|
|
|
|
|
||||
|
|
||||
|
In der Praxis kommt es natürlich häufig zu Mischformen. Denn es kommt schließlich oft vor, dass man einer Sache zustimmt, eine andere aber nur unter Einschränkungen akzeptiert oder eine andere gänzlich ablehnt. Stellung nehmen bedeutet allerdings keineswegs, Sachverhalte negativ zu beurteilen. Die zustimmende Stellungnahme hat nämlich grundsätzlich das gleiche Gewicht wie eine ablehnende. Dies ist für die Texterörterung in der Schule von besonderer Bedeutung. Denn bei der Auswahl der Themen für Prüfungen hat sich mehr und mehr die Tendenz ergeben, dass die ausgewählten Texte in der Regel mehr zur Zustimmung reizen (sollen), denn Ablehnung hervorrufen. So gesehen hat die zustimmende Stellungnahme also eine gewisse Konjunktur. Um so wichtiger also, genau zu wissen, was in einem solchen Fall eigentlich verlangt ist. 1. Die zustimmende Stellungnahme Nicht selten mündet die kritische Auseinandersetzung mit einem Text (vgl. zustimmen) in einer zustimmenden Stellungnahme, die sich auf verschiedene Gegenstandsbereiche erstrecken kann. Und wer einem Text zustimmt, kann damit den Text als Ganzes meinen, aber genau so gut nur einen bestimmten Textabschnitt ins Auge fassen. Was im Rahmen der Zustimmung geleistet werden soll, wird allerdings häufig unterschätzt. Wer nämlich einem Text im Allgemeinen zustimmt, tendiert häufig dazu, einfach nur das zur Begründung heranzuziehen, was ohnehin schon im Text steht. Heraus kommt dann bestenfalls eine Paraphrase des Textes, die die Übereinstimmung mit den Textaussagen signalisieren soll. Dies kann aber keineswegs mit einer begründeten Stellungnahme gleichgesetzt werden. (vgl. Sprechakt Paraphrase) Es reicht bei einer zustimmenden Stellungnahme natürlich nicht, einfach zu artikulieren, dass man einen Text "gut" findet. Denn die Stellungnahme ist immer eine begründete Stellungnahme. Wer der Gesamtaussage eines Textes grundsätzlich zustimmt, sollte dies mit
Aus den genannten Möglichkeiten ist deutlich zu ersehen, dass Zustimmung zu einem Text immer auch über das unmittelbar im Text Vorhandene hinausgehen muss. Die Erörterungsstrategie, die in einem solchen Fall zu verfolgen ist, muss daher das textimmanente und texttranszendierende Erörtern miteinander verbinden. Andernfalls würde man ja nur die schon im Text geäußerten Gedanken wiederholen. 2. Die einschränkende Stellungnahme Im Zuge einer kritischen Auseinandersetzung mit einem Text kann die Stellungnahme, die man abgibt, darauf hinauslaufen, dass man gewisse Einschränkungen (vgl. einschränken) vornehmen will. In einem solchen Fall kann es also sein, dass man
Allerdings erstreckt sich die Zustimmung dann eben nur auf Teile der im Text gemachten Ausführungen, d. h. es müssen Einschränkungen vorgenommen werden. Solche Einschränkungen können größer oder kleiner, gewichtiger oder weniger gewichtig ausfallen. Daher muss dargestellt werden, bis zu welchem Grad bzw. bis zu welchem Punkt man einer Aussage zustimmt und wo die mögliche Ablehnung beginnt. Diese Einschränkungen können sich auf verschiedene Gegenstandsbereiche erstrecken. Und die Einschränkungen können für den Text als Ganzes oder nur für einen oder mehrere Textabschnitte gelten. Wenn man eine einschränkende Stellungnahme zum Text abgeben will, muss man
Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten. Einschränkungen kann man u. a. dadurch vornehmen, dass man
3. Die ablehnende Stellungnahme Im Zuge einer kritischen Auseinandersetzung mit einem Text kann die Stellungnahme, die man abgibt, auf eine Ablehnung des Textes oder einzelner Teile hinauslaufen. Diese Art der Stellungnahme wird oft als die einzig kritische angesehen, weil sie u. U. auf einem gänzlich entgegengesetzten Verständnis eines Sachverhaltes oder Problems bzw. von Problemlösungen beruht. Eine ablehnende Stellungnahme kann sich wie alle anderen Formen auch auf verschiedene Gegenstandsbereiche erstrecken. Und die Einschränkungen können für den Text als Ganzes oder nur für einen oder mehrere Textabschnitte gelten. Meistens wird es sich um eine Ablehnung einzelner Aussagen handeln. Dies hat auch vor allem damit zu tun, dass bei schulischen Schreibformen wie der Texterörterung im Allgemeinen weniger Themen ausgewählt werden, die auf eine Ablehnung als Ganzes stoßen könnten. Außerdem finden sehr vergröbernde, plakative Texte, die sich einseitig mit einem Problem befassen, und die u. U. eher Ablehnung hervorrufen könnten, meist wenig Eingang in die bevorzugten überregionalen Tages- und Wochenzeitungen, die meist als Quelle zu erörternder Texte dienen. Wenn man zu der Auffassung gelangt ist, dass die gesamte Aussage eines Textes falsch ist, müssen
Dabei muss man natürlich auch beachten, ob die eigenen Argumente stichhaltig und schlagkräftig genug sind, um die im Text vorgenommene Argumentation wirklich zu entkräften. Ferner sollte man bei der Gegenargumentation natürlich genau prüfen, wo man ansetzen und wohin die Argumentation im Vergleich zur Textvorlage führen soll.
|
||||
|
|
||||
|
|
||||
| |||||||||