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Zunächst einmal lassen sich Portfolios in zwei Gruppen unterteilen, auch wenn es in der Praxis wohl auch zahlreiche Mischformen gibt. Man unterscheidet: Prozessorientierte Portfolios Prozessorientierte Portfolios sollen, wie die Bezeichnung schon sagt, den Prozess des Lernens und die damit verbundenen Lernfortschritte dokumentieren. Die Zusammenstellung der Arbeiten umfasst dabei schriftlich fixierte Vorüberlegungen und erste Entwürfe ebenso wie Reflexionen über Lernfortschritte und Hindernisse im Lernprozess selbst. Im Zentrum solcher Portfolios neben dem Erwerb von Kenntnissen und Fertigkeiten die Entwicklung metakognitiver Fähigkeiten, mit denen der Lernende eigenverantwortlich und/oder mit Unterstützung der Lerngruppe oder des Lehrers das eigene Lernen zu steuern lernt. So könnte ein Portfolio im Rahmen produktiver Textarbeit oder im Zusammenhang mit dem gestaltenden Interpretieren eines literarischen Textes die ersten Entwürfe, die überarbeitetete(n) Version(en) nach einem Feedback durch Lehrer oder die Lerngruppe und die Endfassung beinhalten, die durch selbstreflexive Kommentare des Portfolio-Verfassers ergänzt werden. Produkt- bzw. ergebnisorientierte Portfolios Produkt- oder ergebnisorientierte Portfolios stellen im Allgemeinen Sammlungen von Arbeiten dar, die einem Schüler bzw. einer Schülerin im Verlauf eines Lernprozesses besonders gut gelungen sind oder für diesen Lernprozess nach Ansicht des Lernenden besonders bedeutsam gewesen sind. Dabei geht es also mehr um die Beurteilung der Qualität der Arbeiten als um die Reflexion des Lernprozesses. Die nötigen Auswahlentscheidungen darüber zu treffen, was in das Portfolio aufgenommen werden soll und was nicht, und ihre Begründung stellen dabei hohe Anforderungen an die Schülerinnen und Schüler, denen sie nicht immer ohne Weiteres gewachsen sind. In solchen Fällen benötigen sie Unterstützung, um die erforderlichen Qualitätsmaßstäbe zu entwickeln, mit denen sie an die Produktion ihrer Werke gehen und die Beurteilungen vornehmen können. Erst dann ist wohl eine schriftliche Fixierung der Auswahlentscheidungen möglich, die Aufschluss darüber geben soll, warum die ins Portfolio aufgenommenen Arbeiten die besten darstellen. Beide Grundtypen von Portfolios lassen sich in allen Schulstufen verwenden. Präferenzen für die eine oder andere Form ergeben sich so weniger aus prinzipiellen lerntheoretischen Erwägungen, sondern hängen davon ab, wie das schulische Lehren und Lernen organisiert ist und welche Art von Lernkultur dabei gepflegt werden soll. (vgl. Epstein 2004) |
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