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Städtische Zentren der deutschen Aufklärung

Berlin

« Aufklärung (1720-1785)Historischer HintergrundGesellschaftliche, politische und kulturelle Rahmenbedingungen


FAChbereich Deutsch
Glossar
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Absolutismus und Aufklärung (ca. 1650-1789)
Die Aufklärung
Aspekte der politischen und gesellschaftlichen Entwicklung
Überblick
Bevölkerungsentwicklung
Ökonomische Verhältnisse

Größe allein sagte im 18. Jahrhundert nicht unbedingt etwas über die sozialkulturelle Bedeutung einer Stadt aus, auch wenn die Anzahl gebilderter Bürgerinnen und Bürger in den Kleinstädten gewöhnlich natürlich nicht sehr groß war.

Eher als die Größe spielte hier das soziokulturelle Profil der Stadt eine entscheidende Rolle. So verteilten sich die Schwerpunkte des literarischen Lebens, wie D'Aprile/Siebers (2008, S.30) betonen, "anders als in den Phasen der mittleren und späten Aufklärung. Während in der ersten Hälfte des 18.Jahrhunderts die handelsbürgerlichen Metropolen des Städtedreiecks Hamburg, Leipzig und Zürich dominierende kulturelle Funktionen innehatten, setzten sich seit 1740/50 zunehmend Universitäts- bzw. Residenzstädte wie Halle, Göttingen, Braunschweig, Wolfenbüttel oder Berlin an die Spitze der Aufklärungsöffentlichkeit."

Es gab eine Reihe verschiedener Gründe, die dafür sorgten, dass eine Stadt zu einem "Zentralort aufklärerischer Kommunikation" (ebd.) werden konnte.

Die "literarische Zentralität" (ebd.) Berlins, das 1750 mit seinen 90.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt im deutschsprachigen Raum war (vgl. Rosseaux 2006, S.20f.), entwickelte sich allmählich in der Mitte des 18. Jahrhunderts und war mit dem Regierungsantritt In der Regierungszeit seines Sohnes »Friedrichs II., dem Großen (1712-1786) im Jahr 1740 verbunden, der eine besondere Vorliebe für die Dramen des französischen Klassizismus hatte.

Die preußische Akademie der Wissenschaften

Unter seiner Herrschaft "verdichteten sich die Kommunikationsbeziehungen zur französischen Kultur" (D'Aprile/Siebers 2008, S.32). Er sorgte auch dafür, dass die 1700 gegründete »preußische Akademie der Wissenschaften Während sich andere Akademien wie die »Royal Society in London oder die »Académie des sciences und die »Académie française in Paris auf bestimmte Wissenschaftsgebiete beschränkten, fasste die preußische Akademie Naturwissenschaft und Geisteswissenschaft von Anfang an zusammen.

Da die Universitäten der Zeit vor allem der Lehre dienten, widmeten sich die »Akademien der Wissenschaften als Gesellschaften von Gelehrten vor allem der Forschung und dem Austausch darüber.

Die erste deutsche Akademie, die 1652 gegründete »Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina, diente dabei ausschließlich den Naturwissenschaften. Nachdem der Sitz der Gesellschaft sich lange Jahre nach dem Wohnort ihres Präsidenten richtete, wurde Halle 1872 fester Sitz bis heute. Die Leopoldina wurde von verschiedenen Kaisern mit zahlreichen Privilegien ausgestattet, darunter vor allem das Privileg der Zensurfreiheit, Der Sitz der Akademie wechselte zunächst mit seinen Präsidenten und wurde erst Ende des 19. Jahrhunderts endgültig nach »Halle verlegt.

Im Jahr 1700 gründete »Kurfürst »Friedrich III. von Brandenburg (1657-1713) auf Initiative von »Gottfried Wilhelm von Leibniz (1646-173), der selbst auch ausländisches Mitglied der »Royal Society in London und der »Académie des sciences in Paris war, die »Kurfürstlich Brandenburgische Sozietät der Wissenschaften in Berlin, die im Unterschied zu den Akademien in London und Paris von Anfang an Natur- und Geisteswissenschaften, umfasste. Die Strahlkraft dieses Modells war außerordentlich hoch, so dass ihm die später gegründeten Gelehrtengesellschaften wie die Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, die im Jahre 1751 von »König Georg II. von Großbritannien (1683-1760), deutscher »Kurfürst von »Braunschweig-Lüneburg (Hannover) gegründet wurde, die »Bayerische Akademie der Wissenschaft (1759) und die »Kurpfälzische Akademie in Mannheim (1763) folgten.

Unter »Friedrich II. zählten eine große Zahl herausragender Vertreter der Natur- und Geisteswissenschaften, darunter etliche bedeutende französische Aufklärer, zu den Mitgliedern der preußischen Akademie, wie z. B. 

Dazu besaß die Akademie im 18. Jahrhundert besaß eine Reihe eigener Forschungseinrichtungen wie

(vgl. Wikipedia)

Berlin als Zentrum aufklärerischer Publizistik

Deutschlandweit einen Namen machte sich Berlin aber auch durch die zahlreichen Gründungen von Zeitschriften und Zeitschriftenprojekten, was bewirkte, dass viele jüngere Schriftsteller und Journalisten nach Berlin kamen, darunter »Moses Mendelsohn (1782-1861), »Gotthold Ephraim Lessing (1739-1781), »Karl Philipp Moritz (1756-1793) oder »Christian Wilhelm Dohm (1751-1820).

Die wichtigste Rolle im Kommunikationsfeld der Berliner Aufklärung nahm dabei der Verleger »Friedrich Nicolai (1733-1811) ein. In seinem Verlag erschienen 1755 die Briefe über den itzigen Zustand der schönen Wissenschaften in Deutschland, die »Briefe, die neueste Literatur betreffend, die er gemeinsam mit seinem Freund »Gotthold Ephraim Lessing (1739-1781) in den Jahren 1759 bis 1765 herausbrachte und die Rezensionsschrift »Allgemeine Deutsche Bibliothek (1765-1793).

In der »Spätaufklärung wurde die »Berlinische Monatsschrift, die seit 1783 von den Aufklärern »Johann Erich Biester (1749-1816) und »Friedrich Gedike (1754-1803) zum wichtigsten Organ der Aufklärung in Berlin. Im Wesentlichen war sie Sprachrohr der Berliner »Mittwochsgesellschaft (oder auch Gesellschaft der Freunde der Aufklärung), einer Sozietät verschiedener Personen des öffentlichen Lebens, deren Mitglieder über so grundlegende Fragen wie nach der Reichweite und den Grenzen der Aufklärung diskutierten oder "auch Themen aus ihrer unmittelbaren Erfahrung als Amtsträger in staatlichen Diensten, etwa zur preußischen Justizreform, zur Stellung des Adels, zur Pressefreiheit oder zu Schul- und Erziehungsfragen" (D'Aprile/Siebers 2008, S.33) erörterten.

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 20.08.2025

    
   Arbeitsanregungen
  1. Warum war im 18. Jahrhundert die Größe einer Stadt nicht ausschlaggebend für ihre kulturelle Bedeutung?
  2. Welche Städte dominierten das literarische Leben vor und nach 1740?
  3. Welche Besonderheit hatte die Preußische Akademie der Wissenschaften im Vergleich zu anderen europäischen Akademien?
  4. Nenne drei bedeutende Mitglieder der Preußischen Akademie unter Friedrich II.
  5. Welche Rolle spielte Friedrich Nicolai für die Berliner Aufklärung?
  6. Welche Themen wurden in der "Mittwochsgesellschaft" diskutiert?
 
 
 

 
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