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Didaktische und methodische Aspekte der Textwiedergabe

Zusammenfassen von Sachtexten

 
FAChbereich Deutsch
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Die Art der Zusammenfassung hängt vom Schreibziel ab
Sachtexte bzw. Gebrauchstexte können auf verschiedene Art und Weise zusammengefasst werden. Was gemeinhin unter der Zusammenfassung eines Textes bzw. der Textwiedergabe verstanden wird, ist nicht verbindlich festgelegt.
In diesem Arbeitsbereich wird darunter die (schriftliche) Information über den Textinhalt und/oder den Gedankengangs seines Verfassers verstanden. Dabei entsteht ein Zweittext, der mit dem Originaltext nicht identisch sein darf

Die Art der Zusammenfassung hängt von den Schreibzielen ab, die man aus der Schreibaufgabe ableitet und mit einer Zusammenfassung anstrebt. Es kommt also stets auch darauf an, für welchen Zweck und für welchen Adressaten eine Zusammenfassung gedacht ist. (vgl. Fritzsche 2005, S.27)

Welche Anforderungen beim Zusammenfassen von Sachtexten im Einzelnen zu erfüllen sind, hängt von den erworbenen bzw. zu erwerbenden Schreibkompetenzen und ihren Kompetenzstufen und der ▪ Form der Textwiedergabe (Textmuster, Schreibaufgabe) ab.

Wie bei anderen Schreibaufgaben auch, sollen Schreibaufgaben zur Zusammenfassung von Sachtexten als Mittel zur Problemlösung konzipiert werden, um zu verhindern, dass das Schreiben zum Selbstzweck wird. Und die Probleme, mit denen sich ein Schreiber beim Zusammenfassen von Texten befasst, sollten aus Motivationsgründen an das schon vorhandene Wissen des Schreibers anknüpfen.

Das ist gerade auch bei der Textzusammenfassung wichtig, weil es dabei ja auch stets um die Verdichtung von Aussagen des Textes mit verschiedenen Strategien zur Textkondensation geht. Die "Verdichtung" eines Textes fällt naturgemäß leichter, wenn man dabei auf thematisches Wissen darüber verfügt, womit sich ein Text der Hauptsache nach beschäftigt.

. (vgl. Überblick Textwiedergabe)

Zentrale Aufgaben beim Zusammenfassen von Sachtexten

Beim Zusammenfassen eines Sachtextes müssen auf der höchsten Kompetenzstufe drei zentrale Aufgaben bewältigt werden (vgl. Mrotzek/Böttcher 2011, S.177):

Auf der höchsten Stufe sollten nach Mrotzek / Böttcher (2011, S.177) dann die folgenden drei zentralen Aufgaben bewältigt werden (s. Abb.).

  1. Zusammenfassen der wesentlichen Aussagen des Textes mit unterschiedlichen Strategien und Methoden (Begriffliche Zusammenfassung des propositionalen Gehalts)

  2. Erläuterung und Erklärung der Absichten, die mit dem Text verfolgt werden und der Argumentation (Explikation der illokutiven Funktion und der argumentativen Struktur)

  3. Begründete Stellungnahme zum Text als Ganzes oder einzelner Teile aufgrund verschiedener Aspekte bzw. Kriterien (Kommentieren des Primärtextes)

Die Bewältigung der drei zentralen Aufgaben, die Mrotzek / Böttcher (2011, S.177) formuliert haben, kann nicht in allen Schularten und auf allen Stufen der Schreibkompetenzentwicklung im Zusammenhang mit dem Zusammenfassen von Texten vorausgesetzt werden, zumal sie am Ende Anforderungen in allen drei Anforderungsbereichen stellen.

Lern-, Übungs- und Leistungsaufgaben

Schreibaufgaben zur Wiedergabe von Sachtexten können wie alle Schreibaufgaben als Lern-, Übungs- oder Leistungsaufgaben konzipiert werden.

Als Leistungsaufgaben sind sie in der Regel produktorientiert und zielen in der Schule auf textmusterorientiertes bzw. textmusterkonformes Schreiben einer bestimmten Form der Textwiedergabe, für die es mehr oder weniger genau festgelegte Regeln (Textsortenmerkmale der Schreibform) gibt.

Das ist z. B. bei der "klassischen" Inhaltsangabe, bei der strukturierten Textwiedergabe und beim Abstract der Fall, so wie sie in der Schule verlangt werden.

Leistungsaufgaben dienen vor allem der Leistungsmessung. Sie überprüfen die individuelle Lernentwicklung und mit ihrer Hilfe soll festgestellt werden, inwieweit Kompetenzen, Fähigkeiten und Fertigkeiten in einem individuellen Lernprozess erreicht werden. Sie werden im so genannten Leistungsraum erbraucht, einem speziellen (Schreib-)Setting, das man auch als Leistungsraumsetting bezeichnen kann.

Leistungsaufgaben zur Textwiedergabe erteilen ihren Schreibauftrag gewöhnlich ohne Vorgaben. Sie lauten z. B.

  • Fassen Sie den Text zusammen ...

  • Fassen Sie den Text in Form einer Inhaltsangabe / einer strukturierten Textwiedergabe ... zusammen

  • Verfassen Sie einen Abstract zu dem Text ...

Aufgaben dieser Art können aber auch als Übungsaufgaben gestellt werden, wenn der Einzelne erproben soll, ob und inwieweit er den Anforderungen der Schreibform in einem individuell angelegten Schreibprozess, wie sie bei der Leistungsmessung verlangt werden, gerecht werden kann. Damit solche Aufgaben ihren Zweck erfüllen können, müssen sie im so genannten Übungsraum bewältigt werden, dem Übungsraumsetting, das den besonderen Bedingungen des Übens angepasst ist.

Lernaufgaben, die dem Erwerb von Wissen, Kompetenzen und Fähigkeiten dienen, sind im Unterschied zu den Leistungsaufgaben in der Regel prozessorientierte Schreibaufgaben.

Sie zerlegen den Schreibprozess in einzelne Schritte, schaffen vielfältige (auch mediale) Zugänge für den Schreibprozess, organisieren den Schreibprozess als Mittel zur Lösung von Problemen, das sie an die Vermittlung oder die selbständige Recherche von thematischem Wissen knüpfen und setzen in hohem Maße auf kooperatives Lernen in teilweise kooperativ gestalteten Schreibprozessen.

Im Team bzw. einer Gruppe können Zusammenfassungen also bei der Behandlung eines Themas bzw. eines bestimmten Problems ganz unterschiedlich ausfallen. Hier kommt dann die ganze Palette unterschiedlicher Sekundärtext-Gestaltungen zum Einsatz, um die anderen Teammitglieder über den Inhalt und Aufbau eines Textes zu informieren.

Zu denken ist da z. B. an lineare oder strukturierte Stichwortlisten, einfache und strukturierte Aussagenlisten, freie und wörtliche Exzerpte, Kärtchen-Techniken, Konspekte, visualisierende Formen von Textzusammenfassungen wie z. B. Mind Maps, Concept Maps, Argumentationsskizzen, Strukturbilder u. ä. m.

 

Gert Egle. zuletzt bearbeitet am: 26.06.2020

 
 

 
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