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An den Schlaf

Johann Wolfgang von Goethe



Der du mit deinem Mohne

Selbst Götteraugen zwingst

Und Bettler oft zum Throne,

Zum Mädchen Schäfer bringst,

Vernimm: Kein Traumgespinste          5

Verlang ich heut von dir.

Den größten deiner Dienste,

Geliebter, leiste mir.

An meines Mädchens Seite

Sitz ich, ihr Aug spricht Lust,             10

Und unter neid'scher Seide

Steigt fühlbar ihre Brust;

Oft hatte meinen Küssen

Sie Amor zugebracht,

Dies Glück muss ich vermissen,        15

Die strenge Mutter wacht.

Am Abend triffst du wieder

Mich dort, o tritt herein,

Sprüh Mohn von dem Gefieder,

Da schlaf die Mutter ein:                   20

Bei blassem Lichterscheinen,

Von Lieb Annette warm

Sink, wie Mama in deinen,

In meinen gier'gen Arm.

 

 
   Arbeitsanregungen:

Das Gedicht gehört zu den 1767 zusammengestellten, 1896 erstmals gedruckten anakreontischen Gedichte im Buch Annette (=Annette-Lieder)

Interpretieren Sie das Gedicht von Johann Wolfgang von Goethe.

Untersuchen Sie dabei, welche sprachlich-stilistischen Mittel der Autor auf der Ebene des Satzbaus zur Gestaltung seiner Aussage einsetzt.
 

 
      
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