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Grundstrukturen logischer Argumentation

Überblick


  Was unter Argument und Argumentation verstanden wird, ist in wissenschaftlichen Darstellungen, bei aller Übereinstimmung in manchem Grundsätzlichen,  sehr verschieden. Und noch etwas anderes bedeutet es, wenn wir uns im Alltag dieser Begriffe bedienen.
Wir können und wollen uns hier daher auch nicht eindeutig festlegen. So muss der Kontext, in dem wir die Begriffe gebrauchen, neben immer wieder angebrachten expliziten Erklärungen, darüber Aufschluss geben, was jeweils gemeint ist. Das ist zwar unbefriedigend, lässt sich aber wohl kaum anders machen, wenn man nicht ständig an "Übersetzungsproblemen" hängen bleiben will.

Für die logische Argumentationsanalyse jedoch sind vor allem zwei Begriffe voneinander abzuheben.

  • Der logische Begriff des Arguments umfasst eine Menge von Sätzen bzw. Behauptungen, die so in eine Beziehung zueinander gebracht werden, dass eine der Behauptungen die Rolle der Konklusion (Schlussfolgerung, These) übernimmt, während die anderen Behauptungen, die Gründe für diese Behauptung liefern, als Prämissen fungieren. Beides zusammen – also Konklusion und Prämissen – werden also in diesem Fall als Argument bezeichnet. Immer wieder schwierig ist die Tatsache, dass insbesondere der Begriff Konklusion gleichgesetzt wird mit Schlussfolgerung oder als Synonym für den Begriff These gesehen wird. Dies ist allerdings nur eingeschränkt der Fall. Denn nicht jede Schlussfolgerung erfüllt die Bedingung der Erkenntnisneuheit und nicht jede These ist - formallogisch betrachtet -  eine Konklusion (vgl. Göttert 1978, S.2 ff.)
  • Der alltagssprachliche Gebrauch des Begriffs Argument grenzt dessen Bedeutung jedoch stärker ein. Argument ist hier eine Begründung, eine Begründung für eine Behauptung (These).

Da ein Argument aber auch unter logischer Perspektive aus einer einzigen Prämisse bestehen kann, werden selbst in der logischen Argumentationsanalyse einzelne Prämissen als Argumente bezeichnet. (vgl. Bayer 1999, S.87)

Ein Argument besteht unter dem Blickwinkel der Logik aus einer oder mehrerer Prämissen und einer Konklusion. Prämissen sind Behauptungen, die Gründe für die behauptete Konklusion (Schlussfolgerung/These) liefern.

In der Form des so genannten dreischrittigen Syllogismus lässt sich ein Argument unter Anwendung logischer Gesetze wie im folgenden Beispiel darstellen:

Alle Menschen haben die gleichen Menschenrechte.

Klaus ist ein Mensch.

► Klaus besitzt die Menschenrechte.

In der Alltagskommunikation wird dieses Argument häufig so formuliert:

Weil alle Menschen die gleichen Menschenrechte haben, besitzt auch Klaus diese Rechte.

Neben anderen Varianten ist aber auch folgende Äußerung möglich:

Klaus ist ein Mensch, deshalb besitzt er auch die Menschenrechte.

Die Aussage "Klaus besitzt die Menschenrechte." wird dabei als These, die Aussage "Alle Menschen haben die gleichen Menschenrechte." wird mit einer Konjunktion oder einem Pronominaladverb als Argument mit der These verknüpft. Dieser Gebrauch des Begriffs liegt den Elementen bei der so genannten einfachen und erweiterten Argumentation zugrunde, die ähnlich wie der Fünfsatz Hilfen bei der Formulierung geben wollen und dafür ein allgemeines Argumentationsschema (Argumentationskreis) anbieten.

Von besonderer Bedeutung für die Argumentationsanalyse ist auch die Unterscheidung von Entdeckungs- und Begründungszusammenhang.

 

 
      
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