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Ausgewählte Regeln (nach DIN 5008)

Überblick


Die äußere Form eines privaten Geschäftsbriefs folgt bestimmten, auf Konvention beruhenden Regeln. Als standardisierte Form ist sie auch in einer DIN-Norm  (»DIN 5008) niedergelegt.
Als schulische Schreibform, insbesondere im Rahmen des Deutschunterrichts oder entsprechender Abschlussprüfungen, gelten zum Teil freilich noch kulturell bedingte Schreibgewohnheiten, die nicht unbedingt und in letzter Konsequenz mit der DIN-Norm konform sind. Dies entspricht auch der Tatsache, dass sich solche Normierungen, auch wenn es dafür gute Gründe geben mag, gegen kulturell konventionalisierte Formen auch im Zeitalter der Globalisierung nicht so ohne weiteres durchsetzen lassen.  Was im Geschäftsleben (B2B und A2B und umgekehrt) durchaus Sinn macht, kann im halbprivaten Bereich, eben dort, wo Menschen ihre privaten Geschäftsbriefe abfassen, nicht so ohne weiteres alte Gewohnheiten und Gepflogenheiten verdrängen.
Dennoch muss der Deutschunterricht, insbesondere nach Veröffentlichung der Norm, zum normgerechten Schreiben anleiten. Auch wenn die (DIN-)Normen lediglich den Charakter von Empfehlungen haben, es jedem einzelnen überlassen bleibt, ob er sich danach richtet, erreichen sie eine große Verbindlichkeit, weil viele gesellschaftliche Gruppen an ihrer Umsetzung Interesse haben. Denn im Gefolge von Normierungen können sich, wie Melanie Goldmann (2007, S.128) betont, "neue Technologien schneller am Markt durchsetzen, weil durch die Normung die wesentlichen Fragen der Sicherheit, der Verträglichkeit mit Gesundheit und Umwelt sowie der Gebrauchstauglichkeit und Zuverlässigkeit geklärt sind." Normierung, so schlussfolgert sie, schaffe damit Vertrauen, was letzten Endes den Menschen in ihrem Alltagsleben Sicherheit gebe. So sei es die Aufgabe von Normen, "den Nutzen technischer Entwicklungen zu maximieren und von ihnen ausgehende Gefährdungen zu minimieren." (ebd.)
In Unternehmen, Institutionen und Körperschaften werden in der geschäftlichen Korrespondenz Regelungen für das normgerechte Schreiben, sobald solche erarbeitet und veröffentlicht worden sind, umgesetzt. Sie standardisieren und vereinfachen auf diese Weise die briefliche Kommunikation. So gelten die entsprechenden Normen für den Geschäftsbrief als weitgehend verbindlich.
Für den privaten Geschäftsbrief gilt dies indessen nicht in gleichem Umfang. Wenn jemand als Privatperson einen geschäftlichen Angelegenheiten dienenden Brief verfasst, kann er/sie den Brief gestalten und schreiben, wie es beliebt. Aber gute Gründe sprechen dafür, sich auch dabei an bestimmte Normvorgaben zu halten. Sie erleichtern den Briefversand, sorgen dafür, dass ein Brief seinen Adressaten erreichen kann, helfen diesem, Anlass und Gegenstand des Briefes in den eigenen Geschäftsverkehr einzuordnen usw.

Die DIN-Normen werden unter Mitarbeit zahlreicher Fachkräfte vom Deutschen Institut für Normung e. V. (abgekürzt DIN) erarbeitet. Der gemeinnützige, privatwirtschaftlich organisierte Verein mit Sitz in Berlin bietet seine Dienstleistungen für die Wirtschaft, den Staat und die Gesellschaft an. Die Hauptaufgabe des Instituts, so die Aussagen auf der Webseite des DIN, "besteht darin, gemeinsam mit den Vertretern der interessierten Kreise konsensbasierte Normen markt- und zeitgerecht zu erarbeiten."  Von der Bundesregierung seit 1975 vertraglich als einzige nationale Normungsorganisation anerkannt, ist das DIN auch in internationalen Normungsorganisationen tätig.
Was vom DIN normiert wird, trägt ganz allgemein das Signum einer globalisierten Weltwirtschaft, denn nahezu 90 Prozent seiner Normungsarbeit richtet sich auf international bedeutsame Sachverhalte und Objekte. (vgl. auch: Goldmann 2007, S.129) Zu seinen Mitgliedern zählen Unternehmen, Verbände und Institutionen des öffentlichen Lebens. Dabei sieht sich das DIN nicht nur den privatwirtschaftlichen Interessen seiner Mitglieder und Auftraggeber verpflichtet, sondern orientiert sich eigenen Aussagen zufolge auch am Gemeinwohl.
Dennoch sind bei der Normierungsarbeit des DIN meist handfeste wirtschaftliche Interessen im Spiel, wenn z. B. der betriebs- und volkswirtschaftliche Nutzen für Deutschland allein auf ca. 16 Mio. Euro pro Jahr geschätzt wurde (2007) (vgl. ebd.)
Nicht anders verhält es sich natürlich auch bei DIN-Normen, mit denen der geschäftliche Briefverkehr bzw. die geschäftliche Textverarbeitung standardisiert werden sollen. Die »DIN 5008, in die in der neuesten Fassung aus dem Jahre 2010 die ältere, davon gesonderte DIN 676 "Geschäftsbriefe - Einzelvordrucke und Endlosvordrucke" integriert hat, ist damit ein Gesamtregelwerk als "Schreib- und Gestaltungsregeln für die Textverarbeitung" geworden. Wie es im Einführungsbeitrag zur neuen DIN 5008 auf der Webseite des Instituts heißt, soll sich diese Norm an einen heute auch über die reinen Bürokräfte hinaus breiteren Anwenderkreis richten und in vielen Unternehmen zum Einsatz kommen. "Deshalb", so das DIN, "muss vor allem ein effizientes Arbeiten für den breiten Anwenderkreis möglich sein. Die Regeln dürfen nicht zu speziell und damit aufwendig in ihrer Anwendung sein und auch in der beruflichen Bildung müssen sie einfach vermittelt werden können."

 

     
   Arbeitsanregungen:
  1. Arbeiten Sie die Gründe für das normgerechte Schreiben von privaten Geschäftsbriefen in Schule und Alltag heraus.

  2. Welche Rolle spielt das DIN-Institut in Deutschland?
     

 
     
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