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Kontrast und Korrespondenz

Überblick


Die Figuren des dramatischen Texts unterscheiden sich und weisen daher mehr oder weniger zahlreiche Differenzmerkmale auf. Daher stehen sie in vielfältigen, meist durchaus dynamischen Kontrast- und Korrespondenzrelationen zueinander. Was sie unterscheidet oder verbindet, wird im Verlauf eines Dramas meistens erst aufgebaut und kann sich auch während der Dramenhandlung verändern. Die charakteristischen Merkmalskombinationen von Kontrast und Korrespondenz, die eine Person auszeichnen, sind daher im dramatischen Text nie als statische Größen anzusehen. (vgl. Pfister 1977, S.224f.) (vgl. Baustein 1: Analogie Figur in einem Schachspiel)
  • Kontrast:
    Figuren eines Dramas heben sich dadurch voneinander ab, dass ihre Gegensätzlichkeit oder Andersartigkeit hervortritt.
  • Korrespondenz:
    Zwischen den Figuren eines Dramas lassen sich bestimmte Entsprechungen und Übereinstimmungen erkennen.

Bei der Figurengestaltung im dramatischen Text unterscheidet man nach Pfister (1977, S.224f.) zwei verschiedene Figurengruppen:

  • Personal: Ensemble aller auftretenden Haupt- und Nebenfiguren (sprechend, stumm) des Dramas
  • Backstage characters: nicht szenisch präsentiert, nur in der Rede von auftretenden Figuren vorkommend

Der Umfang des Personals regelt das Ausmaß der vorhandenen Möglichkeiten für Kontrast- und Korrespondenzbeziehungen (von Einpersonenstück bis zu einem vielfigurigen Stück mit Massenszenen). 
Weitere Kriterien lassen auch die anderen, im Drama vorhandenen Korrespondenz- und Kontrastbezüge erkennen. Dabei muss man allerdings auch beachten, dass derartige Bezüge mal offenkundiger oder - wie häufig in der Komödie - mal eher verborgen sind.

Quantitative Kriterien Dauer der Bühnenpräsenz und Anteil einer Figur am Haupttext Haupt- und Nebenfiguren; aber: Relevanz einer Figur für die Handlungsentwicklung nicht immer daran ablesbar; eher intuitives Abschätzen nach "tragenden Figuren", "Nebenfiguren", "Episodenfiguren" oder "Hilfsfiguren"; daher lediglich Parameter für zentrale oder eher periphere Position einer Figur im Personal
Qualitative Kriterien personenstrukturierende Merkmale; aber: besondere Ausprägungen für jeweils bestimmte Textgruppen oder historischen Textgruppen z.B. 
a) überhistorische Differenzmerkmale wie Geschlecht, Generationszugehörigkeit, sozialer Stand
b) eher historisch variable Differenzmerkmale wie Gegensatz von Stadt und Land (Restaurationskomödie)

(vgl. Pfister (1977, S.226f.) 

 

      
  Beziehungen ] Konstellation ] Konfiguration ] Konzeption ] Charakterisierung ]  
   
     
 


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