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Sachtexte können auf verschiedene Art und Weise zusammengefasst
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Ausgewählte Formen der Textwiedergabe |
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Schulische Schreibformen, die sich am Produkt des Schreibprozesses orientieren, geben im Allgemeinen klare Regeln vor, wie ein Sachtext zusammengefasst werden soll und fordern diese in einem textmusterorientierten Schreibprozess ein. Dabei kann es natürlich auch noch einen weiteren Unterschied ausmachen, ob man eine Textwiedergabe zu Übungszwecken (Übungsaufgabe) verfassen will oder eine benotete Klassenarbeit ansteht (Leistungsaufgabe).
Welche spezifischen Aufgaben dabei erfüllt werden müssen, hängt von der ▪ Form der Textwiedergabe und den erworbenen bzw. zu erwerbenden Schreibkompetenzen und Kompetenzstufen ab. Auf der höchsten Stufe müssen - für Sachtexte - dann die ▪ drei zentralen Aufgaben bei der Zusammenfassung von Texten gelöst werden (vgl. Mrotzek/Böttcher 2011, S.177) (s. Abb.).
So ist z. B. im Rahmen der ▪ KMK-Bildungsstandards Deutsch für die einzelnen Bildungsabschlüsse im Hinblick auf das Zusammenfassen von Texten allgemein zu beachten:
Textwiedergaben für den Hauptschulabschluss (▪ BISTA-HS-D 2004) beschränken sich auf die verkürzte Wiedergabe von Inhalten und das Zusammenfassen wesentlicher Informationen aus linearen (kontinuierlichen) und nichtlinearen (diskontinuierlichen) Texten.
Textwiedergaben für den Mittleren Bildungsabschluss (▪ BISTA-MS-D 2003) zielen auf das textmusterkonforme informierende Schreiben, bei dem es darauf ankommt,
Inhalte auch längerer und komplexerer Texte verkürzt und abstrahierend wiederzugeben und
Informationen aus linearen und nichtlinearen Texten zusammenzufassen und so wiederzugeben, dass insgesamt eine kohärente Darstellung entsteht
Für Textwiedergaben im Rahmen des schriftlichen Abiturs (▪ BISTA-AHR-D 2012) werden im Bereich des ▪ informierenden Schreibens als Standard formuliert, dass Schülerinnen und Schüler "Inhalte und Argumentationen komplexer Texte zusammenfassen, exzerpieren und referieren" können.
Längst nicht alle Möglichkeiten, einen Text zusammenzufassen, sind klar an bestimmten umfassenden Textmustern orientiert. So gibt es auch andere Möglichkeiten, den Inhalt eines Textes wiederzugeben, ohne dass sie ein klar definiertes Textmuster oder eine im herkömmlichen Sinne geschlossene schulische Schreibform, also eine Schreibaufgabe mit Aufsatzcharakter, darstellen.
Was das bedeutet, wird schnell klar, wenn man z. B. den Schreibprozess bei einer herkömmlichen Inhaltsangabe zerlegt. Dabei erkennt man nämlich, dass auf dem Weg hin zu einer ausformulierten Inhaltsangabe eine Reihe von Aufgaben zu bewältigen sind, von denen etliche, für sich betrachtet, schon Zusammenfassungen des Textes darstellen: Sie reduzieren und verdichten den Text, stellen Textkondensationen dar, ohne komplexe Vorgaben für ein komplexeres Schreibprodukt erfüllen zu müssen.
Auf diese Weise kommen auch inhaltliche Zusammenfassungen zum Zuge, die keinem geschlossenen Textmuster folgen müssen. Dazu gehören, vor allem beim prozessorientierten Schreiben, aber ebenso in einem themen- und problemlösenden Schreibprozess, auch bloß lineare oder auch strukturierte Stichwortlisten, zitierte oder paraphrasierte Kernstellen und zusammenfassende Notizen bis zu ausformulierten Texten mit Angabe von Quellen usw. (vgl. Becker-Mrotzek/Böttcher (2011, S.171, die solche inhaltliche Zusammenfassungen von expositorischen Texten (Gebrauchstexten) als Exzerpt bezeichnen)
Die Zusammenfassung von Sachtexten kann unterschiedlichen Zwecken dienen.
Sie kann als herkömmliche produktorientierte ▪ schulische Schreibform i. e. S. bedeuten, eine bestimmte ▪ Form der Textwiedergabe zu verfassen, die an mehr oder weniger genau festgelegte Regeln (Textsortenmerkmale der Schreibform) gebunden ist.
Das ist z. B. bei der "klassischen" ▪ Inhaltsangabe, bei der ▪ strukturierten Textwiedergabe und beim ▪ Abstract der Fall, so wie sie in der Schule verlangt werden.
Häufig dienen solche Zusammenfassungen der Leistungsmessung und sind dementsprechend Leistungsaufgaben. Sie sollen der beurteilenden Lehrkraft nachweisen,
mit welchen Ergebnissen der Inhalt eines Textes vom Schreiber/der Schreiberin erschlossen und
inwieweit es ihm/ihr gelungen ist, diese Ergebnisse in dem geforderten Textmuster zu formulieren.
Auf die Probleme solcher ▪ lernstrategischer Orientierungen, bei denen man es als Schreiber vor allem dem Lehrer recht machen will, haben wir an anderer Stelle immer wieder hingewiesen.
Beim prozessorientierten Schreiben, das sich an der Lösung von Problemen orientiert, steht hingegen die informative Funktion von Zusammenfassungen im Vordergrund. Bei solchen Schreibaufgaben wird eine bestimmte Kommunikationssituation vorgegeben. Indem man seine Schreibziele darauf abstimmen muss, wird die Textwiedergabe in einen kommunikativ ausgerichteten Lehr-/Lernprozess eingebettet.
Wird die Textwiedergabe mit Teamunterstützung ▪ schrittweise kooperativ geschrieben (Interactive writing) sind, wie schon oben erwähnt, prozessorientiertem Schreiben die ganze Palette unterschiedlicher Sekundärtext-Gestaltungen möglich, um z. B. die anderen Teammitglieder über den Inhalt und Aufbau eines Textes zu informieren.
Zu denken ist da z. B. an ▪ lineare oder strukturierte Stichwortlisten, ▪ einfache und ▪ strukturierte Aussagenlisten, ▪ freie und ▪ wörtliche Exzerpte, Kärtchen-Techniken, ▪ Konspekte oder auch visualisierende Gestaltungen von Textzusammenfassungen in Form diskontinuierlicher Texte wie z. B. ▪ Mind Maps, ▪ Concept Maps, ▪ Argumentationsskizzen, ▪ Strukturbilder u. ä. m. . m.
Gert Egle. zuletzt bearbeitet am: 26.12.2023
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