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Nicht jedes Lesen und Textverstehen glückt

Jede Person, die Texte lesend oder hörend rezipiert, hat schon einmal bewusst erlebt, dass sie einfach nicht verstanden hat, was da geschrieben stand oder zu Gehör gebracht worden ist.

Natürlich gibt es für so etwas ganz unterschiedliche Ursachen. Vielleicht war man schlicht abgelenkt nicht konzentriert genug oder der Text war einfach so schwierig, dass der Inhalt bei dem Lesetempo, das wir dabei vorlegten, an uns vorbeirauschte. Vielleicht war der Text aber auch selbst so wenig verständlich geschrieben und strukturiert, dass wir beim besten Willen keinen roten Faden gefunden haben, an dem entlang wir uns durch den Text hindurcharbeiten konnten. Und zuguterletzt kann es auch sein, dass uns einfach Kenntnisse fehlten, die man gebraucht hätte, um z. B. einen wissenschaftlichen oder populärwissenschaftlichen Fachtext zu verstehen.

Dass eine Lektüre unter dem Blickwinkel des Textverstehens also nicht immer "glückt", ist, so gesehen, nicht unbedingt etwas Besonderes. Allerdings können solche Leseerfahrungen, vor allem wenn sie immer wieder gemacht werden, die Lust auf Lesen ordentlich verderben, wenn man nicht weiß, wie man da entgegensteuern kann. Je nach Ursache für den entstandenen Lesefrust – es lohnt sich hier genau hinzusehen! – reicht es vielleicht, wenn wir einfach die ▪ Lesesituation, das ganze Drum und Dran, wenn wir lesen, besser gestalten. Unter bestimmten Umständen sollten wir uns auch vorher besser überlegen, was wir lesen wollen, was zu unseren Lesebedürfnissen und Lesezielen am besten passt, und die "Lesestoffe" einfach besser auswählen. Und manchmal hilft auch, wenn man die Art und Weise, wie man liest, also seine ▪ Leseweisen und Lesetechniken und ▪ Lesehaltungen auf den Prüfstand stellen und variieren kann. Ganz falsch: Einfach die Hände in den Schoß zu legen und dem Lesen künftig aus dem Weg gehen. Stattdessen also: Sich von Texten, und sei ihr Inhalt auch noch so schwer zugänglich, nicht entmündigen lassen, sondern aktiv nach Lösungen streben, darauf kommt es an.

Dabei können auch die unterschiedlichen ▪ Leseweisen und Lesetechniken dienen, wie z. B.

Aktiv lesen

Wer Texte verstehen will, sollte angesichts der dabei unter Umständen auftretenden Probleme einfach auch wissen, was beim Lesen eines Textes passiert, den wir verstehen wollen.

Auch wenn uns das manchmal so vorkommt: Wir "saugen" Texte nicht einfach auf, unsere Augen lesen bei der visuellen Wahrnehmung Wörter, Sätze und Bilder eines Textes nicht einfach aus diesem heraus und speichern sie im besten Fall genau so, wie sie im Text stehen, irgendwo im Kopf ab. Alles automatisch, mal klappt es eben, ein andermal halt nicht, oder?

Weit gefehlt! Wer sprachliche Äußerungen hört oder liest, verhält sich dabei aktiv und nicht passiv. Denn bei jedem rezeptiven Sprachgebrauch muss man auch etwas tun, wenn man die sprachlichen Äußerungen verstehen will.

Man muss

Das alles gelingt nur, wenn wir unser Lesen auch als ▪ aktives Lesen verstehen. Dazu gehört die grundsätzliche Einsicht, das Lesen und Verstehen eines Textes "als Interaktion zwischen einem vorgegebenen Text und der Kognitionsstruktur des/der Rezipienten/in" aufgefasst werden (Christmann/Groeben 1999, S.162). Vereinfacht gesagt: Lesen und Verstehen eines Textes hat damit zu tun, wie wir den Text lesen und erfassen und wie ihr ihn, während wir dies tun, gleichzeitig in unserem Gehirn "bearbeiten" und verarbeiten. Ohne unser aktives Zutun, das aus einer Mixtur verschiedener Elemente besteht, die wir beim Lesen aus dem Gedächtnis abrufen und/oder aktivieren, könnten wir das, was ein Text (für uns) bedeutet, überhaupt nicht erschließen. Lesendes Textverstehen ist immer ein ▪ aktiver Prozess der Sinnkonstruktion.

Jede/r versteht einen Text anders

Textverstehen ist wie jedes Verstehen also ein komplexer Vorgang, in dem verschiedene Faktoren eine Rolle spielen. Außer den sprachlichen Faktoren sind dabei auch Faktoren wie Absichten (Intentionen), Situation, Ziele, die psychische Befindlichkeit des Rezipienten usw. von Bedeutung.

Jede Arbeit mit Texten in der Schule zielt in irgendeiner Weise auf das Verstehen eines vorgegebenen Textes ab. Wer einen Text liest (oder auch hört), sei es ein literarischer (fiktionaler) Text oder ein pragmatischer (nichtfiktionaler) Sachtext, geht immer mit dem Anspruch an einen Text heran, diesen auch - in welcher Form auch immer - zu verstehen.

Dabei versteht jede/r einen Text anders. Das bedeutet nicht, dass das Textverstehen vollkommen willkürlich ist. Wir gehen nämlich durchaus wie viele andere auch mit ähnlichen Erwartungen an bestimmte Texte heran, die sich in unserer Lesekultur herausgebildet haben oder die wir uns in bestimmten Kontexten, z. B. beim Lesen von literarischen Texten in der Schule, angeeignet haben. Was uns aber von jedem anderen Leser oder jeder anderen Leserin unterscheidet, sind unter anderem unsere Leseerfahrungen, unser Wissen (z. B. Wissen über das Thema, allgemeines Weltwissen, Sprachwissen, Textmusterwissen u. v. m.), aber auch unser Involvement beim Lesen, die Art und Weise sowie die Intensität der Emotionen, die jedes Lesen und jeden Textverstehensprozess begleiten. Das richtige, im Sinne eines einzig wahren Verstehens gibt es also nicht.

Es kommt aber immer dann, wenn wir uns über unser Textverstehen miteinander austauschen, darauf an, sein eigenes Textverstehen unter Darstellung textbezogener und außertextlicher Bezügen so zu kommunizieren, dass es von anderen nachvollzogen und auf ihre Bedeutung für das jeweils eigene Textverstehen überprüft und beurteilt werden kann.

Dabei ist es natürlich auch ein Unterschied, um welche Arten von Texten es sich handelt.

  • Bei literarischen Texten, die grundsätzlich vieldeutig sind, können auch eine Vielzahl von Lesarten nebeneinander Bestand haben, ohne dass sie sich gegenseitig ihre Legitimität absprechen müssen. Aber auch hier gilt, dass sie auf, wie man sagt, intersubjektive Plausibilität ausgerichtet sein sollten, wenn sie Gegenstand der Kommunikation z. B. im Literaturunterricht der Schule, werden sollen.

  • Bei Sachtexten ist dies anders. Hier geht es darum, die darin enthaltenen Informationen möglichst eindeutig zu erfassen, um ein gemeinsames Textverstehen zu ermöglichen.

Modelle des Textverstehens

Auf der Grundlage solcher Überlegungen hat man auch verschiedene ▪ Formen des Verstehens von Texten unterschieden, nämlich

Darüber hinaus gibt es natürlich noch eine ganze Reihe von Ansätzen aus der angewandten Leserforschung, die unter Akzentuierung der Textseite im Wechselwirkungsprozess von Leser und Text bestimmte Teilfähigkeiten oder Ebenen des Verstehens entwickelt haben.

Unter auch Textlinguistik, die Textoberflächen- und Texttiefenstrukturen (Kohäsion und Kohärenz) genauer unter die Lupe nimmt, hat eigene Modelle für das Textverstehen entwickelt.

Der wichtigste und auch für schulische Zwecke aber wohl am besten geeignete Ansatz, um Leseverstehen zu erklären, stellt der ▪ kognitionspsychologisch-konstruktivistische Ansatz des Lesens und Leseverstehens dar.

Die unterschiedliche Bedeutung der beiden Verstehensprozesse wird insbesondere bei sogenannten Fehllesungen sichtbar. Wer sich z.B. in einem Namen eine falsche Buchstabenfolge angeeignet hat (aufsteigender Prozess), bekommt diese nur noch unter Schwierigkeiten los, weil man ja beim Lesen längst schon weiß (absteigender Verstehensprozess), wie der Name (angeblich) lautet. Ebenso verhält es sich im Zusammenhang mit der Schwierigkeit, eigene Rechtschreibfehler zu erkennen. (vgl. Linke u. a. 1994, S.354f.)

Lesestrategien als Wege zur Herstellung eines Textverständnisses

Für das Verstehen von Texten sind bestimmte Leseweisen bzw. Lesetechniken förderlich. Sie können

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Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 04.09.2020

 
 

 
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