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Arbeitsschritte bei der Inhaltsangabe

Überblick


Für die →schulische SchreibformInhaltsangabe gilt wie bei anderen Schreibaufgaben auch, dass grundsätzlich unterschiedliche →Strategien zur Bewältigung der Aufgabe zum Ziel führen können. Für welche Schreibstrategie man sich letzten Endes entscheidet, bleibt dem Einzelnen selbst überlassen. Sie unterscheiden sich auch danach, welche Art von Text, und vor allem wie der Text aussehen soll, der formuliert werden soll.
  • Inhaltsangabe als Schreibprodukt
    Steht bei der Schreibaufgabe das Herstellen eines an bestimmten Normen zum Textmuster orientierten Produkts (produktorientierte Schreibdidaktik), ist es ins Belieben des Schreibers/der Schreiberin gestellt, wie er/sie bei der Abfassung des "Aufsatzes" Inhaltsangabe vorgeht. Entscheidend ist, was im vorgegebenen Textmuster "abgeliefert" wird.
    Diese vorwiegend output-orientierte Variante der Textzusammenfassung zu schreiben ist häufig mit Schreibaufträgen wie den folgenden verbunden:

    • Geben Sie den Inhalt des Textes/der Dramenszene/der Geschichte (in eigenen Worten) wieder.

    • Verfassen Sie eine Inhaltsangabe zum Text.

    Auch wenn mitunter noch eine kleinere inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Text eingefordert wird, ändert auch dies nichts daran, dass der Prozess der Erarbeitung einer Inhaltsangabe dieser Art ohne Vorgabe von Relevanzkriterien dafür, welche Informationen einem Text entnommen werden sollen. Genauso wenig gibt es einen kommunikativen Rahmen, der dem Schreiber/der Schreiberin eine Vorstellung darüber geben könnte, wozu und für wen - außer der beurteilenden Lehrkraft natürlich - diese Informationsentnahme aus dem Text überhaupt erfolgen soll. (vgl. lernstrategische Orientierungen beim Schreiben).
     

  • Inhaltliche Zusammenfassung als Prozess
    Eine andere Vorgehensweise ist vonnöten, wenn ein auf ein bestimmtes Unterrichtsthema bezogener Schreibprozess bei der inhaltlichen Zusammenfassung eines Textes oder bestimmter Textteile schriftlich dokumentiert werden soll. (prozessorientierte Schreibdidaktik). Wenn man das textmusterkonforme und produktorientierte Schreiben von Inhaltsangaben beiseite lässt, ist der Weg auch frei für inhaltliche Zusammenfassungen mit sehr unterschiedlicher Sekundärtextgestaltung. Grundlegend für die Informationsentnahme aus einem Primärtext sind dann die Fragen:

    • Welchem (kommunikativen) Zweck soll die Textzusammenfassung dienen?

    • Welche Inhalte zur Klärung eines bestimmten Problems sind in einem Text vorhanden?

    • Wie lassen sich diese Informationen verdichten?

    • In welcher Weise soll die Textzusammenfassung gestaltet sein, damit sie ihrer Informationsfunktion gerecht werden kann?

    Auf diese Weise erhalten auch inhaltliche Zusammenfassungen Raum, die nicht dem geschlossen Textmuster Inhaltsangabe als schulische Schreibform folgen müssen. Dazu gehören, je nach Funktion in einem themen- und problemorientierten Lernprozess, auch bloß lineare oder auch strukturierte Stichwortlisten, zitierte oder paraphrasierte Kernstellen und zusammenfassenden Notizen bis zu ausformulierten Texten mit Angabe von Quellen usw. (vgl. Becker-Mrotzek/Böttcher (2011, S.171, die solche inhaltliche Zusammenfassungen von expositorischen Texten (Gebrauchstexten) als Exzerpt bezeichnen)
     

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 19.10.2014

            
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