Die
Bezeichnung des Arbeitsschrittes mag ein wenig irreführend sein. Denn die
vorangegangenen Arbeitschritte sollen natürlich auch dazu beitragen, den
Inhalt des Textes zu erfassen. In diesem Arbeitschritt steht allerdings die
vollständige und systematische Erfassung der Aussagen eines Textes im
Blickpunkt und dadurch hebt er sich auch von den vorangegangenen
Arbeitsschritten ab. Unter einem Dach ließen sich zumindest die ersten
beiden und dieser 4. Arbeitschritt auch als
•
Konspektieren des Textes auffassen.
Zur
•
inhaltlichen Erfassung eines Textes eines Textes eignen sich
verschiedene Arbeitstechniken wie
Alle drei Methoden haben ihre Vor- und Nachteile und können je
nach Schwierigkeitsgrad des Textes jeweils ausschließlich oder auch in
Kombination miteinander durchgeführt werden.
Herauskommen soll am Ende eine begründete Einteilung des Textes in
•
Sinnabschnitte, die den inhaltlichen Aufbau des Textes wiedergeben.
Dabei muss man herausfinden, welche Passagen eines Textes in einem engeren
Sinne thematisch und inhaltlich zusammengehören. Im Idealfall lassen sie sich unter einem
Oberbegriff zusammenfassen.
Sinnabschnitte
können sprachlich mit einzelnen Begriffen, aber auch in Form kurzer
Hauptsätze dargestellt werden. Dies ist z. B. bei der •
gegliederten
Aussagenliste der Fall. Begriffe haben dabei allerdings den Vorteil,
dass sie leichter in eine hierarchische Struktur gebracht werden können, in
der es Ober- und Unterbegriffe gibt.
Ein Textabsatz und ein Sinnabschnitt
können, müssen aber nicht den gleichen Textumfang haben. Häufig sind
Sinnabschnitte länger als ein einzelner Absatz, aber es kommt auch vor, dass
ein Sinnabschnitt mitten in einem Textabsatz endet und dann im gleichen
Absatz der neue Textabschnitt beginnt. Auch wenn der Absatzgestaltung in einem Text
gewöhnlich ein inhaltlicher Ordnungsgedanke zugrunde liegt, spielen mitunter auch einfach Textgestaltungselemente
(Layout-Gesichtspunkte) eine Rolle. In jedem Fall sollte man prüfen, ob die
in einem Text vorgenommene Absatzgliederung für die Gliederung des Textes in
Sinnabschnitte genutzt werden kann.
Ist ein Text inhaltlich klar strukturiert, kann man seine
Sinnabschnitte relativ einfach in Form einer hierarchischen Textgliederung
darstellen. Dabei ist eine klare Erfassung von über- und untergeordneten
Sinnabschnitten und Gesichtspunkten, Ober- und Unterbegriffen nötig. Auch
wenn die Erstellung einer derartigen Gliederung vielleicht nicht
unbedingt zwingend ist, liefert sie doch für die Wiedergabe des
Textinhalts und die nachfolgende Erfassung und Beschreibung der gedanklichen
Strukturen im Allgemeinen und der argumentativen Strukturen im Besonderen
wichtige Hinweise.
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Gert Egle, zuletzt bearbeitet am:
29.12.2023