
Nach der inhaltlichen Erfassung
des Textes und der Herausarbeitung der gedanklichen und/oder argumentativen
Strukturen des Textes geht es bei dem
•
6.
Arbeitsschritt beim • produktorientierten
Schreiben (jede/r schreibt für sich allein) einer •
Texterörterung darum, geeignete Ansätze zur Erörterung zu finden.
Dabei ist natürlich auch zu prüfen, ob ein gefundener Erörterungsansatz auch
mit der benötigten Sachkenntnis angegangen werden kann.
Ist dies der Fall kann man zu ausgewählten Fragen bzw.
Antworten dazu im Text,
eigene Thesen bzw.
Antithesen bilden, die beim Erörtern des Textes in
argumentierender Art und Weise gestaltet werden sollen. (•
Argumentative Themenentfaltung)
Auf diese kann im nächsten Arbeitsschritt, bei dem es darum
geht, •
einzelne Argumente in Form von Argumentationsskizzen zu entwickeln
und bei der • Anfertigung der
Gliederung für die Niederschrift zurückgegriffen werden.
Wenn man Erörterungsansätze systematisch ermitteln will, sollte man 5
verschiedene Erörterungsaspekte unterscheiden. Sie zielen auf jeweils
andere Gesichtspunkte.

Die dargestellten Erörterungsaspekte antworten auf verschiedene
Fragen, z. B.:
|
Prämisse(n) |
-
Was setzt der Autor bei seinem Standpunkt voraus?
-
Welche Hintergründe des Standpunktes spielen eine Rolle?
-
Weshalb werden sie nicht erwähnt?
|
|
Gültigkeit |
-
Geht der Autor von einer uneingeschränkten Geltung seines
Standpunktes aus?
-
Muss der vom Autor vertretene Geltungsanspruch eingeschränkt
werden?
-
Kann der Standpunkt überhaupt Geltung für das dargestellte
Problem erheben?
|
|
Tragweite |
-
Welche Bedeutung hat der vorgetragene Standpunkt für den
dargestellten Sachverhalt oder das angesprochene Problem?
-
Trägt der Standpunkt angesichts des Sachverhaltes oder Problems
weit genug? Greift er zu kurz?
-
Geht der vorgetragene Standpunkt am Sachverhalt oder Problem
vorbei?
-
Ist der Standpunkt verglichen mit anderen eigentlich aktuell
oder nicht mehr zeitgemäß?
|
|
Vollständigkeit |
-
Hat der Autor bei seiner Darstellung alle relevanten Aspekte des
Sachverhalts oder Problems zur Sprache gebracht?
-
Welche Gründe könnten dafür verantwortlich sein, dass bestimmte
Aspekte unerwähnt bleiben? (vgl. Prämissen)
|
|
Darstellungsstil |
-
Entspricht der gewählte Darstellungsstil (Wortwahl, Satzbau,
Stil) dem Gegenstand, den der Autor behandelt?
-
Trägt der Autor seinen Standpunkt sachlich-nüchtern vor?
-
Welche Gründe veranlassen ihn, seinen Standpunkt besonders
leidenschaftlich-engagiert zu vertreten?
-
Übertreibt er? Neigt er zu Polemik oder Ironie?
-
Ist seine Art der Darstellung für den Sachverhalt unangemessen
vorsichtig?
|
Die Analyse der
Erörterungsansätze führt im Allgemeinen zu einer Auswahl
verschiedener Möglichkeiten, sich mit dem Text kritisch
auseinanderzusetzen. Dazu kommen Überlegungen, die im
Zusammenhang mit der •
Erörterungsstrategie
entschieden werden sollten wie die Frage, ob und in welchem
Umfang •
textimmanent und/oder
•
texttranszendierend erörtert werden soll.
So geht es im
Anschluss an die Analyse der Erörterungsansätze darum,
diejenigen Aussagen des Bezugstextes auszuwählen, mit denen man
sich in der schriftlichen Erörterung ▪
kritisch auseinandersetzen will.
Hierzu sollen
Thesen bzw. Antithesen formuliert werden, die im Zusammenhang
mit der in einem Arbeitsschritt zuvor herausgearbeiteten und
formulierten
•
Problemfrage
stehen und zu eine
• zustimmende,
• einschränkende
oder
• ablehnende
Stellungnahme darstellen.
• Zeitmanagement
Gert Egle, zuletzt bearbeitet am:
29.12.2023