teachSam- Arbeitsbereiche:
Arbeitstechniken - Deutsch - Geschichte - Politik - Pädagogik - PsychologieMedien - Methodik und Didaktik - Projekte - So sucht man auf teachSam - teachSam braucht Werbung


deu.jpg (1524 Byte)

 

Leni

Leni - "ein kleines schmutziges Ding"?

Franz Kafka: Der Prozess - Erzählstrukturen - Figurengestaltung - Die Frauen

 
FAChbereich Deutsch
Glossar Literatur
Literarische Gattungen Autorinnen und Autoren  Franz Kafka Überblick Biografischer Überblick Brief an den Vater Parabeln Der Prozess (Roman) Didaktische und methodische Aspekte Überblick Gesamttext (Kapiteleinteilung nach Malcom Pasley 1990) Handlungsverlauf   Erzählstrukturen Überblick ErzählperspektiveDarbietungs-/Darstellungsformen Figurengestaltung Überblick Josef K. Gericht und Gerichtswesen Die Frauen  ÜberblickFräulein Bürstner Frau des Gerichtsdieners  • Das Mädchen in den Kanzleien [ Leni Überblick Strukturierte Texterfassung Lenis Verhältnis zu Josef K. Leni - "ein kleines schmutziges Ding"? (Interpretation) Bausteine ] Die drei MädchenHelene Elsa Frau Grubach Anna Fräulein Montag Erna Josef K.s Mutter • BausteineRaumgestaltungBausteineEinzelne InterpretationsaspekteTextauswahlBausteineLinks ins Internet   Das Schloss (Roman) Erzählungen Links ins Internet Schreibformen Operatoren im Fach Deutsch
 

Gesamttext (Kapiteleinteilung nach Max Brod)
Gesamttext (Kapiteleinteilung nach Malcom Pasley 1990)

 • Fremdheitserfahrungen thematisieren

Das Kapitel • "Der Onkel/Leni" in • Franz Kafkas Roman •"Der Prozess" wird in der literaturwissenschaftlichen Analyse vor allem in Bezug auf die • Darstellung von Frauen und von Sexualität und deren Funktion betrachtet.

Leni kann wie auch vieles andere im •"Prozess" • Fremdheitsgefühle und kognitive Dissonanzen erzeugen, die sofern sie nicht thematisiert werden, nicht nur "schlechte" Gefühle wegen des eigenen Scheiterns bei der • Sinnkonstruktion und beim Verstehen machen, sondern auch zur Abwertung des Gelesenen und seines Autors bzw. seiner Autorin führen können.

Ob man diese ▪ Fremdheitserfahrungen tatsächlich überwinden kann und damit den u. U.  demotivierenden Erfahrungen struktureller Fremdheit entgegenwirken kann, hängt neben anderen Faktoren auch davon ab, ob man diese durch Kontexte und vielfältige Kontextualisierungsbemühungen bewältigen kann. Und doch: Selbst wenn man sich in dieser Weise anstrengt, kann es sein, dass die strukturelle Fremdheitserfahrung von einem einzelnen Rezipienten nicht überwunden werden kann. Unabhängig von der Heranziehung von Kontexten ist das so genannte ▪ textnahe Lesen (Paefgen 1998, S.14f.), das "genaue langsame gründliche Studieren eines literarischen Textes" (ebd.), eine der Voraussetzungen Fremdheitserfahrungen schon bei der Lektüre zu überwinden, um ein einigermaßen kohärentes und konsistentes Textverständnis zu entwickeln.

Die Gestalt der Leni in • Franz Kafkas Roman "• Der Prozess" polarisiert noch heute. Insbesondere Schülerinnen und Schüler, die sich mit ihr befassen, empfinden sie als "fremd", schwanken zwischen Ablehnung und meist, vielleicht nur entwicklungsbedingt zögerlicher Be- und Verwunderung über das unmittelbare, an sexueller Befriedigung orientierte Verhalten der Figur. Ihre Triebhaftigkeit, Ausdruck einer womöglich weitgehend selbstbestimmten Sexualität, passt auch heute, im Zeitalter des medial omnipräsenten One-Night-Stands, so scheint es, noch nicht wirklich in die sexuelle Landschaft, das sexuelle Geschlechterverhältnis von Mann und Frau.

Kaum eine andere Frauengestalt Kafkas ist bei zahlreichen Interpreten so schlecht weggekommen wie Leni. Bei kaum einer anderen Figur werden die moralischen Voraussetzungen ihrer Interpreten so offenkundig wie bei ihr, und bei kaum einer anderen Figur hat die Tatsache, ob ihr Interpret männlich oder weiblich ist, einen solchen Ausschlag gegeben.

Lena als erotisch aufgeladene Typenfigur


Für größere Ansicht bitte an*klicken*tippen!

Leni stellt wie alle anderen Frauen in • Franz Kafkas Roman •"Der Prozess" im engeren Sinne keinen Charakter dar, sondern spielt eine ziemlich genau festgelegte Rolle als erotisch aufgeladene Typenfiguren innerhalb männlich besetzter Ordnungen. (vgl. Alt 2008, S.397) Daher erhält auch sie auf Grund der von Kafkas Erzähler fast immer streng durchgehaltenen personalen Erzählperspektive ihre Kontur als Figur nur aus der Sicht und Wahrnehmung Josef K.s. Was in ihr vorgeht, wie ihr Leben jenseits der Wahrnehmung von K. bzw. dessen, was ihm darüber zugetragen wird, funktioniert, bleibt dem Leser daher vorenthalten.

Leni ist wie sämtliche Frauen im Roman eine Nebenfigur der Handlung, sie ist • statisch und eindimensional konzipiert und macht daher auch keine Entwicklung im Laufe der Prozess-Handlung durch. Sie zählt mit Fräulein Bürstner und der Frau des Gerichtsdieners zu den wichtigsten Frauenfiguren des Romans. Alle drei gehören wie auch das Mädchen in den Kanzleien, die drei Mädchen beim Maler Titorelli und Helene als Geliebte des Staatsanwalts Hasterer und auch Fräulein Montag zu der Gruppe von Frauen, die jede auf ihre Weise der Gerichtswelt zugeordnet sind. Sie scheinen mehr als Josef K. über dessen Strukturen und Vorgehensweise im Bilde zu sein und eröffnen ihm - fast alle sind übrigens irgendwie "Türhüterinnen" (vgl. Reck 2008, S.209) - bestimmte Zugänge oder Einsichten in seinen Prozess.

Josef K. reflektiert in Form eines kurzen inneren Monologs bei seinem ersten Zusammentreffen mit Leni darüber, was ihn mit bestimmten Frauen zusammenführe, und kommt zum Schluss, dass er selbst bestimmte Frauen als "Helferinnen" anwerbe. (HL S.77) Zu diesen zählt er Fräulein Bürstner, die Frau des Gerichtsdieners und Leni.

Neben der Tatsache, dass die Frauen ihm wohl generell entweder Zugänge zur oder weitere Erkenntnisse über die Gerichtswelt verschaffen sollen, gibt es kaum Hinweise, welche Hilfe er von ihnen erwartet. So ist bei der Entlassung Hulds als Verteidiger einmal, im Zusammenhang mit K.s Strategiewechsel, davon die Rede, dass "die Frauen [...]Tag für Tag die Beamten überlaufen und sie zwingen (mussten),  [...] K.s Eingabe zu studieren. " (HL 91) Dies deckt sich auch mit K.s Rechtfertigung gegenüber dem Gefängniskaplan im Dom, der ihm vorwirft, er suche zuviel fremde Hilfe, insbesondere die von Frauen. (HL 154) K. hält ihm entgegen: "Die Frauen haben eine große Macht. Wenn ich einige Frauen, die ich kenne, dazu bewegen könnte, gemeinschaftlich für mich zu arbeiten, müsste ich durchdringen. Besonders bei diesem Gericht, das fast nur aus Frauenjägern besteht. Zeig dem Untersuchungsrichter eine Frau aus der Ferne, und er überrennt, um nur rechtzeitig hinzukommen, den Gerichtstisch und den Angeklagten.« (HL 154)

Mythologische Anklänge: Leni als eine Sirenenfigur

Leni wird als Figur immer wieder mit mythologischen Kontexten in Verbindung gebracht. So wird als eine der »Sirenenfiguren, den "verführerischen Lockvögeln der Antike" aufgefasst, die in Kafkas späteren Texten immer wieder auftauchen. Sirenen sind der griechischen Mythologie nach meist weibliche, in Darstellungen mitunter sogar bärtige Fabelwesen, oft Mischwesen aus Mensch und Vogel, später auch Mensch und Fisch, die durch ihren betörenden Gesang die vorbeifahrenden Seeleute auf ihren Schiffen anlocken, um sie zu töten. Dass Leni als eine Art Mischwesen verstanden werden kann, wird vor allem an ihrem "körperlichen Fehler" (HL 78), dem "Verbindungshäutchen" zwischen dem Mittel- und Ringfinger ihrer rechten Hand (HL 78) sichtbar gemacht. K., der darin offenbar keinen Makel sehen kann, äußert eher eine Art verwunderte Neugier darüber, sieht in der "hübsche(n) Kralle" (HL 78) ein "Naturspiel" u greift nach ihrer Hand, um sich das Ganze genauer anzusehen und küsst am Ende "flüchtig" die beiden Finger (HL 78). So bleibt er blind für die damit aufgezeigte mythische Dimension und die Anspielung auf die Vogelkrallen der Sirenen, die ein "Attribut ihrer tödlichen Gefährlichkeit" (Beicken 1995/21999, S.63)

Körperliche Missgestaltungen spielen aber auch bei anderen Frauenfiguren im Prozess eine Rolle. Sie sind dabei immer mit Vorstellungen von "dem erotisch Aufreizenden (Leni) oder Abstoßenden (Fräulein Montag)" verknüpft. (Beicken 1995/21999, S,156)  Josef K. finde, so Begley (2008, S.287f.), "Animalisches, Deformiertes, Abseitiges anziehend", wozu auch die Schwimmhäute an Lenis Fingern gehörten, die sie mit der Tierwelt verbänden.

Lenis "Sirenenziel" sei, so sieht es Walter Sokel (1976, S. 213), die "Versklavung" des Angeklagten, indem sie "Hunde aus den Klienten ihres großväterlichen Geliebten" mache. Dabei erinnerten die Vorgänge, die sich im Haus des Advokaten abspielten, an »Sades Orgien, »Sacher-Masoch und »Stekels Krankheitsgeschichten des »Sado-Masochismus". Solche "Gefängnisse in bürgerlichen Wohnungen, in denen erwachsene Männer zu dauernd gezüchtigten Kindern und getretenen Tieren erniedrigt werden, erinnern ebenso an private Konzentrationslager wie an die Wohnungen eleganter Pariser »Faubourgs in dem Roman des Marquis de Sade, wo Menschen zur alltäglichen Belustigung der Eigentümer gefoltert und geschlachtet werden." (ebd., Links d. Verf.)

Die mythischen Bezüge, in denen Kafkas Frauenfiguren stehen, zeigen - so Alt ( 22008, S.401) aber auch - dass sie "in einem Raum jenseits der psychologischen Differenzierung angesiedelt sind. In ihrer Triebhaftigkeit wirken sie wie unpersönliche Fabelwesen, die mit archaischer Magie die Welt des Irrationalen verkörpern." In dieser Unterwelt des Triebes herrsche Leni und eben nur in dieser, und könne deshalb K. auch erst dann sexuell besitzen, als er tatsächlich fällt. (vgl. ebd., S.400) Daher bleibe auch die weibliche Körperlichkeit Lenis ohne eigene psychologische Dimension. Ihr weiblicher Körper weise, so Alt (22008, S.398), keine Zeichen auf, die "jenseits seines erotischen Codes" lägen. Damit sei er auch rein funktional gesehen, "auf den reinen Sexus" beschränkt, ohne jede weitere tiefenpsychologische Motivierung. (ebd.) "Was in den Frauenfiguren des Romans zur Präsenz kommt," so Alt (ebd., S.398f.), sei ein archaischer Triebgrund, der sinnlich anschaubare Oberfläche geworden sei.

Bei Leni ist, das wird im Vergleich mit den anderen Frauengestalten des Romans deutlich, die mythische Dimension in besonderer Weise ausgeprägt. Für Leich (2003, S.54) zeigt Leni "jene Aspekte der Sexualität, die mit dem kulturell Verdrängten und den unbewussten Wünschen in Verbindung stehen." Dagegen zeige Kafka an Fräulein Bürstner "die Zerstörung und Heimatlosigkeit der Sinnlichkeit in der spätbürgerlichen Gesellschaft" auf. Da Josef K. "die Lebens- und Glücksmöglichkeiten, die diese beiden Frauen bieten", nicht erkennen und ergreifen könne, scheitere er in in zweifacher Hinsicht.

Die Schwimmhäute Lenis verweisen auf mythische Wasser- und Sumpfwesen. Damit erinnert sie, wie  Alt (22008, S.400f.) darlegt, an eine Geliebte nach dem Muster der antiken »Hetäre, einer im allgemeinen hochgebildeten, einflussreichen Freundin bedeutender Männer. Dieses hetärische Nacht- und Mondgeschöpf, bezwinge, wie im Falle Lenis, den Mann durch die Herrschaft des Triebes. Zugleich verweise es damit auch auf die Strukturen einer matriarchalischen Ordnung. (vgl. ebd.) Der mythische Kontext der Figur verweise damit auch "auf die archaische Bedeutungsstufe, die der Geschlechtsakt im Roman markiert. Wie in »Kleists »Penthesilea gehören zur Welt der Sexualität die Riten der Aggression und Gewalt". (ebd.)

Was Kafka an Leni verdeutlicht, lasse sich, so Leich (2003, S.54),  wie ein Blick in die Geschichte der menschlichen Gattung lesen, da Leni "in der gleichmachenden Promiskuität und in ihrer Unberührtheit vom Leistungsdenken zurück auf eine der individuellen Erinnerung entzogene Vorvergangenheit" verweise." Mit dem Mittel dieser "regressiven Rückbindung" könne Kafka " die Zurichtung der Sexualität durch das Leistungs- und Konkurrenzprinzip erkennbar und transparent [...] machen".

Dabei Leni passe weder zu monogamen Moralvorstellungen, noch verhalte sie sich "nach dem bürgerlichen Tauschprinzip". Vielmehr unterlaufe "ihre sexuelle Wahllosigkeit [...] die Beschneidung der Sexualität als einerseits zwar gefühlsbetonte, aber entsexualisierte Romantik und andererseits als deren Herabsetzung zu einer Fortpflanzungsfunktion in der bürgerlichen Ehe." 

Leni als Dienerin und Beherrscherin männlicher Sexualität

Von Leni geht, wie auch von anderen Figuren des Romans, eine sexuelle Anziehungskraft auf Josef K. aus, die eine eine "fast gewaltsame Energie" (Alt 22008, S.398) darstellt. Dabei bündele Leni die von Männerphantasien geprägten Rollenmuster dadurch auf besondere Weise, dass sie von K.s Onkel als «Hexe» und «kleine(s) schmutzige(s) Ding" (HL 79) bezeichnet werde und puppenartig auf K. selbst wirke. (vgl. ebd.S.399) "Aus K.s Perspektive", so betont Beicken (1995/21999, S,151), "ist Eros im Process etwas Verführerisches und Verwerfliches."

Kafka selbst hat offenbar eine Vorliebe für den Frauentypus »Schwester-Dienstmädchen-Hure« gehabt, "Frauenfiguren, mit denen eine intime, gleichberechtigte und sexuelle Beziehung nicht möglich ist." (Deleuze/Guattari 1975, nach Liska 2008, S.63)

Wenn, wie in der Literatur zum "Prozess" immer wieder betont, viele seiner Frauengestalten "hurenhaft" erscheinen oder gar einen "dirnenhaften Charakter" haben (Beicken 1999, ebd.), dann trifft dies, soweit es K.s Verhältnis zu Frauen anbelangt, insoweit zu, als die große Mehrheit aller Frauengestalten im Roman, zumindest vordergründig, "auf den reinen Sexus" (Alt 2008, S.398) beschränkt scheinen. Zugleich aber spiegelt dieses abwertende Urteil auch die Vorurteile zahlreicher männlicher Interpreten wider.

Dies wird insbesondere im Falle von Leni deutlich, die zu den Frauengestalten Kafkas zählt, die, wie kaum eine andere, besonders negativ bewertet worden ist. (vgl. Leich 2003, S.45) So urteilt Heinz Politzer (1978, S.304f.) über Leni: "Sie ist eine Zwangsschwätzerin, die ihre Gedanken sozusagen im Naturzustand, das heißt in voller grausamer Nacktheit wiedergibt, wobei der Wirklichkeitsgehalt dieser Gedanken für sie keine Rolle spielt." In dem vom Advokaten Huld als "Zudringlichkeit" bezeichneten Verhalten Lenis sieht Politzer den "insektenhafte(n) Wunsch, sich festzusetzen und einzusaugen, dem eine unstillbare Aggressivität zugrunde liegt." Aber indem sie diese Affären berichtete, verrate sie das einzige Gefühl, dessen sie fähig zu sein scheint, nämlich ihren "Männerhunger".

Solche und ähnliche Abwertungen der Figur Leni zeigen aber auch auf, dass Leni genau "jene Aspekte der Sexualität, die mit dem kulturell Verdrängten und den unbewussten Wünschen in Verbindung stehen" (Leich (2003, S.54), anspricht und zur Stellungnahme auffordert.  Schließlich erscheinen Sexualität im Allgemeinen und der sexuelle Akt Im Lichte der Figur Leni und anderer Frauenfiguren stets wie ein Absturz in eine diffuse Unterwelt, in der eigene Gesetze gälten. (vgl. Alt 22008, S.400)

Wenn Leni, wie Huld einmal betont, «die meisten Angeklagten schön» finde und «sich an alle (hängt), (alle) liebt». dann beruhe dieses »promiskuöse, den Sexualpartner ständig wechselnde, Liebesverhalten Lenis auf einer magischen Anziehungskraft, die von den Angeklagten ausgehe. In diesem Motiv habe Kafka "mit leiser Ironie" eigene sexuelle Erfahrungen verarbeitet. (vgl. Alt 22008, S.400)

Zugleich verkörpere Leni, was sich in ihrer unterschiedlichen Wahrnehmung durch die Figuren des Romans deutlich zeige, "den Doppelaspekt der Frau als Dienerin und Beherrscherin, Sklavin und Dominatrix." Sie dominiere gegenüber K., handle ihm ein Tauschgeschäft gegen Elsa ab und erinnere an die mythischen Sirenen, "deren Verlockungen todbringend" gewesen sein. Sie mache sich K. "ohne Hemmungen untertan" und verkünde mit dem Ausruf: 'Jetzt gehörst du mir.' ihren Besitzanspruch auf ihn. (Beicken 1995/21999, S,149)

Sexualität sei mit K.s Prozess stets in bemerkenswerter Weise verbunden. Sie gehöre "zum Komplex des Unbewussten",  "dessen Landschaft der Roman" ausbreite.  (Alt 22008, S.401) Und im "Medium des Gerichts" stoße K. auch auf "Manifestationen seines Unbewussten", nämlich "auch die dunklen Mächte des eigenen Triebs, die Leni als Agentin des Eros hervorzulocken sucht."  (Alt 22008, S.401)

Zugleich erfüllt Leni, so Leich (2003, S.54), mit ihrer "Aufdeckung" und "Offenlegung" gesellschaftlich verbotener und verpönter Wünsche eine aufklärerische Funktion, was ihr als Figur einen "humanen und befreienden Charakter" gebe. Dabei stünden allerdings diesen Anteilen Lenis "ihre sirenenhaften und besitzergreifenden Züge" gegenüber, die mit ihren Besitzansprüchen und ihrer Promiskuität männliche Ängste widerspiegele.

Gesamttext (Kapiteleinteilung nach Max Brod)
Gesamttext (Kapiteleinteilung nach Malcom Pasley 1990)

 • Fremdheitserfahrungen thematisieren

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 17.12.2023

    
   Arbeitsanregungen:
  1. Arbeiten Sie heraus, welches Frauenbild die verschiedenen Frauengestalten des "Prozess" prägt.
  2. Stellen Sie Ihre Ergebnisse in Form eines Mind Maps dar und präsentieren Sie dieses.
 
 
 

 
ARBEITSTECHNIKEN und mehr
Arbeits- und Zeitmanagement Kreative Arbeitstechniken Teamarbeit ▪ Portfolio ● Arbeit mit Bildern  Arbeit mit Texten Arbeit mit Film und VideoMündliche Kommunikation Visualisieren PräsentationArbeitstechniken für das Internet Sonstige digitale Arbeitstechniken 

 
  Creative Commons Lizenzvertrag Dieses Werk ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International License (CC-BY-SA)
Dies gilt für alle Inhalte, sofern sie nicht von
externen Quellen eingebunden werden oder anderweitig gekennzeichnet sind. Autor: Gert Egle/www.teachsam.de
-
CC-Lizenz