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Analyse von Alltagsargumentationen

Arbeitsschritte zur Analyse von Alltagsargumentationen


  Die Analyse von Alltagsargumentationen mit formal-logischen Ansätzen gestaltet sich häufig sehr schwierig und lässt dabei Zweifel aufkommen, ob dies wirklich praktikabel ist. In der Schule wird man dabei immer wieder an Grenzen stoßen, denn es bedarf „oft einiger Übung und Mühe, wenn man Argumente in Alltagsgesprächen, Zeitungsartikeln, politischen Reden oder wissenschaftlichen Texten auffinden will.“ (Bayer 1999, S.93f.)

Denn Alltagsargumentationen

  • sind häufig nur mit impliziten Prämissen ausgestattet

  • werden auch ohne Konklusionen realisiert, bzw. lassen die Konklusionen kaum erkennen.

Aus diesem Grunde sollten bei der Analyse von Alltagsargumentationen folgende Arbeitsschritte durchgeführt werden (Beispiel/Übung):

  1. Argumente als Argumente auffassen.
    • Dies bedeutet, dass wir bestimmte Behauptungen überhaupt erst einmal als Konklusionen begreifen, für die andere Behauptungen als Prämissen Gründe angeben.
  2. Konklusionen und Prämissen auffinden und voneinander unterscheiden.

    • Auch wenn dies in Alltagsargumentation schwer fällt: Es geht darum, in einem mitunter keineswegs verständlichen und klaren Zusammenhang sprachlicher Äußerungen, Sätze zu finden, die die Rolle von Konklusionen oder Prämissen spielen, und diese klar voneinander abzuheben, auch wenn es hierfür gar nicht so oft deutliche sprachliche Signale gibt.
  3. Fehlende Konklusionen und Prämissen ergänzen.

    • Wenn Prämissen nicht ausformuliert werden, was ja sehr häufig der Fall ist, dann müssen diese Prämissen ergänzt werden. Dies gilt noch mehr, wenn die Konklusion weggelassen wird, weil von derartigen Argumentationen eine suggestive Wirkung ausgehen kann, die nicht selten mit einer manipulativen Absicht einhergeht.
  4. Argument in vollständiger und expliziter Form niederschreiben.

    • Um die Schlüssigkeit einer Argumentation, die Relevanz von Prämissen für eine Konklusion, überprüfen zu können, sollte das Argument in herkömmlicher Weise und mit den ergänzten Schritten niedergeschrieben werden.

(vgl.  Bayer 1999, S.97,  Salmon 1983, S.19)

Weiterführend erweisen sich im Anschluss daran die Leitfragen zur Analyse von Alltagsargumentationen.

 
      
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