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Die Wiedergabe von Inhalt und/oder Gedankengang eines Textes ist Gegenstand
einer ganzen Reihe von
(schulischen)
Schreibformen, die unter dem Begriff
Textwiedergabe
zusammengefasst werden können. Dazu zählen Schreibformen mit zum Teil
sehr unterschiedlicher
Textfunktion. (»
Übersichts-Mind Map)
Hinsichtlich ihrer jeweils dominierenden Textfunktion unterscheidet sich
z. B. die
Nacherzählung, die primär auf Unterhaltung aus ist, grundlegend von der
der
Information verpflichteten
Inhaltsangabe und
dem appellativ-informativen
Klappentext.
Die Rezension, hier
und damit im Bereich der
schulischen
Schreibformen verstanden als Buch- bzw. Textkritik bzw. - besprechung,
stellt dabei eine Mischform dar. Sie steht in
einem Übergangsbereich zu Schreibformen, die immer in engem Bezug zum
Textinhalt bzw. zum Gedankengang des Verfassers stehen, wie die
Texterörterung,
Textanalyse
und selbstverständlich auch die
Textinterpretation. Alle drei letztgenannten Schreibformen basieren auf der Grundlage
jeweils einer oder auch verschiedener Formen der Textwiedergabe. Während
Textanalyse und Texterörterung im Allgemeinen auf der Grundlage einer
strukturierten Textwiedergabe stehen, kann bei der Textinterpretation die
Paraphrase des Textinhalts ein durchaus angemessenes Mittel der
Textwiedergabe sein.
Tabellarischer Überblick über Formen der Textwiedergabe
Form der
Textwiedergabe |
Aspekte der Textwiedergabe |
Sprachlich-stilistische Merkmale
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Inhaltsverzeichnis |
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sprachlich knapp, informativ |
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Gliederung |
- Ausgangstext in
Sinnabschnitte gegliedert
- Jeder Sinnabschnitt wird mit einer
Überschrift, die das Wesentliche erfasst, zusammengefasst.
- gibt den inhaltlich-thematischen
Aufbau des Textes zu erkennen.
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Sprachlich knapp, präzise, sachlich-informativer Stil |
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Konspekt |
- informiert in Grundzügen über den
Inhalt
- akzentuiert das inhaltlich Neue und
Besondere
- verweist mit Textbelegen auf den
Originaltext
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sprachlich
knapp, informativ, übersichtlich, auch mit nicht-verbalen Zeichen (z. B.
Strukturpfeilen) |
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Exzerpt |
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am Ausgangstext
orientiert, in Satzform oder in Stichworten |
Summary
(Zusammenfassung, Resümé) |
- Wesentliche Inhalte und Gedanken eines
Textes werden am Anfang oder Ende eines Textes kurz zusammengefasst
- Häufig auch in einer Fremdsprache vor
(wissenschaftlichen) Texten
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sprachlich
knapp, sachlich-informa-
tiver Stil |
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Klappentext |
- Werbewirksame Teilinhaltsangabe eines
Buches auf vorderer oder hinterer Klappe des Schutzumschlags
- bei Büchern ohne Schutzumschlag
Klappentext auf dem Vorsatz oder Nachsatz des Buches zu finden;
- Werbetext, der einen Lese-/Kaufappell
beinhaltet; Werbefunktion mehr oder weniger deutlich
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Informativ-appella-
tiver Stil |
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Nacherzählung |
- Eine gehörte oder gelesene Geschichte
wird mit eigenen Worten nacherzählt
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unterhaltend,
u. U. ausschmückender Stil, Erzählzeit: Präteritum´ |
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Précis |
-
Eine
Textvorlage wird etwa auf ein Drittel ihres Umfangs gekürzt.
- Wesentliche Stilelemente der
Textvorlage werden dabei beibehalten.
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Sprache und
Stil des Ausgangstextes maßgebend, Aufbau folgt der Vorlage |
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Inhaltsangabe |
- Der wesentliche Inhalt eines Textes
wird in verkürzter Form wiedergegeben.
- Der Inhalt wird textbezogen referiert.
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Sprachlich
eigenständig, sachlich-informa-
tiver Stil ohne Ausschmückungen, keine direkte Rede, Aufbau (Aussagekern
und Inhaltsangabe i. e. S.), Tempus: Präsens (= Textgegenwart) |
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Rezension |
- Über einen Text (aber auch: Film, Theaterstück oder Konzert) wird
informiert.
- Dabei wird der Text auch kritisch betrachtet und subjektiv beurteilt.
- Subjektive Meinung und (objektive) Information werden im
Allgemeinen nicht voneinander getrennt.
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Überwiegend
sachlich-informativer Stil, aber auch: kommentierend mit subjektiver
Wertung Tempus bei Textrezension Präsens |
Sinngemäßes
Zitieren |
- Längere Gedankengänge werden, ohne den
Sinn der Äußerungen zu entstellen, gerafft wiedergegeben.
- Überlange Originalzitate werden
vermieden.
- Übergang zur Paraphrase, die
sinngemäßes Zitieren verlangt
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Quellenangabe
zwingend; sinngemäß zitierte Passagen mit geeigneten Formulierungen, die
das Ganze als Form der Textwiedergabe erkennen lassen, kennzeichnen
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Paraphrase |
- Meistens sehr textnah (Extremfall:
bloßes sinngemäßes Zitieren unter Verwendung des Konjunktivs)
- Hinzufügung von Erläuterungen und
Erweiterungen zur Textwiedergabe um den (vermeintlichen) Sinn eines
Textes bzw. einer Textaussage zu verdeutlichen.
- Grenzziehung zu Interpretation über
und Argumentation zum Text häufig nicht einfach.
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freie, oder
auch nur sinngemäße Übertragung eines Textes in anderer sprachlicher
Gestaltung |
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Thesenpapier |
- Wiedergabe der wichtigsten Aussagen
eines Textes in Form von Thesen.
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Formulierung
der Thesen in Form von Sätzen, sonst ohne klare sprachlich-stilistische
Regelungen |
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Strukturierte Textwiedergabe |
- soll über den wesentlichen Inhalt, den
Textaufbau und den Gedankengang des Verfassers / der Verfasserin eines
Sachtextes in verkürzter Form zu informieren.
- Herausarbeitung und Beschreibung von
Strukturen der
thematischen Entfaltung im Text (deskriptiv,
argumentativ, appellativ,
explikativ)
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Sprachlich
eigenständig, sachlich-informa-
tiver Stil ohne Ausschmückungen, keine direkte Rede, Aufbau (Über-
blicksinformation, strukturierte Textwiedergabe i. e. S.), Tempus:
Präsens (= Textgegenwart) |
Zu diesen primär der Textwiedergabe verpflichteten
Schreibformen
kommen schulische
Schreibformen, die in dieser oder jener Form Elemente der Textwiedergabe
voraussetzen, wie die
Texterörterung,
Textanalyse
und selbstverständlich auch die
Textinterpretation.
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