Home
Nach oben
Zurück
 

 

4. Stufe: Überprüfen und die Kontrolle bewahren

Den Überblick bewahren

Wochenüberblick

 
 
  Wer seine Arbeitsabläufe im Rahmen seines persönlichen Arbeits- und Zeitmanagements erfolgreich steuern will, muss seine Termine, Aufgaben und Projekte im Blick, aber nicht stets im Kopf haben. So lautet sinngemäß  einer der wichtigsten Grundsätze Getting Things Done®-Konzepts von David Allen. Den nötigen Überblick verschafft man sich zumindest einmal wöchentlich, in dem man sämtliche To-Do-Listen, Checklisten, Terminkalender, Projektlisten, Listen der nächsten Schritte, Listen "Warten auf" und Listen "Vielleicht oder irgendwann" durchgeht. Auch wenn David Allen (2004, S.34) von herkömmlichen To-Do-Listen "als Aufzählungen von »Angelegenheiten«" wenig hält, und in ihnen eben nur "Teil-Erinnerungsbilder für eine Menge Dinge" sieht, "die ungelöst und bislang nicht in Ergebnisse und Handlungen umgewandelt werden", gehören Sie selbstverständlich immer ebenso dazu, wenn Menschen weiterhin davon Gebrauch machen. Sie können durchaus sinnvoll sein und mit dem komplexen Listensystem kompatibel sein.

Im regelmäßigen Wochenüberblick immer dranbleiben

Mit diesem Wochenüberblick kann man, wenn man sein Arbeits- und Zeitmanagement dabei auf dem Laufenden hält, die nötige Kontrollüberzeugung gewinnen, seine Sachen nicht nur im Blick, sondern auch, so weit sich das jeweils sagen lässt, auch im Griff zu haben. Dabei sollte man diesen Wochenüberblick wirklich zu einer festen Gewohnheit, am besten mit einem festen Ort und zu einer immer wieder dafür vorgesehenen Zeit machen.
Ein guter Termin dafür ist häufig, weil einem dann die Aufgaben und Projekte der Arbeitswoche sicher noch sehr präsent sind. der Freitagnachmittag. Außerdem kann man, wenn das persönliche Zeitmanagement einem das gute Gefühl gibt, alles auf dem aktuellen Stand zu haben, das bevorstehende Wochenende unbeschwert angehen.

  • Was allerdings für Personen in einem Arbeitsverhältnis mit mehr oder minder regelmäßigen Arbeitszeiten gilt, hat für die Arbeitszeitgestaltung von Lehrkräften eben nur eingeschränkte Gültigkeit. Bei ihnen ist eine ausgesprochen hohe Flexibilität verlangt, denn ihre Arbeitszeiten ziehen sich mit Korrekturen u. v. m. häufig auch ins Wochenende hinein. Daher muss jede Lehrkraft auch nach ihrem jährlich wechselnden Stundenplan und Deputat entscheiden, wann und wo sich ein derartiger Wochenüberblick in aller Regelmäßigkeit einrichten lässt.

  • Schülerinnen und Schüler, die ihre Arbeits- und Zeitplanung, z. B. im Zusammenhang mit Prüfungen, Präsentation, Portfolio- und/oder GFS-Arbeiten auf die beschriebene Weise organisieren wollen, dürften hingegen grundsätzlich mehr Möglichkeiten besitzen.

Funktion des Wochenüberblicks

Im regelmäßigen Wochenüberblick vergewissert man sich zunächst einmal selbst, ob man die zur Erledigung angestandenen Aufgaben auch angepackt hat. Dabei muss man, sofern man dies nicht jeweils im Anschluss daran bewerkstelligen konnte, u. U. neue Planungen vornehmen. So können auch in Ruhe die wirklich nächsten Schritte bei der Vorantreibung eines Vorhabens noch einmal reflektiert und gegebenenfalls angepasst bzw. neu formuliert werden.

Aufgabe des Wochenüberblicks ist es aber auch, die Inhalte aller jener Notizen, die im Laufe der Woche als Haftzettel, Randnotizen oder ähnliches angefertigt und irgendwo platziert worden sind, in das strukturierte Listensystem einzuarbeiten. Erst dann kann man eigentlich wieder ein Stück weit los lassen.

  • Für Lehrkräfte ganz besonders wichtig ist es immer wieder, ihre Stapel von Referenzmaterialien zum Unterricht und zur Unterrichtsvorbereitung in den Griff zu bekommen. Während des Wochenüberblicks ist die beste Gelegenheit, den Schreibtisch davon zu befreien, die nicht mehr benötigten Materialien aus ihren Stapeln zu "befreien" und an dem dafür vorgesehenen Platz im Archiv zu befördern. Und vor allem: Bevor die Dinge ins Archiv wandern - so manches Lehrerarchiv quillt bekanntlich binnen kurzer Zeit heillos über -, sollte man sich von dem trennen, was nicht mehr benötigt wird. Leichter gesagt, als getan, sehen sich Lehrer doch häufig als moderne "Jäger und Sammler", die alles, was irgendwann, irgendwo vielleicht einmal im Unterricht von Nutzen sein könnte, vom Boden bis zum »Burnout stapeln. Dabei ist es interessant, sich einmal den Unterschied zwischen Sammeln und bloßem Aufheben klarzumachen. Werner Tiki Küstenmacher (2004, S. 57) betont in seinem mit Lothar W. Seiwert verfassten Bestseller "Simplify your life", zu einer echten Sammlung gehörten System und Spezialisierung, Aufheben sei dagegen das unsystematische Horten von Dingen, von denen man sich eigentlich trennen könnte. "Diese Dinge", so fährt er fort, "können sich derart vermehren, dass sie die Kontrolle über sie übernehmen. Sie fressen Energie, nehmen Platz weg, und mutieren mit der Zeit auch zum »Krempel«, weil es so viel und unüberschaubar ist." Und dazu gehört, vielleicht gerade auch bei Lehrkräften dazu, ein "Oberflächenbewusstsein" zu entwickeln, denn "alle Arten von Tischen, Regalen, Fensterbrettern, ja fast jede horizontale Fläche ziehen wie magisch Überflüssiges an." Küstenmachers (2004, S. 54) Rat daher zur Vereinfachung des Lebens auf diesem Gebiet: "Vereinfachen Sie Ihre Leben, indem Sie horizontale Ablageflächen verringern und die restlichen freihalten." (

  • Wer freilich als Lehrer zwischen mit Stapeln anfallenden Zeugs, offenen Enden auf der linken und Stapeln von zu korrigierenden Klassenarbeiten auf der rechten Seite zurechtzukommen versucht, darf sich nicht wundern, wenn »StressDistress) mit allen psychischen und physischen Folgen zu seinem alltäglichen Lebensgefühl gehört.
    Auch wenn sich die strukturellen Problem der Lehrerarbeitszeit nicht wirklich mit einem funktionierenden Selbstmanagement lösen lassen, gibt es wohl dazu derzeit kaum eine sinnvolle Alternative.

  • Aber auch für Schülerinnen und Schüler, Studentinnen oder Studenten ist es wichtig, den Überblick über ihre Referenzmaterialien zu bewahren, und zum Beispiel Bücher, Linklisten, Printkopien, die im Augenblick bei der weiteren Vorantreibung des Vorhabens nicht benötigt werden, ins "Archiv" zu bringen.

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 01.08.2017
 

 
   
   Arbeitsanregungen:
  1. Um den Stapeln auf dem Schreibtisch Herr werden zu können, rät Tiki Küstenmacher (2004, S.28) den eigenen Schreibtisch radikal leerzuräumen und alles, was nicht aktuell benötigt wird, zunächst einmal auf den Boden zu legen. Dabei gilt: Nichts darf auf den Schreibtisch zurück, was nicht wirklich im Moment gebraucht wird. Was halten Sie von dieser Idee?

  2. Machen Sie Vorschläge, was bei der wöchentlichen Durchsicht der einzelnen Listen beachtet werden sollte.
     

 
     
  Überblick ] 1. Erfassen ] 2. Durcharbeiten ] 3. Ordnen ] 4. Überprüfen ] 5.Tun ]  
     

          CC-Lizenz
 

 

Creative Commons Lizenzvertrag Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International License (CC-BY-SA) Dies gilt für alle Inhalte, sofern sie nicht von externen Quellen eingebunden werden oder anderweitig gekennzeichnet sind. Autor: Gert Egle/www.teachsam.de