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FAQ's: Inhaltsangabe

Was muss man tun, wenn man den Inhalt unter Berücksichtigung der Gliederung eines Textes wiedergeben soll?


Die Aufgabenstellung für die Abfassung einer Inhaltsangabe verlangt manchmal, dass der Inhalt nicht einfach referiert, sondern auf der Grundlage der Gliederung eines Textes wiedergegeben wird.
 

Aufgabenstellungen

Aufgabenstellungen dieser Art lauten etwa wie folgt:

  1. Geben Sie den Inhalt unter Berücksichtung der (inhaltlichen) Gliederung des Textes wieder.

  2. Geben Sie den Inhalt des Textes wieder und teilen Sie dabei den Text in Sinnabschnitte ein.

  3. Geben Sie den Inhalt unter Berücksichtigung der Gliederung des Handlungsverlaufs wieder.

  4. Geben Sie den Inhalt unter Berücksichtigung des Gesprächsverlaufs wieder.

  5. Geben Sie den Inhalt unter Berücksichtigung des Verhaltens der Personen zueinander wieder.

  6. ....

Häufig ist also auch der Aspekt vorgegeben unter dem die Gliederung eines Textes erfasst werden soll. Wenn nicht, muss man eigene Gesichtspunkte finden, nach denen sich ein Text inhaltlich gliedern lässt. Dies führt zur Einteilung eines Textes in Sinnabschnitte.

Gliederungsgesichtspunkte

Was sich zur Gliederung eines vorgegebenen Textes eignet, hängt von dem Text selbst ab, um den es geht. In Frage kommen u. a.:

  • Handlungsverlauf:
    Gliedernde Gesichtspunkte können dafür u.a. sein:

    • der zeitliche Fortgang einer Handlung sein, die sich einteilen lässt 

    • die (verschiedenen) Orte, an denen etwas geschieht

    • Ursachen und Folgen dargestellter Handlungen oder Ereignisse

  • Thema:

    • Gliedernder Gesichtspunkt ist dabei das, worum es in verschiedenen Textabschnitten thematisch geht, was z.B. erörtert, besprochen, dargestellt wird.

  • Verhalten von Figuren oder die Figuren selbst 
    Gliedernde Gesichtspunkte können dafür u.a. sein:

    • Äußere/innere (charakteristische) Merkmale einer Figur

    • Verhalten einer oder mehrerer Figuren in einer bestimmten Situation (z.B. Gesprächsverhalten: wer dominiert, unterbricht, kann zuhören usw.?)

Gründe für diese Aufgabenstellung

Die Gründe, weshalb die Berücksichtigung der Gliederung mitunter verlangt wird, sind im Allgemeinen zweierlei Natur:

  • Zum einen lassen sich längere und mitunter etwas unübersichtliche Texte inhaltlich ohne einen gliedernden Zugriff kaum wiedergeben.

  • Zum anderen zeigt, wer gliedernd auf den Inhalt eines Textes zugreifen kann, dass er einen übergeordneten Standpunkt einnehmen kann und nicht nur mit einem einfachen additiven Verfahren vorgegebene Textaussagen aneinander reiht.

Arbeitsschritte

Wer diese Aufgabenstellung bei der Inhaltsangabe bewältigen will, muss natürlich die bei der Inhaltsangabe nötigen Arbeitsschritte durchführen. Dabei muss natürlich besonderes Augenmerk auf die Einteilung des Textes in Sinnabschnitte gerichtet werden. Ein paar erste Randmarkierungen, die die inhaltliche Gliederung anzeigen, kann man schon nach der während des ersten bzw. während des zweiten Lektüredurchganges anbringen.

Gliederungsstufen

Wie tief die Gliederung ausfällt, hängt grundsätzlich natürlich vom Umfang und der Komplexität des Textes ab. Für eine Inhaltsangabe eines Sach- oder literarischen Textes kleineren Umfanges (Zeitungskommentar, Kurzgeschichte o.ä.) wird man in der Regel nicht tiefer als bis Gliederungsstufe 1, manchmal noch Gliederungsstufe 2 gehen.

Gliederungs-
stufe
Gliederungs-
zeichen
Gliederungsabschnitte
1 A, B, C, D, ... übergeordnete Textabschnitte
2 I, II, III, IV ... untergeordnete Hauptabschnitte
3 1, 2, 3, 4, 5, ... Unterabschnitte zu den Hauptabschnitten
4 a, b, c, d, ... Einzelabschnitte, die den Unterabschnitten untergeordnet sind

Formulierungshilfen

Hat man die erforderlichen oder geeigneten Gliederungsgesichtspunkte herausgearbeitet, werden Sie bei der Abfassung der Inhaltsangabe an den Beginn der Inhaltsangabe im engeren Sinne (im nebenstehenden Schaubild Inhaltswiedergabe genannt) gestellt.

Nach dem Aussagekern wird daher die ausführliche Inhaltswiedergabe mit der vorgenommenen Textgliederung eingeleitet, die zugleich einen inhaltlich strukturierten Überblick über das Folgende gibt. Eine derartige Überleitung könnte wie folgt aussehen:

Beispiel:

Der Kurzgeschichte »Die Probe« von Herbert Malecha lässt sich in vier verschiedene Sinnabschnitte einteilen, die von den Orten ausgehen, an denen sich das erzählte Geschehen nacheinander abspielt: zunächst auf der Straße, dann in einer Kneipe, wieder auf der Straße und schließlich in einem Ausstellungsgebäude.
Jens Redluff, ein steckbrieflich gesuchter Verbrecher, hat sich nach längerer Zeit, in der sich versteckt gehalten hat, wieder an die Öffentlichkeit gewagt. Er geht im ersten Abschnitt des Textes auf einer vielbegangenen Straße entlang und [...]
Als er die Kneipe betritt, womit der zweite Abschnitt beginnt, setzt er sich zunächst [....]
Wie Trance kehrt Redluff der Kneipe den Rücken und betritt erneut die Straße. In diesem dritten Abschnitt werden seine eingangs gemachten Erfahrungen geradezu auf den Kopf gestellt. [...]
Im vierten und letzten Abschnitt des Textes gerät Redluff in den Sog der Menge, die in eine Ausstellung drängt. [...]

                
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