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Literarisches Gespräch

Förderliches Gesprächssetting

LiteraturunterrichtMethoden des Literaturunterrichts

 
Fachbereich Deutsch
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(Standards der Argumentationsintegrität)
 

Zu den Voraussetzungen für ein gutes • Literarisches Gespräch gehören auch die Rahmenbedingungen als Ganzes. Das Herstellen eines vertrauensvollen, partnerorientierten Gesprächklimas bzw. Gesprächssettings ist dabei die zentrale Herausforderung.

Dabei ist der Begriff des Settings gut geeignet, den Blick auf die Gesamtheit der vielfältig aufeinander bezogenen Verbindungen der im literarischen Gespräch ablaufenden Handlungen, mit den besonderen räumlichen Bedingungen und den darin wirkenden psychosozialen Beziehungen zu richten.

So müssen die Schülerinnen und Schüler als handelnde Akteure dieses Settings, wissen, was und auf welche Art und Weise sie sich in dem Gespräch über einen Text artikulieren sollen (z. B. auch Gefühle ausdrücken, keine Äußerungen anderer verbal oder non-verbal herabsetzen, etc..), und die Lehrperson je nach Rolle, die sie darin übernehmen will, transparentes und konsistenes Rollenhandeln bei der Lernberatung (Scaffolding) zeigen (Settingprogramm).

Die leitende Lehrperson moderiert den Gesprächsverlauf, kann sich aber auch selbst mit authentischen Beiträgen zum  äußern, wenn dies einen förderlichen Support für die Schülerinnen und Schüler darstellt. Sie arbeitet daran, wie Steinbrenner/Wiprächtiger-Geppert (2006a/2010, S. 7) betonen, a) "eine Gesprächssituation zu gestalten, in der der Text und die Schülerinnen und Schüler in ein produktives Spannungsverhältnis treten und beide zur Sprache kommen können", b) “aufmerksam auf die Schülerinnen und Schüler zu reagieren und sich für ihre Deutungsansätze zu in- teressieren, auch wenn sie (zunächst) abwegig erscheinen" und c) "den Gesprächsverlauf zu gestalten durch gesprächsfördernde und gesprächsorganisierende Impulse"

Der Leiter ist für die Moderation und Organisation des Gesprächverlaufs zuständig und bringt auch sich selbst mit authentischen Beiträgen zum Text ein. Er versucht −  (Haueis, o. J.) zwischen der Sprache des Textes und der Sprache der Schülerinnen und Schüler zu vermitteln,8 − − (vgl. Abschnitt D). Er ermuntert schweigsame Schülerinnen und Schüler zur Teilnahme am Gespräch, ohne sie dabei unter Druck zu setzen. Auch Schweigen ist in einem literarischen Unterrichtsgespräch erlaubt.

Das Setting verlangt die Festlegung eines zeitlichen Rahmens, der in der Regel eine Unterrichtsstunde umfassen dürfte und auch eine besondere räumliche Struktur durch Aufbrechen starrer Sitzordnungen, Beseitigen von Beziehungssperren (wie z. B. Tische vor jedem/r Teilnehmer*in durch eine lockere Sitzordnung, am besten einen Kreis. Im Übrigen spricht auch nichts dagegen, wenn dazu ein Ortwechsel im Schulgebäude in einen Raum vorgenommen wird, der das Setting wirksam unterstützt u. ä. m. (vgl. Steinbrenner/Wiprächtiger-Geppert 2006a/2010, S. 7)

Das Programm des Settings erfordert die grundsätzliche Orientierung an dem ▪ Idealmodell kritischer Argumentation von »Jürgen Habermas (geb. 1929), das einen herrschaftsfreien Diskurs voraussetzt, in dem sich "Kommunikation als ein wechselseitiges Kooperieren von (idealen!) Akteuren in einer (idealen!) Sprechsituation der alltäglichen Lebenswelt mit dem Ergebnis einer vernünftigen Einigung" (Heinemann/Heinemann 2002, S. 44) vollzieht.

Wem dieser Theoriebezug an dieser Stelle zu weit hergeholt erscheint, zu abgehoben erscheint, der kann sich in diesem Zusammenhang an den auf diesen beruhenden ▪ 10 Regeln vernunftorientierter Argumentation orientieren und dabei berücksichtigen, welche Anforderungen bei Alltagsargumentationen realistisch sind und ▪ was, man beim partnerschaftlichen Argumentieren unterlassen sollte.

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 07.08.2026

   

 
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