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Schreibkompetenz (Fix, 2008)

« Formulierungskompetenz

Wie formuliere und überarbeite ich?


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So löst man das Problem

Um das hinter der Frage "Wie formuliere und wie überarbeite ich?" stehende Problem lösen zu können, braucht man Formulierungskompetenz. Diese Kompetenz zeigt sich bei der Durchführung bestimmter Operationen im Schreibprozess.

Ein Schreiber muss dazu

  • schriftsprachlich formulieren und dabei Rechtschreibung und Grammatik beachten, seine Wortwahl treffen und die Wortbedeutungen kennen, den Textzusammenhang herstellen, einen angemessen Stil finden und das Ganze leserfreundlich und verständlich formulieren

  • seinen Text überarbeiten und dabei Umstellungen, Streichungen, Erweiterungen u. a. vornehmen (Revisionskompetenz)

  • Fehler herausfinden und ggf. nachschlagen

Damit diese Operationen zum Ziel führen, muss man sein Schreiben adäquat einschätzen können. Und auch das will gelernt sein. Es verlangt metakognitive Kompetenzen, die auch bei den anderen  Teilkompetenzen (Zielsetzungs-, Strukturierungs- und inhaltliche Kompetenz) eine Rolle spielen. Sie schaffen die Voraussetzungen, dafür, dass man man beim Schreiben über die Fähigkeit verfügt, Angemessenheit, Verständlichkeit oder Sprachrichtigkeit eigener Formulierungen zu beurteilen und zu reflektieren. (vgl. Fix 2006/2008, S.31) (Metakognitive Strategien)

Die Formulierungskompetenz als eine der vier Teilkompetenzen der Schreibkompetenz
Eine der Problemfragen, die im Zuge eines Schreibprozesses gelöst werden muss, ist die Frage "Wie formuliere und überarbeite ich?" (Fix 2006/2008, S.30).

Die Frage hat ausdrücklich zwei Aspekte: Formulieren und Überarbeiten. Es gibt gute Gründe, die Überarbeitungskompetenz, wie Fix das tut, als Teilkompetenz der Formulierungskompetenz i. w. S. zu betrachten. Trotzdem wird ihr im übergeordneten teachSam-Arbeitsbereich ▪ Konzepte der Schreibkompetenz ein eigenständiger Arbeitsbereich zugestanden.

Auch in dem Schreibkompetenzkonzept der Bildungsstandards spielt das Überarbeiten von Texten in einem dreischrittigen Schreibprozess von Planen, Formulieren und Überarbeiten eine zentrale Rolle, zumindest bei den illustrierenden Lernaufgaben, die den Bildungsstandards beigefügt sind.

Im Konzept der Schreibkompetenz von Fix (2006/2008) gehören also, wenn man so will die Formulierungskompetenz i. e. S. und die Überarbeitungskompetenz zu einer übergeordneten Formulierungskompetenz, die eine der vier Teilkompetenzen darstellt in seinem Konzept der Schreibkompetenz darstellt. Wie die anderen Teilkompetenzen auch hängen sie voneinander ab und beziehen sich z. B. bei ganz konkreten Operationen im Schreibprozess immer wieder in besonderer Weise auf einander. Man spricht in diesem Zusammenhang von einem interdependeten und rekursiven Verhältnis der Teilkompetenzen zueinander.

Darum geht es bei der Frage "Wie formuliere und überarbeite ich?"

Die Frage "Wie formuliere und überarbeite ich?" verweist auf ein komplexes Problem, zu dessen Lösung ein Mindestmaß an Kompetenzen auf allen linguistischen Ebenen nötig ist.

Fix (2006/2008, S.30) zählt dazu Kompetenzen auf Ebenen wie:

  • Laut-Buchstaben-Ebene (Rechtschreibung)

  • Ebene der Bauformen von Wörtern (Flexion, Wortbausteine, Wortbildung)

  • Ebene der Satzstruktur (Syntax/Grammatik,)

  • Ebenen der Wortwahl und der Wortbedeutung (Lexik und Semantik)

  • Ebene des Stils

  • Ebene der Textkohärenz (Textzusammenhangs)

  • Ebene des Layouts (leserfreundliche Darstellung)

Formulierungskompetenz verlangt auch Überarbeitungskompetenz

Das Überarbeiten von Texten, die der Formulierungskompetenz zugeordnet werden kann, stellt einen vielgestaltigen Prozess dar.

Die Textrevisionen, die dabei vorgenommen werden,

Literale Routinen steuern den Schreibprozess

Die genannten Kompetenzen entwickeln sich oft zu "literalen Routinen" (Feilke und Augst 1989), bei denen bewusstes, deklaratives Wissen in unbewusstes, prozedurales Wissen transformiert wird.

  • Auf diese Weise kann man bestimmten Prozeduren im Schreibprozess ohne Nachdenken folgen und benötigt beim Formulieren auch nicht unbedingt Problemlösewissen.

  • Das ist vor allem dann gut, wenn man über ein bestimmtes Thema nicht genügend weiß, also kein ausrechendes deklaratives Wissen dazu abrufen kann, oder über nicht genügend prozedurales Wissen verfügt, um Schreiben zu können.

Was macht eine gute Formulierung aus?

Ob eine bestimmte Formulierung für gut oder weniger gut gehalten wird, ist oft strittig. Das liegt daran, dass ein solches Urteil in hohem Maße subjektiv ist. Und doch gehört es zu den erworbenen literalen Routinen hinzu, dass das Formulieren gewöhnlich ohne große Schwierigkeiten abläuft, wenn es sich dabei z. B. um bestimmte literale Prozeduren handelt.

Im Falle hochkonventionalisierter Textmuster, wie z. B. einem Kochrezept, sind Formulierungsprobleme daher eher selten. (vgl. Antos 1984, S. 174)

Lehrkräfte können den Schülern die soziale Wirksamkeit von Formulierungen nahebringen, indem sie deren Formulierungen mit einem differenzierten Vokabular "formulierungskommentierender Ausdrücke" (FKA) beurteilen. Dazu zählen Formulierungen wie "zusammenhanglos, lakonisch, übertrieben, vage, anschaulich, breiig, verklausuliert, aggressiv, feinfühlig, originell, unvorsichtig oder ungeschliffen" (Antos 1988, S.46f.)

 Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 10.12.2018

     
 

 
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