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FAQ's: Strukturierte Textwiedergabe

Wie baue ich Sinnabschnitte in die strukturierte Textwiedergabe ein?


  Darüber lohnt es sich schon mal nachzudenken, denn schließlich hat man bei der strukturierten Textwiedergabe eben doch eine ganze Menge Aufgaben zu bewältigen. (»Die komplexe Arbeitsaufgabe)

Inhalt und Gedankengang kannst du schon einigermaßen unterscheiden? Wenn nicht, informiere dich zunächst einmal darüber (»FAQ 17: Was unterscheidet Inhalt und Gedankengang eines Textes?)

Achtung!

Bevor du schon ans "Einbauen" denkst, solltest du dir zur Sicherheit noch ein paar Gedanken zu den Sinnabschnitten machen, die du gefunden hast. Dabei helfen dir die nachfolgenden Fragen.

Sinnabschnitte überprüfen

Folgende Fragen können bei der Überprüfung der Sinnabschnitte hilfreich sein:

  • Bringt meine Formulierung den Inhalt des Abschnitts präzise und ohne unnötige Umschweife auf den Punkt?

    • Antwortet der Abschnitt insgesamt auf eine bestimmte Frage?

    • Welche?

  • Liegen meine gefundenen Sinnabschnitte begrifflich etwa auf der gleichen Höhe?

    • Behandelt jeder Sinnabschnitt einen eigenen, von den anderen Sinnabschnitten mehr oder weniger klar abhebbaren Aspekt?

    • Lässt sich einer oder mehrere der von mir gefundenen Sinnabschnitte noch einem anderen schon bezeichneten Sinnabschnitt unterordnen?

    • Lassen sich bestimmte Sinnabschnitte doch besser unter einem neu formulierten Oberbegriff zusammenfassen?

    • Wie lautet dieser neue Oberbegriff/Sinnabschnitt?

    • Auf welche Frage antwortet dann dieser übergeordnete Sinnabschnitt?

"Einbaustrategie" festlegen

Ist deine Überprüfung der Sinnabschnitte zu deiner Zufriedenheit ausgefallen, kannst du mit dem eigentlichen Einbau deiner Ergebnisse in die strukturierte Textwiedergabe beginnen.

Hier musst du dich zwischen zwei verschiedenen "Einbaustrategien" entscheiden.

  1. Blockprinzip

    Du kannst nach dem so genannten Blockprinzip verfahren. Dabei schlägst du den Weg einer textstrukturierenden Bearbeitungsstrategie ein.


     Das bedeutet etwas verkürzt ausgedrückt etwa, bestimmte Aspekte bei der Analyse oder Bearbeitung von Texten im Zuge der Niederschrift nacheinander abzuarbeiten und diese Aspekte blockweise zusammenzufassen.


     

    Beispiel:

    Für den Text nach Hans-Ulrich Grunder, Den Kampf gegen das Spicken neu bestimmen könnte dies wie folgt aussehen:

     

    "Der Text lässt sich in 6 Sinnabschnitte einteilen. Nach einer Einführung in das Thema mit einem Beispiel im ersten Abschnitt, behandelt der zweite Abschnitt die Bedeutung des Spickens in der Schule von heute. Im dritten Abschnitt kommen verschiedene Spickmethoden zur Sprache. Was die Lehrer unter Spicken verstehen und welche Motive Schülerinnen und Schüler dafür haben, steht im vierten Abschnitt im Vordergrund. Im fünften Abschnitt wird dargestellt, mit welcher Einstellung Schule gewöhnlich dem Spicken Einhalt gebieten will, ehe im sechsten und letzten Abschnitt Perspektiven für einen zeitgemäßen pädagogischen Umgang mit dem Spicken aufgezeigt werden."

  1. Reißverschlussprinzip

    Du kannst aber auch dem Reißverschlussprinzip folgen. Dabei wählst du eine textsukzessive Bearbeitungsstrategie (=sukzessiv h: folgend). Entscheidest du dich dafür, dann wirst du also am Text entlang vorgehen. In diesem Fall musst du die gefundenen Sinnabschnitte stets in den Zusammenhang der Wiedergabe des Gedankenganges "einbauen". Im Allgemeinen beginnst du dabei mit der Benennung des jeweiligen Sinnabschnitts, ehe du im Anschluss daran beschreibst, wie der Autor seine Gedanken zu diesem Thema/Inhalt entfaltet.

Beispiel:

Für den Text nach Hans-Ulrich Grunder, Den Kampf gegen das Spicken neu bestimmen könnte dies wie folgt aussehen:

"Mit einem Beispiel eines Schülers, der seine Spickmethoden mit Hilfe des Internets ständig verfeinert, leitet Hans-Ulrich Grunder in die Problematik ein. Das Beispiel zeige, so stellt er fest, auch das Spicken unterliege dem Wandel, den neue Medien wie das Internet hervorrufen oder begünstigen.
Im zweiten Abschnitt befasst sich der Autor mit dem Stellenwert, den das Spicken heutzutage in der Schule hat. Unter Berufung auf nicht näher bezeichnete Forschungsergebnisse der Schulpädagogik behauptet er, dass in der Schule von heute nahezu alle Schülerinnen und Schüler  schummeln würden (schummelten), um sich Vorteile zu verschaffen. ...

Im darauf folgenden Abschnitt geht es um den Wandel der Spickmethoden. Nach der Aufzählung gängiger Spickmethoden lenkt Hans-Ulrich Grunder sein Augenmerk auf eine seiner Ansicht nach grundlegende Neuerung beim Spicken im Zeitalter des Internets. Schüler und Schülerinnen brächten heute im Gegensatz zu früher immer häufiger schon die Antworten mit, die andernorts von anderen vorgefertigt worden seien. Um solchermaßen präpariert in eine Klausur oder Klassenarbeit gehen zu können, griffen die Schüler zusehends auf im Internet zu findende Fragen und Antworten zurück.
Mit dem Begriff des Mogelns und den Motiven der Schüler für das Spicken befasst sich der vierte Abschnitt des Textes. Die Schule und ihre Lehrerinnen und Lehrer, behauptet der Autor, sähen im Spicken bis heute immer noch etwas Asoziales, gegen das mit großem Einsatz vorzugehen sei. ..." 

Achtung aufgepasst!
Wenn man nur schreibt: "Im nächsten Abschnitt behauptet der Autor ..." ohne den Sinnabschnitt selbst zu benennen hat man nur eine Abschnitteinteilung vorgenommen, aber keine Sinnabschnitte ermittelt!

 

 
     
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