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Glossar

Fachbegriffe für den Deutschunterricht

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Papier-Chat
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Partikeln 
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Partiturnotation
Partizip 
Partizipialphrase
Partnerbezogene Sprechakte 
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Pensée parlée
Pentameter
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Performative Äußerung 
Performatives Schreiben
Periode
Peripetie 
Periphrase
 
Peritext
Perlokution
Perlokutionsakt
Perlokutiver Akt
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Permutation

Personale Erzählperspektive
Personales Erzählen
 
Personale Erzählsituation
 
Personale Ich-Erzählperspektive 
Personale Ich-Erzählsituation
Personalpronomen
Personenbeschreibung
Personenkarikatur
Personenkonstellation
Personenrede
Personifikation
Persönliche Wertfrage
Perspektivraum 
Perzeption
Phantasieerzählung
Phraseologismus
Plagiat
Planendes Schreiben
Pleonasmus
Plot

Podcast
Poesie, konkrete
Poesie, visuelle
Poetik

Poetische Charakteristik 
Poetischer Text

Poetisches Schreiben
Poetizität
Point of attack 
Point of view 
Pointe
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Polysemie
Polyptoton
Polysyndeton
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Portfolio, ergebnisorientiertes
Portfolio, exemplarisches
Portfolio, produktorientiertes
Portfolio, prozessorientiertes
Porträtkarikatur
Poststrukturalismus
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Prädikativsatz
Prädikator

Pragmatik
Pragmatischer Text
Praktisches Wissen

Prämisse 
Präposition
 
Präsens, historisches
Präsentationsprüfung
Präsentationstechnik
 
Präteritum, episches
Prätext
Prätextrevision
Précis
Predigt
Predigtmärlein
Pressekarikatur
Primärliteratur 
Primäre Geste
Printwerbung
Prinzipdarstellung
Privatbrief
Private Gebrauchstexte
Problemaufsatz
Problemerörterung
Produktionskompetenz, literarästhetische
Produktionskompetenz, theatralische
Produktive Textarbeit 
Produktorientiertes Portfolio
Produktzerlegendes Schreiben
Pro-Formen 
Prolog
Promythion 
Pronomen 
Pronominaladverb 
Proposition 
Propositionaler Akt 
Propositionaler Gehalt
Propositionales "weil"
Propositionales Wissen
Prosa
Prosagedicht
Prosodie
prosodisch
Prosodisches Merkmal
Prosyllogismus
Prototyp
Prototypensemantik
Prototypikalität
Proxemik
Prozedurales Wissen
Prozessorientiertes Portfolio
Prüfungsfrage 
Psychomotorische Fertigkeiten
Psycho-narration 
Publizistische Gebrauchstexte
Punktuelles Lesen 
Punktuelles Wissen
Pyramidaler Aufbau

 

 
     
  Paper
(engl. "Papier); 1) allgemein: schriftliche Unterlage, Schriftstück; 2) Bezeichnung für eine Zusammenstellung von Texten und Bildern, die an keine klaren Kriterien zur inhaltlichen und/oder formalen Gestaltung gebunden ist; häufig im Zusammenhang gesehen mit Materialien, die bei einer Präsentation oder einem Vortrag an die anwesenden Personen ausgeteilt werden; mitunter auch synonym verwendet mit Handout oder Thesenpapier - vgl. Handout, Thesenpapier
 
     
  Papier-Chat
vgl. Schreibdiskussion, Papier-Posting
 
     
  Papier-Posting
auch: Papier-Chat, Schreibdiskussion, Textforum; schreibdidaktische Methode beim schrittweise kooperativen Schreiben; vor allem für ein (Klassen-/Kurs-)Plenum oder eine Großgruppe geeignet; die Teilnehmer "posten" ihre Kommentare, Hinweise und Überarbeitungsvorschläge auf ein Plakat, auf dem der Textentwurf eines Autors/einer Autorin in der Mitte fixiert ist; gewünscht ist dabei auch das Bezugnehmen auf andere Beiträge dieses auf Papier durchgeführten Textforums; die "Posts" können vom Autor/der Autorin im Anschluss daran nach eigenem Ermessen für die Textrevision verwendet werden - vgl. Textrevision, schrittweises kooperatives Schreiben, Textforum
 
 
Parabel
ein zu einer selbständigen Erzählung erweiterter Vergleich; kann nur von einem Vergleichspunkt (Bildebene) aus durch Analogie auf einen gemeinten Sachverhalt (Sachebene) übertragen werden; ohne direkten Verweis wie beim Gleichnis - vgl. Gleichnis, Literatur, parabolische 
     
  Parabolische Formen
nach Ivo Braak (1969, S.162) Formen der Beispieldichtung wie BeispielerzählungSpruchgedicht, Fabel, Gleichnis, Parabel
 
     
  Parabolische Literatur
auch: parabolische Dichtung; Bezeichnung für größere Formen  (Drama, Roman, Novelle), die eine Parabel dadurch erweitern, dass sie um Handlung, theatralische Vergegenwärtigung, psychologische Vertiefung usw. anreichern; Nach Werner Brettschneider 1971, S. 14f. ist die Unterscheidung von Parabel und parabolischer Literatur/Dichtung deshalb besonders wichtig, ansonsten der Parabelbegriff selbst kaum mehr anwendbar wäre angesichts der Vielfalt modernder parabolischer Dichtung. - vgl. Parabel
 
     
  Paradigma
von T. S. Kuhn (1970) eingeführter Begriff zur Bezeichnung einer kohärenten (zusammenhängenden) Menge wissenschaftlicher Vorstellungen, die zur Erklärung eines Phänomens Gültigkeit haben
 

 

Paradox
Scheinwiderspruch
Beispiel: Merkwürdig, wie wenig im ganzen die Erziehung verdirbt.
 
Parallelismus, grammatischer:
eindeutige Gleichordnung von Satzkonstruktionen
Beispiel: Heiß ist die Liebe, kalt ist der Schnee...
     
  Parallelkonspekt.
Verfahren/Form beim Verfassen eines Konspekts, bei dem der Ausgangstext mit Randbemerkungen versehen wird, die direkt neben - parallel zu - Aussagen des Ausgangstextes stehen - vgl. Konspekt
 
 
Paraphrase
1) verdeutlichende Umschreibung oder Wiedergabe eines Textes in derselben Sprache, um z.B. bei einer Interpretation den Sinn einer Äußerung herauszustellen; 2) freie, oder auch nur sinngemäße Übertragung eines Textes in eine andere Sprache 3) in der Musik: freie, meist virtuose Konzertphantasie über beliebte Melodien - vgl. paraphrasieren, sinngemäßes Zitieren,
 
Paraphrasieren
Form der sinngemäßen, inhaltlichen Wiedergabe eines Textes, der erläutert und ggf. erweitert wird; in schulischen Schreibformen wie Textanalyse, Texterörterung oder Textinterpretation häufig problematisch, wenn die eigenen geistigen Leistungen des Schülers nicht über die Paraphrase hinausgehen - vgl. Paraphrase, sinngemäßes Zitieren,
     
  Parasoziale Interaktion
In den 1950er Jahren geprägter soziologischer Begriff zur Bezeichnung intrapersonaler Vorgänge, bei denen Kommunikationsphänomene unter Zwischenschaltung von Technik bzw. Medien so niederschlagen, als seien sie eine "echte" Begegnung von Angesicht zu Angesicht; zwar bleibt der für die Massenkommunikation typische "Einbahnstraßencharakter" erhalten, aber trotz des Fehlens einer "wirklichen" sozialen Beziehung bilden sich beim Sender und beim Empfänger besondere Formen der gegenseitigen Bezugnahme heraus (z.B. Formulierungen, mit denen Anonymität überbückt werden soll; Beispiel Sprecher/-in einer Nachrichtensendung: "Guten Abend, meine Damen und Herren!" oder "Abschiedsfloskeln wie "Eine schöne und geruhsame Nacht!" - vgl. Interaktion
 
     
  Parasprache
1) meist metaphorisch verwendete Bezeichnung für sämtliche nichtsprachlichen Mittel, die für die Kommunikation von Bedeutung sind, z. B. Mimik, Gestik, Lautstärke, Sprachtempo 2) Merkmale der Sprache im Bereich der suprasegmentalen Merkmale die nicht zu den prosodischen Merkmalen gehören wie z. B. Flüstern, das signalisieren soll, dass eine bestimmte Mitteilung vertraulich ist- vgl. paraverbale Merkmale suprasegmentalen Merkmale
 
 
Parataktischer Stil
sprachliche Darstellungsform, bei der die Abfolge von Hauptsätzen (Parataxe) dominiert; vgl. Parataxe, hypotaktischer Stil, Satzverbindungen, Satzfiguren
Beispiel: Es ist heller Mittag, und es ist schön. Das Haus ist weiß. An der Seite steht ein Stall. Auch der Stall ist weiß. Und hier ist der Garten. Ein Stückchen den Berg hinunter steht schon das nächste Gehöft, und dann kommt das Dorf, am Fluss entlang, und die Chaussee biegt heran und geht vorbei und noch einmal auf den Fluss zu und wieder zurück in den Wald. Es ist schön. Und es ist heller Mittag. Unter dem Apfelbäumchen dreht sich die alte Frau. Sie schwenkt die bloßen Arme. Liebe Sonne, brenn mich, brenn mich. (Johannes Bobrowski, Brief aus Amerika)
 
Parataxe
auch: Satzreihe; Form der Satzverbindung, bei der selbständige Sätze aneinandergereiht und miteinander verbunden sind - vgl. parataktischer Stil, Hypotaxe, Satzfiguren
     
  Paratext
nach »»Gérard Genette äußerliches, peripheres Strukturelement von Texten wie z. B. Titelseiten, Kommentare zu einem Buch auf der Rückseite, im Vorspann abgedruckte Ausschnitte aus Rezensionen, Informationen zu einem Autor und seinem Werk, Hinweise auf Werke eines Autors, die im selben Verlag erschienen sind, Inhaltsverzeichnis, Vorwort, Einführungen, erklärende Anmerkungen des Herausgebers, Bibliographien; im dramatischen Text auch Nebentext; Funktion: Erleichterung der Orientierung in gedruckten Texten und Ermöglichung einer schnelleren Aufnahme der präsentierten Informationen - vgl. Epitext, Peritext,
 
     
  Paraverbale Merkmale
(auch: parasprachliche Merkmale); Merkmale der Sprache, die den suprasegmentalen Merkmale der Sprache zugeordnet werden können, aber nicht zur Prosodie gehören; z. B. Flüstern, das signalisieren soll, dass eine bestimmte Mitteilung vertraulich ist (vgl. Linke u. a. 1995, S.423) - vgl. suprasegmentale Merkmale, Parasprache
 
 
Parenthese
rhetorische Figur: grammatisch eigenständiges Einschiebsel in einen Satz; dabei wird zwar der grammatische Zusammenhang unterbrochen, aber die syntaktische Ordnung des Satzes nicht; unterschiedlicher Umfang; Inhalt meist eine Mitteilung, die zwar erwünscht, aber nicht unbedingt nötig ist; Zeichensetzung: zwischen Gedankenstrichen stehend - vgl. Sinnfiguren, rhetorische Figuren

Zur Rechtschreibung:
a) mit Komma (§ 77)
: Eines Tages, es war mitten im Sommer, hagelte es. Dieses Bild, es ist das letzte und bekannteste des Künstlers, wurde nach Amerika verkauft. Ihre Forderung, um das noch einmal zu sagen, halten wir für wenig angemessen.
b) Gedankenstrich (§ 84): Eines Tages – es war mitten im Sommer – hagelte es. Eines Tages – es war mitten im Sommer! – hagelte es. Eines Tages – war es mitten im Sommer? – hagelte es. Dieses Bild – es ist das letzte und bekannteste des Künstlers – wurde nach Amerika verkauft. Ihre Forderung – um das noch einmal zu sagen – halten wir für wenig angemessen.
c) mit Klammern (§ 86): Eines Tages (es war mitten im Sommer) hagelte es. Eines Tages (es war mitten im Sommer!) hagelte es. Eines Tages (war es mitten im Sommer?) hagelte es. Dieses Bild (es ist das letzte und bekannteste des Künstlers) wurde nach Amerika verkauft. Ihre Forderung (um das noch einmal zu sagen) halten wir für wenig angemessen.

 
Parodie
In der Literatur Bezeichnung für Werke, die ein schon vorhandenes "ernst gemeintes", den Adressaten der Parodie im Allgemeinen als bekannt vorausgesetztes Werk eines anderen unter Beibehaltung äußerer Formelemente, aber mit nicht dazu passendem Inhalt verspotten, verzerren und damit auch kritisieren will (Ggs. Travestie) - vgl. Travestie
     
  Paronomasie
rhetorische Figur; Wortumbildung; Spiel mit klangähnlichen Wörtern; 1. Wörter desselben Stammes mit bestimmten Bedeutungsunterschieden werden zusammengestellt, z. B. "wer sich auf den verlässt, der ist verlassen." 2. Wörter verschiedener Herkunft und Bedeutung, aber mit gleicher oder ähnlicher Lautung werden zusammengestellt; auch Parechese genannt; z. B. "kümmert sich um den Krug mehr als um den Krieg" (Schiller, Wallensteins Lager)
Beispiel: "ein messer mehr als eine messe" (Hoffmannswaldau in der Grabschrift auf Heinrich IV. = Anspielung auf einen angeblichen Ausspruch Heinrich IV,, wonach Paris eine Messe wert sei und auf seine Ermordung durch Ravaillac im Jahr 1610)
 
 
Partikeln
Wortartgruppe; Bezeichnung in verschiedenen Grammatiken nicht einheitlich: 1) Heringer 1989 zählt zu den unveränderlichen Wortarten: Partikeln, Adverbien, Präpositionen, Konjunktionen und Interjektionen 2) DUDEN - Grammatik der deutschen Gegenwartssprache 1973: Partikeln sind Adverbien, Konjunktionen, Präpositionen 3) Engel 1996, Hinze 1968 Partikeln bezeichnet die gesamte Gruppe der unveränderlichen Wortarten als Partikeln; Formen von Partikeln i. e. S.: Modalpartikeln (sicherlich, zweifellos), Rangierpartikeln (eigentlich, erstens, erstaunlicherweise), Gradpartikeln (sogar), Kopulapartikeln (angst (sein), quitt (sein)),  (doch, eben, wohl) - vgl.
     
  Partitur
in der Musik: übersichtliche und Takt für Takt geordnete Zusammenstellung aller zu einer vielstimmigen Komposition gehörenden Stimmen, die in Notenschrift auf einzelnen übereinander liegenden Liniensystemen angeordnet sind
 
     
  Partiturnotation
von K. Ehlich und J. Rehbein (1976) entwickeltes Transkriptionssystem für lautsprachliche Äußerungen im Gespräch (Halbinterpretative Arbeitstranskription (HIAT)), das später um intonatorische Phänomene und die Notation nonverbaler Aspekte erweitert wurde (Ehlich 1979, Ehlich/Rehbein 1979, Ehlich 1993); das Transkriptionssystem knüpft an konversationsanalytische Transkriptionsverfahren an; Verschriftlichung auf der Grundlage der sog. Partiturschreibung, d. h. verschiedene Sprecher werden parallel notiert, ohne dass auf die Zeilennotation oder Seitenformate geachtet werden muss; Standardorthographie mit der darin üblichen Verwendung der Interpunktionszeichen; eignet sich besonders für Gespräche mit vielen Gesprächsteilnehmern, die kürzere Beiträge äußern, bei denen der Sprecher häufig wechselt und in denen häufig paralleles Sprechen vorkommt (vgl. Brinker/Sager 1989, S.41) - vgl. Gesprächsanalyse, Transkription, Notation, Textnotation
 
 
Partizip
auch: Mittelwort; infinite Verbform; Formen: Partizip I (Partizip Präsens), Partizip II (Partizip Perfekt); auch Mittelwort, weil P. Mittelstellung zwischen Verb und Nomen oder Verb und Adjektiv einnimmt; (a) Partizip I: wird gebildet mit Infinitiv und Endung -d; charakterisiert Verlauf, Vorgang, Zustand ohne zeitliche Begrenzung; als Nomen und Adjektiv gebraucht; wird dekliniert; kann eigenständiges Satzglied oder Attribut sein; als satzwertiges Partizip anstelle eines Nebensatzes (b) Partizip II: wird verwendet in der 3. Stammform des Verbs zur Bildung der zusammengesetzten Tempusformen (Perfekt, Plusquamperfekt); charakterisiert ein vollendetes Geschehen oder einen Zustand;
Beispiele: Partizip I: stolpernd, kochend, glänzend - der Ankommende, der ankommende Besucher - das Glitzernde, ... dem Glitzernden - Sie empfand es als störend. - Die störenden Blicke gingen ihr zu weit. - Partizip II: Sie ist gegangen. - Er ist geschlagen worden. - Sie hat studiert. 
 
Partizipialphrase
vgl. satzartiges Konstrukt, Partizip
 
Partnerbezogene Sprechakte
Gruppe von Sprechakten, die darauf abzielen, das vorhandene Wissen, das Verhalten oder die Beziehung der Gesprächspartner zueinander zu beeinflussen; Typen: Mitteilungsakte, Ausgleichsakte, Personen festlegende Sprechakte - vgl. Engel 1996, S.35f.) - vgl. Sprechakte,
     
  Partnerselektion
vgl. Fremdwahl - Gegenteil: Selbstselektion
 
     
  Peer-Feedback
Bezeichnung für das Feedback in einer Gruppe der Gleichaltrigen, z. B. Schülern einer Klasse; in der Schreibdidaktik Teil etlicher Konzepte zum kooperativen Schreiben, bei denen in einem schrittweise kooperativen Verfahren (interactive writing) eine Gruppe von bis zu vier Teammitgliedern zusammenarbeitet, um dem Schreiber schon während der ersten Stadien des Schreibprozesses und dann diesen bis zum Ende begleitend, Hinweise zur Überarbeitung des Textes in Form von konkreten Handlungshinweisen, Verbesserungsvorschlägen, weiterführenden Ideen usw. geben; Vorteile des Peer-Feedback: Stärkung des Selbstvertrauens durch Bewahrung der Kontrolle über den Schreibvorgang; Förderung sozialer Kompetenzen beim Feedback-Geben und Feedback-Nehmen; Nachteile: Nur ein relativ geringer Anteil der Hinweise aus dem Peer-Feedback gehen in die Textproduktion ein (eingeschränkte Verwertbarbeit der Hinweise oder geringere Wertschätzung); Lehrerfeedback geht eher in die Textproduktion ein   - vgl. Feedback,
 
     
  Pensée parlée
vgl. Schreiben in einem Zug
 
     
  Pentameter
gr. "Fünffüßler"; Versmaß. das in der deutschen Sprache aus sechs Daktylen besteht; dabei können die ersten zwei durch Spondeen oder Trochäen ersetzt werden; der dritte und der letzte Versfuß ist senkungslos (katalektisch); verlangt wist außerdem eine Zäsur nach dem dritten Fuß
Beispiele: Aber der große Moment findet ein kleines Geschlecht (Goethe/Schiller in ihren Xenien) - vgl. Hexameter
 

 

Performanz
aktuelle Sprachverwendung, konkrete Realisierung von Ausdrücken in bestimmten Situationen bei gleichzeitigem Vorhandensein aller möglichen situativen Unzulänglichkeiten (z.B. Stottern, Versprechen, Unterbrechung, Gedächtnisschwäche, Redundanz etc.) beim jeweiligen Sprecher - vgl. Pragmatik
 
Performative Äußerung
Verwendungsweise von Verben, die sprachliche Handlungen beschreiben; daher auch Sprechaktverben genannt; wenn ein Sprecher eine performative Äußerung macht, vollzieht er damit eine bestimmte Handlung, die das Verb beschreibt. - vgl. Sprechakte
     
  Performatives Schreiben
(performative writing) in Carl Bereiters (1980)Stadien-Modell der Schreibentwicklung das zweite Stadium bei dem ein Schreibender sowohl über die grundlegenden Fähigkeiten, sich schriftsprachlich zu äußern und assoziativ zu schreiben (= associative writing) verfügt, als auch in der Lage ist einen normgerechten Text zu produzieren, der den dafür geltenden Schreibkonventionen entspricht; in der deutschsprachigen Literatur unterschiedlich übersetzt als flüssiges Schreiben, regelgemäßes Schreiben o. ä. - vgl. Schreibentwicklung,  assoziatives Schreiben, flüssiges Schreiben, epistemisches Schreiben,
 
 
Periode
rhetorisches Mittel auf Satzebene; eine gegliederte Satzeinheit oder eine Folge von mehreren in inhaltlicher Hinsicht eng aufeinander bezogenen Sätzen; Funktion: Kombination oder Kontrastierung mehrerer gleichgerichteter oder gegensinniger Gedanken 
 
Peripetie
Handlungselement im Drama, das einen Umschwung in der Entwicklung auf ein gutes oder böses Ende bringt; dabei wird eine sich vorher angebahnte Entwicklung zunichte macht; in der Tragödie meist der Wendepunkt, an dem der tragische Held die Möglichkeit einer autonomen Entscheidung im Handeln verliert;  in der fünfaktigen Tragödienform (geschlossenes Drama) befindet sich die P. am Ende des 3. Aktes bzw. Beginn des 4. Aktes; im dreiaktigen Drama am Ende des 2. Aktes bzw. am Beginn des 3. Aktes- vgl. Drama, geschlossenes Drama, pyramidaler Aufbau
 
Periphrase
rhetorisches Stilmittel: Umschreibung einer Person, einer Sache oder eines Begriffes durch Tätigkeiten, Eigenschaften oder Wirkungen, die es kennzeichnen vgl. 
     
  Peritext
nach »»Gérard Genette äußerliches, peripheres Strukturelement von Texten, das dem Verleger zugeordnet werden kann; z.B. Format; Reihe, in der das Werk erscheint; Aufmachung des Umschlags und der Titelseite - vgl. Paratext, Epitext
 
     
  Perlokution
vgl. perlokutiver Akt
 
     
  Perlokutionsakt
vgl. perlokutiver Akt
 
     
  Perlokutiver Akt
(auch: perlokutionärer Akt) in der Sprechakttheorie die Teilhandlung, welche die Wirkung der sprachlichen Äußerung auf ihren Rezipienten erfasst; angeben wird damit, das, was beim Kommunikationspartner bewirkt mit dem Vollzug des Sprechakts bewirkt worden ist (z. B. ob er sich freut, traurig ist, ob er etwas gelernt hat) - vgl. Sprechakte, lokutiver Akt, Äußerungsakt, propositionaler Akt, illokutiver Akt,
 
 
Permutation
1. Vertauschung, Umstellung;  im Zusammenhang mit rhetorischen Änderungsoperationen: Umstellung zweier oder mehrerer Elemente; 2. Umstellung aufeinander folgender sprachlicher Elemente durch strenges oder unsystematisches Durchspielen möglicher Kombinationen = Platzwechsel einzelner Worte, Satzglieder, Verse; häufige Form im Umfeld der konkreten Poesie 3. Umstellen einer Reihenfolge einer Zusammenstellung mathematischer Größen - vgl. rhetorische Änderungsoperationen, visuelle Dichtung, konkrete Poesie
 
Personal
1. im dramatischen Text Ensemble der auftretenden Figuren, die in vielfältigen Korrespondenz- und Kontrastrelationen zueinander stehen, Haupt- und Nebenfiguren, aber keine Hintergrundfiguren (backstage characters) (vgl. Pfister 1977, S. 225)- vgl. Drama, Dramentheorie, Figur, backstage character, Nebenfigur
 
Personale Erzählperspektive
vgl. personales Erzählen
 
Personales Erzählen
auch: personale Erzählperspektive, personale Erzählsituation; epische Darstellungstechnik der Er-Erzählung; konstante Erzählperspektive; Innensicht in Form des "showing", d.h. der Erzähler bzw. die Erzählinstanz mischt sich kommentierend nicht ein - vgl. Perspektivfigur, auktoriales Erzählen, neutrales Erzählen 
Beispiel: Antonia wartete im Restaurant auf ihren Freund. Wenn er mich wieder versetzt, dann..., schoss ihr durch den Kopf. Sie bestellte sich einen Kaffee und blickte zur Tür. Das wird er nicht wagen! Dabei überlegte sie, was sie ihm sagen würde, wenn er jetzt im Lokal erschiene.
 
Personale Erzählsituation
vgl. personales Erzählen; Begriff geht auch Franz Stanzel (1964) zurück; auch: personale Erzählperspektive, personale Erzählhaltung
 
Personale Ich-Erzählperspektive
Variationsrichtung der Ich-Erzählperspektive (Ich-Erzählsituation); Ich-Form, Innenperspektive, in der zweipoligen Ich-ich-Struktur (erzählendes/sich erinnerndes Ich und erlebendes/erinnertes Ich) steht das erlebende Ich im Mittelpunkt- vgl. Ich-Erzählperspektive - auktoriale Ich-Erzählperspektive 
 
Personale Ich-Erzählsituation
vgl. personale Ich-Erzählperspektive
     
  Personalpronomen
auch: persönliches Fürwort; →veränderliche Wortart, die drei Rollen in einem Gespräch bezeichnen: a) ich; wir = 1. Pers. = sprechende Person; b) du; ihr = 2. Pers. = angesprochene Person; c) er; sie; es; sie = 3. Pers. = besprochene Person oder besprochene Sache/besprochener Sachverhalt; Verwendung in finiten Verbformen und als Anredepronomen;
 

 

Personenbeschreibung
(schulische) Schreibform: Beschreibung der äußeren Erscheinung (Körperbau, Haltung, Gesicht,  Aussehen, Kleidung, besondere Kennzeichen) einer Person; gängige Formen: Steckbrief, Suchmeldung, Anzeige über eine vermisste Person - vgl. literarische Charakteristik
     
  Personenkarikatur
Karikaturen, deren hauptsächlicher Bildinhalt die karikierende Darstellung von Personen darstellt; Formen: a) Typenkarikatur (Herausstellung und Übertreibung bestimmter Stereotypen für einen bestimmten Personenkreis) b) Individualkarikatur (karikierende Darstellung bestimmter Personen, bekannter Persönlichkeiten oder persönlicher Attribute etc.) c) Porträtkarikatur  (vgl. Schneider 1988)- vgl. Karikatur, politische Karikatur,
 
 
Personenkonstellation
vgl. Figurenkonstellation

 

Personenrede
vgl. Figurenrede
 
Personifikation
Vermenschlichung eines abstrakten Begriffes (Welt, Liebe, Tod), von Kollektiva (Städte, Länder), Naturphänomenen (Regen, Abendrot, Flüsse), Tieren (vgl. Fabel) Gegenstandes; besondere Form der Anthropomorphisierung bzw. Allegorie;  - vgl. Allegorie, Bild, Symbol
Beispiel: Die Revolution frisst ihre Kinder. - "Vater Rhein" (Hölderlin) - "Gevatter Tod" (Claudius) - "Schwager Chronos" (Goethe)
     
  Persönliche Wertfrage
auch: individuelle im Ggs. zu allgemeiner Wertfrage; Fragestellungen, die sich auf  vergleichsweise stabile, auch internalisierte, Einstellungen und mehr oder weniger normative Wertvorstellungen einer einzelnen Person beziehen lassen, die zur Klärung des eigenen Selbst oder in kommunikativen Handlungen thematisiert und ggf. beantwortet oder geklärt werden; die Beantwortung von Wertfragen erfolgt in mit einem Werturteil, in das aber auch häufig Sachurteile eingeschlossen sind; - vgl. Werturteil, Wertfrage, Sachurteil, Sachfrage, allgemeine Wertfrage, individuelle Wertfrage,
Beispiele: Kannst du dir vorstellen, später einmal zu heiraten? - Wie findest du den Film?
 
 
Perspektivfigur
in der Erzähltheorie Bezeichnung für die Wahl eines subjektiven, begrenzten Blickpunktes einer oder mehrerer Figuren beim personalen Erzählen, deren äußere Wahrnehmung von der jeweiligen subjektiv-psychologischen Sichtweise eingegrenzt ist, (Außensicht auf andere Personen); gleichzeitig meist starke Betonung der Gedanken, Gefühle und Erinnerungen der Perspektivfigur, d.h. Dominanz der inneren Handlung (Innensicht) - vgl. Vogt 1990, S.54 - vgl. personales Erzählen, Reflektorfigur 

 

Perspektivraum
Raumtyp der Raumgestaltung im epischen Text: Raum und Raumelemente werden in ihrer von einer Figur wahrgenommenen, erlebten Art (Perspektivierung) dargestellt; im Bewusstsein oder Unterbewusstsein der Figuren erscheint der Raum und seine Elemente als vertraut/fremd, freundlich/feindlich, verständlich/unverständlich; der Raum wird gesehen als Idylle, Arbeitsraum, alltäglicher Lebensraum, phantastischer, unheimlicher, grotesker, halluzinatorischer Raum
     
  Perzeption
1) allg. Wahrnehmung 2) sprachpsychologisch sämtliche Prozesse, in denen sprachliche Informationen akustisch oder visuell wahrgenommen, strukturiert, verarbeitet und verstanden werden (aktive Sinngebungsprozesse)
 
     
  Phraseologismus
lexikalische Einheit (z.B. Wort, Wortgruppe als formelhaft-feste Redensart, Redewendung oder idiomatische Wendung), die aus mehreren Elementen besteht; die Gesamtbedeutung dieser Einheit ergibt sich im Allgemeinen nicht aus der Summe der Bedeutungen seiner einzelnen Elemente: »die Zelte abbrechen« (in idiomatischer Leseart etwa aufbrechen) oder »den Stuhl vor die Türe setzen« (entlassen) oder »etwas in den Schatten stellen« (besser sein, übertreffen); Phraseologismen können als a) semantische Einheiten vorkommen, in denen alle darin enthaltenen Wörter phraseologisch gebunden sind (z.B. schwarz sehen), b) sie können auch als Äquivalent für ein Wort stehen (z.B. Er setzte ihm den Stuhl vor Tür - er entließ ihn). Weitere Klassifikationsmöglichkeiten a) nach dem jeweiligen Bedeutungskern, b) nach dem Grad der Durchsichtigkeit oder Motiviertheit  oder c) nach der Art, wie sie syntaktisch konstruiert werden
 
 
Phantasieerzählung
Darstellungsform des Aufsatzes Erzählung; Gestaltung eines frei erfundenen Geschehens nach den Aufbauprinzipien Spannung und Höhepunkt / Lösung - vgl. Erzählung
     
  Plagiat
unrechtmäßige Nachahmung bzw. Veröffentlichung eines künstlerischen oder wissenschaftlichen Werkes, das von einem anderen geschaffen worden ist (Urheberrecht); Diebstahl geistigen Eigentums; auch ein ganzes künstlerisches oder wissenschaftliches Werk, das auf diese Weise entstanden ist, wird als Plagiat bezeichnet.
 
     
  Planendes Schreiben
nach Ortner (2000) aktivitätszerlegende Schreibstrategie, bei der ein Schreiber/eine Schreiberin sich vor dem Niederschreiben eines Textes zur Vorstrukturierung einen Plan (z. B. Gliederungsentwurf, Argumentationsskizze, Stichwortliste) für das zu erstellende Textprodukt macht, der seinen Schreibprozess bis zum Ende leitet; - vgl. aktivitätszerlegendes Schreiben, Schreibstrategie,
 
 
Pleonasmus
meistens überflüssiger, synonymer Zusatz zu einem Wort oder einer Redewendung; auch als Stilfehler möglich: der weiße Schimmel, neu renoviert); zur nachdrücklichen Betonung: ich habe es mit meinen eigenen Augen gesehen - vgl. Wortfiguren, Tautologie
Beispiele: Ich habe es mit meinen eigenen Augen gesehen. -
 
Plot
1. gleichartiges Inhaltselement in unterschiedlichen Dichtungen; beim Plot bleiben die zeitlich zusammenhängende Folge fiktiver Ereignisse und ihre zeitliche und/oder motivierende Verknüpfung die gleichen.2. Handlungsschema im Gegensatz zur Geschichte (story); im Drama Bezeichnung für die Handlungsstruktur eines Stückes, die die vom Autor intendierten Zuschauerwirkungen erreichen soll; auch verwendet als Synonym für Dramenhandlung im Vergleich zur Geschichte (story), die mehr als die Bühnenhandlung umfasst -  vgl. Thema, Motiv, Stoff, Story, Dramaturgie 
Beispiel: Das Märchen "Von den Fischer un siine Fruu" der Brüder Grimm wird von Othmar Schoeck in seiner dramatischen Kantate "Vom Fischer und syner Fru" zwar in eine andere Gattung übertragen, aber im Übrigen genau bewahrt.
     
  Podcast
Wortneuschöpfung (Neologismus), Neubildung aus der Markenbezeichnung iPod, eines tragbaren MP3-Players der Firma Apple, und dem englischen Begriff "broadcast", der Sendung bedeutet; im Allgemeinen eine Art Radiosendungen, die nicht live übertragen werden, sondern unabhängig von Sendezeiten rezipiert werden können; Podcast liegen zum Download auf (Web-)Servern bereit; werden diese Sendungen in einer Art Reihe oder Serie produziert und im Internet zur Verfügung gestellt, wird aus dem einzelnen Podcast über so genannte »Feeds (meistens »RSS) meist eine kürzer oder länger verfügbar gemachte Serie von Sendungen/Beiträgen; Podcasts können sowohl reine Audiobeiträge, aber auch Videosendungen umfassen - vgl. Audiopodcast, Videopodcast;
 
 
Poesie, konkrete
vgl. Konkrete Poesie
     
  Poesie, visuelle
vgl. Visuelle Poesie
 
     
  Poetik
1) Teilbereich der Ästhetik; Bezeichnung für die Lehre bzw. die Theorie der Literatur; allg. Lehre und Wissenschaft zum Wesen von Dichtung, ihren Gattungen und Formen 2) älteste Regelpoetik von »Aristoteles (384-322 v. Chr.)  (»Poetik), erste deutsche Regelpoetiken von »Martin Opitz (1597-1639) und »Johann Christoph Gottsched (1700-1766) 3) heute vornehmlich Abweichungs- und Verfremdungspoetiken - vgl. Regelpoetik,
 

 

Poetische Charakteristik
im literarischen Text: Gesamtheit der Informationen über eine fiktive Gestalt im Text, die die Eigenart (Charakter) einer Figur ausmachen; vgl. Figurencharakterisierung, literarische Charakteristik, Charakteristik 
     
  Poetischer Text
vgl. literarischer Text, Dichtung
 
     
  Poetisches Schreiben
auch: literarisches Schreiben; von Fritzsche (1994, Bd.2, S.158) verwendete Bezeichnung für ein Schreiben, das über die ästhetische Gestaltung "zum Ausdruck 'innerer Natur', also zum Ausdruck subjektiver Befindlichkeit, subjektiver Antwort auf die Wirklichkeit (dient)"; Voraussetzungen: a)  "Lust an der Sprache selbst und die Empfänglichkeit für ihre sinnliche Seite, für ihren Klang, ihren Rhythmus, ihre Melodie"  (ebd.); b) Fähigkeit zur Nutzung optisch-sinnlicher Gestaltungsmittel wie "Formung und und Anordnung von Buchstaben und Texten" (Typographie) - vgl. literarisches Schreiben, produktive Textarbeit, kreatives Schreiben, literarästhetische Produktionskompetenz,
 
     
  Poetizität
vgl. Literarizität
 
 
Point of attack
vgl. dramatischer Auftakt
 
Point of view
vgl. Erzählsituation
     
  »Pointe
(frz. pointe Spitze, aus spätlat.: puncta Stich): Bezeichnung für den eigentlichen, aber unerwarteten Sinn bzw. Schlusseffekt einer Äußerung, der gewöhnlich, wie beim Witz, einen Lacheffekt beim Rezipienten auslöst;   rhetorisch betrachtet, wird durch eine semantische "Kippfigur" eine zuvor aufgebaute Lesererwartung urplötzlich enttäuscht und zwingt den Rezipienten seine bis dahin vorgenommene Deutung, zumindest für einen Moment lang, zu revidieren;  in der dramatischen Handlung kann die überraschende Wendung des Geschehens auch als Pointe bezeichnet werden;
 
     
  Politische Karikatur
graphische oder graphisch-textliche Verfremdung von aktuellen Personen oder Sachverhalten mit komischen Mitteln, um eine meist satirische Wirkung zu erlangen, die sich oft auch durch Lachen Luft macht; als ein visueller Kommentar gehört sie zu den meinungsbetonten journalistischen Darstellungsformen, die zur politischen Meinungs- und Willensbildung ebenso beitragen können, wie auch zur Unterhaltung des Rezipienten, dem eine mehr oder minder schwere, in der Regel freilich leicht zugängliche Kombinationsleistung bei der Dekodierung des in der Karikatur gestalteten Phraseologismus abverlangt wird; (vgl. Schneider 1988, vgl. Knieper 2002); Formen: Einzelkarikatur, Abfolgekarikatur, (apersonale) Sachkarikatur, Personenkarikatur, Tierkarikatur- vgl. Karikatur, Pressekarikatur, Zeitungskarikatur,
 
     
  Polysemie
Mehrdeutigkeit; Ggs. Monosemie;
 
     
  Polyptoton
Wiederholung desselben Wortes in verschiedenen (Flexions-)Formen,
Beispiel: Auge um Auge; homo hominis lupus
 
     
  Polysyndeton
rhetorische Figur in Form der sog. syndetischen Reihung; Verknüpfung mehrerer gleichgeordneter Wörter, Wortgruppen, Satzteile oder Sätze durch dieselbe Konjunktion - vgl. rhetorische Figuren, Asyndeton
Beispiel: "und es wallet und siedet und brauset und zischt" (Schiller, Der Taucher)
 
     
  Portfolio
 - vgl. Schreibportfolio, ergebnisorientiertes Portfolio, prozessorientiertes Portfolio, exemplarisches Portfolio,
 
     
  Portfolio, ergebnisorientiertes
vgl. Ergebnisorientiertes Portfolio
 
     
  Portfolio, exemplarisches
vgl. Exemplarisches Portfolio
 
     
  Portfolio, produktorientiertes
vgl. Produktorientiertes Portfolio
 
     
  Portfolio, prozessorientiertes
vgl. Prozessorientiertes Portfolio
 
     
  Porträtkarikatur
Form der Karikatur, die historisch von den beiden Brüdern »Agostino (1557 - 1602) und »Annibale (1560 -1609) Carracci begründet wird, die mit dem geltenden Schönheitsideal der italienischen Renaissance brechen und eine Art "artistischen Gegenentwurf gegen die ideale Schönförmigkeit" (Plum 1998, S.45) - vgl. Karikatur,
 
     
  »Poststrukturalismus
Bezeichnung für eine Gruppe von Theorien, die semiotisch (zeichentheoretisch) ausgerichtet sind und die in verschiedenen, meist kulturwissenschaftlichen Disziplinen verortet sind; keine einheitliche, konsistente Theorie; Strukturalismus in der Regel dominante Bezugstheorie, aber auch Bezugspunkte zur Hermeneutik; auch in der Forschung umstritten wer außer »Jaques Derrida (1930-2004) (»Dekonstruktion), »Michel Foucaults (1926-1984) (»Diskursanalyse) und »Jaques Lacan (1901-1983) (»Psychoanalyse) zu den Poststrukturalisten zu zählen ist; in der Literaturwissenschaft finden sich zahlreiche Bezugnahmen auf poststrukturalistische Annahmen, ohne dass eine eindeutige Theorie zugrunde gelegt ist; Gemeinsamkeiten poststrukturalistischer Theorien sind a) unter formalem Aspekt "ein gemeinsamer »Stil« des Denkens und Schreibens, der gängige Standards wissenschaftlicher Kommunikation unterläuft, literarische Stilmerkmale aufweist und auf »Differenz« statt Identität setzt" (Köppe/Winko 2008, S.97) b) unter inhaltlichem Aspekt die "Ablehnung von Konzepten und Denkmodellen der abendländischen Tradition" mit ihrer Orientierung am rational erkennenden und handelnden Subjekt und die auf den Strukturalismus zurückgehende eindeutige "Ausrichtung auf die Sprache als Bezugspunkt ihrer Argumentationen" (ebd.)
 
     
  Prädikation
1.
Bezeichnung für das Verfahren, bestimmten Personen, Ereignissen, Dingen oder Sachverhalten bestimmte Eigenschaften oder Attribute zuzusprechen oder abzusprechen; 2. semantisch Bezeichnung dafür, dass einem durch das Subjekt eines Satzes bezeichneten Gegenstand die im Prädikat ausgedrückte Eigenschaft zu oder abgesprochen wird 3. pragmatisch, in der Sprechakttheorie J. R. Searles,  Bezeichnung für einen Bestandteil des propositionalen Aktes, der den neben dem illokutionären Akt, den zweiten (grammatisch abhängigen) Teil einer Sprechhandlung repräsentiert; bestehend aus Referenz (= Setzung eines Kommunikationsgegenstandes; syntaktisch repräsentiert durch Eigennamen, Pronomen, andere Pronominalgruppen) und der Prädikation (= Zuordnung von Eigenschaften zum gesetzten Gegenstand, syntaktisch repräsentiert durch Prädikate);
(vgl. Brinker 1997, S.26)
Beispiel: "Dies ist ein Tisch."
 
 
Prädikativsatz
Gliedsatz, bei dem der untergeordnete Nebensatz anstelle des Satzgliedes Prädikativum steht;  - vgl. Gliedsatz
Beispiele: Der Film war, wie es vorher erzählt worden war. (= Der Film war langweilig. (Prädikativum)) - Ferdinand war, was er sich gewünscht hatte. (=Ferdinand war Mittelstürmer (Prädikativum)
     
  Prädikator
Wort, das einem Gegenstand zugeordnet wird; Prädikatoren können unbestimmbar vielen Gegenständen zukommen;  grammatisch können verschiedene Wortarten als Prädikatoren fungieren (Nomen, Adjektive, Verben ...) sein - Seiffert 1969a, S.23) - vgl. Prädikation, Eigenschaft, Gegenstand
Beispiel: "Dies ist ein Tisch." - Tisch = Prädikator; "Dies knarrt." - Prädikator = knarrt;  "Dies ist rot." - Prädikator = rot
 

 

Pragmatik
Lehre von der Sprachverwendung (Performanz) unter Bezugnahme auf die jeweilige Sprechsituation und ihren Einfluss auf Inhalt und Art der Sprachhandlung, auf die jeweilige verbale Strategie der Sprachbenutzer (Sprecher/Schreiber oder Hörer/Leser); untersucht wird nicht die abstrakte Kompetenz   eines idealisierten Sprechers, sondern immer konkrete sprachliche Äußerungen bestimmter Personen zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort. - vgl. Performanz, pragmatisch, pragmatischer Text
     
  pragmatisch
1. allgemein: sachbezogen, sachlich, auf Tatsachen beruhend; anwendungs-, handlungs- bzw. sachbezogen; 2. linguistisch: die Sprachverwendung betreffend, die Pragmatik betreffend
 
     
  Pragmatischer Text
vgl. Gebrauchstext, Sachtext
 
     
  Praktisches Wissen
vgl. Handlungswissen, Können 
 
 
Prämisse
Voraussetzung; logisch: Vordersatz eines logischen Schlussverfahrens; Prämissen liefern im Argument bzw. im Rahmen einer Argumentation Gründe, damit eine bestimmte Konklusion (Schlussfolgerung/These) akzeptiert werden kann - vgl. Argument, Argumentation, KonklusionSyllogismus,
 
Präposition
unveränderliche Wortart; auch: Verhältniswort; vgl. unveränderliche Wortarten 
Beispiele: wegen, mit, auf, gegen, beim…
     
  Präsens, historisches
vgl. Historisches Präsens
 
     
  Präsentationsprüfung
1. allg. Teil einer mündlichen Prüfung, bei der eine von den Prüfungskandidaten erstellte Präsentation zu einem bestimmten Thema Teil der zu erbringenden Prüfungsleistung ist; neben der Präsention ist das sich anschließende Prüfungsgespräch (Kolloquium) maßgebend für das Bestehen der Prüfung; 2. in nahezu allen Schularten als Prüfungsform der mündlichen Prüfung üblich; die Entscheidung, ob ein Prüfungskandidat eine herkömmliche mündliche Prüfung oder lieber eine Präsentationsprüfung ablegen will, liegt häufig in der Entscheidung der Kandidaten; 3.    3. im mündlichen Abitur in Baden-WürttembergKurzvortrag mit Prüfungsgespräch bzw. Präsentation mit Prüfungsgespräch
 
 
Präsentationstechnik
Form der Darstellung von Sachverhalten, Arbeitsergebnissen usw. vor einem Publikum; Typen: mündliche Formen, rein audiovisuelle Formen - vgl. Referat, Facharbeit
     
  Präteritum, episches
vgl. Episches Präteritum
 
     
  Prätext
nach Wrobel (1995) sämtliche sprachliche Äußerungen, die bei im Rahmen eines Schreibprozesses als Vor- und Zwischenstufen vorkommen; Beispiel: Aus-dem-Kopf-Niederschreiben
 
     
  Prätextrevision
im Ggs. zu Textrevision i. e. S. Revision (Überarbeitung) an einem Text, noch ehe er niedergeschrieben ist - Revision, Textrevision
 
     
  Précis
(frz. le précis = kurze Zusammenfassung, Übersicht, Abriss); kurze, aber sehr präzise Form Inhaltsangabe/Inhaltswiedergabe; im Gegensatz zur schulischen Schreibform Inhaltsangabe gilt:  a) Stil und Standort des Originalverfassers muss beibehalten werden, b) Originaltext muss auf ein Drittel des Ausgangstextes bei Beibehaltung der Stilmerkmale gekürzt werden (+ 10%) c) keine Veränderung der Gedanken des Ausgangstextes, keine Interpretation und kein willkürliches Weglassen wesentlicher Gedanken d) andere, aber den inhaltlichen Kern der Textvorlage treffende Überschrift e) Wiedergabe des Ausgangstextes mit eigenen Worten in Form eines zusammenhängenden Texts
- vgl. schulische Schreibformen, Inhaltsangabe, Summary, Klappentext, strukturierte Textwiedergabe
 
     
  Predigt
eine den pragmatischen Texten (Gebrauchstexten) zuzuordnende Textsorte; 1.  Als geistliche Form dient der didaktische Gebrauchstext ursprünglich der Verkündigung der christlichen Lehre dient; von Traditionen der antiken Rhetorik beeinflusst entstehen im (Früh-)Mittelalter drei verschiedene Formen der Predigt i. e. S., die mit dem Begriff Homilektik zusammengefasst werden a) Homilie, eine eher einfachere, nicht so durchgestaltete eher volkstümlich ausgerichtete Rede (Bibelauslegung) b) Sermon, eine in gehobener Sprache, kunstvoll arrangierte und strukturierte Rede, die sich in der Regel auf einen Bibelvers bezieht (Themapredigt) c) Kunsthomilie (Verbindung von  Textauslegung und Themapredigt); in etlichen Predigtsammlungen dokumentiert; 2. als Volkspredigt wird die P. auch Mittel der öffentlichen Meinungsbildung außerhalb der Kirche; dadurch Verstärkung ihres publizistisch-gesellschaftskritischen Charakters; die fortan an Bildungsstand und sprachlichen Kommunikationsfähigkeiten breiter Volksschichten ausgerichteten sprachlich-stilistischen Ausdrucksformen glichen sich dabei mehr und mehr denen der weltlichen Dichtung an; dies geschah oft auf Kosten des theologischen Niveaus und zielte darauf die Zuhörer der Volkspredigt mit satirisch-komischen oder schwankhaft-burlesken Elementen sowohl zu unterhalten als auch zu belehren oder aufzurütteln; typisches Zeichen für die Anlehnung der Volkspredigt an den literarischen Geschmack der Zeit sind auch die immer wieder zur Auflockerung in die Predigt eingeschobenen Erzählungen (Märlein); typische Vertreter; »Bernhard von Clairvaux (1090-1153) mit seinem Predigten, die dem Aufruf zum »II. Kreuzzug (1147-1149) dienten; »Berthold von Regensburg (1210-1272), der als Franziskanermönch und Wanderprediger unterwegs war, »Johann Geiler von Kaysersberg (1445-1510) und »Abraham a Sancta Clara (1644-1709); der publizistisch-gesellschaftskritische Ansatz der Volkspredigt hat sich auch in den Predigten gegen den Nationalsozialismus niedergeschlagen, die mit den Namen von »Kardinal Clemens August Graf von Galen (1878.1946) und »Martin Niemöller (1892-1984) verbunden sind; moderne Volksprediger wie z. B. der baptistische »Erweckungsprediger Billy Graham (geb. 1918) oder »Pater Leppich (1915-1992) hielten die Tradition der Volkspredigt insofern aufrecht, dass sie in (Massen-)Veranstaltungen, darunter in großen Stadien, ihren Missionierungsintentionen nachgingen; mit modernen Massenkommunikationsmitteln erweiterte die Volkspredigt ihr Publikum und hat bis heute, neben zahlreichen Radioformaten, ein Fernsehformat, dazu das älteste überhaupt, im der ARD für sich, das »"Wort zum Sonntag", das auf einer rein monologischen Redesitutation beruht; die Öffnung des Fernsehmarktes auch für private Sender hat zudem einige Sender hervorgebracht, die sich der Mission in der Tradition der Volkspredigt verschrieben haben; als neureligöses »Spartenprogramm. hat sich z. B. der Fernsehsender »Die neue Zeit TV seit 2008 im Privatfernsehen etabliert und befasst sich mit volkstümlichen Themen wie der Liebe zur Natur und den Tieren, Pazifismus und verbreitet damit seine Ideologie des »Universellen Lebens; dabei haben sich aber auch wesentliche Rahmenbedingungen der Predigt verändert; dabei werden vor oft sogenannte Dialogpredigten gehalten bzw. in dialogisch angelegten, aber weitgehend monologisch verlaufenden "Gesprächsrunden" wird auf die Einbeziehung der Rezipienten hingewirkt; 3. Der Begriff des »Hasspredigers, den der »Duden erstmals im Jahre 2006 in die 24. Ausgabe des Bandes "Die deutsche Rechtschreibung" aufgenommen hat, steht dort für jemanden, "der in seiner Funktion als Prediger zu Hass und Gewalt aufruft“; in der 25. Auflage wieder entfernt; Verwendung des Begriffs aber weiterhin sehr verbreitet; dient als politischer Kampfbegriff in der Auseinandersetzung mit Geistlichen oder sonstigen Anführern unterschiedlicher Religionsgemeinschaften, denen eine Nähe zu religiösem Fanatismus, zumindest jedoch eine »fundamentalistische, insbesondere »islamistische Orientierung nachgesagt werden;  - vgl. Gebrauchstexte, didaktische Gebrauchstexte, Sermon, Homilektik, Homilie, Kunsthomilie,
 
     
  Predigtmärlein
(auch: Märlein); kleinere Erzählungen unterschiedlicher Art, die zur Veranschaulichung und Verdeutlichung mit didaktischer Absicht in Volkspredigten eingefügt sind; seit dem Mittelalter üblich geworden; meistens Formen wie: Exempel, Anekdoten, Sagen, Fabeln, Legende, aber auch Schwänke etc. - vgl, Predigt
 
     
  Pressekarikatur'
auch: Zeitungskarikatur, politische Karikatur, die im Allgemeinen eine tagesaktuelle Berichterstattung illustriert oder visuell kommentiert; meistens handgezeichnet bzw. skizziert und in Schwarzweiß gehalten ist, basiert ihre komische bzw. satirische Wirkung trotz ihrer verfremdenden, die Realität überzeichnenden Gestaltung auf einem Wiedererkennungseffekt, der bei vorausgesetztem Wissen über Personen oder Sachverhalte auf die Bezug genommen wird, vergleichsweise leicht verständlich sein will; - vgl. Karikatur, politische Karikatur
 
 
Primärliteratur
frz.: primaire = zuerst vorhanden; meist literarische oder philosophische Werke, die von der diese erklärenden Sekundärliteratur interpretiert werden - vgl. Sekundärliteratur
     
  Primäre Geste
nonverbale Handlung, die allein zur visuellen Kommunikation eingesetzt wird; Formen: Ausdrucksgeste, mimische Gesten: soziale Mimikry, Theater-Mimikry, Teil-Mimikry, schematische Gesten, symbolische Gesten, technische Gesten, kodierte Gesten, Redegesten - vgl. Geste, beiläufige Geste
 
     
  Printwerbung
Textsorte der Werbung, meist gleichgesetzt mit Werbeanzeigen bzw. Anzeigenwerbung; Zusammenspiel von bild und Text - vgl. Werbeanzeige
 
     
  Prinzipdarstellung
als diskontinuierlicher Text Gestaltungsform der →Infografik; umfasst →Sachbilder, →Strukturbilder, →Prozessgrafiken; Darstellung von Tatsächlichem oder Abstraktem,  das in seinem Aussehen, seinen Strukturen oder in einem Prozessverlauf beschrieben wird; Beispiele: Organigramme, Stammbäume, Funktionsmodelle von Verfassungen, Workflow-Darstellungen eines Arbeitsprozesses - vgl. Bildstatistik, Diagramm, diskontinuierlicher Text, Infografik, Schaubild, Strukturbild, Strukturskizze,
 
 
Privatbrief
Form des Briefes; schriftliche Mitteilung, die formal weitgehend frei gestaltbar ist; geprägt durch die Beziehung zwischen dem Verfasser und dem Empfänger des Briefes ("persönliche Note") - vgl. Gebrauchstexte, private Gebrauchstexte, Brief, Geschäftsbrief 
     
  Private Gebrauchstexte
- vgl. Gebrauchstexte, wissenschaftliche Gebrauchstexte
 
 
Problemaufsatz
vgl. Problemerörterung
 
Problemerörterung
schulische Schreibform; auch: Problemaufsatz, (freie) Erörterung, textungebundene Erörterung, Besinnungsaufsatz (veraltet); ein problemhaltiger Sachverhalt in Form einer Ergänzungsfrage oder Entscheidungsfrage wird erörtert, d.h. es werden Probleme des Themas erfasst, beschrieben, kommentiert und beurteilt und mögliche Lösungsansätze schriftlich diskutiert; grundsätzlich zwei Typen: lineare Erörterung (Sach-Frage) oder dialektische Erörterung (Pro und Contra); 5 Arbeitsschritte: (Betrachtung und) Erschließung des Themas, Stoffsammlung, Stoffordnung, Arbeitsgliederung, Niederschrift (Abfassung); -  vgl. schulische Schreibform, Texterörterung
     
  Produktionskompetenz, literarästhetische
vgl. Literarästhetische Produktionskompetenz
 
     
  Produktionskompetenz, theatralische
vgl. Theatralische Produktionskompetenz
 
 
Produktive Textarbeit
Sammelbegriff für verschiedene Verfahren des nicht-analytischen, erfahrungsorientierten, kreativen, konkretisierenden oder transformierenden Umgangs mit Literatur; Formen (häufig miteinander kombiniert): textproduktive, szenische, akustische und visuelle Gestaltungen - vgl. szenische Interpretation, Textarbeit, textproduktive Gestaltungtexttransformierendes Schreiben,
     
  Produktorientiertes Portfolio
vgl. Ergebnisorientiertes Portfolio
 
     
  Produktzerlegendes Schreiben
nach Ortner (2000, S.346ff.) den Schreibprozess zerlegende Schreibstrategie (=zerlegendes Schreiben); vom Schreiber werden einzelne Textteile gesondert verfasst ( z.B. Schluss, dann Hauptteil und erst am Ende die Einleitung) und erst am Ende bis hin zu einer Art Puzzle-Prinzip zusammengesetzt; Schreibtypen, die einer solchen Schreibstrategie folgen, können als Schritt-für-Schritt-Schreiber,  Schrittwechsler, Textteilschreiber und Produktzusammensetzer differenziert werden - vgl. Schreibstrategie, aktivitätszerlegendes Schreiben,
 
 
Pro-Formen
auch: Verweisformen; in der Textlinguistik: Kohäsionsmittel, mit denen auf der Textoberflächenstruktur Verknüpfungen zwischen einer weitgehend inhaltsleeren Pro-Form und einem Bezugselement des vorhandenen sprachlichen Kontextes hergestellt werden kann; weitgehend inhaltsleere Pro-Form fungiert als eine Art Suchanweisung, um es mit Inhalt (Bezugselement, Referenzbezug) zu füllen (vgl. Linke u.a. 1994, S.218); Pro-Formen: Pronomina, Adverbien, Pronominaladverbien (z.B. dort, da), Demonstrativpronomen (z.B. dieser, diese); Verweisrichtungen: a) Rückverweis (anaphorisch) b) Vorverweis (kataphorisch)
Beispiele: Das ist Anna. Sie ist Schülerin. - Peter geht in die Disco. Es gefällt ihm dort. - Ich möchte eine Party, wo nicht nur schräge Musik läuft. Darauf kommt es mir vor allem an. - Es war einmal ein Mädchen. Das hatte einen Teddybär. Der hatte ein Ohr verloren. - Viele ältere Schüler gehen morgens zur Schule, danach kurz zum Mittagessen, arbeiten nachmittags in irgendeinem Geschäft und verschwinden abends in die Kneipe. Das alles kann nicht so leicht unter einen Hut gebracht werden.
 
Prolog
Ein dem dramatischen Text (manchmal auch in epischen Texten) vorgeschalteter Teil (Vorrede), der entweder in die dramatische Handlung integriert oder selbständig szenisch inszeniert ist; vorgetragen von spielinterner oder spielexterner Figur in monologischer oder dialogischer Vermittlung; Funktionen: Begrüßung und u. U. Huldigung des Publikums, expositorische Informationsvergabe über das Stück, bestimmte Handlungsstränge, Vorausdeutungen über das Dramenende, ideologiekritische, moralische, sozialkritische Reflexionen und Erörterungen - vgl. dramatische Rede, Epilog
     
  Promythion
Lehre, die häufig vor allem bei didaktischen Formen der Literatur wie Fabel, Exempel, Gleichnis vorangestellt wird; sein Gegenteil stellt die nachgestellte Lehre dar (=Epimythion) - vgl. Fabel, Epimythion
 
 
Pronomen
derzeit nur Platzhalter! - veränderliche Wortart; - 
vgl. Anredepronomen
 
Pronominaladverb
1. grammatisch: unveränderliche Wortart; grammatischer/syntaktischer Typ des Adverbs; mitunter wegen seiner Stellvertreterrolle für Präpositionalphrasen zur Gruppe der Pronomen als Adverbialpronomen (vgl. Heringer 1989, S.125) gezählt; auch für Bildung aus einem Adverb und einer Präposition (z.B. an: daran, woran ... - auf: darauf, worauf ...); 2. textlinguistisch: als Kohäsionsmittel aus der Gruppe der sog. Konnektive innerhalb eines Satzgefüges oder zwischen selbständigen Sätzen (Textoberflächenstruktur);  vgl. Wortarten, Adverbialpronomen , Konjunktionalsatz, Verknüpfungswörter, Kohäsion, Kohäsionsmittel, Konnektive 
Beispiele: darüber, deswegen, damit, dafür, darunter, darüber, worauf, dadurch, worin ...
 
Proposition
1. In der Logik: Aussage, Urteil 2. In der Rhetorik: Die P. enthält den Ausgangspunkt, den Hauptgedanken, das Thema  3. In der Sprechakttheorie Searles einer der drei in einem Sprechakt vollzogenen Akte: Äußerungsakt, illokutiver Akt und propositionaler Akt; eigentlicher Satzinhalt (Sachverhaltsbeschreibung) 4. manchmal auch einfach Bezeichnung für einen Satz unter inhaltlichen Gesichtspunkten oder für den in einem Satz ausgedrückten Gedanken(gang) - vgl. illokutiver Akt, IllokutionSprechakte, Sprechakttheorie, Sprechhandlungstheorie, performative Äußerung, propositionales Wissen,
 
Propositionaler Akt
In der Sprechakttheorie Searles einer der drei in einem Sprechakt vollzogenen Akte: Äußerungsakt, illokutiver Akt und propositionaler Akt; eigentlicher Satzinhalt (Sachverhaltsbeschreibung); besser: propositionaler Gehalt eines Sprechaktes - vgl. Sprechakte, Proposition, illokutiver Akt
 
Propositionaler Gehalt
Um bessere Abgrenzung vom logischen Begriff der Proposition zu ermöglichen, aber auch weil bei bestimmten sprachlichen Handlungen nur Teile einer Proposition sprachlich artikuliert werden, statt des Begriffes Proposition in der Sprechakttheorie bzw. Sprechhandlungstheorie verwendet. - vgl. Sprechakte, Proposition
     
  Propositionales "weil"
vgl. Faktisches "weil"
 
     
  Propositionales Wissen
Wissen, das durch Sätze (Propositionen, Aussagen) beschrieben werden kann - vgl. explizites Wissen
 
 
Prosa
die "natürliche", nicht durch formale Gestaltungsmittel veränderte (=gebundene) regulierte Schreib- und Redeweise; Alltagsrede, die etwas geradewegs auf ungezwungene Weise sagt, aber auch ästhetisch-künstlerisch ausgestaltete Redeform in nicht-fiktionalen und fiktionalen Texten (prosaischer Stil); verschiedene Möglichkeiten zur Annäherung an die gebundene Rede z.B. durch Wortwahl, Bilder, Metaphern, Syntax und Rhythmisierungen der gebundenen Rede - vgl. gebundene Rede 
     
  Prosagedicht
Bezeichnung für Texte, die nur noch von ihrer äußeren graphischen Gestalt her betracht Versgliederungen aufweisen
 
      
  Prosodie
Sprachliche Lauteigenschaften, die neben den segmentalen Eigenschaften existieren bzw. diese überlagern (suprasegmentale Merkmale); Beispiele: Akzent, Intonation, Pausen; prosodische Merkmale der Sprache und suprasegmentale Merkmale der Sprache werden häufig als Synonyme verwendet; differenzierter dagegen die Einteilung der Supragementalia in prosodische und paraverbale Merkmale - vgl. suprasegmentale Merkmale, paraverbale Merkmale
 
     
  prosodisch
Eigenschaft von Merkmalen, die bei einer sprachlichen Äußerung Dauer (Quantität), Tonhöhe und -stärke (Qualität) bestimmen, u. a. Akzent, Intonation, Rhythmus etc. - vgl. Prosodie, prosodisches Merkmal, suprasegmentale Merkmale
 
      
  Prosodisches Merkmal
vgl. suprasegmentale Merkmale, Prosodie, prosodisch
 
     
  Prosyllogismus
Bezeichnung für den Syllogismus in einem zusammengesetzten Syllogismus, der einem bestimmten Syllogismus vorangeht -  vgl. Syllogismus,
 
 
Protokoll
auch: Niederschrift; Schriftlicher Bericht mit meist halböffentlichem Charakter, der über den Inhalt, den Verlauf und das Ergebnis eines Gesprächs (Diskussion, Besprechung, Verhandlung, Sitzung, Unterrichtsstunde) informiert; basiert im Allgemeinen auf einer Mitschrift während des Gesprächs; Formen: Ergebnisprotokoll, Verlaufsprotokoll, Gedächtnisprotokoll, Redeprotokoll, Sitzungsprotokoll
 
Protokoll, ausführliches
vgl. ausführliches Protokoll, Verlaufsprotokoll 
 
Protokollant
Schriftführer in einem Gespräch (Diskussion, Sitzung, Besprechung), über die ein schriftlicher Bericht in Form eines Protokolls verfasst wird - vgl. Protokollführer, Protokoll  
 
Protokollführer
vgl. Protokollant 
     
  Prototyp
(altgr. protos = der Erste, und typos = Urbild, Vorbild); 1. in der Technik ein für die jeweiligen Zwecke funktionsfähiges, oft aber auch vereinfachtes Versuchsmodell eines geplanten Produktes oder Bauteils; 2. in der Linguistik auf die »Prototypentheorie von »Eleanor Rosch (geb. 1938) Vorstellung der mentalen Verarbeitung von Informationen in Kategoriensystemen, die selbst ebenso wenig wie ihre Elemente eindeutig von einander abgrenzbar sind und auch nicht mit einer bestimmten, bei allen Vertretern einer Kategorie stets gleichen  Anzahl von Merkmalen beschreibbar sind;  vgl. Prototypensemantik, Prototypikalität, Familienähnlichkeit, Fuzziness, cue validity;
 
      
  »Prototypensemantik
auf die in den 1970er Jahren von »Eleanor Rosch (geb. 1938) entwickelte »Protoypentheorie zurückgehende Richtung der Semantik;  Kerngedanke ist dabei in der Standardversion der Prototypensemantik, dass es innerhalb des Ordnungssystems einer Kategorie stets einen (oder auch mehrere) Vertreter gibt, der als bester Vertreter der Kategorie gilt. Von diesem ausgehend wird dann über unterschiedliche Ausprägungen von  Familienähnlichkeit entscheiden, ob auch andere gemessen an den Merkmalen des Prototyps einer bestimmten Kategorie zugeordnet werden können; dabei können die anderen Vertreter einer Kategorie dem Prototypen mehr oder weniger entsprechen. - vgl. Protoyp, Prototypikalität, Familienähnlichkeit, Fuzziness, cue validity;
 
     
  Prototypikalität
in der pragmatisch orientierten Textlinguistik Kriterium der Texthaftigkeit (Textualität); dabei geht man davon aus, dass Texte nicht als feste, absolute und unveränderliche Größen aufzufassen sind, sondern über bestimmte Merkmale zu beschreiben sind, die mal mehr, mal weniger stark ausgeprägt sind; die Zuordnung von einzelnen Vertretern zur Kategorie Text oder zu einer bestimmten Kategorie von Texten (Textarten, Textsorten) kann daher auch nicht unabhängig von ihren jeweiligen Vertretern vorgenommen werden; angesichts der prinzipiellen Unschärfe (fuzziness) von Kategorien, muss die Kategorienorganisation von so genannten Prototypen aus gedacht und vorgenommen werden; diese Prototypen, von denen im Idealfall einer im Zentrum der Kategorie steht, weil er als der beste Vertreter seiner Kategorie gilt, weisen die höchste Anzahl und die beste Ausprägung von Merkmalen auf, die die anderen Vertreter der Kategorie so nicht besitzen; diese weisen aber eine unterschiedlich stark ausgeprägte Familienähnlichkeit mit dem Prototypen auf, mit dem sie eine mehr oder weniger große Anzahl von Merkmalen teilen; Prototypen bilden dementsprechend einen Kernbereich von Basismerkmalen ab, deren Ausprägung bei den anderen Vertretern der Kategorie über deren Nähe oder Distanz zu diesem Kernbereich entscheidet (vgl. Heinemann/Heinemann 2002, S.105, Heinemann 2008, S.137) - vgl. Protoyp, Familienähnlichkeit, Fuzziness, cue validity;
 
     
  Proxemik
Teil nonverbalen Verhaltens in der nonverbalen Kommunikation; Annäherungs- und Distanzverhalten zwischen Kommunikationspartnern - vgl. nonverbale Kommunikation, Körpersprache
 
     
  Prozedurales Wissen
auch: Anwendungswissen oder generisches Wissen; dynamisches Wissen, das in der Kenntnis von Prozeduren zur Problemlösung besteht (vgl. Jarz 1977, S.73) - vgl. Anwendungswissen, generisches Wissen, Wissen
 
     
  Prozessorientiertes Portfolio
im Ggs. zum ergebnisorientierten oder produktorientierten Portfolio Sammlung bzw. Zusammenstellung von Materialien, die den Prozess des Lernens und die damit verbundenen Lernfortschritte dokumentieren; dazu zählen u. a. schriftlich fixierte Vorüberlegungen, erste Entwürfe, Überarbeitungen, Teilausarbeitungen, Arbeitsgliederungen, Selbstreflexionen über Lernfortschritte und Hindernisse im Lernprozess selbst oder schriftlich dokumentierte Ergebnisse verschiedener Verfahren beim schrittweise kooperativen Schreiben (Peer-Feedback); - vgl. Portfolio, ergebnisorientiertes Portfolio,
 
 
Prüfungsfrage
unter inhaltlichem Aspekt: keine wirkliche Frage, da derjenige, der die Frage stellt, die Antwort schon weiß - vgl. Fragearten
Beispiel: Wie viel ist eins und eins?
     
  Psychomotorische Fertigkeiten
Tätigkeiten im Bereich des Handlungswissens; Formen: athletisches Können, Geschicklichkeit etc. (vgl. Jarz 1997, S.77, Mandl/Spada (1988) - vgl. Fertigkeiten, Handlungswissen
 
 
Psycho-narration
Begriff aus der Erzählforschung; Form der Figurenrede; stumme Rede; Gedankenbericht, der zu einer bildhaften Erzählung von Bewusstseinsinhalten benutzt wird; Inhalte des Gedankenberichts können nicht von der Figur selbst versprachlicht werden; thematische Schwerpunkte: 1. Gedanken und Gefühle von Kindern, 2. Ironisierungen der Figur und ihrer Gedanken und Empfindungen durch den Erzähler, 3. Träume, Halluzinationen, visionäre Bilder- vgl. Vogt 1990, S.159f. Vogt 1996, S.304 - vgl. Figurenrede, Gedankenbericht, stumme Rede
Beispiel: "Und siehe da: plötzlich war es, als wenn die Finsternis vor seinen Augen zerrisse, wie wenn die samtne Wand der Nacht sich klaffend teilte und eine unermesslich tiefe, eine ewige Fernsicht von Licht enthüllte ..."(Thomas Mann, Die Buddenbrooks)
     
  Publizistische Gebrauchstexte
Pragmatische Texte (Sachtexte), die in verschiedenen Medien verwendet werden und informative, kommentierende, berichtende oder appellative Funktionen haben; dazu zählen nach Belke (1980, S.42ff.) kann man Nachrichten-, Bericht-, Kommentar- und Werbeformen unterteilen; 1) Reine Nachrichtenformen: a) Nachrichten b) Bulletin c) Chronik; 2) Berichtformen: a) Bericht b) Reportage c) Interview; 3) Kommentarformen: a) Leitartikel b) Entrefilet c) Glosse d) Kolumne (Column) e) Feuilleton 4) Propaganda- und Werbeformen: a) Flugblatt b) Flugschrift c) Pamphlet d) Anzeige e) Propagandatexte
vgl. Leitartikel, Feuilleton, Glosse, Interview, Nachricht, Lead-Stil, Gebrauchstexte, private Gebrauchstexte, wissenschaftliche Gebrauchstexte, journalistische Darstellungsformen,
 

 

Punktuelles Lesen
Lesetechnik, bei der ein Text nur teilweise gelesen wird (Ggs. sequenzielles Lesen)  und der Lesevorgang an einer Stelle immer wieder abgebrochen und an anderer Stelle fortgeführt wird; besonders geeignet für nicht-lineare Hypertexte; vgl. Lesen, Lesetechnik, sequenzielles Lesen, diagonales Lesen, intensives Lesen, kursorisches Lesen ,
     
  Punktuelles Wissen
alltagssprachliche Bezeichnung für Wissen, das im Gegensatz zu umfassenden Wissen, sich nur auf einen kleinen Ausschnitt der Wissensgegenstände eines grundsätzlich weiter angelegten Wissensbereichs bezieht; punktuelles Wissen < umfassendes Wissen
 
 
Pyramidaler Aufbau
dramaturgisches Aufbauprinzip des plots der dramatischen Handlung; auf die Aristoteles-Rezeption zurückgehende, zunächst dreiteilige Dramenstruktur (Ausgangslage, Entwicklung, Auflösung), die später von der fünfaktigen Struktur abgelöst worden ist; beide Aufbaustrukturen basieren auf der Symmetrie der dramatischen Handlung; für das Drama der geschlossenen Form (Klotz 1969) von Freytag (1863) als Grundstruktur verlangt - vgl. Drama, Dramaturgie, geschlossenes Drama, Tektonik

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