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Absolutismus
und Aufklärung (ca. 1650-1789)
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Die Aufklärung
•
Aspekte der politischen und
gesellschaftlichen Entwicklung
•
Überblick
•
Bevölkerungsentwicklung
•
Ökonomische Verhältnisse
Größe
allein sagte im 18. Jahrhundert nicht unbedingt etwas über die sozialkulturelle
Bedeutung einer Stadt aus, auch wenn die Anzahl gebilderter Bürgerinnen und
Bürger in den Kleinstädten gewöhnlich natürlich nicht sehr groß war.
Eher
als die Größe spielte hier das soziokulturelle Profil der Stadt eine
entscheidende Rolle. So verteilten sich die Schwerpunkte des literarischen
Lebens, wie
D'Aprile/Siebers (2008, S.30) betonen, "anders als in den Phasen
der mittleren und späten Aufklärung. Während in der ersten Hälfte des
18.Jahrhunderts die handelsbürgerlichen Metropolen des Städtedreiecks
Hamburg, Leipzig und Zürich dominierende kulturelle Funktionen innehatten,
setzten sich seit 1740/50 zunehmend Universitäts- bzw. Residenzstädte wie
Halle, Göttingen, Braunschweig, Wolfenbüttel oder Berlin an die Spitze der
Aufklärungsöffentlichkeit."
Es gab eine Reihe
verschiedener Gründe, die dafür sorgten, dass eine Stadt zu einem "Zentralort
aufklärerischer Kommunikation" (ebd.)
werden konnte.
Die "literarische
Zentralität" (ebd.)
Berlins, das 1750 mit seinen 90.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt im
deutschsprachigen Raum war (vgl.
Rosseaux 2006,
S.20f.), entwickelte sich allmählich in der Mitte des 18. Jahrhunderts und
war mit dem Regierungsantritt In der
Regierungszeit seines Sohnes »Friedrichs
II., dem Großen (1712-1786) im Jahr 1740 verbunden, der eine
besondere Vorliebe für die Dramen des französischen Klassizismus hatte.
Unter seiner Herrschaft "verdichteten sich die Kommunikationsbeziehungen zur
französischen Kultur" (D'Aprile/Siebers 2008,
S.32). Er sorgte auch dafür, dass die 1700 gegründete »preußische
Akademie der Wissenschaften Während sich andere Akademien wie die »Royal
Society in London oder die »Académie
des sciences und die »Académie française in Paris auf bestimmte Wissenschaftsgebiete
beschränkten, fasste die preußische Akademie Naturwissenschaft und
Geisteswissenschaft von Anfang an zusammen.
Da die Universitäten der
Zeit vor allem der Lehre dienten, widmeten sich die »Akademien
der Wissenschaften als Gesellschaften von Gelehrten vor allem der
Forschung und dem Austausch darüber.
Die erste deutsche
Akademie, die 1652 gegründete »Deutsche
Akademie der Naturforscher Leopoldina, diente dabei ausschließlich den
Naturwissenschaften. Nachdem der Sitz der Gesellschaft sich lange Jahre nach
dem Wohnort ihres Präsidenten richtete, wurde Halle 1872 fester Sitz bis
heute. Die Leopoldina wurde von verschiedenen Kaisern mit zahlreichen
Privilegien ausgestattet, darunter vor allem das Privileg der
Zensurfreiheit, Der Sitz der Akademie wechselte zunächst mit seinen
Präsidenten und wurde erst Ende des 19. Jahrhunderts endgültig nach »Halle
verlegt.
Im Jahr 1700 gründete »Kurfürst
»Friedrich
III. von Brandenburg (1657-1713) auf Initiative von
»Gottfried
Wilhelm von Leibniz (1646-173), der selbst auch ausländisches Mitglied
der »Royal
Society in London und der »Académie
des sciences in Paris war, die »Kurfürstlich
Brandenburgische Sozietät der Wissenschaften in Berlin, die im
Unterschied zu den Akademien in London und Paris von Anfang an Natur- und
Geisteswissenschaften, umfasste. Die Strahlkraft dieses Modells war
außerordentlich hoch, so dass ihm die später gegründeten
Gelehrtengesellschaften wie die Akademie der Wissenschaften zu Göttingen,
die im Jahre 1751 von »König
Georg II. von Großbritannien (1683-1760), deutscher »Kurfürst
von »Braunschweig-Lüneburg
(Hannover) gegründet wurde, die »Bayerische
Akademie der Wissenschaft (1759) und die »Kurpfälzische
Akademie in Mannheim (1763) folgten.
Unter »Friedrich
II. zählten eine große Zahl herausragender Vertreter der Natur- und
Geisteswissenschaften, darunter etliche bedeutende französische Aufklärer, zu den Mitgliedern der preußischen Akademie, wie z. B.
-
»Leonhard
Euler (1707-1783), Schweizer Mathematiker, Physiker, Astronom,
Geograph, Logiker und Ingenieur
-
»Jean-Baptiste
le Rond d’Alembert (1717-1783), französischer Mathematiker, Physiker
und Philosoph der Aufklärung, der gemeinsam mit »Denis
Diderot (1713-1784) die »Encyclopédie
herausgab, die den Anspruch hatte, das gesamte Wissen der Zeit zu
sammeln und der Welt öffentlich zugängig zu machen,
-
»Pierre
Louis Moreau de Maupertuis (1698-1759), französischer Mathematiker,
Vermessungsingenieur, Astronom, Naturforscher und Philosoph
-
»Johann
Theodor Eller (1689-1760), deutscher Mediziner, klinischer Lehrer,
und Chemiker
-
»François
Marie Arouet de Voltaire (1694-1778), französischer Philosoph und
Schriftsteller, der einer der meistgelesenen und einflussreichsten
Autoren der Aufklärung war
-
»Andreas
Sigismund Marggraf (1709-1782), deutscher Apotheker und Chemiker
-
»Johann
Heinrich Lambert (1728-1777), schweizerisch-elsässischer
Mathematiker, Logiker, Physiker, Astronom und Philosoph
-
»Joseph
Louis Comte de Lagrange (1736-1813), französischer Mathematiker und
Astronom italienischer Herkunft
-
»Franz
Carl Achard (1753-1821), deutschet Naturwissenschaftler, der die
Technik zur Herstellung von Zucker aus weißen Futterrüben entwickelte
-
»Charles
de Secondat, Baron de Montesquieu (1689-1755), französischer
Schriftsteller, Philosoph und Staatstheoretiker, der u. a. die Lehre von
der Dreiteilung der staatlichen Gewalten entwickelte
-
»Jean-Baptiste
de Boyer, Marquis d’Argens (1703-1771), französischer Schriftsteller
und Philosoph
-
»Julien
Offray de La Mettrie (1709-1751), französischet Arzt,
Schriftsteller, Pamphletist und
radikalaufklärerischer Vordenker der Aufklärung
-
»Denis
Diderot (1713-1784), französischet Abbé, Schriftsteller, Übersetzer,
Philosoph, Aufklärer, Literatur- und Kunsttheoretiker der mit »Jean-Baptiste
le Rond d’Alembert (1717-1783) die »Encyclopédie
herausgab, die den Anspruch hatte, das gesamte Wissen der Zeit zu
sammeln und der Welt öffentlich zugängig zu machen,
-
»Gotthold
Ephraim Lessing (1739-1781), deutschet Dichter
-
»Daniel
Friedrich Sotzmann (1754-1840), deutscher Vermessungsingenieur und
Kartograph
-
»Christoph
Martin Wieland (1733-1813),deutscher Dichter, Übersetzer und
Herausgeber
-
»Immanuel
Kant (1724-1804), deutscher Philosoph
Dazu besaß die Akademie im
18. Jahrhundert besaß eine Reihe eigener Forschungseinrichtungen wie
(vgl.
Wikipedia)
Deutschlandweit einen Namen machte sich
Berlin aber auch durch die zahlreichen Gründungen von
Zeitschriften und Zeitschriftenprojekten, was bewirkte, dass viele jüngere
Schriftsteller und Journalisten nach Berlin kamen, darunter »Moses
Mendelsohn (1782-1861), »Gotthold
Ephraim Lessing (1739-1781), »Karl
Philipp Moritz (1756-1793) oder »Christian
Wilhelm Dohm (1751-1820).
Die wichtigste Rolle im
Kommunikationsfeld der Berliner Aufklärung nahm dabei der Verleger »Friedrich
Nicolai (1733-1811) ein. In seinem Verlag erschienen 1755 die Briefe
über den itzigen Zustand der schönen Wissenschaften in Deutschland, die
»Briefe,
die neueste Literatur betreffend, die er gemeinsam mit seinem Freund
»Gotthold
Ephraim Lessing (1739-1781) in den Jahren 1759 bis 1765 herausbrachte
und die Rezensionsschrift »Allgemeine
Deutsche Bibliothek (1765-1793).
In der »Spätaufklärung
wurde die »Berlinische
Monatsschrift, die seit 1783 von den Aufklärern »Johann
Erich Biester (1749-1816) und »Friedrich
Gedike (1754-1803) zum wichtigsten Organ der Aufklärung in Berlin. Im
Wesentlichen war sie Sprachrohr der Berliner »Mittwochsgesellschaft
(oder auch Gesellschaft der Freunde der Aufklärung), einer Sozietät
verschiedener Personen des öffentlichen Lebens, deren Mitglieder über so
grundlegende Fragen wie nach der Reichweite und den Grenzen der Aufklärung
diskutierten oder "auch Themen aus ihrer unmittelbaren Erfahrung als
Amtsträger in staatlichen Diensten, etwa zur preußischen Justizreform, zur
Stellung des Adels, zur Pressefreiheit oder zu Schul- und Erziehungsfragen"
(D'Aprile/Siebers 2008,
S.33) erörterten.
Gert Egle, zuletzt bearbeitet am:
20.08.2025
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