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Städtische Zentralorte aufklärerischer Kommunikation

Hamburg

« Aufklärung (1720-1785)Historischer HintergrundGesellschaftliche, politische und kulturelle Rahmenbedingungen


FAChbereich Deutsch
Glossar
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Absolutismus und Aufklärung (ca. 1650-1789)
Die Aufklärung
Aspekte der politischen und gesellschaftlichen Entwicklung
Überblick
Bevölkerungsentwicklung
Ökonomische Verhältnisse

Größe allein sagte im 18. Jahrhundert nicht unbedingt etwas über die sozialkulturelle Bedeutung einer Stadt aus, auch wenn die Anzahl gebilderter Bürgerinnen und Bürger in den Kleinstädten gewöhnlich natürlich nicht sehr groß war.

Eher als die Größe spielte hier das soziokulturelle Profil der Stadt eine entscheidende Rolle. So verteilten sich die Schwerpunkte des literarischen Lebens, wie D'Aprile/Siebers (2008, S.30) betonen, "anders als in den Phasen der mittleren und späten Aufklärung. Während in der ersten Hälfte des 18.Jahrhunderts die handelsbürgerlichen Metropolen des Städtedreiecks Hamburg, Leipzig und Zürich dominierende kulturelle Funktionen innehatten, setzten sich seit 1740/50 zunehmend Universitäts- bzw. Residenzstädte wie Halle, Göttingen, Braunschweig, Wolfenbüttel oder Berlin an die Spitze der Aufklärungsöffentlichkeit."

Es gab eine Reihe verschiedener Gründe, die dafür sorgten, dass eine Stadt zu einem "Zentralort aufklärerischer Kommunikation" (ebd.) werden konnte.

Die "literarische Zentralität" (ebd.) Hamburgs, das 1750 als drittgrößte Stadt in Deutschland ca.75.000 Einwohner besaß, gründete darauf, dass es ein eigenständiger Stadtstaat und zugleich eine international bedeutsame Hafenstadt war. Hier konnten sich innovative "mustergebende neue mediale Formen" etablieren und literarische Institutionen gegründet werden. Englischen Vorbildern folgend kam hier die aufklärerische Zeitung die »Staats- und gelehrte Zeitung des Hamburgischen unpartheyischen Correspondenten (1731-1868; mit Vorläufern seit 1712) heraus. In den 1720er-Jahren kamen etliche »Moralische Wochenschriften dazu. Besondere Bedeutung hatte auch die »Patriotische Gesellschaft (gegründet 1765), in der sich Kaufleute, Patrizier und Akademiker in aufklärerischer Manier um wissenschaftliche, gemeinnützige und gewerbliche Angelegenheiten kümmerten. Auch das, wenngleich finanziell letztlich gescheiterte Projekt eines privat finanzierten Nationaltheaters "zeugt von den selbstbewussten Ambitionen des hansestädtischen Bürgertums" (ebd.).

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 20.08.2025

 
 

 
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