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Drama der geschlossenen Form

Die Konstruktion der Fabel


Der Idealtyp der geschlossenen Form weist unter dem Aspekt von Komposition und Handlung betrachtet eine besondere Konstruktion seiner Fabel auf. Sie entspricht dabei den aristotelischen Prinzipien von der Einheit und Ganzheit der Handlung.

In einem Drama der offenen Form wird somit eine Geschichte (plot) gestaltet, die ohne weitere Voraussetzungen beginnt und mit ihrem dramatischen Ende auch einen endgültigen Schluss findet. Diese Geschichte/Fabel ist einsträngig oder zumindest dominiert sie gegenüber anderen ganz eindeutig, die dazu noch nur auf die eigentliche Fabel hin ausgerichtet sein können. Die Fabel muss alles umfassen, was für die Geschichte nötig ist, d. h. es muss alles da sein, was den dramatischen Konflikt begründet und endigt, wie Pfister (1977, S. 320) betont: "Aus einer klar exponierten Ausgangssituation, die auf einem abgeschlossenen und überschaubaren Satz von Fakten beruht, entwickelt sich ein Konflikt zwischen transparent profilierten antagonistischen Kräften, der zu einer eindeutigen und endgültigen Lösung geführt wird."

Aufbau und Komposition des Idealtyps der geschlossenen Form lässt sich mit dem normativen Modell von Gustav Freytag (Technik des Dramas, 1863) am besten veranschaulichen. Sein drei- bzw. fünfaktiges Strukturmodell weist eine pyramidale Struktur auf (s. Abb.)

*Retardation = Punkt im klassischen Drama, wo das Zuschauerinteresse schon auf dem Höhepunkt ist und Gefahr läuft abzufallen. Daher wird ein neues Spannungselement eingefügt, ohne dass dabei das Ziel der Katastrophe aus dem Auge gerät. Im 4. Akt werden häufig »andere« Lösungen durchgespielt, die dann im 5. Akt widerlegt werden.

     
    
   Arbeitsanregungen:
  1. Wenden Sie das Modell auf das behandelte Theaterstück an.
  2. Gelingt eine vollständige Umsetzung?
     
 
     
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