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Rollenbiografien erarbeiten und gestalten

Schreibaufgaben

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Schreibaufgabe
Überblick 
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Die Bedeutung der Vorgaben (Portmann)
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Aufgaben zur • Erarbeitung und Gestaltung von Rollenbiografien können im Zusammenhang mit dramatischen Teten können sehr unterschiedlich konzipiert sein. Zunächst einmal hängt es davon ab, ob sie als Mittel zur Herstellung eines vertieften Textverständnisses oder sich mit ihren ▪ theater- bzw. spielorientierten Methoden vorwiegend anderen Zielen verpflichtet sehen.

Anforderungen an gute Schreibaufgaben sind hoch, das gilt auch für die Rollenbiografie, die, nur weil sie dem Prinzip der Handlungsorientierung folgt, kein Selbstläufer ist. Als Schreibaufgabe setzt sie nämlich voraus, dass sich die Schüler*innen in • in die jeweilige Figur einfühlen auch wirklich einfühlen können. Denn erst dadurch wird es möglich, dass die geforderte • Selbstdarstellung der Figur, auch wesentliche Komponenten ihres • Selbstkonzeptes verdeutlichen kann, das ohne diese Einfühlung im Text selbst nicht ohne weiteres aufgespürt werden kann. Dass diese Einfühlung zugleich die • historisch-soziale Bedingtheit des • Selbstkonzepts und ihrer Darstellung durch die Figur berücksichtigen muss, um die historische Distanz zu verdeutlichen, macht die Sache auch nicht unbedingt leicht. So kann man z. B. eine Figur, die sich in einem Stück im 17. Jahrhundert über Sexualität äußert, weder in der Sprache unserer Zeit darüber reden lassen, noch mit Vorstellungen darstellen, die den zeitgenössischen Vorstellungen über Sexualität nicht entsprechen.

Einfühlen bedeutet in diesem Kontext nicht "mitfühlen" oder "Verständnis" dafür haben, was eine Figur denkt, fühlt, woran sie glaubt und was sie tut. Einfühlen heißt bei aller Identifikation mit der Figur mit ihrer inneren und äußeren Dynamik zu begreifen. Mit der Identifikation mit der Figur und der Darstellung sowie Bewertung biografischer Fakten aus ihrer subjektiven Sicht will man eine Figur in einer Weise zu fassen bekommen, die einem, wenn man sie nur von außen sieht, entgeht.

Das Vermögen, sich in eine Figur einfühlen zu können, ist dabei nicht voraussetzungslos. Es kann nur dann produktiv werden, wenn die Schülerinnen und Schüler neben ihrem Text- und Fachwissen auch an ihr Weltwissen anknüpfen können oder über Informationen verfügen, die über den jeweiligen dramatischen Text hinausgehen. Ohne dies kann eine einfühlende Annäherung an eine Figur kaum produktiv gelingen. Wie sonst sollte sich ein Schüler oder eine Schülerin in einen »Hamlet von »William Shakespeare, eine • Maria Stuart in • Friedrich Schillers gleichnamigem • Schauspiel, oder einen Dorfrichter • Adam aus Heinrich von Kleists (1777-1811)Komödie • ›Der zerbrochne Krug‹ "einfühlen" können?

Grundsätzlich sollen diese Schreibaufgaben, die als ▪ Lern-, ▪ Übungs- oder ▪ Leistungsaufgaben konzipiert werden können, für die Schüler*innen ein klar ableitbares • Schreibziel haben. Sie sollen zum Schreiben motivieren und dies auch möglichst über den gesamten Schreibprozess hinweg. Die Schreibaufgaben sollen, wenn möglich, als Problemlösungsaufgaben konzipiert sein, an das Vorwissen und, soweit es gelingt, an die Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler anknüpfen. Dazu sollen sie den Schüler*innen Gelegenheit geben, eine mentale bzw. emotionale Beziehung zu dem zu schaffen, worüber sie schreiben.


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Schreibaufgaben können sich nach Portmann (1991, S. 488ff.) in den Bereichen Vorgabe/Kontext, Rahmenbedingungen und sprachlich-textueller Akzentuierung voneinander unterscheiden. Diese Vorgaben erleichtern die Umstrukturierung des Vorwissens unter einer thematischen Perspektive.

Schreibaufgaben zur • Erarbeitung und Gestaltung von Rollenbiografien dürften mit ihrem handlungsorientierten Zugang durch die besondere Schreibrolle und die ausdrücklich gewünschte und erforderliche Einfühlung in Figuren die Schüler*innen, wenn sie an ihr Weltwissen und Spezialwissen (Fachwissen) anknüpfen können. Dass dieses Wissen beim Schreiben in einem Umstrukturierungsvorgang (weiter-)verarbeitet werden kann (knowledge telling, knowledge transforming) dürfte dabei eine große Rolle spielen.

Auch als ▪ Schreibaufgaben können Rollenbiografien eine sehr unterschiedliche mediale Gestalt haben. Sie können zudem als • produkt- oder • prozessorientierte Aufgaben konzipiert sein.

Als schulische Schreibform läuft die Rollenbiografie im • Literaturunterricht der traditionellen Schreiform der • Literarischen Charakteristik mehr und mehr den Rang ab. Das hat verschiedene Gründe, die an dieser Stelle nicht umfassend dargestellt werden sollen. Verwiesen werden soll daher auf den Arbeitsbereich • Schulische Interpretationsmethoden, in dem verschiedene Interpretationsmethoden beschrieben und analysiert werden, darunter das •  Gestaltende Erschließen und das • Gestaltende interpretieren literarischer Texte. Wer die Schreibform in die • Geschichte des Aufsatzunterrichts und des Schulaufsatzes einordnen will, kann sich vor allem mit der  kommunikative Wende in den 1970er Jahren und der subjektiven Wende in den 1980er Jahren befassen.

Die übergeordnete, globale Schreibaufgabe beim produktorientierten Schreiben

Wenn eine Rollenbiografie in einem individuell organisierten, ▪ produktorientierten Schreibprozess im Rahmen von ▪ Übungs- oder ▪ Leistungsaufgaben erarbeitet und verfasst werden soll, kann dies, sofern die Schülerinnen und Schüler die dafür nötigen Kompetenzen erworben haben, mit seiner globale Schreibaufgabe eingefordert werden.

Die globale, offene Schreibaufgabe kann kurz und knapp wie folgt lauten:

  • Verfassen Sie in Ich-Form eine Rollenbiografie der Figur.

 

 

Sie befasst sich inhaltlich mit den • äußeren Rahmenbedingungen und der • inneren Welt der Figur. Dabei geht es um Gesichtspunkte, die als • schulische Schreibform im Rahmen von Aufgaben zur • Analyse und Interpretation eines dramatischen Textes in der Schule auch bei der  eine zentrale Rolle spielen.

 

So wird's gemacht

Übergeordnete Schreibaufgabe

Schreibaufgabe mit Fragenkatalog

  • Überlegen Sie, was der Text über die Figur aussagt.

  • Sie können sich dabei auch an den folgenden Fragen zu den äußeren Rahmenbedingungen und den psychischen Dispositionen der Figur orientieren. Dazu sollten Sie unpassende Fragen streichen und den Katalog ggf. mit eigenen Fragen ergänzen.

  • Verfassen Sie im Anschluss daran die Rollenbiografie.

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Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 31.01.2026

    
 

 
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