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Allgemeine Merkmale der Inhaltsangabe

Sachtexte und literarische Texte zusammenfassen

 
FAChbereich Deutsch
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Didaktische und methodische Aspekte
Inhaltsangabe von Sachtexten
Inhaltsangabe von literarischen Texten

Die Schreibaufgabe ist bei Sachtexten und literarischen Texten unterschiedlich

Die Bewältigung von Schreibaufgaben zur ▪ Inhaltsangabe von ▪ Sachtexten (Gebrauchstexten) und literarischen Texten erfolgt auf eine unterschiedliche Art und Weise und verlangt den Einsatz jeweils besonderer Methoden. Für beide gelten als Schreibprodukte, wie sie am Ende eines Schreibprozesses entstehen sollen, die gleichen ▪ allgemeinen Merkmale.

Die Wiedergabe eines Sachtextes

Sachtexte bzw. Gebrauchstexte sollen Informationen bzw. Wissen vermitteln. Um dies zu bewerkstelligen, wird in solchen Texten argumentiert, etwas beschrieben oder erklärt. (argumentative, deskriptive und/oder explikativen Entfaltung eines Themas.

Wer den Inhalt eines solchen Textes wiedergeben will, muss also zunächst einmal verstehend nachvollziehen, was in einem Text steht. Wird darin zu einem Sachverhalt argumentiert, ist es oft gar nicht so leicht die Strukturen der Argumentation zu erkennen. Ehe man aber den Inhalt eines solchen Textes zusammenfassen kann, muss man die darin vorgebrachten Thesen und Argumente identifizieren und in den Zusammenhang der Gesamtargumentation des betreffenden Textes stellen können.

Sehr oft werden Schreibaufgaben zur Sachtextwiedergabe einfach "nackt" gestellt, d. h. sie werden nicht in den Zusammenhang einer bestimmten Frage- oder Aufgabenstellung gestellt. Sie lauten dann oft schlicht: "Verfassen Sie eine Inhaltsangabe zum Text."

Es kann aber auch sein, dass die Inhaltsangabe mit einer bestimmten Frage- oder Problemstellung verbunden ist. In einem solchen Fall kann man die Zusammenfassung auf die erforderlichen Aspekte fokussieren bzw. im Einzelfall auch begrenzen. Eine solche Aufgabenstellung könnte lauten: "Fassen Sie zusammen, was der Text zu dem Sachverhalt X ausführt."

Die Wiedergabe eines literarischen Textes

Etwas anders gestaltet sich das Vorgehen beim Zusammenfassen eines literarischen Textes. Hier handelt es sich ja um Texte mit einer ästhetischen Qualität, bei der man ihren Inhalt nicht nicht einfach mit der Handlung gleichsetzen kann. Ebenso entzieht sich ein solcher Text mit seiner prinzipiellen Vieldeutigkeit auch der bei Sachtexten erforderlichen eindeutigen Bedeutungsrekonstruktion. (vgl. Becker-Mrotzek/Böttcher 2011, S.175) 
Wenn es hauptsächlich um die Handlung bzw. das Geschehen in einem literarischen Text geht, sollte dies mit einem entsprechenden Schreibauftrag signalisiert werden. Dieser könnte z. B. lauten: "Fassen Sie den Handlungsverlauf in der Geschichte zusammen."

Prinzipiell entsteht das für einen literarischen Text nötige Textverständnis anders als bei den Sachtexten. Literarische Texte werden gemeinhin in einem immer wieder aufs Neue vom ausgehenden und zu ihm zurückführenden gedanklichen Zirkelprozess verstanden, den man als hermeneutischen Zirkel bezeichnet.

Diesem folgt ein Leser beim Verstehen eines literarischen Textes dadurch, dass er immer wieder von der Erkenntnis der Teile zum Ganzen oder von Annahmen über das Ganze zu den Erkenntnissen der Teile gelangt (Horizontverschmelzung). Anders und vereinfacht ausgedrückt: Beim Lesen machen wir uns andauernd unsere eigenen Vorstellungen darüber, was das Gelesene bedeutet. Dabei passen wir dies immer wieder an, wenn wir Neues z. B. über eine Sache oder eine Figur erfahren. Es kann sogar so weit kommen, dass wir das, was wir beim Beginn der Lektüre angenommen haben, später völlig über den Haufen werfen und mit den neuen Informationen, das bereits Gelesene mit ganz anderen Augen sehen.

Um also die einer Erzählung "zugrunde liegende Geschichte zu verstehen, muss sie der Leser gewissermaßen aus der verwobenen Erzählung herausfiltern; er muss die Handlungslogik rekonstruieren, indem er nach den inneren Zusammenhängen der einzelnen Episoden fragt." (vgl. Becker-Mrotzek/Böttcher 2011, S.175, vgl. Zabka 2004)

Wird die Schreibaufgabe zur Inhaltsangabe eines literarischen Textes ohne weitere Differenzierung "global" gestellt, dann müssen z. B. bei Erzähltexten auch wichtige Strukturelemente wie z. B. die Zeit- und Raumgestaltung berücksichtigt werden.

In jedem Fall steht die Inhaltsangabe von literarischen Texten nicht am Beginn des Verstehensprozesses, sondern wohl eher an dessen Ende. Die inhaltliche Zusammenfassung literarischer Texte verlangt also die Anwendung entsprechender Methoden zur Texterfassung und - interpretation. Dies gilt selbst dann, wenn, wie in herkömmlichen Arbeitsanweisungen zur Textinterpretation verlangt wird, zunächst eine Inhaltsangabe zu verfassen, und sich dann im Anschluss daran mit einzelnen Fragen der Interpretation zu befassen.

Didaktische und methodische Aspekte
Inhaltsangabe von Sachtexten
Inhaltsangabe von literarischen Texten

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 11.04.2020

 
 

 
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