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Bausteine: Bichsel, Die Tochter

Sich über das Thema verständigen

 
FAChbereich Deutsch
Center-Map Glossar Literatur Literarische Gattungen Kurzgeschichten Autorinnen und Autoren Peter Bichsel  Die TochterAspekte der Erzähltextanalyse [ Bausteine Verschiedene Arbeitsanregungen (Sammlung) ▪ Auswahl: So kann man mit dem Text kreativ umgehen  ▪ Den Text mit einem Parallelkonspekt erfassen  Sich über das Thema verständigen
Die Textgliederung herausarbeiten Den Aussagekern formulieren Die Inhaltsangabe konzipieren Internetsplitter: Inhaltsangaben beurteilen Die Lebensformen und Lebensstile der Eltern und der Tochter miteinander vergleichen (literarische Charakteristik)Schritt für Schritt zur literarischen Charakteristik Die Zeitgestaltung analysieren Die Erzählperspektive analysieren Internetsplitter: Interpretationsaussagen beurteilen Interpretationsansätzen folgen ▪ Kreatives Schreiben: Eine Weiterzählung beurteilen ] San Salvador Bausteine Schreibformen So interpretiert man eine Kurzgeschichte Operatoren im Fach Deutsch

Das Thema eines Textes erkennen
Mit dem Thema ist das so eine Sache
Die Frage, worum es in der ▪ Kurzgeschichte ▪»Die Tochter« von ▪ Peter Bichsel kann einen dazu führen, sich mit dem übergeordneten Thema der Geschichte beschäftigen.

Zunächst aber vorweg: Es gibt kein Richtig und kein Falsch beim Thema. Ganz egal, ob es sich um Sachtexte (auch: pragmatische, expositorische oder nichtfiktionale Texte bzw. Gebrauchstexte) oder literarische Texte (auch: fiktionale Texte) handelt, niemals ist das Thema eine objektive Größe. Ebenso wenig besitzt es eine bestimmte Gestalt. (vgl. Brinker 1985/2001, S. 55; vgl. Lahn/Meister 2013, S.206) Manche entscheiden die Themafrage aus dem Bauch, andere leiten das Thema vom Text ab oder ziehen irgendwelche Kontexte heran und wieder andere stellen einen Text überhaupt nicht in einen übergeordneten thematischen Zusammenhang.

So lange man einen Text für sich allein liest, ist es ohnehin kommunikativ gesehen sowieso gleichgültig, was man für das Thema hält, auch wenn unsere Annahmen darüber ganz entscheidend daran beteiligt sind, wie wir den Text aufnehmen und verstehen.

Wichtig also ist es zu verstehen: Weil das Thema keine objektiv feststellbare Gegebenheit eines Textes darstellt, kann man es im Allgemeinen auch nicht ohne Weiteres "im" Text finden. Was ein Rezipient für das Thema eines Textes hält, ist nämlich sehr subjektiv und hängt von einer ganzen Reihe von Faktoren ab. Dazu zählen u. a. Horizont, Wissen, Bedürfnisse, Wertvorstellungen und  Leseerfahrungen. (vgl. Lahn/Meister 2013, S.206)

Dementsprechend kann man auch nicht einfach abwerten, wenn einem nicht einleuchtet, was ein anderer für das Thema des Textes hält. Dennoch kann man diese Tatsache äußern und damit die Plausibilität der Zuschreibung eines Themas zu einem Text in Frage stellen. So ist es durchaus legitim zu sagen, ob, wie weit und warum einem das, was der andere als Thema angibt, einleuchtet oder nicht.

Schulische Schreibaufgaben verlangen eine plausible Begründung des Themas

Beim Schreiben von Inhaltsangaben oder Textinterpretationen ist im Gegensatz zur individuellen Rezeption verlangt, dass Aussagen, die über das Thema eines Textes gemacht werden, auf mehr oder weniger gut fundierten auf den Text bezogenen und nachvollziehbaren Aussagen beruhen. Es kommt also darauf an, Textindizien und/oder Aspekte aus Kontexten aufzuführen, die die eigenen Auffassungen über das Thema begründen können.

Sich über ein Thema verständigen

In der mündlichen Kommunikation im Allgemeinen genauso wie im Literaturunterricht dient die Beschäftigung mit dem Thema vor allem der Verständigung. Man will sich z. B. darüber austauschen, was einen an einem Film thematisch interessiert hat oder besprechen, warum man das Thema eines bestimmten Buches so spannend gefunden hat. In solchen Gesprächen ist eines gänzlich fehl am Platz: Die Behauptung, dass nur das und nichts anderes das Thema ist. In einer partnerorientierten Kommunikation geht es dabei stattdessen um den gegenseitigen Austausch von Erfahrungen und Sichtweisen, die jede für sich ihre subjektive Berechtigung haben, auch wenn sie nicht jedem gleichermaßen einleuchten müssen. Thematische Zuschreibungen, die vorgenommen werden, dürfen daher zunächst einmal stehen bleiben, können sich aber auch im Zuge der Kommunikation oder beim Erwerb eines vertieften Textverständnisses teilweise oder grundlegend ändern.

Haupt- und Nebenthemen in Peter Bichsels "Die Tochter"

Richtig oder unrichtig, wahr oder falsch gibt es also bei der Themenzuschreibung nicht. Allenfalls kann man von einem plausiblen Thema sprechen und zwar dann, wenn das, was von einem dazu gesagt wird, von anderen nachvollzogen und ggf. sogar geteilt werden kann.

Und: Auf ein einziges Thema lässt sich ein Text wie ▪ Peter Bichsels Kurzgeschichte ▪»Die Tochter« ohnehin nicht festlegen. Dennoch kann man den Versuch unternehmen, eines der für einen in Frage kommenden Themen zum Hauptthema des Textes zu machen.

 

Welche Themen kommen dabei in Frage?

Nachfolgend werden verschiedene Äußerungen dargestellt, bei denen Sie entscheiden können, ob sie damit, was Sie sich unter dem (Haupt-)Thema des Textes vorstellen, übereinstimmen oder ihnen ganz oder teilweise nicht einleuchten.

  • Ablösung von Kindern von ihren Eltern

  • Generationenkonflikt

  • Konsumverhalten von Jugendlichen

  • Lebensformen in der Stadt und auf dem Land

  • Traum vom sozialen Aufstieg in eine andere gesellschaftliche Schicht

  • Probleme der Arbeitswelt

  • Arbeit und Freizeit

  • Lifestyle

  • Leben im Alter

Sie können ausgehend von diesen Themen, Ihr Thema aber auch konkretisieren.

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 04.06.2020

     
    
   Arbeitsanregungen:
  1. Erläutern Sie, weshalb die Themenzuschreibung nur plausibel, aber nicht "wahr" ist.
  2. Beurteilen Sie die aufgeführten Themen für Peter Bichsels Kurzgeschichte und begründen Sie, welche davon Ihrer eigenen Auffassung am nächsten kommt mit Indizien, die sich auf den Text stützen.
 
   
 

 
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