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Abstract

Überblick

DIN 1426 (Fassung vom Oktober 1988)

 
 
  Nach DIN 1426 gehört der oder das Abstract (engl. to abstract = einen Auszug machen, auch in deutscher Schreibung: Abstrakt) zu den Hauptformen der Inhaltsangabe in wissenschaftlichen Texten oder zur Dokumentation und wird synonym mit dem Begriff Kurzreferat verwendet. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird Abstract häufig auch synonym mit dem Begriff des Summary (engl. summary = Zusammenfassung) verwendet und manchmal fungiert Summary auch als Übergriff zu Abstract. (vgl. Kretzenbacher 1990, S. 27).

Die Bedeutung des Abstracts ergibt sich aus den allgemeinen Bedingungen der »Informations- und »Wissensgesellschaft. Diese zeichnet sich u. a. durch die »Überflutung mit Informationen (Information overload oder information flood) und eine »Informationsexplosion aus, die neue Anforderungen stellt. Gefordert sind u.a. ein »Informationsmanagement, »Medienkompetenz (media literacy) und eine »Informationskompetenz (Information Literacy, die bestimmte Fähigkeiten impliziert: einen Informationsbedarf zu erkennen, Informationen zu lokalisieren, zu organisieren, auszuwählen und zu präsentieren. Dabei erstreckt sich die Informationssuche heutzutage auch stets auf das Internet bzw. Datenbanken, deren Wissensbestände nur mit komplexen Suchtechniken (»Information-Retrieval-Systeme) verfügbar gemacht werden können.
Gerade Abstracts fallen in diesem Zusammenhang wichtige Aufgaben zu, da sie durch die ihnen eigene Informationsverdichtung grundlegende Funktionen (Referenz-, Substitutions- und Kognitionsfunktion) erfüllen können, die sie auch besonders gut geeignet für die Informationsverarbeitung in elektronischen Informations- und Dokumentationssystemen machen (z. B. Volltext-Recherche etc,). Um "Regeln für das Sammeln, Speichern und Auffinden von Daten in Printmedien und elektronischen Medien aufzustellen" ( Kretzenbacher 1990, S. 2) bemühen sich nationale und internationale Normenorganisationen um Normen auch für wissenschaftliche Arbeiten, darunter Rekapitulationen. Das »DIN Deutsches Institut für Normung e. V. (kurz DIN), das die deutsche Normungsorganisation mit Sitz in Berlin ist, hat die erste Fassung der DIN-Norm 1426 aus dem Jahre 1973 durch eine Überarbeitung im Jahre 1984 der technischen Entwicklung angepasst.

Im Zeitalter des Internets ist diese Die DIN 1426 definiert das Abstract/Kurzreferat wie folgt:

"Das Kurzreferat gibt kurz und klar den Inhalt des Dokuments wieder. Das Kurzreferat soll informativ ohne Interpretation und Wertung [...] und auch ohne die Originalvorlage verständlich sein. [...] Es müssen nicht alle Inhaltskomponenten des Dokuments dargestellt, sondern es können auch diejenigen ausgewählt werden, die von besonderer Bedeutung sind." (DIN 1426, Abs. 3.5)

Merkmale

  • Vollständigkeit:
    Einem fachkompetenten Leser muss das Kurzreferat ohne Rückgriff auf das Originaldokument verständlich sein. Inhaltlich sollten die Hauptergebnisse, die zentralen Thesen, aber auch relevante Nebenthesen sollten erwähnt werden. Der Titel muss im Text nicht wiederholt werden.

  • Genauigkeit:
    Die Inhalte, Meinungsäußerungen im Text und Akzentuierungen von Themen bzw. Aspekten dürfen nicht verändert werden.

  • Objektivität:
    Wertungen bzw. wertende Kommentare o. ä. sind zu unterlassen. Um subjektive Sichtweisen des Abstractors möglichst aus dem Kurzreferat herauszuhalten, sollte man den Aufbau des Kurzreferates am Aufbau des Originaldokuments orientieren.

  • Kürze:
    Möglichst kurz und prägnant formulieren, Unnötiges vermeiden (redundanzfrei), keine stilistischen Schnörkel. Teile des Originaldokuments, die im Wesentlichen nur Bekanntes enthalten, sollen nur sehr knapp erwähnt werden. Allgemein gebräuchliche Abkürzungen können verwendet werden.
    Die DIN-Norm operationalisiert dieses Kriterium nicht über die Angabe einer bestimmten Wortanzahl. In einschlägigen Lehrbüchern (z. B. Borko/Bernier 1975, S.47) werden 200 bis 250 Wörter genannt. Insgesamt ist die Länge eines Abstracts, wenn keine Formatvorgaben gemacht sind, nicht eindeutig festzulegen.

  • Verständlichkeit:
    Sprache und Aufbau des Kurzreferats müssen für einen fachkompetenten Leser verständlich sein.


"Zusammenfassung einer wissenschaftlichen Abhandlung" (Werlich 1979, S.75); meistens nichtfiktionale Gegenstände wie wissenschaftliche Thesen oder ganze wissenschaftliche Arbeiten, Rückblicke auf Ereignisse oder die Darstellung von Konferenzverläufen; Funktion:  kurze und bündige Information über die Quintessenz der Sachverhalte;  Länge abhängig vom Gegenstand und der jeweiligen Fachdisziplin, meistens zwischen 100 und 500 Wörtern;  »American National Standards Institute (ANSI) defiiniert Abstract als "an abbreviated accurate representation of the contents of a document" definiert "eine gekürzte präzise Darstellung des Inhalts eines Dokuments“)"; nach DIN 1426 (Abs. 3.5; Fassung vom Oktober 1988) gleichbedeutend mit Kurzreferat, das den Inhalt eines Dokuments kurz und klar, informativ ohne Interpretation und Wertung wiedergibt und zugleich auch ohne die Originalvorlage verständlich sein muss; kein Anspruch auf vollständige Wiedergabe aller Inhaltskomponenten, sondern auch Auswahl besonders wichtiger möglich; im englischen Sprachraum auch normative Vorgaben, die sogar Kommentare des abstractors zulassen, was die strenge Bedingung der Objektivität lockert (vgl. Kretzenbacher 1990, S.25) - vgl. Inhaltsangabe - Rekapitulation - Summary

(vgl. Payer, Alois <1944 - >: Einführung in Formalien wissenschaftlicher Arbeiten. -- 5. Abfassung von Inhaltsangaben, besonders Kurzreferaten (Abstracts). -- Fassung vom 3. Mai 2000. -- URL: http://www.payer.de/wissarbeit/wissarb05.htm)

 
    
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