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Ein
Portfolio war lange Zeit nichts anderes als eine Art Mappe, in der sich
eine Auswahl von Texten oder Bildern befunden hat. Doch mittlerweile wird
der Begriff in verschiedenen Zusammenhängen verwendet.
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Für Künstler stellt ein Portfolio im Allgemeinen eine
Bewerbungs- oder Präsentationsmappe dar. In dieser „Mappe“ stellen sie
eine Auswahl ihrer Werke zusammen, dokumentieren ihren persönlichen
Werdegang und weisen mit beigefügten Zertifikaten, Presseartikeln,
Kritiken usw. auf die Anerkennung hin, die ihr Schaffen bis dahin gefunden
hat.
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In den USA, in denen die Portfolio-Entwicklung für den Bereich
von Schule und Ausbildung in den neunziger Jahren entstanden ist, hat sich
das Portfolio mittlerweile überall etabliert. Es gibt Portfolios für
Schulen, Schüler und Lehrer und vieles mehr.
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An der Börse bezeichnet man die Gesamtheit der
Wertpapieranlagen eines Kunden als Portfolio. In einem solchen Portfolio
befinden sich z. B. Aktien, Fondsanteile, festverzinsliche Geldanlagen.
Felix
Winter (2007, S. 34) vom "Internationalen Netzwerk Portfolio" hat für
den Bereich des Unterrichts mit fünf Sätzen umschrieben, "was ein Portfolio
ist und was damit geschieht" wie folgt umrissen:
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"Portfolios sind Sammlungen von Dokumenten, die unter Beteiligung
der Schülerinnen und Schüler zustande kommen und etwas über ihre
Lernergebnisse und Lernprozesse aussagen.
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Den Kern eines Portfolios bilden Originalarbeiten, die von den
Schülerinnen und Schülern selbst reflektiert werden,
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Für die Erstellung eines Portfolios werden in der Regel Ziele und
Kriterien formuliert, an deren sich die Schülerinnen und Schüler
orientieren können.
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Portfolios werden häufig auch anderen Personen präsentiert.
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Anhand von Portfolios finden Gespräche über Lernen und Leistung
statt."
Portfolio in der Schule
In der Schule gewinnt das Portfolio seit Ende der neunziger Jahre
zusehends an Bedeutung. Die Entwicklung von Bildungsstandards und das
zunehmende Gewicht eigenständigen Lernens haben dabei auch den Blick
geschärft für neue
Formen
der Leistungsbeurteilung, die in
Einklang mit offenen Lernformen, Gruppenunterricht und Projektarbeit stehen.
Die konstruktivistischen Lerntheorien haben dabei den Boden geebnet für
einen Ansatz, der Prozessorientierung in fächerübergreifenden und
fächterintegrativen Konzepten an den Schulen ermöglicht. In diesem
Zusammenhang gewinnt auch das Portfolio an den Schulen, das zahlreiche
verschiedene Typen aufweist, mehr und mehr
Gewicht. Portfolio-Arbeit verlangt aber auch eine besondere
Unterrichtsatmosphäre, die geprägt ist "von Experimentierfreudigkeit
gegenüber Lerninhalten und –methoden, von produktiver Offenheit gegenüber
Lernschwierigkeiten und –erfolgen und von reflexiver Praxis, die das eigenen
Handeln kritisch hinterfragt.“ (Bräuer
2002, S. 2f.,
Smith 1997, S. 145ff.)
Gerade auch die schulische Portfolio-Entwicklung in den USA hat gezeigt,
dass "keineswegs die Anschaffung des Lernprodukts und dessen Bewertung,
sondern dessen Bedeutungserweiterung“ im Mittelpunkt des Interesses steht,
"indem die Qualität der Lernergebnisse auch im jeweiligen
Entscheidungskontext betrachtet wird.“ (ebd., S. 5) So verlangt
Portfolio-Arbeit letzten Endes eine Abkehr von einem ergebniszentrierten
Bildungssystem, benötigt curriculare und institutionelle Veränderungen",
weil ansonsten wie Gerd Bräuer betont "der gegenwärtig heraufziehende
Portfolio-Trend bald verpuffen wird." (ebd., S.7) (vgl.
Voraussetzungen für erfolgreiche Portfolioarbeit)
Präsentationen, wie sie heutzutage allerorten gefordert sind, orientieren
sich dabei häufig an dem Portfoliokonzept, das als Beurteilungsinstrument
für schulische Lernprozesse in den neunziger Jahren in den USA entwickelt
worden ist.
Danielson und Abrutyn (1997)
sehen in der Portfolio-Arbeit vor allem vier Vorteile.
Portfolios
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motivieren Schülerinnen und Schüler dazu, sich Lernstoff anzueignen
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helfen ihnen über ihren eigenen Lernprozess nachzudenken und diesen
selbst zu evaluieren
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dokumentieren auch Lernprozesse in Bereichen, die üblicherweise bei
der Leistungsmessung und –beurteilung zu kurz kommen
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erleichtern die Kommunikation mit den Eltern
(vgl.
White 2004) Ganz allgemein
stellt das Portfolio in der Schule "eine zielgerichtete Sammlung von
Schülerarbeiten“ dar, die unter Beteiligung des Schülers bei der Auswahl der
Inhalte und der Festlegung von Beurteilungskriterien angelegt werden soll.
Sie soll dokumentieren, mit welchen Anstrengungen und auf welchen Wegen ein
Schüler/eine Schülerin etwas gelernt hat und zu welchen Ergebnissen er dabei
gelangt ist. (vgl.
Lissmann 2000, S. 288) So
stellt das Portfolio letzten Endes eine Standortbestimmung im Zuge
eines Lernprozesses dar, das auch weiterhin anhält. Verlauf und Ergebnisse
dieses Prozesses werden festgehalten und damit für die Selbst- und
Fremdevaluation greifbar. Grundlage eines Portfolios muss daher auch eine
wirkliche klare Zielformulierung sein. So muss den Schülerinnen und Schülern
klar sein,
Zielgerichtetheit, Auswahl und selbstreflexive
Betrachtung und Kommentierung des eigenen Lernfortschritts und
gleichzeitige Transparenz der Beurteilungskriterien sind die
wichtigsten Kriterien, die Portfolios unterschiedlichster Art von
willkürlichen Sammlungen irgendwelcher Schülerarbeiten abheben. Daher sind
Portfolios auch keine bloßen "Ergebnisordner“. Denn schließlich
sollen sie sowohl dem Lernenden ermöglichen, über den eigenen Lernprozess zu
reflektieren, als auch dem Beurteilenden Aufschluss über die komplexen
Lernleistungen geben, die dem dokumentierten Lernprozess zugrunde liegen.
Aus diesem Grunde legen Danielson und Abrutyn (1997) auch besonderes Gewicht
auf den prozessualen Charakter der Portfolioentwicklung selbst, die in vier
Schritten erfolgen soll.( vgl.
Arbeitsschritte)
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