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Ach Liebste, laß uns eilen

Martin Opitz (1624)


 

Ach liebste laß uns eilen
Wir haben Zeit1
Es schadet uns verweilen
Uns beyderseit.

Der Edlen Schönheit Gaben               5
Fliehen fuß für fuß:
Daß alles was wir haben
Verschwinden muß.

Der Wangen Ziehr2 verbleichet
Das Haar wird greiß3                       10
Der Augen Feuer weichet
Die Brunst4 wird Eiß.

Das Mündlein von Corallen
Wird umgestalt
Die Händ' als5 Schnee verfallen        15
Und du wirst alt.

Drumb laß uns jetzt geniessen
Der Jugend Frucht
Eh' wir folgen müssen
Der Jahre Flucht.                             20

Wo6  du dich selber liebest
So liebe mich
Gieb mir das wann du giebest
Verlier auch ich.

1 günstiger Augenblick
2 Wangenröte
3 grau
4 Liebeslust, Begierde
5 wie
6 falls
 
 
   
   Arbeitsanregungen:

Interpretieren Sie das Gedicht von Martin Opitz (1597-1639).

  1. Arbeiten Sie dabei die Struktur des Gedichtes heraus. Gehen Sie bei Ihrer Analyse davon aus, dass das Gedicht den Charakter einer Rede besitzt.
  2. Zeigen Sie, welche Elemente barocken Denkens in dem Gedicht zum Ausdruck gebracht werden.

 

 
  
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