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Merkmale des Gruppenunterrichts

Gruppendynamische Aspekte


Gruppenprozesse während des Gruppenunterrichts oder der Kleingruppenarbeit entwickeln eine eigene Dynamik. Diese ist in vielfältiger Weise vom Wollen der einzelnen Gruppenmitglieder unabhängig.

Diese gruppendynamischen Entwicklungen in der Gruppe vollziehen sich in der Regel in fünf Phasen, die auf der Inhalts- und Beziehungsebene unterschiedliche Aufgaben und Funktionen erfüllen:

 
 

 

Phase Inhaltsebene Beziehungsebene
1. Forming Kennenlernen der Aufgabe Einschätzen der Situation und ihrer Bedingungen; Kennen lernen und Abtasten; Suche nach möglichen Anhaltspunkten und Hilfen
2. Storming Schwierigkeiten mit und Widerstände gegen die Aufgabe  Entstehen von Konflikten in der Gruppe über Gruppenzusammensetzung, Positionskämpfe um die Gruppenhierarchie; Untergruppenbildung
3. Norming Austauschen von Informationen und Auslegung der Aufgabenstellung  Harmonisierung der Beziehungen, Herausbildung erster differenzierterer Rollen in der Gruppe selbst, Normenbildung, Teilnahme am Gruppengeschehen, Entwicklung eines ersten Gruppenzusammenhalts
4.  Performing Arbeiten an der Aufgaben, Auftauchen von Lösungen Bildung von funktionellen Rollen, Gruppe strukturiert und gefestigt; Konflikte werden gelöst; Kooperation möglich; informelle Kontaktaufnahme; Wir-Gefühl vorhanden
5. Informing Präsentation der Ergebnisse vor anderen Gruppenidentität hat sich gefestigt; Kontaktaufnahme nach außen;

(vgl. Gudjons 1993, S.16f., Sader, M., 1991, Pallasch 1992, S.23)

Die für diese gruppendynamischen Prozesse nötigen sozialen Kompetenzen können ebenso wie die Gruppendynamik im Gruppenunterricht durch Training und entsprechende Steuerungstechniken durchaus beeinflusst werden. Dabei stehen außer dem Training sozialer Kompetenzen auch bestimmte metakommunikative Techniken im Blickpunkt, die die eigentliche Sacharbeit begleiten können.

Gezieltes Training sozialer Kompetenzen

In diesem Fall werden bestimmte soziale Verhaltensweisen bewusst losgelöst von sonstiger fachlicher Sacharbeit eingeübt und dieses Training geht häufig der eigentlichen fachlichen Sacharbeit voraus. 

  • Vorteil
    zielorientierte Einübung gewünschten sozialen Verhaltens
  • Nachteil
    lange Vorarbeit für die eigentliche Sacharbeit und dazu eine gewisse Transferunsicherheit (Man weiß nicht, ob es bei der anschließenden Sacharbeit dann auch wirklich so klappt.).

Begleitung der fachlichen Sacharbeit durch metakommunikative Techniken oder Phasen:
»Störungen haben Vorrang.«

In diesem Fall werden sämtliche "Störungen" wie Langeweile, Unruhe, Resignation, "Ausklinken aus dem Unterricht" thematisiert, z.B. mit den Regeln der »Themenzentrierten Interaktion (TZI) 

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 29.09.2013

      
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