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Strukturierte Textwiedergabe: Häufig gestellte Fragen

Ich kann in meinem Text keine Argumentationen finden. Woran erkennt man eigentlich Thesen, Argumente, Beweise und Beispiele?

 
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Tja, da scheint guter Rat teuer, denn, in der Tat, ist es gar nicht so einfach, in Texten wie Zeitungsartikeln, politischen Reden oder sogar wissenschaftlichen Texten Thesen und Argumente, vollständig ausgeführte Argumentationen, gar nach den Mustern der einfachen oder der erweiterten Argumentation, zu finden. Und da das wirklich oft so ist, klemmt's natürlich auch bei der ▪ strukturierten Textwiedergabe.

Dass das so ist, liegt an den Gewohnheiten, die sich bei unserer ▪ Alltagsargumentation ausgebildet haben.

Da machen wir nämlich, ohne weiter darüber nachzudenken, eine Vielzahl von Aussagen, die wir nicht begründen oder gar zu begründen brauchen. Wir stellen sie - wo kämen wir hin, wenn wir dies immer täten! - einfach nicht in Frage und wir drücken demzufolge auch gar nicht aus, auf welchen Voraussetzungen solche Aussagen beruhen.

So wie wir einfach nur behaupten: "Der Hund ist vor Tollwut geschützt.", wenn wir wissen, dass er entsprechend geimpft worden ist, und dann mit etwas anderem fortfahren, geschieht dies eben auch in Texten, die auf Alltagsargumentationen beruhen.

Nach der formallogischen Argumentationslehre lassen wir einfach die Voraussetzungen (Prämissen) weg, wenn wir eine Schlussfolgerung (Konklusion) artikulieren bzw. präsentieren. Und das wiederum führt dann nicht selten dazu, dass es verdammt schwer ist, solche Argumentationen aufzustöbern. Hier darf man auch nicht erwarten, dass sich das in jedem Fall machen lässt.

Wenn ein Text nämlich seine Argumentationselemente kaum strukturiert und nur wenige sprachliche Indikatoren, die Struktur klar und deutlich machen, kann es ganz schön schwierig werden.

Wäre eine Argumentation immer ▪ einfach statt kompliziert, ▪ gegliedert und geordnet statt ungegliedert und zusammenhanglos, ▪ kurz und prägnant statt weitschweifig, ▪ besäße sie anregende Zusätze dann würde sie wohl auch eine ▪ gute Allgemeinverständlichkeit aufweisen, so wie dies ▪ kommunikationspsychologisch eingefordert wird. (▪ Hamburger Verständlichkeitsansatz)

Das Problem ist also:
  • Argumente bzw. Argumentationen sind in Alltagsargumentationen häufig nur schwer zu erkennen.

  • Man muss Methoden zur Analyse anwenden, die helfen können, diese mitunter undurchdringlich wirkende Gemengelage von Aussagen auf Argumentationen zurückzuführen, auch wenn deren Elemente nicht immer ausgeführt sind.

Signalwörter als sprachliche Indikatoren auf bestimmte Argumentationsschritte

Gewöhnlich ist ein Text, den wir als kohärent (zusammenhängend) empfinden, nicht durchgängig so gestaltet,  dass man ohne Mühe verstehen kann, wie und wozu letztendlich argumentiert wird. Um so mehr muss man auf Textsignale achten, die einem helfen können.

Textlinguistisch gesehen verfügen Texte nämlich in der Regel über eine Reihe von Kohäsionsmitteln, die den sprachlogischen Zusammenhang der Aussagen signalisieren.

Der Einfachheit halber nennen wir solche Kohäsionsmittel einfach einmal Signalwörter für den Textzusammenhang. Solche Signalwörter, aber auch bestimmte Wendungen, können einem, wenn sie in einem Text vorkommen, auch helfen argumentative Strukturen eines Textes zu erkennen.

Gert Egle. zuletzt bearbeitet am: 10.10.2019

 
 

 
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