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- Lesen hat als soziales Handeln in
verschiedenen Lebensphasen eine unterschiedliche Bedeutung.
- Die Art und die Intensität des individuellen Leserverhaltens ist
bestimmt von persönlichen (inneren) und gesellschaftlichen
(äußeren) Einflüssen.
- Lesesozialisation und Leseverhalten zeigen klare
geschlechtsspezifische Unterschiede (Motivation, Art und Häufigkeit
des Lesens, Lesestoff).
- Lesen als soziales Handeln wird im Verlauf des Lebens
zweckorientiert eingesetzt und praktiziert.
- Das Vorbild der Eltern prägt das Leseverhalten von Kindern und
Jugendlichen (Mediennutzung, Funktion). Daneben haben aber auch
außerfamiliäre Institutionen Gewicht.
- Späteres Leseverhalten kann in ganz bestimmten Kindheitserlebnissen
begründet sein (Schlüsselerlebnisse, vorlesefreudiges Elternhaus,
engagierte Lehrerin, freier Zugang zu großen Bücherbeständen).
- Lesertypen können, da ein und derselbe Inhalt bei verschiedenen
Lesern unterschiedliche Wirkung hat, kaum an Hand von Lesestoffen
bestimmt werden. Typisierungen sollten daher von der jeweiligen
Funktion des Lesens (z.B. Unterhaltung oder Wissensaneignung)
ausgehen.
- Die relativ früh erworbenen Prägungen für das Leseverhalten
(Unterhaltung oder Wissensaneignung) bleiben als Grundmuster häufig
ein Leben lang erhalten.
- Bestimmte Funktionen und Bedeutungen des Lesens hängen eng mit den
spezifischen Bedürfnissen einzelner Lebensphasen zusammen (z.B. sich
aus dem anstrengenden Familienalltag zurückziehen), andere wie die
Funktionen Unterhaltung und Wissensaneignung sind nicht nur an die
vorhandenen individuellen Dispositionen gebunden.
- Die Bedürfnisse, die mit dem Lesen befriedigt werden sollen, sind
weitgehend homogen.
- Jugendliche lesen im Allgemeinen freiwillig, wollen sich dabei
unterhalten, informieren, ablenken oder in eine andere Welt versinken.
Für dieses Lesen sind weniger die Lesestoffe als die Gelegenheit
wichtig, sich völlig frei von anderen Verpflichtungen mit dem Inhalt
der Texte identifizieren zu können.
- Vor allem im Kindes- und Jugendalter spielt das
"Verschlingen" von Buchserien eine große Rolle. Dabei wird
das Wiedererkennen oder Wiedererleben vertrauter Strukturen als
angenehm empfunden.
- Die Bedeutung, der Einsatz und die Intensität des Lesens verändern
sich während des Lebens. (Berufsleben, freie Zeitkontingente)
(vgl.
Limmroth-Kranz,
Susanne 1997)
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