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Methoden des Literaturunterrichts

Fragend-entwickelndes Interpretieren

 
FAChbereich Deutsch
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Das fragend-entwickelnde Interpretieren zählt zu den mündlichen ▪ Methoden des Literaturunterrichts (Spinner 2010, S.202f.).

Ihr vergleichsweise simples Grundprinzip besteht darin, dass sich die Lehrperson Fragen zu einem Text überlegt, die sie im Unterricht an die Schülerinnen und Schüler stellt und deren zielgerichtete Beantwortung zu den für die gewünschte Antwort nötigen Gedanken, Textbeobachtungen und Schlussfolgerungen anregen sollen. (vgl. Spinner 2010, S.204ff.)

Vielleicht ist dieser stark lehrerzentrierte Frageunterricht zur Interpretation literarischer Texte heute nicht mehr unbedingt das gängigste Verfahren im Literaturunterricht, wie Spinner (2010, S.204ff., 32019, S.231) betont, aber nicht nur wegen seines vermeintlich geringeren Organisations- und Vorbereitungsaufwand für die Lehrkräfte sicher noch immer weit verbreitet.

Die »fragend-entwickelnden Methode ist grundsätzlich »Frontalunterricht, bei der eigenverantwortliches Lernen und Eigenaktivität der Schülerinnen und Schüler vergleichsweise gering ausfällt.

Die Kritik an dem "gefürchteten fragend-entwickelnden Unterrichtsgespräch" (Rosebrock 1999, S.67) mit seiner überwiegen traditionellen ▪ textanalytischen Orientierung ist schon seit langer Zeit unüberhörbar und hat auch in der Praxis des Literaturunterrichts zu einem Aufschwung ▪ handlungs- und produktionsorientierter Konzepte, in den Kategorien von Spinners Methoden des Literaturunterrichts etwa ▪ operative Verfahren, ▪ textproduktive Verfahren, ▪ bildnerisches und musikalisches Gestalten zu literarischen Texten und ▪ darstellendes Spiel und szenische Interpretation, sowie zu offenen Formen des Literaturumgangs wie z. B. bei ▪  literarischen Gesprächen geführt.

Meistens überschätzen Lehrpersonen den Erfolg der Lehrmethode und zeigen sich überzeugt davon, dass sie durch ihr geschicktes Fragen auch Lernprozesse angestoßen haben und die Schülerinnen und Schüler in diesem Frage-Antwort-Spiel zu eigenen Einsichten und Erkenntnissen gelangt sind.

Das ist auch nicht völlig von der Hand zu weisen, trifft aber wohl nur für einen sehr geringen Teil der Schülerinnen und Schüler zu, zumal auch nicht jede/r Lehrer/in das gleichermaßen beherrscht. Da darf man sich auch als Lehrperson nicht täuschen lassen, wenn man Schülerinnen und Schülern mit seiner Frage unter Umständen schon die Antwort in den Mund legt.

Dass das fragend-entwickelnde Unterrichtsgespräch sich letzten Endes aber auch kognitionspsychologisch begründen lässt, betont Spinner (2010, S.204ff., 32019, S.231), der davon überzeugt ist, dass "die Schülerinnen und Schüler kaum dabei alleingelassen werden" könnten, die zur ▪ Sinnkonstruktion erforderlichen ▪ Inferenzen herzustellen. Aus diesem Grunde sei auch die Lenkung durch Fragen hilfreich. Die geben dann z. B. als Leitfragen ähnlich wie Relevanzinstruktionen bei Schreibaufgaben zur Interpretation, die "Richtung" vor und fördern die Inferenztätigkeit.

Diese durchaus positiven Aspekte fragend-entwickelnden Interpretierens verbieten es Spinner indessen nicht, die Mängel dieses Verfahrens (Gängelung und die Benachteiligung weniger schnell denkender und zurückhaltender der Schülerinnen und Schüler in der Unterrichtsinteraktion) als Grenzen des Verfahrens herauszustreichen.

Dennoch das gelenkte Unterrichtsgespräch kann den Schülerinnen und Schülern, die sich darauf einlassen und in der Interaktion zu Wort kommen, helfen, innertextliche und über den Text hinausgehende Bezüge herzustellen und damit zu einem mehr oder weniger eigenen ▪ Situationsmodell des Textes zu gelangen, wenn die Lehrkraft auch in seinen Augen Fehllesungen darstellende Lesarten zulässt und aushalten kann.

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 10.05.2022

   
 

 
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