Schreiben ist ein vielschichtiger Prozess
Schreiben ist ein vielschichtiger Prozess, bei dem vielfältige kognitive
Operationen und psychomotorische Fähigkeiten ins Spiel kommen.
An die ▪
Lasswell-Formel zur Kommunikation anknüpfend lassen sich nach
Fix (2006/2008,
S.26) unter kommunikationstheoretischer Handlungsperspektive folgende Aspekte von
▪ Schreibkompetenz
gewinnen,
die, ähnlich wie bei Wrobel (1995, S.25f.), zu bestimmten Teilschritten im
▪ Schreibprozess
führen.
Dabei ist zu beachten, dass Schreiben
kein sequenzieller Vorgang ist, bei dem in linearer Weise und in
klar abgrenzbarer Form eine Produktionsstufe auf die andere folgt.
Aspekte der Schreibkompetenz: Wer - warum - wozu - für wen - was -
auf welche Weise

Teilkompetenzen nach Problemfragen
Die oben dargestellten Aspekte lassen sich in vier
Problemfragen bündeln,
die im Schreibprozess gelöst werden
müssen. Dabei stehen die Fragen in einem interdependenten Verhältnis
zueinander.
Das bedeutet, dass sie nicht in einer linearen Reihenfolge im
Schreibprozess abgearbeitet werden, sondern auf der Basis der ihnen
zugrundeliegenden Teilkompetenzen der allgemeinen
Schreibkompetenz auf einander
zurückverweisen (▪
Rekursivität)
und gegenseitig von einander abhängen (Interdependenz).
Dabei handelt es sich um:
Diese Kompetenzen sind in der Regel mit weiteren
Kompetenzen verbunden oder basieren sogar darauf (z. B.
Lesekompetenz,
metakognitive
Kompetenzen).

Rekursivität und Interdependenz der Problemfragen
Rekursivität und Interdependenz der zu lösenden
Problemfragen werden schnell ersichtlich, wenn man sich überlegt, dass
man mit der Antwort für eine der Problemfrage, ohne zugleich in irgendeiner Art und Weise die andere auch
zu beantworten, keinen vernünftigen Schreibprozess in Gang bringen bzw.
in Gang halten kann.
Trotz dieser Interdependenz und der Gefahr, Prozessmodelle zu schematisch
als eine lineare Abfolge aufzufassen, ist es wohl auch aus didaktischen Gründen hilfreich, mit
den in der Übersicht genannten und davon ableitbaren konkreteren
Problemfragen auf einzelne Aspekte des Schreibprozesses zu fokussieren.
So können sie als Strukturierungshilfen dienen. (vgl.Fix 2006/2008., S.32f.)
Prozessmodelle bieten also unter didaktischem Aspekt betrachtet
lediglich eine "Hilfsstruktur" und sind in keinem Fall als "Idealplan"
zu verstehen, der von jedem Schreiber nachvollzogen werden sollte. (vgl.
ebd., S.44)
Gert Egle, zuletzt bearbeitet am:
11.01.2024
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