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Privater Geschäftsbrief

Gegenstände eines privaten Geschäftsbriefs

Inhalte, Themen, Anliegen


Private Geschäftsbriefe sind pragmatische Texte bzw. Gebrauchstexte. Sie können verschiedene Ziele verfolgen und haben damit auch unterschiedliche (Text-)Funktionen, die sie verschiedenen Textklassen zuordnen lässt (z. B. Informationstexte, Appelltexte, Kontakttexte usw.). Ihre Kommunikationsform ist monologisch und sie haben eine schriftliche Form.

Allgemein gilt für private Geschäftsbriefe:

Sie

  • regeln "offizielle" Beziehungen zwischen Privatpersonen und Geschäftspartnern, zwischen Kunden und einer Firma etc.

  • besitzen einen individuellen Charakter

  • haben meist einen aktuellen Anlass

  • sind in ihrer äußeren Form mehr oder weniger standardisiert

  • müssen bestimmte Mindestinformationen enthalten (allerdings adressatenspezifische Unterschiede)

  • haben eine klare Gliederung (Abschnitte)

  • sind in einer sachlichen Sprache verfasst

Die Inhalte, Sachverhalte oder Gegenstände, um die es in privaten Geschäftsbriefen geht, sind vielfältig und lassen sich nicht auf eine bestimmte Anzahl von Arten oder Formen festlegen. Alles, was in irgendeiner Art und Weise "geschäftlich", d. h. in offizieller Weise verbindlich zwischen Privatpersonen und Geschäftspartnern, zwischen Kunden und einer Firma etc. geregelt werden soll, kann in einem privaten Geschäftsbrief zur Sprache und Gestaltung kommen. So kann der Gegenstand eines privaten Geschäftsbriefs die Kündigung eines Handy-Vertrages, eine Mahnung an einen E-Bay-Käufer sein oder aucheine Beschwerde gegenüber einem Nachbarn, dessen Musik ständig als zu laut empfunden wird.

So gesehen lässt sich der private Geschäftsbrief nicht als eine einheitliche Textsorte beschreiben, es sei denn man beschränkt sich dabei auf die formalen Kriterien. 
Dennoch kann man einige typische Gegenstände benennen, die häufig aus bestimmten Anlässen zur Abfassung solcher Schreiben führen. Bei diesen "Typen" wird die jeweils dominierende Funktion eines privaten Geschäftsbriefes in den Mittelpunkt gerückt. Aber auch unter einem anderen Aspekt unterscheiden sich private Geschäftsbriefe: Ganz unterschiedlich ist nämlich die rechtliche Bedeutung und rechtliche Verbindlichkeit der mit einem privaten Geschäftsbrief vollzogenen Handlungen.

Ohne Anspruch auf Vollständigkeit lässt sich eine Reihe von Sprachhandlungen unterscheiden, die mit der Abfassung von privaten Geschäftsbriefen üblicherweise vorgenommen werden. Dabei steht jeweils die dominierende Textfunktion im Vordergrund.

Art Merkmale Beispiele aus KBS-Prüfungen in Baden-Württemberg
Anfrage

Informationen über Dinge, Sachverhalte und Dienstleistungen einholen

  • Katalog anfordern

  • Bewerbungsunterlagen anfordern

  • Bedingungen für die Durchführung von Veranstaltungen erfragen

  • (Genauere) Informationen zu einem Produkt oder einer Dienstleistung wissen wollen

 Angebot Eine Ware oder eine bestimmte Dienstleistung anbieten
  • eine vorher eingegangene Anfrage zu einem Produkt oder einer Dienstleistung beantworten
 
Bestellung/ Auftragserteilung

Etwas zum Kauf bestellen oder jemanden zu einer Dienstleistung beauftragen

  • eine Ware bestellen

  • einen Auftrag für eine Dienstleistung erteilen

 
 Auftragsbestätigung Den Eingang einer Bestellung oder eine Auftragerteilung bestätigen
  • eine zuvor erteilte Bestellung einer Ware bestätigen
  • eine Auftragserteilung bestätigen
 
Mahnung

An die Erfüllung einer zugesagten Leistung erinnern

  • die Lieferung einer (noch nicht) erhaltenen Ware verlangen oder die   Ausführung oder Erbringung einer (noch nicht) erfolgten Dienstleistung verlangen (Lieferungsverzug)

  • einen Schuldner (Kunde, Untermieter etc.) an eine noch nicht bezahlte Rechnung erinnern (Mahnung, Zahlungserinnerung) (Zahlungsverzug

 
Reklamation
(Mängelanzeige)
Eine Sache, einen Sachverhalt beanstanden, z. B.
  • eine Sache (Ware, Dienstleistung) beanstanden
  • sich über einen Sachverhalt beschweren (Beschwerde)
Kündigung Eine eingegangene vertragliche Verpflichtung aufkündigen, z.B.
  • den Arbeitsplatz kündigen

  • eine Wohnung kündigen

  • einen Handyvertrag kündigen

  • ein Zeitschriftenabonnement kündigen

 
 Buchung Eine vertragliche Verpflichtung eingehen für eine Reservierung eingehen
  • eine Reise buchen

  • ein Hotel buchen

  • eine Konzertkarte reservieren

 
 Stellungnahme Zu einer Angelegenheit gegenüber einer Behörde, einer Institution oder einer betrieblichen Einrichtung (Geschäftsleitung, Betriebsrat etc.) Stellung nehmen
  • sich mit einer Behörde wegen einer Angelegenheit auseinandersetzen
  • sich mit der Schulleitung über eine Angelegenheit, einen Sachverhalt auseinandersetzen
Bewerbungsschreiben Sich mit einem Bewerbungsschreiben für eine bestimmte Stelle empfehlen
  • sich mit einem positiv wirkenden Anschreiben als Bewerber/-in für eine ausgeschrieben Stelle vorstellen

  • sich auf eigene Initiative hin mit einem positiv wirkenden Anschreiben als Bewerber/-in für eine Wunschposition bewerben (Initiativbewerbung, Blindbewerbung)

 

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 16.09.2016
 

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