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Ausgewählte Regeln (nach DIN 5008)

Empfängeranschrift


Die äußere Form eines privaten Geschäftsbriefs folgt bestimmten, auf Konvention beruhenden Regeln. Als standardisierte Form ist sie auch in einer DIN-Norm  (»DIN 5008) niedergelegt.
Als schulische Schreibform, insbesondere im Rahmen des Deutschunterrichts oder entsprechenden Abschlussprüfungen, gelten zum Teil freilich auch noch kulturell bedingte Schreibgewohnheiten, die nicht unbedingt und in letzter Konsequenz mit der DIN-Norm konform sind. Dies entspricht auch der Tatsache, dass sich solche Normierungen, auch wenn es dafür gute Gründe geben mag, gegen kulturell konventionalisierte Formen auch im Zeitalter der Globalisierung nicht so ohne weiteres durchsetzen lassen.
Dennoch muss es nach Veröffentlichung der Norm Ziel sein, auch zum normgerechten Schreiben anzuleiten. Dafür gibt es gute Gründe. Denn, wie es im Einführungsbeitrag zur neuen DIN 5008 auf der Webseite des DIN-Instituts heißt, sollen die Regeln dafür weder zu speziell und damit (zu) aufwendig in ihrer Anwendung sein. Dadurch, so der Anspruch, müssten sie auch in der beruflichen Bildung einfach zu vermitteln sein.
 
Empfängeranschrift Die Anschrift des Postempfängers, der eine natürliche oder eine juristische Person (z.B. ein Unternehmen, eine Körperschaft oder eine Institution sein kann) beinhaltet die Adresse, an die ein privater Geschäftsbrief gerichtet ist. Das bedeutet natürlich nicht, dass der eigentliche Adressat, an den die Mitteilung gehen soll, diese auch tatsächlich in Empfang nimmt und bearbeitet. Die Person oder Stelle, die das tut darf dies allerdings nur dann tun, wenn sie im Auftrag des Adressaten handelt oder ein mutmaßliches Einverständnis, wie z.B. bei einem Nachbarn, vorauszusetzen ist. Andernfalls ist ein solches Verhalten rechtswidrig.
  • Für die Eingabe der Daten des Empfängers und besonderer Beförderungsvermerke sind im privaten Geschäftsbrief maximal 9 Zeilen vorgesehen.

  • Diese Zeilen werden wie folgt verwendet:

  • Das Adressfeld bzw. die Zeilen für die Angabe des Empfängers umfasst Angaben wie: Anrede, Name, Straße, Hausnummer, Postfach und besondere Beförderungsvermerke wie z.B. "Einschreiben", "persönlich", "Warensendung" usw.

  • Die Angabe der Empfängeradresse beginnt in jedem Fall auf Zeile 15 von oben, das ist Zeile 4 des Feldes für die Empfängeranschrift. (→Beispiel 1)

  • Die drei ersten Zeilen des Adressfeldes sind für postalische Beförderungsvermerke reserviert und bleiben frei, wenn sie nicht benötigt werden. Jeder dieser Vermerke wird auf eine der Zeilen absteigend von Zeile 3 geschrieben. Man beginnt also damit, wenn ein Vermerk gemacht wird, direkt mit der ersten Zeile oberhalb des eigentlichen Absenders. (→Beispiel 1)

  • Lässt man einmal die ersten drei Zeilen für postalische Vermerke außer Acht, bleiben für die eigentliche Empfängeranschrift insgesamt 6 Zeilen. Wenn auf diesen Zeilen insgesamt genügend Platz ist, können Anredepronomen wie "Herrn", "Frau", "Herr und Frau" auf eine eigene Zeile geschrieben werden. Andernfalls werden sie auf der Namenszeile eingefügt. (→Beispiel 5)

  • Im Adressfeld wird der Name (Vor- und Zuname) mit dem zutreffenden Anredepronomen "Herrn" oder "Frau" versehen. Die Verwendung des Anredepronomens "Fräulein" ist dagegen veraltet. Ebenso wenig wird heutzutage die Präposition "An" verwendet. In Deutschland benutzt man weiterhin die deklinierte Form "Herrn" , in der Schweiz wird die Grundform "Herr" bevorzugt.

  • Heute verwendet man Vermerke wie "z. Hdn. von" oder "z. Hdn." eigentlich nicht mehr. Aber verboten ist der Zusatz auch nicht, er ist eben, weil veraltet, einfach nicht mehr "normiert".

  • Wenn man eine bestimmte Person in einer bestimmten Institution anschreibt, wird dies dadurch signalisiert, dass man nach der (persönlichen) Namenszeile, die den Namen des persönlichen Adressaten aufnimmt, in der nächsten Zeile die Bezeichnung der Institution/Firma anfügt.(→Beispiel 3)
    Allerdings kann man auch mit der Angabe der Institution/Firma beginnen und die persönliche Namenszeile danach anfügen. (→Beispiel 5) (vgl. die unterschiedliche Betrachtung und Umsetzung durch Goldmann 2007, S.56, und DUDEN Praxis, 2010, S.279,331)

  • Alternativ kann man auch neben den Namen der Person, an die der Brief gerichtet ist, den Vermerk "persönlich" in eckige Klammern setzen.

  • Ergänzende Angaben (z.B. Abteilung o. ä.) werden unterhalb des Firmennamens notiert. (→Beispiel 1)

  • Ortsteilnamen können oberhalb der Angabe für die Straße und Hausnummer/Postfach in einer eigenen Zeile vermerkt werden.

  • Wird der Brief innerhalb von Deutschland versendet, entfällt die Länderangabe.

  • Berufs- und Amtsbezeichnungen sowie Bezeichnungen für akademische Grade stehen in der Zeile oberhalb des Namens direkt nach der Anrede "Herrn" oder "Frau" o. ä. (→Beispiel 2)

  • Die Präposition "An" wird nicht mehr verwendet.


Beispiel 1

 


Beispiel 2:


Beispiel 3:


Beispiel 4:


Beispiel 5:

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 24.06.2015

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