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Texterörterung

Merkmale


Die Texterörterung ist als schulische Schreibform der Problemerörterung in vielem ähnlich. Wie bei dieser kommt es bei der Texterörterung auch darauf an, sich mit einem oder mehreren Problemen auseinanderzusetzen.

Beim Erörtern werden

  • Sachverhalte dargestellt,

  • Begriffe voneinander unterschieden,

  • entgegengesetzte Meinungen einander gegenübergestellt,

  • Stellungnahmen abgegeben und Urteile gefällt.

1. Texterörterung und Problemerörterung

Die Unterschiede zwischen der Problemerörterung und der Texterörterung beruhen auf der Problemstellung. Während bei der Problemerörterung im Allgemeinen das zu erörternde Problem im Thema bzw. der Themenstellung mehr oder minder präzise formuliert ist, muss die Problemstellung bei der Texterörterung aus einem vorgegebenen Text ermittelt werden.

  • Bei der Problemerörterung geht das Erörtern von einem in Frage- oder Aussageform bezeichneten Problem aus. Manchmal stellt auch ein Zitat den Ausgangspunkt einer freien Erörterung dar. Diese Form der Erörterung wird auch freie oder textungebundene Erörterung genannt. Früher sprach man auch vom Besinnungsaufsatz.
  • Die Texterörterung geht im Unterschied dazu von einem vorgegebenen Text aus, der inhaltlich erfasst und in seinem gedanklichen und argumentativen Aufbau beschrieben werden muss, ehe Aussagen des Textes erörtert werden. Die Texterörterung wird auch textgebundene Erörterung genannt.

2. Der komplexe Weg zur Texterörterung

Im Mittelpunkt der Texterörterung steht ein mehr oder minder langer Text, der in der Regel Aussagen zu einem Problem oder problematischen Sachverhalt enthält. Natürlich kann ein Text auch mehrere, sogar verschiedene Probleme behandeln. Ehe man sich mit den Aussagen eines Textes kritisch befassen kann, muss man daher zunächst einmal das Kernproblem bzw. die Hauptprobleme erfassen, mit denen sich der Text befasst.

Dazu ist zunächst eine grundsätzliche Betrachtung dieser Frage nötig. Wer einen Text erörtern will, muss wissen:
Die Texterörterung ist eine Auseinandersetzung mit den Antworten, die ein Autor oder eine Autorin mittels eines Textes auf eine einzelne oder mehrere Problemfragen gibt.

Autor des Textes

Verfasser der Texterörterung

  1. Der Autor hat Kenntnis von einem Problem.
  2. Dieses Problem wirft seiner Ansicht nach eine bestimmte Frage auf (Problemfrage).
  3. Mit seinem Text will der Autor eine Antwort auf die von ihm ausgesprochene oder unausgesprochene Problemfrage geben.
  1. Der Verfasser der Texterörterung muss die Problemfrage des Autors erfassen.
  2. Er muss die im Text enthaltenen Antworten des Autors auf diese Problemfrage erkennen.
  3. In Form einer zustimmenden, einschränkenden oder ablehnenden Stellungnahme soll sich der Verfasser der Texterörterung mit dem Text kritisch auseinandersetzen.

3. Texterörterung als kritische Auseinandersetzung mit einem Text

Die Texterörterung verlangt eine argumentative Auseinandersetzung mit den Aussagen eines vorgegebenen Textes.

Diese argumentative Auseinandersetzung sich auf verschiedene Aspekte, Gegenstände oder Gegenstandsbereiche beziehen. Im Zuge der kritischen Auseinandersetzung mit dem Text können dabei wichtig sein:

  • eine bestimmte These / Behauptung oder mehrere Thesen im Text einschließlich ihrer jeweiligen Begründungen (Argumentation)
  • die Aussageabsicht des Textes
  • die sprachlich-stilistische Darbietung des Problems im Text
  • überhaupt das mit dem Text artikulierte Problem selbst.

Im Rahmen der Texterörterung gibt man also eine Stellungnahme ab. Dabei kann man drei verschiedene Formen der Stellungnahme unterscheiden:

Was sich auf den ersten Blick recht einfach anhört (zustimmen, einschränken, ablehnen), entpuppt sich nicht selten als handfestes Problem. Mitunter ist es nämlich gar nicht so einfach, geeignete Erörterungsansätze zu finden. Die genaue Texterfassung, u. a.  mit Hilfe einer Aussagenliste und/oder die Beantwortung von Leitfragen zu verschiedenen Erörterungsaspekten können hier eine große Hilfe sein. 

Um eine überzeugende kritische Auseinandersetzung mit einem Text zu leisten, sollte man sich, sofern dies die Problemfrage zulässt,  für eine Erörterungsstrategie entscheiden. Damit legt man fest, ob man hauptsächlich mit den in einem Text selbst gemachten Aussagen beschäftigen will (textimmanentes Erörtern) oder das im Text behandelte Problem in einen größeren Zusammenhang stellen will (texttranszendierendes Erörtern).

4. Texterörterung als komplexe Arbeitsaufgabe

Insgesamt betrachtet ist die Texterörterung eine sehr komplexe Arbeitsaufgabe. Eine Vorform dazu stellt der kommentierende Leserbrief dar, der aber keine vom Anspruchsniveau vergleichbare schulische Schreibform darstellt.

Die Texterörterung verlangt u. a. :

Darüber hinaus gehören das sichere Beherrschen der indirekten Wiedergabe und der Regeln zum korrekten Zitieren zu den für diese Schreibform besonders wichtigen Grundlagen.

      
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