Home
Nach oben
Weiter
 

 

Peter Bichsel, Die Tochter

Texterfassung

 

Abends warteten sie auf Monika. Sie arbeitete in der Stadt [...] Sie, er und seine Frau, [...] und warteten auf Monika. [...] unvermittelter Beginn

Das Warten am gedeckten Tisch

Tochter Monika arbeitet in er Stadt und fährt mit der Bahn (schlechte Verbindung) zur Arbeit

[...] aßen sie erst um halb acht. Früher [...] eine Stunde eher [...] Jetzt warten sie täglich eine Stunde am gedeckten Tisch, an ihren Plätzen, [...]   Abendessen seit einem Jahr um 19.30

Eltern halten an ihrem Rhythmus fest, warten ab 18.30 in gewohnter Sitzordnung

asyndetische Reihung; Ellipse ("Einige Zeit später dann...")

historisches Präsens: "Jetzt warten sie täglich..."

Sie war größer [...]  blonder und hatte [...] die feine Haut der Tante Maria. "[...] war immer ein liebes Kind", sagte die Mutter, [...] Monikas äußere Erscheinung im Vergleich mit der der Eltern 

Wiederholung: blond - "blondierte Haare des Bürofräuleins"

"ein liebes Kind"

In ihrem Zimmer [...] Plattenspieler, [...] Platten [...] sie wusste, wer darauf sang. Sie hatte [...] Spiegel [...] verschiedene Fläschchen [...]
Die Ausstattung des Zimmers von Monika
(Kontrastraum zum Handlungsraum Küche)

Plattenspieler, Platten, Spiegel, Kosmetikartikel, Hocker aus marokkanischem Leder, Zigaretten

syndetische Reihung, syntaktischer Parallelismus

Der Vater holte sich seine Lohntüte auch bei einem Bürofräulein. [...]
Der Beruf eines  Bürofräuleins wie Monika aus Sicht des Vaters:
  • hat mit vielen Stempeln zu tun
  • arbeit mit der Rechenmaschine
  • hat blondierte Haare
Über Mittag blieb Monika in der Stadt, [...] ein Fräulein, das in den Tearooms lächelnd Zigaretten raucht.
Oft fragten sie sie, was sie alles getan habe in der Stadt, im Büro.
Sie wusste aber nichts zu sagen.
Dann versuchten sie [...] sich [...] vorzustellen, wie sie beiläufig in der Bahn ihr rotes Etui mit dem Abonnement aufschlägt [...]
Monikas "Leben in der Stadt" in der Vorstellung der Eltern
  • Mittagspause in einem Tearoom
  • Zigaretten rauchend
  • Häufige Fragen der Eltern nach dem, was Monika in der Stadt mache, bleiben unbeantwortet.
  • Phantasien der Eltern über das Leben in der Stadt und ihren Weg zur Arbeit
  • asyndetische Reihung, Satzgefüge
Und dann stellten sie sich mehrmals vor in dieser Stunde [...]. Vorstellungen der Eltern während ihres stündlichen Wartens

Wiederholung

Bald wird sie sich in der Stadt ein Zimmer nehmen, das wussten sie, [...]  Die Zukunft: Auszug der Tochter

Rückkehr zu den alten Gewohnheiten: Abendessen um 18.30, Zeitunglesen des Vaters nach der Arbeit

Auf dem Schrank [...] eine Vase aus der Stadt, ein Geschenkvorschlag aus dem Modejournal. Auf dem Schrank ein Geschenk der Tochter: Vase aus schwedischem Glas
"Sie ist wie deine Schwester", sagte die Frau, [...]. 
"Andere Mädchen rauchen auch", sagte die Mutter.
"Ja", sagte er, "das habe ich auch gesagt."
"Ihre Freundin hat kürzlich geheiratet", sagte die Mutter.
Sie wird auch heiraten, dachte er, sie wird in der Stadt wohnen.
Gespräch der Eltern über Monika geht aneinander vorbei
(szenische Darstellung)

eigentlich wird das Rauchen der Tochter nicht gebilligt

Heirat der Freundin als Zeichen der künftigen räumlichen Trennung von Monika; Ängste davor werden aber nicht im Gespräch artikuliert, stattdessen Gedanken des Vaters in Innensicht

Kürzlich hatte er Monika gebeten: "Sag mal etwas auf französisch." [...] Sie wusste aber nichts zu sagen.
Stenografieren kann sie auch, dachte er jetzt. "Für uns wäre das zu schwer", sagten sie oft zueinander.
Dann stellte die Mutter den Kaffee auf den Tisch. "Ich habe den Zug gehört", sagte sie.
statt mit Monika über künftige Ablösung zu sprechen, Nichtssagendes über Bildungsniveau als Indikator für sozialen Aufstieg

Zeitgestaltung!

 

      
  Bausteine ]  
    

          CC-Lizenz
 

 

Creative Commons Lizenzvertrag Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International License (CC-BY-SA) Dies gilt für alle Inhalte, sofern sie nicht von externen Quellen eingebunden werden oder anderweitig gekennzeichnet sind. Autor: Gert Egle/www.teachsam.de