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Die Verständlichkeit der Nachricht

Überblick

 

Wer sich mit der Verständlichkeit einer Nachricht, h: eines Textes, befassen will, muss zunächst unterscheiden zwischen zwei Aspekten, die durch die beiden ähnlich klingenden Begriffe Textverständnis und Textverständlichkeit beschrieben werden. Für beides gilt, dass das Verstehen eines Textes immer eine Interaktion zwischen Leser und Text darstellt.
  • Textverständnis zielt auf die kognitiven Fähigkeiten und Aktivitäten von Lesern, die beim Verstehen eines Textes beteiligt sind. Der Leser steht  damit im Rahmen des Wechselwirkungsprozesses im Vordergrund.

  • Textverständlichkeit zielt auf die sprachlich-stilistischen, kognitiv-inhaltlichen und motivationalen Merkmale, die das Verstehen von Texten erschweren oder erleichtern. Hier wird also die Textseite betont und auch schon ein gewisses Textverständnis vorausgesetzt.

Der Ansatz »Textverständlichkeit« hat in den siebziger Jahren zwei ähnliche Forschungsprojekte hervorgebracht, die von der gleichen Grundannahme, "dass die Verständlichkeit eines Textes nicht unabhängig von dem konkreten Textverständnis der Rezipienten/innen bestimmt werden kann" (Christmann/Groeben 1999, S.180) ausgehen.

Die "Verständlichmacher" des Hamburger Verständlichkeitsansatzes und die Verständlichkeitsdimensionen Groebens gehen nicht sehr weit auseinander. Gemeinsamkeit besteht auch bei beiden darin, dass die kognitive Gliederung eines Textes wichtiger als die motivationale Stimulanz ist. Am wichtigsten für das Textverständnis ist beiden allerdings etwas ganz Verschiedenes: 
Für Langer, Tausch und Schulz von Thun (= Hamburger Verständlichkeitsansatz) ist die sprachliche Einfachheit am wichtigsten, für Norbert Groeben der Aspekt der kognitiven Gliederung. Heutzutage geht man davon aus, dass beide ihren Gesichtspunkt wohl etwas überschätzt haben. 

(vgl. Christmann u.a. 1999, S.182)

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 21.11.2016

     
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