erscheint der Raum und seine Elemente als vertraut/fremd, freundlich/feindlich, verständlich/unverständlich; der Raum wird gesehen als Idylle, Arbeitsraum, alltäglicher Lebensraum, phantastischer, unheimlicher, grotesker, halluzinatorischer Raum
     
  Perzeption
1) allg. Wahrnehmung 2) sprachpsychologisch sämtliche Prozesse, in denen sprachliche Informationen akustisch oder visuell wahrgenommen, strukturiert, verarbeitet und verstanden werden (aktive Sinngebungsprozesse)
 
     
  Phraseologismus
lexikalische Einheit (z.B. Wort, Wortgruppe als formelhaft-feste Redensart, Redewendung oder idiomatische Wendung), die aus mehreren Elementen besteht; die Gesamtbedeutung dieser Einheit ergibt sich im Allgemeinen nicht aus der Summe der Bedeutungen seiner einzelnen Elemente: »die Zelte abbrechen« (in idiomatischer Leseart etwa aufbrechen) oder »den Stuhl vor die Türe setzen« (entlassen) oder »etwas in den Schatten stellen« (besser sein, übertreffen); Phraseologismen können als a) semantische Einheiten vorkommen, in denen alle darin enthaltenen Wörter phraseologisch gebunden sind (z.B. schwarz sehen), b) sie können auch als Äquivalent für ein Wort stehen (z.B. Er setzte ihm den Stuhl vor Tür - er entließ ihn). Weitere Klassifikationsmöglichkeiten a) nach dem jeweiligen Bedeutungskern, b) nach dem Grad der Durchsichtigkeit oder Motiviertheit  oder c) nach der Art, wie sie syntaktisch konstruiert werden
 
 
Phantasieerzählung
Darstellungsform des Aufsatzes Erzählung; Gestaltung eines frei erfundenen Geschehens nach den Aufbauprinzipien Spannung und Höhepunkt / Lösung - vgl. Erzählung
     
  Plagiat
unrechtmäßige Nachahmung bzw. Veröffentlichung eines künstlerischen oder wissenschaftlichen Werkes, das von einem anderen geschaffen worden ist (Urheberrecht); Diebstahl geistigen Eigentums; auch ein ganzes künstlerisches oder wissenschaftliches Werk, das auf diese Weise entstanden ist, wird als Plagiat bezeichnet.
 
 
Pleonasmus
meistens überflüssiger, synonymer Zusatz zu einem Wort oder einer Redewendung; auch als Stilfehler möglich: der weiße Schimmel, neu renoviert); zur nachdrücklichen Betonung: ich habe es mit meinen eigenen Augen gesehen - vgl. Wortfiguren, Tautologie
Beispiele: Ich habe es mit meinen eigenen Augen gesehen. -
 
Plot
1. gleichartiges Inhaltselement in unterschiedlichen Dichtungen; beim Plot bleiben die zeitlich zusammenhängende Folge fiktiver Ereignisse und ihre zeitliche und/oder motivierende Verknüpfung die gleichen.2. Handlungsschema im Gegensatz zur Geschichte (story); im Drama Bezeichnung für die Handlungsstruktur eines Stückes, die die vom Autor intendierten Zuschauerwirkungen erreichen soll; auch verwendet als Synonym für Dramenhandlung im Vergleich zur Geschichte (story), die mehr als die Bühnenhandlung umfasst -  vgl. Thema, Motiv, Stoff, Story, Dramaturgie 
Beispiel: Das Märchen "Von den Fischer un siine Fruu" der Brüder Grimm wird von Othmar Schoeck in seiner dramatischen Kantate "Vom Fischer und syner Fru" zwar in eine andere Gattung übertragen, aber im Übrigen genau bewahrt.
     
  Podcast
Wortneuschöpfung (Neologismus), Neubildung aus der Markenbezeichnung iPod, eines tragbaren MP3-Players der Firma Apple, und dem englischen Begriff "broadcast", der Sendung bedeutet; im Allgemeinen eine Art Radiosendungen, die nicht live übertragen werden, sondern unabhängig von Sendezeiten rezipiert werden können; Podcast liegen zum Download auf (Web-)Servern bereit; werden diese Sendungen in einer Art Reihe oder Serie produziert und im Internet zur Verfügung gestellt, wird aus dem einzelnen Podcast über so genannte »Feeds (meistens »RSS) meist eine kürzer oder länger verfügbar gemachte Serie von Sendungen/Beiträgen; Podcasts können sowohl reine Audiobeiträge, aber auch Videosendungen umfassen - vgl. Audiopodcast, Videopodcast;
 
 
Poesie, konkrete
vgl. konkrete Poesie
     
  Poetik
Teilbereich der Ästhetik; Bezeichnung für die Lehre bzw. die Theorie der Literatur; ehemals Regelpoetik, heute vornehmlich Abweichungs- und Verfremdungspoetiken
 

 

Poetische Charakteristik
im literarischen Text: Gesamtheit der Informationen über eine fiktive Gestalt im Text, die die Eigenart (Charakter) einer Figur ausmachen; vgl. Figurencharakterisierung, literarische Charakteristik, Charakteristik 
 
Point of attack
vgl. dramatischer Auftakt
 
Point of view
vgl. Erzählsituation
     
  Politische Karikatur
graphische oder graphisch-textliche Verfremdung von aktuellen Personen oder Sachverhalten mit komischen Mitteln, um eine meist satirische Wirkung zu erlangen, die sich oft auch durch Lachen Luft macht; als ein visueller Kommentar gehört sie zu den meinungsbetonten journalistischen Darstellungsformen, die zur politischen Meinungs- und Willensbildung ebenso beitragen können, wie auch zur Unterhaltung des Rezipienten, dem eine mehr oder minder schwere, in der Regel freilich leicht zugängliche Kombinationsleistung bei der Dekodierung des in der Karikatur gestalteten Phraseologismus abverlangt wird; (vgl. Schneider 1988, vgl. Knieper 2002); Formen: Einzelkarikatur, Abfolgekarikatur, (apersonale) Sachkarikatur, Personenkarikatur, Tierkarikatur- vgl. Karikatur, Pressekarikatur, Zeitungskarikatur,
 
     
  Polysemie
Mehrdeutigkeit; Ggs. Monosemie;
 
     
  Polyptoton
Wiederholung desselben Wortes in verschiedenen (Flexions-)Formen,
Beispiel: Auge um Auge; homo hominis lupus
 
     
  Polysyndeton
rhetorische Figur in Form der sog. syndetischen Reihung; Verknüpfung mehrerer gleichgeordneter Wörter, Wortgruppen, Satzteile oder Sätze durch dieselbe Konjunktion - vgl. rhetorische Figuren, Asyndeton
Beispiel: "und es wallet und siedet und brauset und zischt" (Schiller, Der Taucher)
 
     
  Porträtkarikatur
Form der Karikatur, die historisch von den beiden Brüdern »Agostino (1557 - 1602) und »Annibale (1560 -1609) Carracci begründet wird, die mit dem geltenden Schönheitsideal der italienischen Renaissance brechen und eine Art "artistischen Gegenentwurf gegen die ideale Schönförmigkeit" (Plum 1998, S.45) - vgl. Karikatur,
 
     
  »Poststrukturalismus
Bezeichnung für eine Gruppe von Theorien, die semiotisch (zeichentheoretisch) ausgerichtet sind und die in verschiedenen, meist kulturwissenschaftlichen Disziplinen verortet sind; keine einheitliche, konsistente Theorie; Strukturalismus in der Regel dominante Bezugstheorie, aber auch Bezugspunkte zur Hermeneutik; auch in der Forschung umstritten wer außer »Jaques Derrida (1930-2004) (»Dekonstruktion), »Michel Foucaults (1926-1984) (»Diskursanalyse) und »Jaques Lacan (1901-1983) (»Psychoanalyse) zu den Poststrukturalisten zu zählen ist; in der Literaturwissenschaft finden sich zahlreiche Bezugnahmen auf poststrukturalistische Annahmen, ohne dass eine eindeutige Theorie zugrunde gelegt ist; Gemeinsamkeiten poststrukturalistischer Theorien sind a) unter formalem Aspekt "ein gemeinsamer »Stil« des Denkens und Schreibens, der gängige Standards wissenschaftlicher Kommunikation unterläuft, literarische Stilmerkmale aufweist und auf »Differenz« statt Identität setzt" (Köppe/Winko 2008, S.97) b) unter inhaltlichem Aspekt die "Ablehnung von Konzepten und Denkmodellen der abendländischen Tradition" mit ihrer Orientierung am rational erkennenden und handelnden Subjekt und die auf den Strukturalismus zurückgehende eindeutige "Ausrichtung auf die Sprache als Bezugspunkt ihrer Argumentationen" (ebd.)
 
     
  Prädikation
1.
Bezeichnung für das Verfahren, bestimmten Personen, Ereignissen, Dingen oder Sachverhalten bestimmte Eigenschaften oder Attribute zuzusprechen oder abzusprechen; 2. semantisch Bezeichnung dafür, dass einem durch das Subjekt eines Satzes bezeichneten Gegenstand die im Prädikat ausgedrückte Eigenschaft zu oder abgesprochen wird 3. pragmatisch, in der Sprechakttheorie J. R. Searles,  Bezeichnung für einen Bestandteil des propositionalen Aktes, der den neben dem illokutionären Akt, den zweiten (grammatisch abhängigen) Teil einer Sprechhandlung repräsentiert; bestehend aus Referenz (= Setzung eines Kommunikationsgegenstandes; syntaktisch repräsentiert durch Eigennamen, Pronomen, andere Pronominalgruppen) und der Prädikation (= Zuordnung von Eigenschaften zum gesetzten Gegenstand, syntaktisch repräsentiert durch Prädikate);
(vgl. Brinker 1997, S.26)
 
 
Prädikativsatz
Gliedsatz, bei dem der untergeordnete Nebensatz anstelle des Satzgliedes Prädikativum steht;  - vgl. Gliedsatz
Beispiele: Der Film war, wie es vorher erzählt worden war. (= Der Film war langweilig. (Prädikativum)) - Ferdinand war, was er sich gewünscht hatte. (=Ferdinand war Mittelstürmer (Prädikativum))

 

Pragmatik
Lehre von der Sprachverwendung (Performanz) unter Bezugnahme auf die jeweilige Sprechsituation und ihren Einfluss auf Inhalt und Art der Sprachhandlung, auf die jeweilige verbale Strategie der Sprachbenutzer (Sprecher/Schreiber oder Hörer/Leser); untersucht wird nicht die abstrakte Kompetenz   eines idealisierten Sprechers, sondern immer konkrete sprachliche Äußerungen bestimmter Personen zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort. - vgl. Performanz, pragmatisch, pragmatischer Text
     
  pragmatisch
1. allgemein: sachbezogen, sachlich, auf Tatsachen beruhend; anwendungs-, handlungs- bzw. sachbezogen; 2. linguistisch: die Sprachverwendung betreffend, die Pragmatik betreffend
 
     
  Pragmatischer Text
vgl. Gebrauchstext
 
 
Prämisse
Voraussetzung; logisch: Vordersatz eines logischen Schlussverfahrens; Prämissen liefern im Argument bzw. im Rahmen einer Argumentation Gründe, damit eine bestimmte Konklusion (Schlussfolgerung/These) akzeptiert werden kann - vgl. Argument, Argumentation, KonklusionSyllogismus,
 
Präposition
unveränderliche Wortart; auch: Verhältniswort; vgl. unveränderliche Wortarten 
Beispiele: wegen, mit, auf, gegen, beim…
 
Präsentationstechnik
Form der Darstellung von Sachverhalten, Arbeitsergebnissen usw. vor einem Publikum; Typen: mündliche Formen, rein audiovisuelle Formen - vgl. Referat, Facharbeit
     
  Précis
(frz. le précis = kurze Zusammenfassung, Übersicht, Abriss); kurze, aber sehr präzise Form Inhaltsangabe/Inhaltswiedergabe; im Gegensatz zur schulischen Schreibform Inhaltsangabe gilt:  a) Stil und Standort des Originalverfassers muss beibehalten werden, b) Originaltext muss auf ein Drittel des Ausgangstextes bei Beibehaltung der Stilmerkmale gekürzt werden (+ 10%) c) keine Veränderung der Gedanken des Ausgangstextes, keine Interpretation und kein willkürliches Weglassen wesentlicher Gedanken d) andere, aber den inhaltlichen Kern der Textvorlage treffende Überschrift e) Wiedergabe des Ausgangstextes mit eigenen Worten in Form eines zusammenhängenden Texts
- vgl. schulische Schreibformen, Inhaltsangabe, Summary, Klappentext, strukturierte Textwiedergabe
 
     
  Pressekarikatur'
auch: Zeitungskarikatur, politische Karikatur, die im Allgemeinen eine tagesaktuelle Berichterstattung illustriert oder visuell kommentiert; meistens handgezeichnet bzw. skizziert und in Schwarzweiß gehalten ist, basiert ihre komische bzw. satirische Wirkung trotz ihrer verfremdenden, die Realität überzeichnenden Gestaltung auf einem Wiedererkennungseffekt, der bei vorausgesetztem Wissen über Personen oder Sachverhalte auf die Bezug genommen wird, vergleichsweise leicht verständlich sein will; - vgl. Karikatur, politische Karikatur
 
 
Primärliteratur
frz.: primaire = zuerst vorhanden; meist literarische oder philosophische Werke, die von der diese erklärenden Sekundärliteratur interpretiert werden - vgl. Sekundärliteratur
     
  Primäre Geste
nonverbale Handlung, die allein zur visuellen Kommunikation eingesetzt wird; Formen: Ausdrucksgeste, mimische Gesten: soziale Mimikry, Theater-Mimikry, Teil-Mimikry, schematische Gesten, symbolische Gesten, technische Gesten, kodierte Gesten, Redegesten - vgl. Geste, beiläufige Geste
 
     
  Printwerbung
Textsorte der Werbung, meist gleichgesetzt mit Werbeanzeigen bzw. Anzeigenwerbung; Zusammenspiel von bild und Text - vgl. Werbeanzeige
 
 
Privatbrief
Form des Briefes; schriftliche Mitteilung, die formal weitgehend frei gestaltbar ist; geprägt durch die Beziehung zwischen dem Verfasser und dem Empfänger des Briefes ("persönliche Note") - vgl. Brief, Geschäftsbrief 
 
Problemaufsatz
vgl. Problemerörterung
 
Problemerörterung
schulische Schreibform; auch: Problemaufsatz, (freie) Erörterung, textungebundene Erörterung, Besinnungsaufsatz (veraltet); ein problemhaltiger Sachverhalt in Form einer Ergänzungsfrage oder Entscheidungsfrage wird erörtert, d.h. es werden Probleme des Themas erfasst, beschrieben, kommentiert und beurteilt und mögliche Lösungsansätze schriftlich diskutiert; grundsätzlich zwei Typen: lineare Erörterung (Sach-Frage) oder dialektische Erörterung (Pro und Contra); 5 Arbeitsschritte: (Betrachtung und) Erschließung des Themas, Stoffsammlung, Stoffordnung, Arbeitsgliederung, Niederschrift (Abfassung); -  vgl. schulische Schreibform, Texterörterung
 
Produktive Textarbeit
Sammelbegriff für verschiedene Verfahren des nicht-analytischen, erfahrungsorientierten, kreativen, konkretisierenden oder transformierenden Umgangs mit Literatur; Formen (häufig miteinander kombiniert): textproduktive, szenische, akustische und visuelle Gestaltungen - vgl. szenische Interpretation, Textarbeit, textproduktive Gestaltung
 
Pro-Formen
auch: Verweisformen; in der Textlinguistik: Kohäsionsmittel, mit denen auf der Textoberflächenstruktur Verknüpfungen zwischen einer weitgehend inhaltsleeren Pro-Form und einem Bezugselement des vorhandenen sprachlichen Kontextes hergestellt werden kann; weitgehend inhaltsleere Pro-Form fungiert als eine Art Suchanweisung, um es mit Inhalt (Bezugselement, Referenzbezug) zu füllen (vgl. Linke u.a. 1994, S.218); Pro-Formen: Pronomina, Adverbien, Pronominaladverbien (z.B. dort, da), Demonstrativpronomen (z.B. dieser, diese); Verweisrichtungen: a) Rückverweis (anaphorisch) b) Vorverweis (kataphorisch)
Beispiele: Das ist Anna. Sie ist Schülerin. - Peter geht in die Disco. Es gefällt ihm dort. - Ich möchte eine Party, wo nicht nur schräge Musik läuft. Darauf kommt es mir vor allem an. - Es war einmal ein Mädchen. Das hatte einen Teddybär. Der hatte ein Ohr verloren. - Viele ältere Schüler gehen morgens zur Schule, danach kurz zum Mittagessen, arbeiten nachmittags in irgendeinem Geschäft und verschwinden abends in die Kneipe. Das alles kann nicht so leicht unter einen Hut gebracht werden.
 
Prolog
Ein dem dramatischen Text (manchmal auch in epischen Texten) vorgeschalteter Teil (Vorrede), der entweder in die dramatische Handlung integriert oder selbständig szenisch inszeniert ist; vorgetragen von spielinterner oder spielexterner Figur in monologischer oder dialogischer Vermittlung; Funktionen: Begrüßung und u. U. Huldigung des Publikums, expositorische Informationsvergabe über das Stück, bestimmte Handlungsstränge, Vorausdeutungen über das Dramenende, ideologiekritische, moralische, sozialkritische Reflexionen und Erörterungen - vgl. dramatische Rede, Epilog
 
Pronomen
derzeit nur Platzhalter! - veränderliche Wortart; - 
vgl. Anredepronomen
 
Pronominaladverb
1. grammatisch: unveränderliche Wortart; grammatischer/syntaktischer Typ des Adverbs; mitunter wegen seiner Stellvertreterrolle für Präpositionalphrasen zur Gruppe der Pronomen als Adverbialpronomen (vgl. Heringer 1989, S.125) gezählt; auch für Bildung aus einem Adverb und einer Präposition (z.B. an: daran, woran ... - auf: darauf, worauf ...); 2. textlinguistisch: als Kohäsionsmittel aus der Gruppe der sog. Konnektive innerhalb eines Satzgefüges oder zwischen selbständigen Sätzen (Textoberflächenstruktur);  vgl. Wortarten, Adverbialpronomen , Konjunktionalsatz, Verknüpfungswörter, Kohäsion, Kohäsionsmittel, Konnektive 
Beispiele: darüber, deswegen, damit, dafür, darunter, darüber, worauf, dadurch, worin ...
 
Proposition
1. In der Logik: Aussage, Urteil 2. In der Rhetorik: Die P. enthält den Ausgangspunkt, den Hauptgedanken, das Thema  3. In der Sprechakttheorie Searles einer der drei in einem Sprechakt vollzogenen Akte: Äußerungsakt, illokutiver Akt und propositionaler Akt; eigentlicher Satzinhalt (Sachverhaltsbeschreibung) 4. manchmal auch einfach Bezeichnung für einen Satz unter inhaltlichen Gesichtspunkten oder für den in einem Satz ausgedrückten Gedanken(gang) - vgl. illokutiver Akt, IllokutionSprechakte, Sprechakttheorie, Sprechhandlungstheorie, performative Äußerung
 
Propositionaler Akt
In der Sprechakttheorie Searles einer der drei in einem Sprechakt vollzogenen Akte: Äußerungsakt, illokutiver Akt und propositionaler Akt; eigentlicher Satzinhalt (Sachverhaltsbeschreibung); besser: propositionaler Gehalt eines Sprechaktes - vgl. Sprechakte, Proposition, illokutiver Akt
 
Propositionaler Gehalt
Um bessere Abgrenzung vom logischen Begriff der Proposition zu ermöglichen, aber auch weil bei bestimmten sprachlichen Handlungen nur Teile einer Proposition sprachlich artikuliert werden, statt des Begriffes Proposition in der Sprechakttheorie bzw. Sprechhandlungstheorie verwendet. - vgl. Sprechakte, Proposition
 
Prosa
die "natürliche", nicht durch formale Gestaltungsmittel veränderte (=gebundene) regulierte Schreib- und Redeweise; Alltagsrede, die etwas geradewegs auf ungezwungene Weise sagt, aber auch ästhetisch-künstlerisch ausgestaltete Redeform in nicht-fiktionalen und fiktionalen Texten (prosaischer Stil); verschiedene Möglichkeiten zur Annäherung an die gebundene Rede z.B. durch Wortwahl, Bilder, Metaphern, Syntax und Rhythmisierungen der gebundenen Rede - vgl. gebundene Rede 
     
  Prosagedicht
Bezeichnung für Texte, die nur noch von ihrer äußeren graphischen Gestalt her betracht Versgliederungen aufweisen
 
      
  Prosodie
Sprachliche Lauteigenschaften, die neben den segmentalen Eigenschaften existieren bzw. diese überlagern (suprasegmentale Merkmale); Beispiele: Akzent, Intonation, Pausen; prosodische Merkmale der Sprache und suprasegmentale Merkmale der Sprache werden häufig als Synonyme verwendet; differenzierter dagegen die Einteilung der Supragementalia in prosodische und paraverbale Merkmale - vgl. suprasegmentale Merkmale, paraverbale Merkmale
 
     
  prosodisch
Eigenschaft von Merkmalen, die bei einer sprachlichen Äußerung Dauer (Quantität), Tonhöhe und -stärke (Qualität) bestimmen, u. a. Akzent, Intonation, Rhythmus etc. - vgl. Prosodie, prosodisches Merkmal, suprasegmentale Merkmale
 
      
  Prosodisches Merkmal
vgl. suprasegmentale Merkmale, Prosodie, prosodisch
 
     
  Prosyllogismus
Bezeichnung für den Syllogismus in einem zusammengesetzten Syllogismus, der einem bestimmten Syllogismus vorangeht -  vgl. Syllogismus,
 
 
Protokoll
auch: Niederschrift; Schriftlicher Bericht mit meist halböffentlichem Charakter, der über den Inhalt, den Verlauf und das Ergebnis eines Gesprächs (Diskussion, Besprechung, Verhandlung, Sitzung, Unterrichtsstunde) informiert; basiert im Allgemeinen auf einer Mitschrift während des Gesprächs; Formen: Ergebnisprotokoll, Verlaufsprotokoll, Gedächtnisprotokoll, Redeprotokoll, Sitzungsprotokoll
 
Protokoll, ausführliches
vgl. ausführliches Protokoll, Verlaufsprotokoll 
 
Protokollant
Schriftführer in einem Gespräch (Diskussion, Sitzung, Besprechung), über die ein schriftlicher Bericht in Form eines Protokolls verfasst wird - vgl. Protokollführer, Protokoll  
 
Protokollführer
vgl. Protokollant 
     
  Proxemik
Teil nonverbalen Verhaltens in der nonverbalen Kommunikation; Annäherungs- und Distanzverhalten zwischen Kommunikationspartnern - vgl. nonverbale Kommunikation, Körpersprache
 
 
Prüfungsfrage
unter inhaltlichem Aspekt: keine wirkliche Frage, da derjenige, der die Frage stellt, die Antwort schon weiß - vgl. Fragearten
Beispiel: Wie viel ist eins und eins?
 
Psycho-narration
Begriff aus der Erzählforschung; Form der Figurenrede; stumme Rede; Gedankenbericht, der zu einer bildhaften Erzählung von Bewusstseinsinhalten benutzt wird; Inhalte des Gedankenberichts können nicht von der Figur selbst versprachlicht werden; thematische Schwerpunkte: 1. Gedanken und Gefühle von Kindern, 2. Ironisierungen der Figur und ihrer Gedanken und Empfindungen durch den Erzähler, 3. Träume, Halluzinationen, visionäre Bilder- vgl. Vogt 1990, S.159f. Vogt 1996, S.304 - vgl. Figurenrede, Gedankenbericht, stumme Rede
Beispiel: "Und siehe da: plötzlich war es, als wenn die Finsternis vor seinen Augen zerrisse, wie wenn die samtne Wand der Nacht sich klaffend teilte und eine unermesslich tiefe, eine ewige Fernsicht von Licht enthüllte ..."(Thomas Mann, Die Buddenbrooks)

 

Punktuelles Lesen
Lesetechnik, bei der ein Text nur teilweise gelesen wird (Ggs. sequenzielles Lesen)  und der Lesevorgang an einer Stelle immer wieder abgebrochen und an anderer Stelle fortgeführt wird; besonders geeignet für nicht-lineare Hypertexte; vgl. Lesen, Lesetechnik, sequenzielles Lesen, diagonales Lesen, intensives Lesen, kursorisches Lesen ,
 
Pyramidaler Aufbau
dramaturgisches Aufbauprinzip des plots der dramatischen Handlung; auf die Aristoteles-Rezeption zurückgehende, zunächst dreiteilige Dramenstruktur (Ausgangslage, Entwicklung, Auflösung), die später von der fünfaktigen Struktur abgelöst worden ist; beide Aufbaustrukturen basieren auf der Symmetrie der dramatischen Handlung; für das Drama der geschlossenen Form (Klotz 1969) von Freytag (1863) als Grundstruktur verlangt - vgl. Drama, Dramaturgie, geschlossenes Drama, Tektonik

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