Wer die
komplexe Schreibaufgabe der
▪
Texterörterung erfolgreich als individuelle
Lern-,
Übungs-
oder Leistungsaufgabe in einem
produktorientierten Schreibprozess bewältigen will, kann dazu
zehn
▪ Arbeitsschritte
durchführen, die ineinander greifen.
Die ▪
Schreibkompetenz
dafür beruht auch auf verschiedenen
▪
Arbeitstechniken und -methoden, die zugleich Voraussetzungen für
die Schreibform darstellen. Dabei wird eine
▪ Schreibstrategie zugrunde gelegt, die dem
▪
Schritt-für-Schritt-Schreiben
entspricht. Denkbar ist aber, je nach
individuellen Fähigkeiten, auch eine
▪
planende
Schreibstrategie.
Arbeitsschrittmodelle beziehen sich, je nach Schreibaufgabe,
stets auf bestimmte ▪
Lesestrategien (wenn zu Texten geschrieben werden soll) und
bestimmte ▪
Schreibstrategien, denen sie
mehr oder weniger folgen. Oft verbinden sie
auch
mehrere Strategien als "Vorgehenspläne beim Schreiben" (Becker-Mrotzek/Böttcher
2011, S. 30) miteinander. Das entspricht ohnehin eher dem, wie man
gewöhnlich in der Praxis schreibt.
Das Wichtigste also vorweg:
Arbeitsschrittmodelle sind
immer nur Vorschläge dafür, wie man bestimmte Schreibaufgaben
bewältigen kann.So gesehen bleibt die Zusammenstellung von
Arbeitsschritten immer nur ein Angebot, dem der einzelne Schreiber nicht
schematisch folgen sollte. Zugleich zeigt eine solche Abfolge von
Arbeitsschritten aber auch, in welche Teiloperationen das Bewältigen einer
bestimmten Schreibaufgabe zerlegt werden kann. Insofern unterstützen sie
auch die Vorstellung, dass Schreiben, so schwer und frustrierend es dem
einzelnen auch manchmal erscheinen mag, gelernt werden kann.
Wer sich also dafür entscheidet, die vorgestellten Wege zu
gehen, entscheidet sich zunächst einmal dafür, einen solchen Weg
zu erproben. Am Ende muss der Schreiber bzw. die Schreiberin
selbst darüber entscheiden, ob er/sie damit klarkommt und die
gesetzten Schreibziele erreicht. Und natürlich kann man immer
auch nur einzelnen Arbeitsschritten folgen und sich sein eigenes
Arbeitsschrittemodell "zimmern".
|
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Arbeitsschritt |
Funktion |
Arbeitsmethoden |
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1 |
Text genau,
möglichst mehrmals lesen |
Inhalt des Textes und
Reichweite der Problematik erfassen |
Lesen,
Lesetechnik:
intensives Lesen,
Markieren und
Hervorheben von Textstellen,
Konspektieren |
|
2 |
spontane
Leseeindrücke ernst nehmen und gegebenenfalls notieren |
Erstleseeindrücke, Hypothesen |
Festhalten von
Erstleseeindrücken |
|
3 |
Text als Antwort auf
eine zu erschließende Problemfrage auffassen und diese formulieren |
Problemfrage des Textes
als
Ausgangspunkt erkennen |
Notieren |
|
4 |
Inhalt des Textes
abschnittweise erfassen |
inhaltliche Gliederung des
Textes in Sinnabschnitten erfassen |
Text in Sinnabschnitte
gliedern, ggf. Textgliederung erstellen |
|
5 |
Gedankengang /
Argumentations-
strukturen erkennen |
Argumentation,
erweiterte Argumentation |
Frage-,
Strukturwort- und/oder
Sprechaktmethode |
|
6 |
Erörterungsansätze
finden und eigene Thesen/Antithesen formulieren |
zustimmende
oder zurückweisende Form festlegen |
eigene
(Gegen-)Argumentation mit der Formulierung von eigenen
Thesen/Antithesen entwickeln,
Aussagenliste erstellen,
Erörterungsaspekte erkennen |
|
7 |
Einzelne Argumente in Form von Argumentationsskizzen entwickeln |
einzelne Argumentationen
skizzieren |
Argumentationsmodelle
festlegen (Kette,
Fünfsatz) |
|
8 |
Bearbeitungsstrategie
festlegen |
Blockprinzip
oder Reißverschlussprinzip auswählen |
textsukzessive
oder textstrukturierende
Bearbeitungsstrategie |
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9 |
Gliederung für die
Niederschrift anfertigen |
Aufbau
u. Reihenfolge der Gesichtspunkte festlegen |
systematisch
gliedern |
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10 |
Den Aufsatz
abfassen (Niederschrift) |
Sprachlich-stilistische
Gestaltung des Aufsatzes |
adressaten-
und schreibrollengemäß formulieren, Textprozeduren |