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Nach
W. Rehm
(1976) lassen sich vier Grundtypen der Argumentation
unterscheiden.

- Wer plausibel argumentiert, vertraut auf die Kraft von Argumenten, die
sich auf den "gesunden Menschenverstand", auf Meinungen der Mehrheit, auf
Herkommen, Tradition und Gewohnheit stützen. Oft leuchtet diese Argumentation mit ihren
Übertreibungen, Verallgemeinerungen und Pauschalurteilen vordergründig rasch ein. Dies
führt dann leicht zur Verunsicherung des Gegenübers, der aber letztlich nicht überzeugt
werden kann.
- Wer moralisch argumentiert, beruft sich auf verbreitete
Wertvorstellungen und Normen in der Gesellschaft. Ethisch vorbildlich und untadelig
erscheinende Personen oder Persönlichkeiten werden aufgeführt, um die eigenen Ansichten
zu legitimieren. Man appelliert damit beim Gegenüber an Gefühl und Anstand. So entsteht
ein großer "moralischer" Druck auf den Gesprächspartner, seine Meinung zu
wechseln.
- Wer rational argumentiert, baut zur Überzeugung auf nachprüfbare
Tatsachen, auf die Überzeugungskraft von klaren Daten (Zahlenangaben, Statistiken, etc.).
In Form einer logischen Gedankenführung werden Alternativen zur eigenen Meinung
aufgezeigt, bewertet und ganz oder teilweise verworfen. Rationale Argumentation spricht
den Verstand an.
- Wer taktisch argumentiert, setzt auf die grundsätzliche Überlegenheit
der eigenen Auffassungen. Dabei tut er so, als ob er Einwände gegen die eigene Meinung
vorurteilslos beurteile und die eigene Meinung dabei "objektiv" betrachte.
Tatsächliche Gegenargumente werden als nicht vergleichbare Sonderfälle abgetan.
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