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Exposition im geschlossenen Drama

Überblick


Die Exposition im Drama ist im Allgemeinen Teil eines sog. Eröffnungsdreischrittes, der folgende Schritte umfasst:

(vgl. Asmuth 1980, S.106ff.)

Der eigentlichen Exposition geht dabei häufig ein dramatischer Auftakt (point of attack = Einsetzen der szenisch präsentierten Handlung) voraus. Dieser hat in der Regel nicht die Aufgabe, expositorische Informationen zu liefern über Vorgeschichte, Hauptpersonen, dramatischen Konflikt u.ä., sondern soll die Aufmerksamkeit der Zuschauer auf das dramatische Geschehen lenken (phatische Funktion) (vgl. Pfister 1977, S.124, Asmuth 1980, S.106f.). Der dramatische Auftakt oder Texteingang ist für die Dramenanalyse vor allem dann wichtig, wenn der Text unter rezeptionsästhetischer Perspektive betrachtet wird (vgl. Gegenstandsbereiche)

  • Der Begriffs- und Funktionsumfang der Exposition wird in der Literaturwissenschaft nicht einheitlich gesehen. Seine Umgrenzung hängt davon ab, ob eher dramaturgisch-kompositorische oder kommunikationstheoretische Aspekte in den Vordergrund gerückt werden. 

  • Die Notwendigkeit zur Exposition ergibt sich aus der Unmittelbarkeit des dramatischen Textes, die zugleich die Extinktion der Totalität bei der Rezeption des dramatischen Geschehens umfasst.

  • Die Gegenstandsbereiche der Exposition umfassen Vorgeschichte, Hauptpersonen, Ort und Zeit der Handlung.

  • Die expositorische Informationsvergabe über die verschiedenen Gegenstandsbereiche erfolgt mit Hilfe aller Codes und Kanäle des plurimedial angelegten dramatischen Texts.

Für den schulischen Literaturunterricht ist die Analyse der Exposition bzw. der expositorischen Informationsvergabe in einem Text besonders beliebt, da sie ein intensives Lesen des Textes voraussetzt und auch verschiedene Möglichkeiten zur produktiven Textarbeit bietet.

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 29.09.2013

     
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